Das Morphem

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:Einige Sprachen haben den Hang dazu, möglichst viel Information in ein Wort zu packen. Die polysynthetische Sprache schlechthin kennt nur ein Wort pro Satz, in dem alle grammatischen, aber auch lexikalischen Bedeutungen enthalten sind. Typisch ist auch die Polypersonalität. Die Poly... was? Die Polypersonalität bezeichnet den Umstand, dass mehr als eine Person am Verb gekennzeichnet ist. Das ist zum Beispiel in den athabaskischen Sprachen in Nordamerika der Fall, die auch insgesamt, mit den Eskimosprachen als Beispiele polysynthetischer Sprachen genannt werden. Auch in der deutschen Sprache finden wir Züge polysnthetischen Verhaltens. Zusätzliche lexikalische Bedeutungen wie in ''radfahren'' an das Verb zu hängen, oder die praktisch unbegrenzte Möglichkeit der Komposition wie in ''Donaudampfschifffahrt'' sind typisch für polysynthetische Sprachen.  
 
:Einige Sprachen haben den Hang dazu, möglichst viel Information in ein Wort zu packen. Die polysynthetische Sprache schlechthin kennt nur ein Wort pro Satz, in dem alle grammatischen, aber auch lexikalischen Bedeutungen enthalten sind. Typisch ist auch die Polypersonalität. Die Poly... was? Die Polypersonalität bezeichnet den Umstand, dass mehr als eine Person am Verb gekennzeichnet ist. Das ist zum Beispiel in den athabaskischen Sprachen in Nordamerika der Fall, die auch insgesamt, mit den Eskimosprachen als Beispiele polysynthetischer Sprachen genannt werden. Auch in der deutschen Sprache finden wir Züge polysnthetischen Verhaltens. Zusätzliche lexikalische Bedeutungen wie in ''radfahren'' an das Verb zu hängen, oder die praktisch unbegrenzte Möglichkeit der Komposition wie in ''Donaudampfschifffahrt'' sind typisch für polysynthetische Sprachen.  
 
Ein anderer Ansatz, der die genannte Typisierung aber aufgreift, ist die Betrachtung von Parametern: die Morpheme pro Wort und der Fusionsgrad. Diese Parameter verleiten einen schnell dazu, zu glauben, man könne sie messen. Schön wär's. Aber für unsere Zwecke reicht die Betrachtung der Parameter und die daraus folgenden Schlüsse.<br/>
 
Ein anderer Ansatz, der die genannte Typisierung aber aufgreift, ist die Betrachtung von Parametern: die Morpheme pro Wort und der Fusionsgrad. Diese Parameter verleiten einen schnell dazu, zu glauben, man könne sie messen. Schön wär's. Aber für unsere Zwecke reicht die Betrachtung der Parameter und die daraus folgenden Schlüsse.<br/>
Bei den Parametern haben wir wieder Idealtypen und unsere Sprachen sind irgendwo dazwischen. Das eine Ende der Morpheme pro Wort bilden die isolierenden Sprachen. Hier besteht ein Wort aus genau einem Morphem. Auf der anderen Seite haben wir die polysynthetischen Sprachen, die alle Morpheme in ein Wort packen. Der Fusionsgrad bildet die Opposition zwischen den agglutinierenden Sprachen und den fusionalen Sprachen. Die agglutinierenden Sprachen haben genau eine Bedeutung pro Morphem und die fusionalen Sprachen setzen quasi alles auf eine Karte und bringen möglichst viele Bedeutungen in nur einem Morphem unter.
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Bei den Parametern haben wir wieder Idealtypen und unsere Sprachen sind irgendwo dazwischen. Das eine Ende der '''Morpheme pro Wort''' bilden die isolierenden Sprachen. Hier besteht ein Wort aus genau einem Morphem. Auf der anderen Seite haben wir die polysynthetischen Sprachen, die alle Morpheme in ein Wort packen. Der '''Fusionsgrad''' bildet die Opposition zwischen den agglutinierenden und isolierenden Sprachen und den fusionalen Sprachen ab. Die agglutinierenden Sprachen haben genau eine Bedeutung pro Morphem und die fusionalen Sprachen setzen quasi alles auf eine Karte und bringen möglichst viele Bedeutungen in nur einem Morphem unter.

Version vom 18. Juli 2013, 22:48 Uhr

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