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10. Türchen - Träume III - Druckversion

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10. Türchen - Träume III - Veria - 10.12.2018

Viel Spass dabei!



Es war schnell erledigt, Liam etwas zum Anziehen zu verschaffen, im Widerstandshauptquartier waren genügend Kleidungsstücke für fast jeden Bedarf und fast jede Größe vorhanden. Schwieriger war es für Liam, sich anzuziehen: Sowie er das Taelonbaby ablegte oder jemand anderem in die Arme gab, begann es schrill zu schreien. Da er nicht in Unterwäsche bleiben wollte und ein ihm von Lili oder Augur über den Kopf gestreifter Poncho auch keine Option war, zog er sich also in Rekordzeit an, während das Baby für eine recht unangenehme Geräuschkulisse sorgte.
Schließlich war das dringliche Kleidungsproblem aus der Welt und Lili und Augur sahen ihn durchdringend fragend an.
"Ich hatte keine Wahl", sagte Liam, "Das Kleine wäre doch sonst gestorben!"
"Wo hast du die außerirdische Schreimaschine denn gefunden?", fragte Augur grummelig.
"In genau dem Labor, in dem Zo'or und Mit'gai mir Kabel in die Hände gestopft haben!"
"Was?"
"Ich war quasi Energielieferant für den Brutkasten, und als ich mich befreit habe, bekam das Baby natürlich Probleme ... Energiemangel."
"Und deswegen bringst du es hierher, ja klar." Augur rollte vielsagend mit den Augen. "Ein Taelon! Vergiss nicht das Gemeinwesen!"
"Es hat nur über die Grundschwingung Kontakt", widersprach Liam, "Die wissen nicht mal, dass es wach ist!"
"Und das weißt du woher?"
Er löste eine Hand vom Taelonbaby und zeigte die glühende Handfläche. "Daher."
"Scht!", machte Lili, als sie ihr schon einige Sekunden lang piepsendes Global aus der Tasche holte und aufschnappen ließ. "Da'an, was kann ich für Sie tun?"
Liam schnappte nach Luft. Was, wenn das Baby gleich losschrie?
Es schrie nicht los.
"Captain Marquette, ich wurde darüber informiert, dass Major Kincaid einer psychotropen Substanz ausgesetzt war und nun verwirrt und möglicherweise gefährlich ist. Er ist aus seinem Heilbett geflohen und muss gefunden werden."
Augur und Liam wechselten einen Blick, beide rollten sie mit den Augen. Taelonische Lügen ...
"Ja, Da'an", sagte Lili, "Wo soll ich mit der Suche beginnen?"
"Ich möchte, dass Sie das fragliche Portal auf dem Mutterschiff untersuchen."
"Ich bin schon auf dem Weg." Sie schob ihr Global zu, steckte es in ihre Tasche und stand auf. "Augur, ein andermal", sagte sie, "Ich muss los."
Augur sah ihr wehmütig nach, während sie sich zum Lift begab, und als sich die Tür hinter ihr schloss, wandte er sich Liam zu und fauchte: "Das ist alles deine Schuld!"
"Das ist alles Zo'ors und Mit'gais Schuld!", gab Liam verärgert zurück, "Du wärst echt fähig, einen Verblutenden anzupflaumen, warum er sich auf deinem teuren Perserteppich erschießen lässt!"
"Ach komm schon ..."
"Nein. Ich gehe jetzt in ein bequemes Zimmer und lege mich mit dem Baby hin. Mir tut noch immer alles weh von der Abzapferei."
Augur stellte sich ihm in den Weg und zeigte mit dem linken Zeigefinger auf das Taelonbaby. "Das da zapft auch ab."
"Nein, ich gebe ab", korrigierte Liam, "Aber du hast schon auch recht, wenn du dir Sorgen machst. Du könntest mir was zum Essen bringen, die Energie muss ja nachgefüllt werden."
Sichtlich sah Augur das ein, denn er wandte sich zur Küche, aber Liam hörte ihn auch noch leise etwas über "Hotel Augur" jammern. Es dauerte auch nicht lange und Augur brachte Liam einen großen Teller mit Sandwiches ans Bett.
"Wessen Baby ist das eigentlich?", fragte er.
"Keine Ahnung. Hatte kein Namensschild am Bettchen."
"Hm. Ich hoffe mal schwer, du willst es nicht behalten."
Liam sah von den Sandwiches auf zu Augur. "Erstmal will ich sichergehen, dass es überlebensfähig ist, und dann sehen wir weiter."
"Na schön. Iss auf, ich bringe dir später nochmal was."
Er sah ihm nach und wartete, bis sich die Tür schloss, dann machte er sich einhändig über die Sandwiches her. Vier davon schaffte er, dann war er vorerst voll und legte sich hin.
Das Taelonbaby hatte inzwischen eine recht dichte Fassade hinter der gelegentlich erstaunlich helle Energiebahnen hervorblitzten. Noch immer sah es Liam mit seinen strahlend blauen Augen an, noch immer war da dieses absolute Vertrauen, dazu kam ein Gefühl von Zufriedenheit und Wärme.
Liam sah in diese vertrauensvollen Babyaugen und seufzte. Ein wenig ratlos war er ja schon. Das war ein Taelonbaby, es hatte ein genetisches Gedächtnis und würde vermutlich bald auch über das Gemeinwesen beeinflusst. Jetzt war es harmlos, aber die Wahrscheinlichkeit war erschreckend hoch, dass er dieses Baby bald als gefährlich betrachten musste.


RE: 10. Türchen - Träume III - Kolinahru - 10.12.2018

oh man. Es muss so unfassbar niedlich sein



will auch so ein niedliches Taelonbaby
okay okay meine Hormone spielen auch ein bisschen verrückt, es könnte Liam wahrscheinlich tatsächlich gefährlich werden

Das ist eine verdammt schlaue Ausrede von Zo'or um Liam daran zu hindern sich Verbündete zu suchen und so ziemlich das gerissenste was er Da'an erzählen konnte. Ich gehe mal einfach davon aus, das das kleine Zo'ors Geschwisterchen und damit Da'ans Kind ist- weil das eine egoistische Entscheidung von Zo'or wäre und ihm entspricht



P.S. Liam braucht so ein Bauchtragegestell oder Tuch!


RE: 10. Türchen - Träume III - Taoynin - 11.12.2018

Augur hat also genügend Kleidungsstücke vorrätig, für fast jeden Bedarf und in fast allen Größen. So, so, so... Da kommt man natürlich auf die verwegendsten Gedanken. Lachen
So ein Taelonbaby ist wirklich niedlich.  Nicken Da scheinen auch Liams Hormone zu reagieren. Er hätte es ja auch Da'an übergeben können. Freuen