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Freundschaft, 3
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Emma Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #31
 
Hey, es geht weiter! Lächeln Lächeln Lächeln

Sandoval ist hier wirklich in keiner gute Situation und er macht einen ziemlich geschwächten Eindruck. Aber gut, ein gebrochener Arm ist keine Kleinigkeit und er ist ja auch schon eine ganze Weile auf den Beinen, von dem sonstigen Stress ganz zu schweigen. Schließlich ist er im Begriff seinen Arbeitgeber zu verlieren – und damit seine Machtbasis! Ob er, wie du, Vibe, meinst, generell nicht sehr trainiert und fit ist, da bin ich mir unsicher. Ich denke körperlicher Fitness gehört zu seinem Job, zumindest wenn man ihn auch als aktiven Beschützer ansieht. Und außerdem hat er ja ein CVI, das ihn ja körperlich doch ziemlich "aufrüstet".
Aber auch Go'rik kommt mir momentan nicht sehr kräftig vor. Nicht, weil man es ihm anmerken würde, aber ich habe so den Eindruck, als wäre alle die auf diesem Planeten gestrandet sind, auf die eine oder andere Weise angeschlagen.

Der zweite Abschnitt steckte ja wieder voller Überraschungen! Lächeln Ma'el hatte also ein Labor in einer getarnten Raumstation über der Erde. Das war wohl ein geschickter Schachzug, denn Da'ans Reaktion zufolge hatten die Taelons diese Option noch nicht in Erwägung gezogen.
Zwei Dinge gefallen mir an diesem Abschnitt besonders gut: Zum einen wie du Da'an charakterisierst. Er wirkt sehr kontrolliert, distanziert und kompetent und damit ganz so, wie ich ihn mir vorstelle. Schließlich ist er ein Diplomat und es ist sein Job andere zu manipulieren bzw. nicht in deren Fallen zu tappen. Und ich schätze mal Liam ist nun wirklich niemand, der ihm diesbezüglich gefährlich werden kann! Grinsen Er wirkt wieder herrlich naiv und spontan und geht, wie es zu ihm passt, nach dem Motto vor: Naja, probieren wir's mal und wenn’s nicht klappt, dann ist's auch nicht schlimm. Dabei macht er einen erfrischend optimistischen Eindruck und kontrastiert dabei ziemlich zu Da'an, der so gar nichts Unüberlegtes hat. Richtig toll finde ich, dass es Da'an ist, der die Energieversorgung in Gang zu setzen versucht. Es hat mich immer gestört, wenn Menschen sich mit der Technologie der Taelons besser auskennen als sie selbst. Das ist einfach schrecklich unlogisch.
Das zweite was ich sehr beeindruckend fand, war die Beschreibung der Energieversorgungseinrichtung, oder was immer das auch war. Ein Gitter mit Kugeln, das sich an einen Baum und an ein Musikinstrument erinnert. Das wirkt sehr fremdartig und "taelonisch"!

So, und jetzt wäre ich bereit das nächste Stück zu lesen! *schaut dich ganz erwartungsvoll an* Zwinkern Lächeln Lächeln
18.02.2002 18:43
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Taoynin Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #32
 
Lächeln Vielen Dank für euer Feedback. Lächeln Lächeln Lächeln
Endlich gehts auch bei mir wieder weiter, und der nächste Teil ist auch schon in Arbeit.

****************************

Zo'or hatte Jemen ein ganzes Stück in die Schlucht hineingeführt, und sie war ihm stumm gefolgt. Sie war zu sehr in ihren Gedanken verfangen, um ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu richten als auf den nächsten Schritt. Selbst als er sie aufforderte, einen kaminartigen Aufstieg im Felsen hinaufzuklettern, gehorchte sie widerspruchslos und ohne ihr Tun in Frage zu stellen. Erst als sie den Rand der Schlucht erreichten und sie sich erschöpft auf den Boden niederließ, durchdrang etwas ihre tiefe Versunkenheit. Sie konnte es jedoch nicht zuordnen; es war ein mehr als diffuses Gefühl, dass etwas an ihrer Umgebung nicht stimmte, und sie war zu müde, um dem auf den Grund zu gehen. Zo'or hatte sich einige Schritte weit von ihr entfernt und schien sich zu orientieren. Nach einer Weile kehrte er zu ihr zurück und betrachtete sie, offensichtlich um ihre Erschöpfung einzuschätzen. "Geben Sie mir noch ein paar Minuten", bat sie.

"Das hier ist nicht der geeignete Ort für eine Rast, Miss Tyler", belehrte er sie. "Es ist erforderlich, dass wir weitergehen."

"Weitergehen", wiederholte sie langsam, so als müsste sie erst die Bedeutung dieses Wortes erfassen. Mühsam erhob sie sich und sah sich um. Als sie das langgestreckte Plateau sah, das zum Osten hin von den Sandsteinfelsen und dem dahinterliegenden Gebirge begrenzt wurde, während auf der anderen Seite die Schlucht, die zuvor entlanggegangen waren, parallel zu der Richtung verlief, die der Taelon jetzt anstrebte, erkannte sie plötzlich, was sie zuvor irritiert hatte. Es fuhr wie ein Adrenalinstoß durch ihren Körper und verdrängte jedes Gefühl von Schwäche und Benommenheit. "Zo'or!" Ihr scharfer Ruf ließ ihn innehalten. "Was soll das? Erst scheuchen Sie mich über den Berg, weil wir angeblich in der Schlucht sicherer sind ... und jetzt sind wir wieder hier oben."

"Sie müssen es schon mir überlassen, den passenden Weg zu wählen", antwortete er herablassend.

"Nur kann ich darin keinen Sinn erkennen", sagte sie stirnrunzelnd und sah sich erneut um. "Einfacher können wir es den Jaridian wirklich nicht machen. Man kann uns meilenweit sehen. "

"Es gibt genügend Spalten, die uns notfalls Schutz bieten." Mit geradezu stoischer Ruhe sah er zu ihr hinüber.

Jemen suchte vergeblich nach der Logik in seinem Verhalten. Warum sich am Rande der Schlucht entlangbewegen, wenn es dort unten sicherer war? Es war auch kaum anzunehmen, dass sich die Kolonie hier oben auf dem Plateau befand. Und nach einer Abkürzung sah das auch nicht aus. Im Grunde gab es nur eine Erklärung ... Sie schloss hastig zu ihm auf. "Sie haben gar keine Ahnung, nicht wahr?" sagte sie herausfordernd. "Sie wissen überhaupt nicht, wo sich die Kolonie befindet."

Zo'or sah sie starr an, und sie rechnete schon damit, dass er die Anschuldigung in seiner gewohnten arroganten Art weit von sich schob. "Sie sind sehr scharfsinnig", sagte er plötzlich, "und vermutlich hat es wenig Sinn, Ihnen weiterhin etwas vorzumachen. Tatsächlich bin ich nie zuvor auf diesem Planeten gewesen. Ich kenne lediglich einige Kartographien ..."

Mit dieser Antwort hatte sie nicht gerechnet, und es war wie ein Schock. "Sie wissen es tatsächlich nicht", sagte sie fassungslos und begriff, dass sie mit ihrer provokanten Aussage im Grunde nur eine Zusicherung erhoffte hatte, dass ihr Marsch bald ein Ende finden würde. Es war, als hätte ihr jemand einen Schlag versetzt. "Soll das etwa heißen, dass wir die ganze Zeit über völlig unsinnig durch die Gegend gelaufen sind?" brach es aus ihr heraus. Wut begann in ihr zu brodeln, die alsbald in heißen Zorn umschlug, je deutlicher ihr die Tragweite seines Geständnisses bewusst wurde. "Ich fasse es nicht!"

"Miss Tyler", begann Zo'or mit energischer Stimme, doch sie schnitt ihm mit einer heftigen Handbewegung das Wort ab. "Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht? Dass wir irgendwann zufällig über die Kolonie stolpern?" schrie sie ihn an.

Automatisch wich er einen Schritt zurück. "Es ist Ihr Vorschlag gewesen, die Kolonie aufzusuchen. Haben Sie das schon vergessen? Wir haben ja nicht einmal die Gewissheit, dass wir dort überhaupt Hilfe finden."

Aber Jemen war nicht gewillt, ihm in irgendeiner Form Recht zu geben. Für sie gab es im Augenblick nur die eine Wahrheit – dass sie in eine mehr als aussichtslose Situation geraten war. An eine Umkehr war nicht zu denken. Sie wusste, dass ihre Kraft dazu nicht mehr ausreichte. Doch planlos weiterzugehen, war genauso sinnlos. "Bei unserer Auskunft musste ich eine Entscheidung treffen", sagte sie mühsam beherrscht. "Entweder bleiben und damit den Jaridian ausgeliefert zu sein oder die Chance der Flucht zu ergreifen. Ich hätte mich doch niemals auf den Weg gemacht, wenn ich auch nur im Entferntesten geahnt hätte, dass Sie gar nicht wissen, wo sich die Kolonie befindet. – Dann war Ihre Idee, die Canyons aufzusuchen, wahrscheinlich auch nur aus der Luft gegriffen, um mich in Sicherheit zu wiegen."

"Nein", sagte Zo'or rasch. "Die Schluchten bieten tatsächlich einen Schutz vor den Sensoren der Jaridian. Das gehört zu den wenigen Informationen, die mir über Muruwi geläufig sind. Ebenso wie die mit Wasser gefüllt Frucht ... falls Sie mir vorwerfen wollen, dass ich Sie einem unbekannten Risiko ausgesetzt habe." Was er tatsächlich noch über den Planeten wusste, konnte und wollte er ihr nicht offenbaren. Muruwi war innerhalb des Gemeinwesens ein Tabuthema, auf das er eher zufällig gestoßen war. Trotz größter Bemühungen war es ihm nicht gelungen, herauszufinden, was es damit auf sich hatte. Eine Mauer des Schweigens war ihm begegnet, wann immer er eine vorsichtige Frage formulierte. Das Wissen schien sich vor allem auf die älteren Taelons zu beschränken, und die wussten sich sehr gut zu schützen. Was sie jedoch nicht gänzlich vor ihm verbergen konnten, war eine vage Emanation, die von Schuldgefühle kündete. Und so wie jedes Geheimnis dazu anregte, eigene Spekulationen anzustellen, hatte auch Zo'or für sich eine Erklärung gesucht.

"Verdammt, Sie haben mir die ganze Zeit über etwas vorgemacht!" rief Jemen, erneut von wilder Wut gepackt. "Es war Ihnen vollkommen gleichgültig, was aus mir wird, solange Sie Ihr erbärmliches Leben retten konnten." Die Vorstellung, dass all die Strapazen vergeblich sein sollten, brachten sie fast um den Verstand.

Der Taelon starrte sie mit ausdruckslosem Gesicht an. Er fand nichts Verwerfliches daran, sie benutzt zu haben. Denn etwas anderes hatte sie seiner Meinung nach auch nicht getan. Auch sie hatte ihn benutzt, um ihr Leben zu retten. "Hätte ich nicht eine reelle Chance gesehen, die Kolonie zu finden, wäre ich Ihnen wohl kaum gefolgt ..."

"Nur mit dem Unterschied, dass es für Sie keine Rolle spielt, ob Sie ein paar Tage oder ein paar Wochen suchen müssen", herrschte sie ihn an. "Aber wahrscheinlich war das von Ihnen von vornherein so geplant gewesen. Eine nützliche Unterstützung, auf die man gern zurückgreift und der man sich bei Bedarf ganz einfach entledigt. – Was sind Sie doch für ein verabscheuungswürdiges Wesen!" Ihr Gesicht verzog sich voller Verachtung. Schließlich wandte sie sich von ihm ab.

"Was haben Sie jetzt vor?" rief er ihr irritiert hinterher.

"Das weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall will ich einen möglichst großen Abstand zwischen uns bringen. Ich kann Ihre Gegenwart nicht länger ertragen."

Zo'or spielte mit dem Gedanken, sie tatsächlich gehen zu lassen. Ihr derzeitiger Zorn machte sie alles andere als sehr umgänglich. Aber die Vorteile, die ihre Gegenwart mit sich brachten, waren nicht von der Hand zu weisen. Er benötigte Schutz und Beistand, um die Kolonie sicher zu erreichen. Während ihres bisherigen Marsches hatte sie sich als außerordentlich zäh erwiesen, eine Leistung, die er durchaus anerkannte. Damit entsprach sie zwar noch immer nicht den Anforderungen eines Beschützers, aber er hätte es auch durchaus schlechter treffen können. Ein weiterer Aspekt schien ihm ebenfalls sehr gewichtig. Tyler besaß offensichtlich eine gewisse Affinität hinsichtlich seiner Spezies. Sie hatte ihre persönliche Aversion ihm gegenüber zurückgestellt. Damit war sie für ihn formbar. Wenn er es nur geschickt genug anfing, würde sie in seinem Sinne handeln, ohne dass es ihr bewusst werden würde. Jetzt stellte sich nur die Frage, wie loyal sie tatsächlich war. Wenn es darum ging, die wahre Gesinnung zu verbergen, zeigten die Menschen eine außerordentliche Geschicklichkeit. Um sie zu entlarven, musste man meist zu sehr drastischen Maßnahmen greifen. Vielleicht sollte er Tyler einer Prüfung unterziehen, um sich in dieser Hinsicht Gewissheit zu verschaffen.

Zo'or stellte fest, dass sie sich bereits ein gutes Stück von ihm entfernt hatte und bald außer Rufweite sein würde. Es war ihr tatsächlich ernst damit, zukünftig getrennte Wege zu gehen. "Miss Tyler!" rief er ihr energisch hinterher. "Sie wissen genauso gut wie ich, dass Ihr Verhalten stur und unvernünftig ist. Ziellos in der Gegend herumzulaufen, bringt Ihnen gar nichts."

"Doch", gab sie giftig zurück, "es hilft mir, meine Wut abzureagieren, da ich mich ansonsten wohl auf Sie stürzen müsste."

Da Logik hier offensichtlich versagte, versuchte er es auf eine andere Weise. "Wir haben nach wie vor noch die Chance, die Kolonie zu finden."

"Viel Spaß bei der Suche!" rief sie, ohne sich umzudrehen.

"Es tut mir leid, dass ich Sie belogen habe." Hatte er das wirklich gesagt? Wie kam er dazu, sich bei diesem primitiven Wesen zu entschuldigen!

"Nein. Es tut Ihnen ganz und gar nicht leid", sagte Jemen heftig, blieb aber stehen.

Zo'or nutzte die Chance, sich ihr zu nähern. "Sie haben recht, es tut mir nicht leid",
gestand er, "denn ich kann keinen Fehler in meiner Handlungsweise sehen. Es war die einzig logische Konsequenz, denn die Wahrheit hätte Sie zu Umkehr bewogen oder sogar zum Aufgeben..."

"Aber ich hätte selbst entscheiden ... wir hätten gemeinsam entscheiden können, ob ein Weitergehen sinnvoll wäre. Doch diese Option zogen Sie nicht einmal in Betracht." Seine menschenverachtende Einstellung trieb ihr die Tränen in die Augen. "Was aus mir wird, lässt Sie völlig ungerührt. Ich bin für Sie nur interessant, solange sich daraus ein Vorteil für Sie bietet."

"Ihr einziges Problem, Miss Tyler, besteht doch wohl nur darin, dass Sie Ihre Emotionen nicht in den Griff kriegen und mich dafür verantwortlich machen wollen", sagte er energisch. "Wären Sie nur ein bisschen objektiver, würden Sie begreifen, dass ich mich der Situation angemessen verhalten habe."

"Angemessen?" echote sie und kam ihm dabei so nahe, dass sich ihre Nasenspitzen beinahe berührten. "Das nennen Sie angemessen? – Wissen Sie was? Ich sollte mich vielleicht auch einmal angemessen verhalten und Sie den Jaridian ausliefern."

"Das wagen Sie nicht", zischte er. Aber in seinen Augen glomm Unsicherheit auf. In diesem Augenblick konnte er tatsächlich nicht abschätzen, ob sie dazu fähig wäre. "Als Companion-Beschützerin ist es Ihre Pflicht, alle Taelons zu schützen. Wollen Sie jetzt Ihr Wort brechen?"

"Ich kündige hiermit", fauchte sie ihn an. "Fristlos!" Sie gab ihm keine Gelegenheit zu einer weiteren Erwiderung, sondern drehte sich um und marschierte los.

"Miss Tyler", tönte es ungehalten hinter ihr her.

"Lassen Sie mich einfach in Ruhe!"

"Aber ..."

"Lassen – Sie – mich – in – Ruhe!" Diesmal war ihre Stimme so drohend, dass er überrascht schwieg und auch keine Anstalten machte, ihr zu folgen.
07.03.2002 16:50
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Anne Lisa Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #33
 
*freu* es geht hier weiterLächeln Lächeln

Zo'or hat nicht gewußt wo sich diese Kolonie befindet und hat Jemen nur benutzt. Wer hätte das gedacht Zwinkern ..hat den Zo'or jemals etwas anderes getan, als Menschen zu benutzen und für ihre Ziele einzuspannen. Aber ich vermute diesmal hat sie sich das falsche Ziel ausgesucht. Alle aufgestauten Emotion kommen bei Jemen zum Vorschein. Jemen ist ja mächtig sauer. Aber ob sie es ohne Zo'or schafft ist fraglich.
07.03.2002 17:35
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Obi-Wahn Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #34
 
irgenwie verschluckt ezboard meine beiträge hierfür!!
cih hab keine lust noch mal eine halbe seite zu schreib n, ich bin zu müüüüüde *gähn* also ganz kurz:
endlich sagt Jemen Zo`or mal die meinung!!! und gut mach weiter!!!

*gähhnn*

Teufel

Hin und wieder ist alles relativ!
07.03.2002 22:35
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AlienVibe Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #35
 
*ächz* Was für ein TeilLächeln Lächeln Lächeln ! Es ist absolut erleichternd, daß Jemen ihrer Wut maximalen Ausdruck verleiht, und es tut gut, zu erleben, wie sehr Zo’or dadurch verunsichert wird - zum ersten Mal bekommt seine verächtliche und arrogante Einstellung „diesem primitiven Menschenwesen“ gegenüber etwas wie einen ersten Knacks. Er fürchtet tatsächlich, Jemen wäre in der Lage, das für ihn Schlimmste mit ihm zu tun - vielleicht sogar mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der er sie, wenn es ihm einen Vorteil verschaffen würde, umbrächte oder sterben ließe - ihn an die Jaridian auszuliefern ...
Daß der hochentwickelte Herr Synodenführer gezwungen ist, zuzugeben, daß er keinen Plan hat, macht mich trotz der Tatsache, daß es beider Situation nicht verbessert, schadenfroh, und es ist sehr interessant, daß er Jemens Emotionalität eigentlich hilflos gegenübersteht - echter (menschlicher) Wut hat er nichts entgegen zu setzen.
Der Dialog zwischen den beiden ist brilliant geschrieben - beide sind wieder einmal sprachlich sehr gut getroffen. Und ebenso gut gefällt mir die Beschreibung von Zo’ors Gedanken über Muruwi und das Verhalten des Gemeinwesens diesbezüglich.
All diese Andeutungen bezüglich dieser Kolonie machen absolut neugierig - genau so neugierig wie Jemens Entscheidung, jetzt offenbar wirklich allein gehen zu wollen ...
Ich finde, nachdem ich sehr geduldig auf diese Fortsetzung gewartet und gestern noch ewig darum gekämpft habe, sie mir wenigstens herunterladen zu können (Sch...AOL), darf ich jetzt hemmungslos drängeln: bitte SEHR bald VIEL mehrLächeln Lächeln Lächeln !!!
08.03.2002 13:00
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Emma Offline
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Beitrag: #36
 
Toll, dass es weiter ging! Lächeln Lächeln Lächeln Und dann auch noch mit der Ankündigung, dass es bald noch ein Stück gibt. Was will man mehr?! *freu*

Das letzte Stück bot wirklich einige Überraschungen. Dass Zo'or so gar keine Ahnung hat, wo sie lang müssen, hätte ich nicht gedacht. Und dass Jemen Zo'or einfach stehen lassen würde auch nicht. Ich weiß nicht, ob das klug war. Einerseits hat er natürlich durch seine unerträgliche Art viel von ihrer Energie aufgezehrt, aber andererseits hat er sie damit auch immer wieder angestachelt. Ich hoffe, dass ihre Kraft reicht, sich alleine durchzuschlagen. Vorteilhaft könnte sein, das sie so die Spuren der alten Taelons genauer untersuchen kann. Bei Zo'or hatte man ja stark den Eindruck, dass er ihnen eher ausweicht.
Besonders spannend ist die Eröffnung, dass Muruwi ein Tabuthema für die Taelon ist und nicht einmal Zo'or weiß, was es damit eigentlich auf sich hat. Das macht natürlich neugierig und ich frage mich auch, was für Spekulationen Zo'or angestellt hat.
Wie Zo'or alleine zurecht kommt, ist natürlich auch eine interessante Frage. Aber auch, warum er so völlig unemphatisch ist. Ich meine, er scheint mir nicht nur in bezug auf andere gefühllos zu sein, sondern er wirkt in dieser Hinsicht regelrecht naiv. Fast wie ein Kind, das etwas Wichtiges nicht gelernt hat und sich verständnislos fragt, was die anderen eigentlich von ihm wollen. Schließlich erwartet er eigentlich, dass Jemen ihn genauso benutzt wie er sie und ihm genauso wenig Gefühle entgegenbringt. Zo'or ist im Grunde eine wirklich traurige Figur und ich bin neugierig drauf zu erfahren, warum er so ist.

Und jetzt hoffe ich, dass du deine Aussage wahr machst und es bald weitergeht. Lächeln Lächeln Lächeln
10.03.2002 20:50
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Taoynin Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #37
 
Vielen Dank für euer Feedback und für eure Geduld. Lächeln Jetzt hat es doch wieder länger gedauert als ursprünglich geplant, aber ich war mit dem Stück nicht zufrieden und habe das jetzt am Wochenende komplett umgeschrieben. Und jetzt bin ich zufrieden. Zwinkern Lächeln

Einerseits ist es tatsächlich befriedigend mitzuerleben, dass Jemen ihre Wut loswerden kann. Andererseits möchte ich wirklich nicht mit ihr tauschen. Immerhin hat sich gerade wieder einmal die Situation für sie verschlechtert.
Zo'or empfinde ich mittlerweile auch als naiv, was sein Verhalten Jemen gegenüber angeht. Und ich denke, es liegt tatsächlich daran, dass ihm bestimmte Denk- und Verhaltensstrukturen nicht beigebracht wurden. Er ist arrogant und anmaßend und von sich selbst überzeugt, weil er seine Spezies für überlegen hält. Andere Wesen für sich bzw. für die Ziele des Gemeinwesen auszunutzen, dürfte eine Eigenart sein, die die Taelons sehr früh beigebracht wird. Zumindest wachsen sie damit auf, es als etwas Natürliches zu betrachten. Und deshalb gibt es auch keinen Grund für Zo'or, dieses in Frage zu stellen. Er gerät immer dann aus dem Gleichgewicht, wenn er feststellt, dass sich Jemen nicht wie erwartet verhält, denn damit kann er nicht umgehen. Aber ich denke, dass er lernfähig ist.

So, und jetzt geht es endlich weiter. Lächeln



************************************

Sie suchte ein Versteck, irgendeinen Platz, an dem sie sich zurückziehen und in Ruhe über alles nachdenken konnte. Jetzt war sie viel zu aufgebracht und zu durcheinander, um einen klaren Gedanken zu fassen. Jemen lief über das Plateau, bis sie auf eine der Spalten stieß, die das ebenmäßige Gelände durchzogen. Bald fand sie eine Stelle, die ihr geeignet schien. Der Graben war nicht zu tief, und er besaß kleine sandige Ausbuchtungen. Sie wählte eine Stelle, die durch einen Vorsprung geschützt war. Dort würde sie Zo'or hoffentlich nicht finden, sollte er es tatsächlich wagen, ihr zu folgen. Erschöpft ließ sie sich nieder und umschlang ihre Knie. In den vergangenen Tagen hatte sie mehr als einmal mit dem Leben abgeschlossen, doch immer hatte sich das Blatt in letzter Sekunde gewendet, so als sei ihr ein anderes Schicksal zugedacht. Um letztendlich auf diesem Planeten zu sterben? Ständig schwankte sie zwischen Zuversicht und Entmutigung. Es gab nichts, an das sie sich halten konnte, kein Hoffnungsschimmer, an dem nicht auch der Schatten der Verzweifelung klebte. Was nur hatte sie getan, dass sie derart bestraft wurde! Trübsinnig starrte sie auf den fast dunkelroten Sand zu ihren Füssen. Und wenn sie nun doch den Rückweg versuchte? Mehr als scheitern konnte sie nicht. Vielleicht war ihre Misere entstanden, gerade weil sie das Portal verlassen hatten. Vielleicht war Hilfe längst unterwegs. Die Taelons würden wohl kaum jemanden ihrer Art so einfach im Stich lassen – noch dazu, wenn es sich um ihren Anführer handelte. Mit einem Mal wurde ihr bewusst, dass Zo'or diese Möglichkeit überhaupt nicht in Betracht gezogen hatte. Weil von vornherein feststand, dass ihm seine Artgenossen nicht helfen konnten ... oder wollten? Jemen hatte keine Ahnung, wie das Gemeinwesen funktionierte und wie hoch der Stellenwert eines Einzelnen innerhalb dieser Gemeinschaft war. Aber die Vorstellung, das Zo'or kaltblütig seinem Schicksal überlassen wurde, ließ sie erschaudern, und sie war froh, dass sich in dieser Hinsicht die Menschheit doch ein wenig von den Taelons unterschieden. Müde ließ sie sich gegen den Felsen sinken und schloss die Augen. Ein Geräusch ließ sie jedoch bald wieder hochschrecken.

"Miss Tyler?" Zo'or war nicht zu sehen, aber seine Stimme war unverkennbar. "Warum verstecken Sie sich vor mir?"


Jemen fuhr wie von einer Tarantel gestochen hoch und sah sich um. Der Taelon stand oberhalb des Felsens und starrte in beispielloser Verwunderung auf sie hinab. "Das kann doch wohl nicht wahr sein!" stieß sie fassungslos hervor. "Nach allem, was vorgefallen ist, wagen Sie es tatsächlich, hier aufzutauchen?"

Er gab keine Antwort, aber seine Verwunderung wich einer gewissen Verwirrung.

"Können Sie mich nicht einfach in Ruhe lassen?" schrie sie ihn an. "Was wollen Sie noch von mir? Mir vielleicht beim Sterben zusehen?" Es klang ein wenig dramatisch, aber das war ihr nur recht so. Er sollte sehen, dass sie litt und mit ihren Kräften am Ende war. "Wenn Sie der Meinung sind, die Kolonie finden zu können ... bitte schön! Was hält Sie zurück? – Oder wollen Sie mir etwa weismachen, dass Sie es ohne meine Hilfe nicht schaffen? Sie sind doch die Intelligenzbestie, die auf uns primitive Menschen so verächtlich herabsieht. Kann es sein, dass Ihr überragender Intellekt doch nicht so toll ist?"

Zo'or wusste nicht, was ihn mehr aufbrachte – ihre unverschämten Anschuldigungen oder die Art, wie sie ihn anschrie. "Glauben Sie nur ja nicht, dass ich vergesse habe, wem ich meinen Aufenthalt auf diesem Planeten zu verdanken habe!" sagte er scharf.

"Wollen Sie das jetzt etwa mir in die Schuhe schieben?" rief sie verblüfft.

"Es ist eine Tatsache ..."

"Ich glaube es nicht!" Jemens entgeisterter Blick folgte ihm, als er zu ihr in die Spalte hinabstieg. "Wer hat denn hier sein Leben riskiert und Kincaid und seine Leute zum Versteck der Dark Blue geführt?"

Zo'or blieb in einem gebührender Abstand vor ihr stehen. "Halten Sie mich für so dumm, dass ich Ihr falsches Spiel nicht durchschaue? Es war sehr clever von Ihrer Widerstandsgruppe, Sie als Köder zu benutzen. Ihretwegen ließ ich mich dazu überreden, das Mutterschiff zu verlassen, obwohl ich dort vermutlich am sichersten gewesen wäre. Aber Ihr Plan, Miss Tyler, der geht leider nicht auf, denn jetzt sind Sie ebenfalls ein Opfer des Widerstandes geworden."

"Ich habe mit den Dark Blue nichts zutun. Ich wusste weder von dem Portal noch dass man beabsichtigte, Sie nach Jaridia zu schicken ..."

"Das nehme ich Ihnen sogar ab", erwiderte Zo'or mit einem wissenden Lächeln, das von einer Sekunde zu anderen einem finsteren Ausdruck wich. "Denn Sie beabsichtigten etwas ganz anders. Sie wollten mich töten!"

Jemen erbleichte, und einen Augenblick lang rang sie vergeblich nach den richtigen Worten, die unerhörte Anschuldigung von sich zu weisen, bis ihr bewusst wurde, dass es die Wahrheit war ... so wie er sie kannte. "Das war nicht ich", verteidigte sie sich mit wachsender Verzweifelung. "Eine fremde Macht beherrschte meinen Geist und zwang mich dazu, Dinge zutun, die mir zutiefst zuwider waren ..." Vergeblich suchte sie in seinem Gesicht nach etwas wie Verständnis, fand dort nur Ablehnung und Kälte. "Ma'els Botschaft ... sie war zu einem monströsem Ungeheuer verfremdet ... ich wusste nichts davon ... ich wusste nicht, dass sie in meinem Kopf war", fuhr sie zusammenhanglos fort. "Als ich auf dem Mutterschiff war, haben Sie diese fremde Macht gespürt. Aber davon ist jetzt nichts mehr übrig. Da'an und Kincaid konnten sie unschädlich machen. Überzeugen Sie sich!" Sie streckte ihm beide Hände entgegen.

Zo'ors Augen weiteten sich vor Überraschung, und er fuhr jäh zurück. Nur allzu deutlich hatte er die Gewalttätigkeit jener Entität in Erinnerung. Auf eine Wiederholung dieser Erfahrung legte er keinen Wert. "Kommen Sie mir nicht zunahe!" sagte er heftig, aber es klang eher furchtsam als drohend.

"Ich bin jetzt keine Gefahr mehr für Sie", versicherte sie ihm.

Der Taelon beäugte sie gleichsam wachsam wie misstrauisch, während er vor ihr auf und abging. "Die Botschaft von der Sie gerade sprachen", sagte er dann, und Neugierde zeigte sich jetzt ganz offen in seinem Antlitz, "Ma'els Botschaft – wie lautet sie?"

"Sie war an die Menschen gerichtet. Sie sollte uns auf Ihre Ankunft vorbereiten ..."

"Sha'bra", unterbrach er sie mit einer unwilligen Geste. Auch ohne dass er sich erklärte, vermochte Jemen seine Gedanken zu erahnen. In seinen Augen konnte Ma'els Vorhaben nur scheitern, da er sich mit den primitiven Menschen eingelassen hatte. Sie sah aber auch seine Enttäuschung und fragte sich, welche Art Botschaft er sich erhofft hatte. Es musste etwas Wichtiges sein, etwas, dass die Taelons unbedingt brauchten. Jemen erinnerte sich nur ungern an den Zwischenfall in der Botschaft, als Da'an gegen ihren Willen einen mentalen Kontakt herbeizwang. Auch wenn es letztendlich eine schicksalhafte Fügung war ... seine Unerbittlichkeit hatte sie erschreckt. Als hätte sich ihr ein völlig anderer Taelon offenbart, der nichts mit der Freundlichkeit Da'ans gemeinsam hatte.

Zo'or riss sie aus ihrer Nachdenklichkeit, als er sagte: "Wie konnten Sie von dieser gewalttätigen Macht infiziert werden?" Es war nicht erkennbar, ob er aus Neugierde fragte oder ihre Geschichte insgeheim anzweifelte. Sein Gesichtsausdruck war neutral und bot keinerlei Hinweis auf seine Gedanken.

"Ma'el hat seine Botschaft seinerzeit an eine Gruppe von Menschen weitergegeben, und dazu gehören offensichtlich meine Vorfahren."

"Demnach gibt es also noch weitere ..." Zo'or unterbrach sich und in seiner Miene zeigte sich plötzliche Beunruhigung.

"Es muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass all die Menschen, die Ma'els Botschaft in sich tragen, zu einer potentiellen Gefahr werden", erwiderte Jemen. "Wichtig ist wohl die innere Stabilität und ... das man jemanden hat, der einem zur Seite steht." Ihr Blick kehrte sich nach innen, und ein trauriges Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. "Ohne Di'mags Hilfe ..."

"Di'mag", schnaubte Zo'or verächtlich.

Jemen sah ihn jetzt wieder an, und ihre Augen verengten sich. "Di'mag hat mehr für mich getan als Sie sich vorstellen können", sagte sie zornig. "Er half mir, das fremde Bewusstsein in mir zu kontrollieren. Als er starb, war ich ohne jeden Halt und richtete meinen Zorn gegen denjenigen, der seinen Tod zu verantworten hatte – gegen Sie!"

Einige Sekunden
lang starrte der Taelon sie groß an. Dann schien er zu begreifen. "Ich bin nicht für seinen Tod verantwortlich", sagte er sehr bestimmt.

"Sie haben ihn getötet", klagte sie ihn an. "Sie konnten es nicht ertragen, dass er sich mit einem Menschen einließ, und deshalb musste er sterben."

"Was Sie da reden, ist völliger Unsinn. Ich habe ihn nicht getötet." Zo'or starrte sie an, als müsste er ernsthaft an ihrem Geisteszustand zweifeln.

"Oh ja, ich vergaß", höhnte sie. "Ein Taelon würde niemals die Hand erheben gegen einen seiner Art. Das überlassen Sie lieber ihren treuergebenen Vasallen."

"Ich weiß nicht, wie Sie auf diese absurde Idee gekommen sind", sagte er barsch, "und unter anderen Umständen würde ich es nicht einmal für notwendig erachten, mich Ihnen gegenüber zu rechtfertigen. Aber wenn dies nun der Augenblick ist, gewisse Dinge richtig zu stellen, dann werde ich diese Gelegenheit nutzen. Um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Ich habe nichts mit Di'mags Tod zutun!"

Jemens Gesicht verzerrte sich vor Zorn. Seine Unverfrorenheit, auch weiterhin den Mord an Di'mag zu leugnen, ließ sie jede Beherrschung verlieren. "Sie wollen die Dinge richtig stellen?" schrie sie ihn an. "Und haben nicht einmal den Mut, zu Ihren Taten zu stehen?"

"Wie kann ich etwas eingestehen, was ich nicht getan habe?"

"Di'mag war Ihnen ein Dorn im Auge, weil er sich nicht so einfach von Ihnen beherrschen ließ wie viele andere. Für ihn zählte nur seine Forschungsarbeit. Er hat es mir gegenüber nie eingestanden, aber ich spürte, dass Sie Druck auf ihn ausübten. Die Versuche mit den Implantaten – das war Ihre Anordnung. Und er konnte sich nicht weigern, weil sie ihm ansonsten mit der Versetzung drohten. Als sie jedoch erfuhren, dass er es gewagt hatte, mich zu seinem La'ha'shii zu machen, etwas, dass Sie als einen persönlichen Affront betrachteten, beschlossen Sie seinen Tod. Es war ein kaltblütiger, verabscheuungswürdiger Mord, Zo'or. Und dafür werden Sie eines Tages die Verantwortung übernehmen!"

"Ich muss mir Ihre Unverschämtheiten nicht länger gefallen lassen", zischte Zo'or. Einmal mehr bedauerte er es, sich überhaupt auf diese Auseinandersetzung eingelassen zu haben. Er hatte sich schon halb zum Drehen gewandt, doch dann zögerte er. Tief in sich verspürte er den Drang, diesem primitiven Geschöpft die wahre Bedeutung des La'ha'shii zu erklären, damit ihr endlich bewusst wurde, welchem Irrtum sie verfangen war. "Di'mag konnte niemals eine derartige Verbindung eingehen, weil ..." Er unterbrach sich jäh, entsetzt darüber, dass er sich hatte so hinreißen lassen.

"Weil er es Ihnen versprochen hatte?" Jemen hatte ganz intuitiv ihre Frage formuliert. Aber an seiner Reaktion erkannte sie, dass sie entweder ins Schwarze getroffen hatte oder zumindest der Wahrheit sehr nahe gekommen war.

"Was hat Ihnen Di'mag erzählt?" fragte er fassungslos.

Die Versuchung, ihm etwas vorzulügen, war sehr groß. Aber in dem Augenblick, da ihr bewusst wurde, dass es in ihrer Macht lag, ihn zu demütigen und dass dieses Gefühl nur dem Wunsch nach Rache entsprang, empfand sie plötzlich Abscheu sich selbst gegenüber. "Gar nichts hat er mir erzählt", sagte sie, und eine gewisse Verbitterung und Enttäuschung schwang in ihrer Stimme mit. Sie hatte sich von ihm abgewandt und starrte stumm auf den Felsen. "Ich weiß nicht einmal, was es wirklich bedeutet, ein La'ha'shii zu sein." Sie drehte sich unvermittelt um und bekam gerade noch seine Erleichterung mit, bevor seine Miene ausdruckslos und starr wurde. "Und ich schätze, Sie werden es mir auch nicht erklären."
24.03.2002 21:50
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AlienVibe Offline
Baumbewohner

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Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #38
 
Wieder ein hervorragend geschriebener TeilLächeln Lächeln Lächeln – und wieder mal einer, der mich wünschen läßt, in diese Geschichte einsteigen und Jemen unterstützen zu können, zumindest am Anfang, als sie völlig verzweifelt und ratlos in ihrem Zufluchtsort hockt ...
Warum mag Zo’or sich wieder zu ihr begeben haben? Er verspricht sich offenbar immer noch irgendeinen Nutzen von ihr ... Es gefällt mir gut, daß er ihrer Emotionalität und ihrem entschiedenen Auftreten nicht mehr gewachsen ist - ihr gegenüber versagen nach und nach sämtliche seiner bisherigen Abwehrstrategien, und er wird unsicher, verwirrt und gibt plötzlich ungewollt Dinge preis, die er eigentlich nie verraten wollte. Jemen verfügt über eine sehr sichere Intuition, und das macht ihm Angst.
Und Jemen stellt plötzlich fest, daß sie Macht über ihn hat in der gegebenen Situation - Macht über ein Wesen, das ihr ja eigentlich in jeder Hinsicht, inklusive in „körperlicher“ - weil Zo’or mangels einer materiellen Physis auch nicht von deren Bedürfnissen geplagt wird - überlegen ist. Emotionen, egal, welche, sind etwas, womit gerade er nie richtig umzugehen gelernt hat, und sie hat die Größe, diese Macht trotz ihres Zorns auf Zo’or nicht auszuspielen - dazu gehört sehr viel Menschlichkeit im besten Sinne - im Sinne eines großen Herzens ...
Sehr spannend finde ich alles, was sich jetzt zu den Zusammenhängen Beziehungen der Taelon untereinander/Gemeinwesen/ „Paarbeziehungen“ usw. andeutet - darüber habe ich mir im Laufe der Serie eine Menge Gedanken gemacht und es sind mehr Fragen offen geblieben als sich beantwortet hätten - ich bin absolut neugierig, was Du aus diesen Themen noch machen wirst. Ich vermute auch, daß Zo’or Jemen nicht erklären wird, was es bedeutet, La’ha’shii zu sein - schon deshalb nicht, weil das ein sehr wunder Punkt bei ihm ist ... er müßte ja vielleicht von Verlust, Versagen, Trauer und Schwäche berichten im Zusammenhang mit der eigenen Person, und das wird er bestimmt nicht wollen - dann wäre sein „Image“ als überlegenes Wesen ja endgültig zerstört ...
Daß er jede Verantwortung an Di’mags Tod abstreitet, paßt - egal, ob es stimmt oder nicht, allein schon, weil Leugnen und Verschleiern untrennbar mit dem Dasein eines Taelon verbunden ist. Aber wenn es tatsächlich nicht Zo’or war (aus Eifersucht, aus politischem Kalkül, warum auch immer) - wer war es dann? Diese Frage geht mir in all dem, was hier passiert und einen in den Bann zieht, immer wieder unter, obwohl sie für Jemen so wichtig ist ...
Das ist auch etwas, das mir an dieser Geschichte sehr gefällt - sie webt verschiedene Genres (SF, Action, Krimi ...) zu einem absolut spannenden Ganzen.

*nimmt sich zusammen* nein, ich werde jetzt nicht drängeln - aber eine baldige Fortsetzung wäre richtig gut Lächeln Lächeln Lächeln
25.03.2002 14:51
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Sky
Gast

 
Beitrag: #39
 
Ich habe diese Story leider eine zeitlang nicht mitgelesen, und es hat sich so viel angesammelt, zu dem ich mich äußern wollte/sollte, daß es sicher eine ellenlange Liste ergeben würde. Ich werde es deswegen lassen und statt dessen lieber auf den letzten Teil eingehen.
Zuallererst: Ich staune immer wieder, wie detailiert, durchdacht, logisch und auch spannend eine Story doch sein kann. Lächeln Lächeln Ich wünschte, die Serie wäre auch so!
Persönlich bin ich eher geneigt, dem Handlungsstrang um Jemen und Zo'or den Vorzug vor den anderen zu geben, ich schätze, einfach deswegen, weil Jemen ein äußerst interessanter Charakter ist, mit dem man im Lauf dieser Story regelrecht mitleidet. Und auch Zo'or erhält hier eine Tiefe, die ihm gut tut. Und als i-Tüpfelchen bilden die Beiden einfach ein geniales Gespann, auch wenn sich das beide nie eingestehen würden oder es vielleicht gar nicht sehen. Ich liebe einfach ihre Wortgefechte, und auch die kleinen Stellen, in denen wir hinter die Schale der Beiden blicken können. Und natürlich die kleinen Stellen, an denen man mehr über die Taelons erfährt.
Aber genug der Verallgemeinerungen:
Ich habe jetzt schon einige Zeit darüber sinniert, ob Zo'or in Bezug auf Di'mags Tod die Wahrheit gesprochen hat oder nicht. Auch wenn ich weiß, daß Zo'or ohne "mit der Wimper zu zucken" lügen kann und würde, wäre es auch durchaus möglich, daß er es nicht war - oder zumindest nicht bewußt war. Was wäre also, wenn er denkt, er war es nicht, und dann doch herausfindet, daß es seine Schuld ist und er sich dadurch erst den ganzen Ärger eingebrockt hat? Oder was wäre, wenn es doch jemand ganz anderer war? Und was wäre, wenn Zo'or auch unter Di'mags Tod leiden würde? Ich denke, die Sache mit dem La’ha’shii ist noch lange nicht ausgestanden.
Was mich auch beschäftigt, ist, was es mit der Kolonie und dem Planeten, und den Jaridians und ihrem mysteriösen Anführer auf sich hat. Zo'or scheint ja auch nichts zu wissen... und mich beschleicht das ungute Gefühl, daß es wohl lieber so bleiben sollte. Zwinkern
25.03.2002 19:00
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Anne Lisa Offline
Baumbewohner

Beiträge: 4.605
Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #40
 
Dieser Teil ist wieder toll Lächeln Lächeln

Jemens Situation ist und ihre Reaktion darauf ist sehr verständlich. Dass sie Zo'or zum Teufel wünscht auch. Aber wie man sieht, will Zo'or aus welchen Gründen auch immer bei ihr bleiben.
Das Zo'or die Rettung durch seine Art nicht in Betracht gezogen hat...Jemen hat vielleicht recht mit dem, dass der Einzelne im Gemeinwesen nicht viel zählt.
Dass er nicht zugibt am Tode von Di'mag verantwortlich zu sein, ist auch nicht verwunderlich.Die Bedeutung des La'ha'shii wird er Jemen sicher nicht erklären, denn dann könnte vielleicht einige Schwächen der Taelons ans Tageslicht kommen.
Ich bin wirklich gespannt wie es mit den beiden und natürlich auch mit den anderen weitergeht.
Wie Vibe finde ich es toll, dass es in dieser Geschichte nie langweilig wird, alles ist enthalten, sowohl Sci-Fi, Krimi und Action und für eine baldige Fortsetzung stimme ich auch. Lächeln
25.03.2002 20:21
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