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18. Türchen: Der Blick zum Horizont XV
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #1
18. Türchen: Der Blick zum Horizont XV
Schönen vierten Adventsonntag und viel Spass!



Ronald Sandoval lag mit weit ausgebreiteten Armen auf seinem Liegestuhl, die Sonne briet seine Vorderseite, die Sonnenbrille sorgte zweifellos dafür, dass er richtig cool aussah, und die blau-weiss-schwarz gemusterte Schutzschiene an seinem rechten Unterarm machte aus ihm geradezu einen wagemutigen Sportler. Ab und zu schlürfte er an seiner mit Ananassaft gefüllten Kokosnuss, ebenso ab und zu hörte er vom Liegestuhl nebenan ein ähnliches Schlürfen. Die Monstereistüten waren schnell vernichtet gewesen, der Ananassaft allerdings zunächst auch zu schnell warm geworden, aber die zwei ordentlichen Kühlakkus, die nun in den beiden Kokosnüssen schwammen, lösten dieses Problem.
"Hey!"
Ein Schatten zog über Sandoval, er öffnete die Augen und betrachtete die Besitzerin. Beine, die am Boden nur sehr widerstrebend aufhörten, die Taille einer Wespe, eine beachtliche Oberweite, ein fröhliches Lächeln im dunklen Gesicht und ein Krauskopf mit rotem Haarband, dazu passend ein roter Bikini.
"Ja?", fragte Ronald.
"Sie sehen so aus, als könnten Sie jemanden brauchen, der Ihnen erzählt, dass es hier auch Wasser gibt. Seit Stunden liegen Sie nur hier rum."
"Seit vier Stunden", kam genuschelt von Kincaid, "Wir haben noch genug Zeit fürs Meer ..."
"Liam!", tadelte Ronald ihn - auf den Nachnamen reagierte der Kimera nicht mehr, seit er den Urlaubstag beschlossen hatte.
"Gehen Sie nur schwimmen", schlug Liam vor, "Ich trinke derweil eben Ihre Kokosnuss aus."
Warum auch nicht? Kokosnüsse gab es an der Bar viele. Sandoval stand auf und nickte der Dame freundlich zu. "Ron", sagte er.
"Ava", stellte sie sich vor und wies auf das strahlend blaue Meer, "und das wollen Sie wirklich nicht verpassen."
Sie war äusserst sportlich, wie sich herausstellte, sobald er deutlich machte, dass er auch kein Schleichplanscher war. Zunächst schwammen sie und warfen sich gelegentlich mit vollem Körpereinsatz gegen die Brandung, dann borgten sie zwei Surfbretter aus, kreuzten hart am Wind hinaus ins Meer und kamen später ganz bequem vor dem Wind wieder zurück und holten sich zwei mit Ananassaft gefüllte Kokosnüsse.
Liams Liegestuhl war leer, einige Meter weiter stand eine beeindruckende Sandburg, die von einem zehnjährigen blonden Wuschelkopf und dem fraglichen Alien soeben um einen fünften Wehrturm ergänzt wurde.
"Für Sie hätte es ein grosser Sandkasten also auch getan", stellte Sandoval fest.
"Keine Sorge, Niki und ich werden noch nass genug", grinste Kincaid, "aber wenn wir nicht hier sind, wenn Nikis Eltern von der Bar zurück sind, werde ich noch der Entführung bezichtigt."
"Das wäre natürlich suboptimal", bestätigte Ronald, "Ich wünsche viel Spass, Liam, Niki." Er kehrte zu den Liegestühlen zurück und bot Ava kurzerhand einen an - Liam würde ihn so bald nicht wieder brauchen.
"Wie ist das eigentlich passiert?", fragte sie, "Ein Sturz?"
"Ich bin nicht verletzt", sagte Ron und streckte ihr den rechten Arm samt Schutzschiene hin, er öffnete eines der Klettbänder, sodass der Skrill erahnt werden konnte.
"Oh", machte Ava, und dann noch einmal: "Oh!"
"Und was machen Sie so beruflich?"
"Äh ... äh ... ich ... naja, ich ... putze ..."
Jetzt musste Ronald sie noch einmal ganz genau ansehen. Ihr Aussehen implizierte allerdings nach wie vor ein Sportmodel.
"Also, ich putze Hotelzimmer", erklärte sie genauer und wies auf die unzähligen Touristenschlafkästen oberhalb des Strandes, "Wo wohnen Sie?"
"Wir haben keine Zimmer genommen."
"Ah, ja, klar, die Portale kosten Sie nichts."
Er schlürfte ausgiebigst an seiner Kokosnuss, bevor er zugab: "Wir sind mit dem Shuttle hier."
"Ah", sagte sie nur und widmete sich ebenfalls ihrem Getränk.
Gerechtfertigt. In diesen Kokosnüssen waren keine Hochleistungskühlakkus, sie wurden leider schnell warm. Sandoval schlürfte ebenfalls und schielte zu den Sandburgbaumeistern. Ja, der Alien wirkte ganz menschlich, nur in diesem Augenblick sehr kindlich. Kindlich, das war es!
Es war unwahrscheinlich, dass sich weitere Kimera auf der Erde aufhielten, sie wären doch zweifellos Ha'gel zur Hilfe geeilt. Das war nicht geschehen, er war der einzige gewesen - und Kincaid war ein Hybrid, Ha'gels Kind.
"Haben Sie am Abend schon was vor?", fragte Ava.
"Hm? Nein, bisher nicht. Wir haben nur überlegt, ob wir der Sonne nachfliegen und in der Karibik wo weiterbraten ... aber Sie wissen hier bestimmt ein gutes Lokal."
Sie grinste. "Kann schon sein ..."
"Bestens."
Sie liessen sich von der Sonne braten, tranken ihre Kokosnüsse leer und holten sich neue. Liam und Niki waren draussen im Wasser, auf den ersten Blick als Schleichplanscher, aber wenn man genauer hinsah, war klar, dass sie sich genauso anstrengten wie richtige Sportler. Es war nicht ohne, ein zehnjähriges Kind hochzuheben und zu werfen, und das tat der Alien ziemlich oft, und Niki prustete und lachte.
Als Ronald sich wieder genügend gebraten fühlte, schlug er Ava weitere Aktivitäten vor und sie vertrieben sich die Zeit zunächst mit Beachball, später mit Frisbeewerfen. Liam und Niki hatten zwei weitere Spielkameraden gefunden und spielten Wasserball. Als Nikis Eltern angemessen sicher waren, dass ihr Kind nicht versehentlich ertrinken würde, gesellten sie sich zu Ava und Ronald und fragten, ob ein Frisbee auch zu viert noch Spass machte.
Natürlich tat er das, und so verging der Rest des Tages geradezu wie im Flug.
Und der Abend erst ... Ava wusste ein gutes Lokal abseits der Touristenzone. Ein Lokal, das von den Einheimischen besucht wurde, ein gemütliches kleines Gastzimmer, der Koch kam persönlich an den Tisch und liess sich zunächst von Ava beraten, wie er einen Knopf wieder annähen musste, bevor er fragte, was er kochen sollte. Und was er kochte, war köstlich, wenngleich eher lieblos angerichtet. Ronalds Teigtaschen, die Samosas, sahen so aus, als würden sie jeden Moment aufspringen, auch sahen keine zwei gleich aus, und Avas Fischsuppe hatte von Anfang an einen Ableger auf dem Unterteller. Den Wein schenkte Sandoval also lieber selbst ein, um dem Tischtuch einen Gefallen zu tun.
Der Abend war angenehm und verging schnell, viel zu schnell. Kurz vor zwölf, also kurz vor vier nach washingtoner Zeit, bezahlte Sandoval und begleitete Ava noch durch die dunklen Strassen zu ihr nach Hause.
"Sind Sie morgen wieder am Strand?", fragte sie, als sie in ihrer Haustüre stand.
Er blickte auf die Uhr. Vier Uhr acht. "Ich werde mich bemühen", sagte er, "Mein Beruf ist manchmal sehr plötzlich sehr zeitraubend."
"So plötzlich, dass Sie es jetzt eilig haben?", schmunzelte sie, dann beugte sie sich zu ihm und gab ihm einen Kuss auf die linke Wange.
"So gesehen, nein, ich habe es nicht eilig", seufzte er, "Es ist nur trotzdem gleich soweit ..."
Und dann war es soweit.


"So", sagte Kincaid, "Frisch an die Arbeit, Doors kann was erleben."
"Und was?", fragte Sandoval, "Wollen Sie ihn erschiessen?"
Der Major sprang ins Shuttle und initialisierte den Antrieb. "Nein. Ich dachte mehr daran, ihn an einen Klappstuhl zu fesseln." Der Agent folgte ihm und setzte sich. "Dafür müssen wir ihn natürlich überraschen. Er stand zwei Schritte rechts, als ich eintrat, Miss Palmer war im Nebenraum, Professor Plunkett war am Zeitportal beschäftigt." Liam hob ab und sprang in die Interdimension. "Sie übernehmen Miss Palmer, ich Doors", bestimmte er, "Professor Plunkett ist keine Gefahr."
"Die Wachleute?"
"Fünf, alle kommen heraus."
"Na dann ..."



Veria

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HAI
    CAN HAS STDIO?
    VISIBLE "HAI WURLD!"
KTHXBYE
18.12.2011 11:05
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Obi-Wahn Offline
Baumbewohner

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Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #2
RE: 18. Türchen: Der Blick zum Horizont XV
Mehr! Zwinkern

Hin und wieder ist alles relativ!
19.12.2011 12:26
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Taoynin Offline
Baumbewohner

Beiträge: 2.915
Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #3
RE: 18. Türchen: Der Blick zum Horizont XV
Liam und Sandoval braten in der Sonne. Wie sonst könnte man auch die Zeit totschlagen.Lachen
22.12.2011 14:33
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Hagazussa Offline
Raumfahrende, katzenähnliche Wesenheit

Beiträge: 8.970
Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #4
RE: 18. Türchen: Der Blick zum Horizont XV
Nun, einen Tag Urlaub bei dem Stress, haben die beiden sich verdient und jetzt soll's wohl an die Auflösung der Zeitschleife gehen. *sich auf das nächste Stückchen freu*

"Die Katze verbringt 2/3 ihrer Zeit mit schlafen.
Die Katze vermittelt das Bild einer Welt, deren Eroberer im Bett bleiben."


Jean Guttle Hué
26.01.2012 11:06
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