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12. Türchen: Der Blick zum Horizont XII
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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12. Türchen: Der Blick zum Horizont XII
Tut mir leid, dass es so spät kommt. Viel Spass mit dem 12. Türchen.



"RÄBÄÄÄHHHH!"
Liam starrte auf das Ecksofa in seinem Arbeitszimmer und griff eilig nach seinem Global. Er hatte nur achtzehn Sekunden Zeit, eine Verbindung zum Mutterschiff aufzubauen. Hektisch tippte er Da'ans Kennwort ein, dann war er drin. Blieben knapp zwei Minuten, Liam gab hochkonzentriert die nötigen Symbole in sein Global ein, während er ohne Jacke und mit nur notdürftig verknoteten Schuhbändeln Richtung Portal rannte. Wie unzählige Male geübt überlistete er das Authentifikationssystem und sperrte schliesslich mit den Berechtigungen zweier Taelons das Waffensystem, knapp bevor die funktechnische Abriegelung griff und ihn aus dem System warf.
Sicherheitshalber rannte er weiter, schubste schliesslich ein altes Mütterchen zwischen die Streben, stellte das Ziel ein und spürte, wie er durch die Interdimension davongetragen wurde.
In New York angekommen bekam er als erstes den Gehstock übergebraten und flüchtete lieber.
Gespannt blickte er, zwischen einem Briefmarkenautomaten und einer Fotobox an die Wand gelehnt, auf das Satellitenbild auf seinem Global. Die Stadt war da, die Sekunden verstrichen, schliesslich war es zehn Uhr vierzehn und noch immer war nichts passiert. Liam hatte Washington gerettet.
Er sah sich kurz um, ob jemand in Hörweite war, dann rief er Lili an. "Augur? Nimm mein Global aus der Ortung!", verlangte er sofort.
"Wie kommen Sie darauf, dass ich bei Augur bin?", fragte sie verblüfft.
"Ich hänge in einer Zeitschleife. Augur?"
"Jajaja ... meine Güte", brummte der Schwarze, "Okay, ist raus. Sonst noch irgendwelche Wünsche, der Herr? Nein? Gut, dann lass uns in Ruhe."
"Tut mir leid, ich habe noch Wünsche", grinste Liam, "Ebenfalls aus der Ortung zu nehmen sind dein Global, Lilis und Sandovals."
"Wozu das denn?", wunderte sich Augur, "Gut, sind raus."
"Sehr gut." Der Kimera schmunzelte kurz. "Lili, Sie fliegen aufs Mutterschiff, unbemerkt, ohne Dock, Interdimensionsaustritt direkt im Hangar, und schliessen ein Global an einen Nervenknoten an", bestimmte er, "Augur, ich schicke dir bis dahin Kennwörter und so Zeug, damit kannst du Zo'or dann problemlos festsetzen."
"Was?"
"Zeitschleife?"
Einen Moment war es still, dann erklärte Augur begeistert: "Cool!"
"Beeilt euch", sagte Liam noch, dann machte er sein Global kurz zu und rief Sandoval an.
"Major Kincaid", grüsste der Agent nach kurzer Zeit, "Was gibt es?"
"Wir treffen uns im Büro in New York", sagte der Kimera, "Es ist dringend."
"Ich bin auf dem Weg."


Sowie Sandoval das Büro betrat, beendete sein Kollege die hektische Beschäftigung mit seinem Global und schob ihn wieder hinaus. "Wir nehmen das Shuttle", erklärte Liam knapp.
"Warum nicht das in der Botschaft?"
"Das braucht Lili." Er zerrte den Agent mit in den Lift.
"Major!", protestierte Sandoval energisch und riss sich los, "Worum geht es denn nun?"
Liam steckte den Prioritätsschlüssel ins Bedienfeld und drückte die Taste fürs fünfte Stockwerk, der Lift setzte sich in Bewegung. "Ich stecke in einer Zeitschleife fest", sagte er, "Das ist der achte Durchgang und ich gedenke, möglichst keinen weiteren mehr zuzulassen."
"Zeitschleife", wiederholte Sandoval kritisch.
"Ich habe bereits die Zerstörung von Washington verhindert", fuhr der Kimera fort, "Ihren und Da'ans Tod beziehungsweise Folter ebenso. Dieser Durchgang ist bis jetzt der vielversprechendste, aber er hat gerade erst begonnen. Ich brauche Ihre Hilfe, Agent Sandoval." Der Asiate musterte ihn von Kopf bis Fuss und dann nochmal von Fuss bis Kopf, zweifellos auf der Suche nach Anzeichen für Wahnsinn oder Drogenkonsum. "Hmm", zog Liam ein schiefes Grinsen, "Es war Ihnen einfacher zu vermitteln, als die Katastrophen tatsächlich passiert sind." Er verliess den Lift, sowie sich die Türen öffneten, wies in Richtung des balkonartigen Shuttleparkplatzes und ging voraus.
Sandoval zögerte einige Momente, dann folgte er ihm. "Ich nehme an, jemand, der eine gewisse Zeitspanne mehrfach erlebt, erwirbt gewisse Kenntnisse, die sich zur Überzeugung nutzen lassen."
"Sie haben mir zwar gesagt, dass Ihr erster Schwarm Melany Corbett, eine andere Melany Corbett, war, aber bisher hat es nie etwas gebracht, Ihnen das zu sagen." Liam stieg in das Shuttle und nahm auf dem Pilotensessel Platz. "Sie vermuteten immer, irgendjemand hätte die Erinnerungen aus Ihrem CVI ausgelesen."
"Tatsächlich!"
"Kommen Sie jetzt oder nicht?"
Sandoval runzelte kurz die Stirn, dann stieg er ein und setzte sich. "Wohin fliegen wir?"
"Hamburg", sagte der Kimera, "Alle wahrscheinlicheren Orte für das Zeitportal wurden im letzten Durchgang schon überprüft. Und wenn es Hamburg nicht ist, bleiben Kolkata und Detroit - und wenn es dort auch nicht ist ... es gibt noch einige Transportflüge, die noch nicht berücksichtigt wurden."
"Wo in Hamburg?", fragte der Agent.
"Im Airbus-Werk." Liam löste den Sprung in die Interdimension aus und stellte den Kurs ein. "Waren Sie schon einmal dort?"
"Nein", sagte Sandoval, "Major, wie oft haben sich die Ereignisse für Sie wiederholt?"
"Das ist wie gesagt der achte Durchgang, viermal war Washington zerstört, einmal Da'an tot, einmal nur vermutlich, zweimal Sie, einmal ich. Da'an wurde einmal gefoltert, Sie zweimal. Kriegsminister T'than kam mindestens zweimal von der Front aufs Mutterschiff und das achte Mal schreit zu Beginn des Durchgangs meine vierzehnmonatige Nachbarin Terror."
"Und wenn das alles vorbei ist, ziehen Sie um, vermute ich?", kam sarkastisch von Sandoval.
"Wieso? Sie schreit immerhin seit Monaten, da macht das auch nichts weiter aus. Ich war ja immerhin nur einmal in all den Durchgängen die ganze Nacht zuhause."
"Im ersten Durchgang?"
"Im zweiten", korrigierte Liam, "Ich war in einem ... emotionalen Ausnahmezustand und nicht in der Lage, den Rücksprung zu bemerken." Er hob die Hände in die Steuerung und sprang aus der Interdimension, dann schickte er eine Landeanfrage an den Werksflughafen und folgte den Anweisungen und den Signalen des Lotsen.
Eine junge Frau mit Klemmbrett kam auf sie zu und grüsste freundlich: "Willkommen, Major, Agent - Anja Müller. Sie wurden allerdings nicht angemeldet, also muss ich möglicherweise nachfragen. Worum geht es denn?"
"Es gab möglicherweise einen Fehler mit der gestrigen Lieferung", erklärte der Kimera, "Können wir sie sehen, bitte?"
"Ah, wenn es nur das ist. Kommen Sie, Major, Agent."
Sie führte die beiden Männer durch einen hellen Korridor, durch eine Sicherheitsschleuse und schliesslich in ein Labor. Liam fror sogleich - obwohl ihn eine Glasscheibe vom Windkanal trennte, konnte er ausgezeichnet sehen, dass der Flügel aus aerodynamisch äusserst vorteilhaftem taelonischen Material mit unterkühltem Wasser beblasen wurde, ohne nennenswert zu überfrieren.
"Das ist die gestrige Lieferung?", fragte Sandoval genauso unterkühlt nach.
Anja sah ihn erschrocken an. "Also ist ein Fehler passiert? Aber es entspricht genau den Spezifikationen."
"Das ist so schon richtig", mischte sich Liam ein - wenn diese Frau nicht komplett ruchlos war, war ihre Verunsicherung ein starkes Indiz dafür, dass das Zeitportal nicht hier war.
"Ah, also stimmt es doch", war Anja erleichtert, "Warten Sie, ich gebe Ihnen noch die Lieferunterlagen, dann können Sie die zur Sicherheit auch noch prüfen."
Das tat sie, und der Agent ging die kompletten vier Seiten penibel durch, bevor er die Unterlagen abnickte und sich, ebenso wie Liam, höflich verabschiedete.
"Kolkata?", fragte Sandoval dann im Shuttle.
"Der wahrscheinlichste verbleibende Ort", bestätigte Liam, "allerdings, bisher macht die Suche den Eindruck, als liefe sie nach dem Hosentaschenschema ab."
"Bitte?"
"Was man sucht, ist immer in der letzten Hosentasche." Der Kimera atmete kurz durch. "Detroit", beschloss er dann, "Sehen wir nach, ob wir in der letzten Hosentasche eher fündig werden." Er änderte den Kurs, statt nach Osten flog er nach Westen.
"Das ist eine sehr abergläubische Sicht der Realität, Major."
"Mag sein ..." Liam korrigierte den Kurs ein wenig und lehnte sich zurück. "Wir werden sehen, ob sie zutrifft."



Veria

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HAI
    CAN HAS STDIO?
    VISIBLE "HAI WURLD!"
KTHXBYE
12.12.2011 21:58
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Zira Offline
Moderator

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Beitrag: #2
RE: 12. Türchen: Der Blick zum Horizont XII
Interessant, dass du SchuhbändeLN verwendest. Es las sich etwas seltsam. Grinsen

Ein guter Durchgang, wie es scheint. Bin gespannt, ob's jetzt schon der letzte ist und wenn nicht, was Zo'or sich für's nächste Mal überlegt, damit er wieder auf Washingtion schießen und andere Foltern kann. Oder vielleicht macht das ja doch jemand anders?! ^^
12.12.2011 23:02
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Taoynin Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #3
RE: 12. Türchen: Der Blick zum Horizont XII
Also, theoretisch ist ja alles noch möglich. Da kann ja noch ziemlich viel querschießen und wieder alles auf den Kopf stellen.
13.12.2011 20:28
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Hagazussa Offline
Raumfahrende, katzenähnliche Wesenheit

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Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #4
RE: 12. Türchen: Der Blick zum Horizont XII
Da bin ich aber auch mal gespannt, was da nun rum kommt. Gut, dass ich meist mehrere Teile hintereinander lesen kann. Grinsen

"Die Katze verbringt 2/3 ihrer Zeit mit schlafen.
Die Katze vermittelt das Bild einer Welt, deren Eroberer im Bett bleiben."


Jean Guttle Hué
26.01.2012 10:10
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