Danke Kara
Ron erwischte den Hybriden nicht auf seinem Global. So ein verdammter Mist! Jetzt, wo es wieder mal dringend war. Alternativ machte er sich dann sofort auf den Weg in die geschlossene Abteilung des naheliegenden Krankenhauses. Genauer noch in einen abgesonderten Teil davon. Ohne Kincaids Anwesenheit hatte er aber wenig bis gar keine Hoffnung etwas ausrichten zu können.
In der Abteilung angekommen sah er nur Marquette auf der weißen Sitzbank neben dem Getränkeautomaten.
„Kommen Sie her“, winkte ihn Lili zu sich, „Man hat sie vorerst wieder da drin eingesperrt.“ Damit meinte sie den Kriseninterventionsraum. „Gern haben sie es nicht getan.“
„Das glaub ich.“ Ron wagte einen Blick durch das Sichtfenster. „Jedesmal das Gleiche. Nachdem Zi’ra drin war, braucht der Raum eine Generalsanierung.“
„Und sie wird auch nicht müde“, fügte Lili hinzu, „Haben Sie Liam erreicht?“
„Nein, ich versuch es gleich nochmal.“
Lili nahm ihm das Global aus der Hand. „Nicht mehr nötig, er hat sich vorhin gemeldet und ist auf dem schnellsten Weg hierher.“ Sie blickte in den Raum. Zerfetzte Wände, durchbohrter Boden – Gegenstände hatte man dauerhaft entfernt, sie würden sowieso wöchentlich ruiniert und das ließ das Budget einfach nicht zu. Lili lehnte sich an die Wand. „Ich mache mir Sorgen, Sandoval… Sie hat schon wieder jemanden verletzt.“
„Passiert“, tat Ron Körperverletzung mit einem Schulterzucken ab, „Die kennen das doch. Hier gibt es mehrere Patienten die…“
„Durchdrehen!“, beendete Lili den Satz. „Ich weiß…“ Sie ging zum Getränkeautomaten um ihn zu füttern und bekam dafür eine Cola. „Auch was?“
„Ja, bitte.“ Ungefragt flog ihm eine Flasche Cola entgegen, während Lili sich eine zweite besorgte, dann setzte sie sich.
„Wie schwer hat Zi’ra ihn verletzt?“, fragte Ron nach.
„Genau weiß ich es nicht.“ Sie drehte den Schraubverschluss ab und nahm einen erfrischenden Schluck. „Ich habe nachgefragt und es war nur von ein paar Kratzern im Gesicht und auf dem Oberkörper die Rede, aber das war nur eine vage Angabe.“
„Bis jetzt sind sie noch alle wieder auf die Beine gekommen.“ Ron leerte die Flasche in einem Zug bis zur Hälfte. „Ich glaube da kommt unser Retter“, kommentierte er hastige Schritte aus dem Gang.
Hinter Liam marschierte eine Handvoll der kräftigsten Pfleger, die ihm, wie jedesmal, die Gefährlichkeit des Zustands der Patientin lang und breit erzählten. Ein Ohr konnte er ihnen entbehren, der Rest von ihm wandte sich an Sandoval und Lili. „Ihr habt ja alles im Griff“, schmunzelte er.
„Sir?“, tippte ihn ein farbiger Pfleger an. Caleb, laut eingenähter Namensprägung im Hemd. Den kannte er noch gar nicht. „Wir sollten nicht zu lange warten“, riet er Liam, „Wenn Sie bereit sind?“
Er war es, seit dem Alarm schon. „Die Waffen abgelegt?“, schielte er zu Lili und Ron.
„Wir hatten gar keine mit“, antwortete Ron.
„Gut, dann bringen wir’s jetzt schleunigst hinter uns. Tür zu!“, befahl Liam und Theo, ein blonder Pfleger, verriegelte die einzige Fluchtmöglichkeit.