Danke schön.

Freut mich, das Euch Oma gefällt.
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Denise war hingebungsvoll damit beschäftigt, ihren Nachwuchs mit Nahrung zu versorgen. Dem Kleinen Kerl wurde das Essen in Kindermund gerechte Häppchen zerlegt und dann bekam er artgerecht eine Kindergabel in die Hand gedrückt. Anscheinend war er aber noch nicht sehr vertraut im Umgang mit dem Besteck, denn er gebrauchte sie eher wie eine Forke. Ein Happen wurde vom Teller per Zufallsprinzip aufgespießt und im großen Bogen zum weit geöffneten Mund in Form eines Scheunentores geführt. Einführen, abziehen und mit lautem Schmatzen den Bissen durchlutschen. Anschließend den Brei runterwürgen und das nächste Ziel anpeilen. Mütter scheinen Nerven aus Drahtseile zu besitzen, denn Denise war die Einzige in der näheren Umgebung, die diese Geräuschkulisse nicht enervierend fand. Selbst Brad, der als ehemaliger Major im Marine Corps einiges gewohnt war, riss nach dem zehnten Bissen der Geduldsfaden.
„Luke, mach den Mund zu beim Essen.“ Unverständliches Gegluckse und ein aus Versehen mit rausgerutschter Rülpser waren die Antwort seines Sprösslings.
„Luke, Du bist zwei Jahre alt, bitte benimm Dich entsprechend.“ Zweite Mahnung.
„Ohoh.“ Und eine ungenierte Fortsetzung der Schmatzorgie waren die unbeeindruckte Reaktion.
„Luke, höre gefälligst, wenn ich Dir was sage.“, versuchte Brad Autorität zu vermitteln.
„Höhö.“ Lustiges Spiel.
Abschließende Machtdemonstration.
„Ich bin Dein Vater!“ Und Ende der Diskussion.
Einsetzen der Heulsirene von jung Luke und ein vorwurfsvoller Blick von Denise war die Folge. „Brad, also wirklich. War das jetzt nötig?“ Sie schnappte sich den Jungen und brachte ihn zum Tröstknuddeln nach nebenan.
Jason starrte jetzt zur Abwechslung mal nicht Zo’or, sondern seinen Onkel mit weit offenen Mund an. Fast glaubte er einen schwarzen Helm und asthmaerzeugte Atemgeräusche wahrzunehmen, aber plötzlich drängte sich der Gedanke an Buzz Lightyear auf. Verdammtes Kopfkino, dachte er und wandte sich lieber wieder dem Taelon zu. Vielleicht zog der ja noch einmal die Lightshow ab.
Ashley hatte sich natürlich neben Liam platziert und war, ähnlich wie ihre Schwester, mehr mit ihrem Tischnachbarn als mit ihrem Essen beschäftigt. „Es muss sehr aufregend sein für die Taelons zu arbeiten.“, eröffnete sie die Spiele. „Mhm, ja ist es.“, murmelte Liam mit vollem Mund. Das Essen war vielleicht lecker, so eine gute Hausmannskost bekam er selten vorgesetzt.
„Da müssen Sie sicher auch rund um die Uhr abrufbereit sein.“
„Nein, ganz so schlimm ist es nicht.“ Ein weiteres Stück Fleisch landete auf seinem Teller. „Ich habe schon Freizeit.“
„Sie haben sicher auch eine verständnisvolle Freundin.“, angelte Ashley vorsichtig weiter.
„Oh, ich habe keine Freundin.“ Dieser Süßkartoffelauflauf, einfach köstlich. Und erst die Füllung, da mussten Maronen drin sein.
„Ach wirklich, das hätte ich nicht gedacht.“ Mit einem verführerischen Lächeln rückte Ashley ihren Stuhl näher zum Major. „Ein so gut aussehender Mann wie Sie.“
Liam blieb die Gabel im Mund stecken und verzweifelt fragte er sich, wo er in der Unterhaltung nur falsch abgebogen war.
Da’an fand das ganze sehr faszinierend und konnte sich gar nicht satt sehen an diesen seltsamen menschlichen Ritualen. Mit fast kindlicher Begeisterung versuchte er allen Handlungen am Tisch zu folgen. Schließlich begann er eine angeregte, wenn auch ziemlich einsilbige, Unterhaltung mit Harold. „Wenn ich das richtig verstanden habe, betreiben Sie hier eine Farm.“
„Ja.“
„Mich würde interessieren, welche Art von landwirtschaftlicher Produktion Sie hier betreiben.“
„Rinder.“
„Ah, Tiere also. Wissen Sie, wir Taelons haben auch etwas Ähnliches. Wir besitzen einige
Felder auf der Erde. Allerdings haben wir uns darauf spezialisiert, Pflanzen von unserem Heimatplaneten zu züchten. Wir versuchen, dass sie hier heimisch werden. Das gestaltet sich momentan noch sehr schwierig, da diese Pflanzen ganz besondere Ansprüche an ihre Aufzucht stellen.“
„Lohnt sich der Aufwand?“ Wow, ein ganzer Satz!
„Zurzeit sind unsere Erträge noch nicht sehr lukrativ, aber Dank der Zusammenarbeit mit Reverend Murray werden unsere Bemühungen bald Früchte tragen.“, versicherte der Taelon voller Zuversicht.
Zwei geschlagene Stunden lang dauerte die Schlemmerorgie, bis endlich auch das abschließende Dessert in Form von diversen Küchlein und Süßspeisen verzehrt war.
Zo’or ließ sich die ganze Zeit, nur mühsam beherrscht, von Grandma ein Ohr abkauen und dachte dabei angestrengt über verschiedene Exekutionsarten nach.
Liam und Ronald erwehrten sich tapfer den Avancen ihrer Tischdamen.
Während Audrey bereits an die Flitterwochen auf den Bahamas dachte, zog Agent Sandoval ernsthaft ihre Unterbringung im Vandewater Institute in Betracht.
Ashley schwebte auf Wolke sieben und konnte nicht aufhören Liam fortwährend anzuhimmeln, während der Major sich in starker Zurückhaltung übte und über die Konsequenzen einer Anzeige wegen der Verführung einer Minderjährigen nachdachte.
Da’an plauderte weiter mit dem wortkargen Harold über diverse geplante Unternehmen der Taelons. Endlich hörte ihm mal einer zu ohne Ihn ständig zu kritisieren und sein unlauteren Absichten in Frage zu stellen. Harold hingegen hörte eh nur mit einem Ohr hin, in seiner langjährigen Ehe hatte er gelernt unerwünschte Geräusche auszublenden, und warf lieber ein wachsames Auge auf Major Kincaid und seine jüngste Tochter. Wehe, wenn da irgendwelche unsittlichen Dinge passierten.
Plötzlich zerstörte das Piepsen eines Global die allgemeine heitere Plauderei. Stille. Verwunderung.
Ronald realisierte, dass es seines war und riss es hastig aus der Tasche. „Ja?“
„Agent Sandoval, na endlich. Wir versuchen schon ...“
„Lassiter!“. Ronald sprang wie von der Tarantel gestochen auf und riss dabei seinen Stuhl um. „Holen Sie uns hier raus!“, schrie er mit panischer Stimme aus. „SOFORT!“