Danke Euch.

Dann wollen wir die Kleiderfrage mal aufklären.
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Liam stand mit Da’an noch in der Eingangshalle und versuchte sein Glück wieder bei Harold. „Haben Sie vielleicht ein Gefährt, mit dem wir nach Whitehall fahren können?“
„Einen Pisten Bully.“
„Gut.“
„Geht aber nicht.“
„Wieso, ist er kaputt?“, sank Liams aufkeimende Euphorie gleich wieder auf den Nullpunkt.
„Nein, Schneesturm.“, deutete Harold zum Fenster. Draußen sah man schon wieder nicht die Hand vor Augen.
„Verflixt.“, das war ja wie verhext an diesem Tag. Da’an legte beschwichtigend seine Hand auf Liams Arm und wandte sich an den Farmer. „Wir wären sehr dankbar, wenn wir in Ihrem Haus das Unwetter abwarten könnten.“
„Geht klar.“, sollte soviel heißen wie: willkommen in meinem Heim.
Ashley war inzwischen in ein passendes Outfit geschlüpft, das kleine Schwarze mit einem Spitzenbolero sowie dazu passenden High Heels, und schlich gerade Katzengleich von hinten an das vornehmliche Objekt ihrer Begierde heran.
„Hallo, ich bin Ashley.“, hauchte Sie dem Major zu.
„Ähm, Liam Kincaid.“, drehte sich der Angesprochene zu ihr um und ergriff die graziös dargebotene Hand. „Sehr erfreut Liam.“, wurde er sogleich mit einem koketten Augenaufschlag bedacht. Wow, in Echt sah er ja noch viel besser aus.
„Und Sie sind Da’an.“, wandte sie sich an den Botschafter und formte die Hände zum Taelongruß. „Sinaui Euhura.“
„Sinaui Euhura.“, erwiderte der Companion erfreut. „Ich bin von Ihrer guten Aussprache beeindruckt.“
„Bitte, kommen Sie doch mit rüber.“, hakte Ashley den Major unter und steuerte auf das Kaminzimmer zu, wobei sie einen hoffnungsvollen Blick auf den Mistelzweig warf, der im Türrahmen hing.
„Ashley, Audrey, ich brauche hier dringend Hilfe!“, drang die verzweifelte Stimme ihrer Tante an die Ohren der gerade intensiv mit Balzritualen beschäftigten Mädchen. Musste das jetzt sein, dachten beide simultan. Mit einem leichten Seufzer trennten sich die zwei vom jeweilig Auserkorenen und fanden sich mit einem leicht verklärten Blick in der Küche ein.
„Das wurde aber auch Zeit.“, begrüßte Bree die beiden ungehalten. „Audrey, das Gemüse und die Füllung in die Schüsseln. Ashley, Du legst drüben noch vier Gedecke auf. Und schick Deine Mutter her, ihr Truthahn ist fertig.“
Eine halbe Stunde später waren alle im Salon am Esstisch versammelt. Die unerwarteten Gäste wurden gar nicht lange eingeladen, sondern einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Essen würde man jetzt so oder so, also wurde ihnen eigentlich keine Wahl gelassen. Major Kincaid und Agent Sandoval waren darüber sehr dankbar, denn der Magen hing ihnen schon ziemlich in der Kniekehle.
Harold eröffnete das Weihnachtsessen mit einem
kleinen Tischgebet, welches immerhin aus drei vollen Sätzen bestand, und begann dann den Truthahn zu tranchieren.
Zo’or saß steif und mit einem überheblichen Gesichtsausdruck auf seinem Platz und versuchte den abweisenden Eindruck eines überlegenden Wesens zu vermitteln. Mit nur mäßigem Erfolg, denn Jason starrte ihn die ganze Zeit ungeniert an und die neben ihm sitzende Grandma versuchte ihm ein Gespräch aufzudrängeln. „Wollen Sie helles oder dunkles Fleisch?“
„Weder noch.“
„Oh, ein Vegetarier. Na macht ja nichts. Dann nehmen Sie etwas von dem Süßkartoffelauflauf und Gemüse dazu.“, legte sie fest und klatschte ihm einen Löffel Bohnen
mit Speck auf den Teller.
„Sie verstehen anscheinend nicht.
Ich esse nicht.“
„Machen Sie etwa eine Diät? Junger Mann, Sie sind dünn genug. Sie müssen etwas essen.“ Neben dem bereits auf dem Teller platziertem Auflauf und dem Gemüse gesellte sie noch etwas Füllung dazu. „So und jetzt ordentlich zugelangt.“, klopfte sie dem Synodenführer auf den Rücken. Das war dann doch zuviel, der Taelon ließ seinen Ärger in Form von überwiegend rot leuchtenden Energiebahnen durch die Fassade schimmern.
„Cool.“, war die belohnende Reaktion von Jason. Vielleicht waren diese Taelons doch nicht so langweilig.
Zo’or!“, war die mahnende Reaktion von Da’an. Er würde doch nicht etwa die Beherrschung verlieren.
Nein, tat er nicht. Der Synodenführer beherrschte sich und festigte seine Fassade. Grandma hatte davon gar nichts mitbekommen und quatschte ihn weiterhin munter von der Seite an. „Sagen Sie mal, junger Mann, Sie und ihr Freund laufen wohl bei den Eiskunstlauf Meisterschaften in Calgary mit?“
„Wie meinen?“, totale Verwirrung auf der Seite des Taelon.
„Na, Sie waren doch in Kanada und die Kostüme haben Sie ja auch noch an.“ Die alte Frau war tot!
„Grandma, das sind keine Kostüme.“, versuchte Jason seine Oma zu retten. „Die laufen immer so rum. Die beiden sind Taelons,
Außerirdische.“
„Ach, waren Sie das auch 1947 in Roswell?“ Das wurde ja immer besser.
Audrey reichte dem
zufällig neben ihr sitzenden Ronald diverse Speisen zur Auswahl. Ein Ehering, bemerkte sie plötzlich, wie schade. Komisch, normalerweise roch sie doch verheiratete Männer drei Meilen gegen den Wind. Da musste sie aber unbedingt nachhaken. „Ihre Frau muss sehr traurig sein, das Sie heute am Heiligabend alleine zu Hause sitzt.“, flötete sie mit Engelszungen.
„Ich bin Witwer.“, kam es kühl zurück.
Gut! „Oh, das tut mir aber leid.“, versuchte Audrey ehrliches Bedauern vorzuheucheln, legte theatralisch die rechte Hand auf ihren bebenden Busen und beugte sich zum Agent rüber. „Können Sie sich denn vorstellen, dass Sie noch einmal heiraten, wenn Ihnen die richtige Frau begegnet?“
Ronald äugte argwöhnisch auf das verlockende Dekolleté vor seiner Nase und versuchte sich auf das Essen auf seinem Teller zu konzentrieren. Gar nicht so einfach bei den recht appetitlichen Aussichten und er hoffte inständig, dass das CVI nicht seinen Geist aufgab.