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21. Türchen - Ein Weihnachtswunsch wird erfüllt, Teil 3
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Kara Offline
Baumdrache und Taelon Junkie

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Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #1
21. Türchen - Ein Weihnachtswunsch wird erfüllt, Teil 3
Danke Euch. Freuen

~~~

Auf der Farm hatte man mittlerweile das Kaffeekränzchen als erledigt abgehakt und versammelte sich, nach einer kurzen Pause zum Frischmachen und Umkleiden für einige der Anwesenden, im Kaminzimmer um den Weihnachtsbaum.
Die Hausherrin hatte sich ihren traditionellen rotgrüngemusterten Weihnachtsrock mit passender Weste übergestreift, dazu eine cremefarbene Bluse mit handgeklöppelten Spitzenbesatz am recht üppigen Dekolleté.
Die Großstädter dagegen hielten nicht viel von den ländlichen Traditionen und demonstrierten eine noble Eleganz. Denise trat im eleganten beigefarbenen Metallic-Dress in Trägerform auf und der Ehemann, seines Zeichens ebenfalls ein erfolgreicher Anwalt in der gleichen Kanzlei wie seine Frau, natürlich im obligatorischen schwarzen Edelzwirn. Den zweijährigen Sohn hatten sie Brutalerweise ebenfalls in die Miniversion eines Anzugs gestopft. Das grenzte schon an Kindesmisshandlung, denn der Zwerg fühlte sich sichtlich unwohl darin und tat seinen Protest auch lauthals in einer allerdings nur ihm selber verständlichen Sprache kund.
Bree hatte sich wieder in die Küche verzogen, es gab da noch etliche Zutaten zu schnippeln, zu backen, zu frittieren, zu braten und sonst irgendwie in diverse leckere Köstlichkeiten zu verwandeln. Was immer dabei herauskommen sollte, auf jeden Fall roch es schon sehr appetitlich und verführerisch im ganzen Haus. Ashley und ihre Schwester Audrey waren zu Küchenhilfen abkommandiert worden und durften ihrer Tante, natürlich unter argwöhnischer Überwachung, zur Hand gehen. Ashley war froh, das sie nicht mit den anderen singen musste und Audrey betrachtete diesen Job als einen weiteren guten Vorbereitungskurs für die Ehe. Liebe ging ja bekanntlich durch den Magen und sie wusste, dass man einen Gatten auch kulinarisch bei Laune halten musste.
Zwischenzeitlich erschien Ellen auf der Bildfläche, um beim Truthahn nach dem Rechten zu sehen, der es sich bei wohlig warmen Temperaturen im Ofen gemütlich gemacht hatte. Bei der Gelegenheit konnte sie aus gegebenem Anlass auch gleich ein paar schwesterliche Sticheleien vom Stapel lassen.
„Nun Bree Mason, mein Vogel ist fast fertig, was ist mit dem Rest? Glaubst Du, Du schaffst es rechtzeitig?“, eröffnete sie das Duell.
„Selbstverständlich werde ich mein Essen gleichzeitig mit Deinem Truthahn auf den Tisch bringen, damit verdiene ich schließlich meinen Lebensunterhalt.“, konterte Bree sofort überheblich. „Und im Übrigen, ich bin verheiratet, also wenn schon den vollen Namen, dann bitte Bree Bauer.“
„So, verheiratet, ja?“, holte Ellen zum nächsten Schlag aus. „Und, wo ist Dein Ehemann an Heiligabend? Wie ich sehe, glänzt er mal wieder mit Abwesenheit.“
„Jack hat einen Einsatz und ist in den nächsten 24 Stunden nicht abkömmlich.“, kam es ziemlich kleinlaut von Bree.
Spiel, Satz und Sieg für Ellen. Hocherhobenen Hauptes rauschte die Gewinnerin aus der Küche.

Grandma war mittlerweile auch aus ihrem Nachmittagsschlaf erwacht und wurde soeben von ihrem Sohn nach unten zu den anderen geleitet. In der Tür blieben sie kurz stehen und beobachteten die Familie.
„Dein Vater fehlt mir zu Weihnachten immer besonders.“, flüsterte sie ihm lächelnd, aber mit einer Träne im Auge, leise zu.
„Ja Ma, mir auch.“, lächelte Harold zurück und drückte sanft ihre Hand.
Der familiäre Gesangsverein schaffte es fünf Lieder in der fast passenden Tonlage runter zu dudeln, bevor endlich die Erlösung in Form des Türgongs kam. Besuch? Am Heiligabend? Verwunderung machte sich breit und nachdem man sich ein paar Minuten etwas ratlos in die Augen gesehen hatte, raffte sich schließlich das Familienoberhaupt auf und schritt Todesmutig zur Eingangstür. „Ich sehe mal nach.“, kommentierte Harold sein Handeln überflüssigerweise. Der Rest der Mannschaft versammelte sich ebenfalls in der Eingangshalle und gruppierte sich im Halbkreis hinter ihm. Der Anblick, der sich ihnen dann bot brannte sich tief und unauslöschlich in das Gedächtnis der Anwesenden ein.
Zwei Menschen, ein zähneklappernder Asiat und ein breit grinsender Weißer, standen mit festgefrorenen Gesichtszügen in Begleitung von zwei äußerst blassen, Fingergymnastik betreibenden, glatzköpfigen Wesen in glänzenden lila Overalls vor der Tür. Flankiert wurde das Quartett von den beiden Rottweilern der Farm, die ihnen zähnefletschend und knurrend zeigten, wer hier das Sagen auf dem Hof hatte.
„Hallo, wir benötigen Ihre Hilfe.“, brachte Liam gerade sein Anliegen vor, als aus dem Haus ein schriller Schrei ertönte. Ashley hatte in diesem Moment realisiert, wer da vor der Tür stand und brachte ihre Begeisterung in typischer Teenagermanier zum Ausdruck.
„Ich muss mich umziehen.“, legte sie die weitere logische Vorgehensweise fest und verschwand im Eiltempo nach oben. Während Ashley mit bis zum Hals klopfenden Herzen den Kleiderschrank nach einem sexy, aber nicht nuttig aussehendem Outfit durchwühlte, wurden unten die Besucher hereingebeten.
„Hallo, ich bin Harold Merriweather. Das sind meine Frau Ellen, mein Tochter Audrey, mein Sohn Jason, meine Schwägerin Bree Bauer, deren Tochter Denise mit Ehemann Brad Chase und Sohn Luke. Und das ist meine Mutter, Mary Ellen. Die Sirene, die sie gehört haben, war meine Tochter Ashley.“ Gut, das war die ganze Familie und der längste Satz, den Harold heute von sich gegeben hatte. Dank CVI würde sich wenigstens Agent Sandoval alle Namen merken können.
„Major Liam Kincaid. Das ist Agent Ronald Sandoval, der Synodenführer Zo’or und der Nordamerikanische Companion Da’an.“, stellte Liam seinerseits vor. „Eine Frage, wo sind wir? Ich musste unser Shuttle notlanden und wir hatten seid dem keine Satellitenverbindung.“
„Acht Meilen bis Whitehall.“ Eine präzise Ortsangabe. „Montana.“ Hilfreiche Ergänzung.
„Aha. Haben Sie ein Telefon, mit dem wir Hilfe anfordern können?“
„Ja. Ähm nein.“ Klare Antwort.
„Unsere Verbindung ist gestern beim Sturm zusammengebrochen.“, stoppte Ellen den Redeschwall ihres Mannes und übernahm die Konversation. „Kommen Sie doch erst einmal rein und wärmen Sie sich auf. Dann sehen wir, was wir machen können.“ Sie schnappte sich Ronald, hakte ihn am linken Arm unter und Zo’or am rechten, worauf hin dieser gleich protestierte. „Ich bin der Führer der Synode!“
„Das ist fein.“, zeigte sich Ellen wenig beeindruckt. „Harold führt den Farmerverband, wissen Sie. Da hat man eine große Verantwortung, wenn man so eine Position übernimmt. Meinen Sie nicht auch?“
Sie zerrte die beiden rüber ins Kaminzimmer, während sie weiterhin auf sie einredete. „Ist Ihnen nicht kalt in Ihrem dünnen Anzug? Sie müssen ja fürchterlich frieren. Der Agent hat ja wenigstens noch einen Mantel an. Hier, setzen Sie sich ans Feuer.“, drückte Ellen die beiden in die Sessel vor dem Kamin. Während Zo’or etwas sprachlos ob dieser Respektlosigkeit seiner Person gegenüber steif sitzen blieb, streckte Ronald dankbar seine Gliedmaßen dem wärmenden Feuer entgegen. So langsam kehrte auch das Gefühl in Arme und Beine zurück. Täuschte er sich, oder hatte sein Skrill gerade wohlig gezischt?
Audrey kam mit zwei frisch aufgegossenen Tassen Tee aus der Küche. Wow, aufgetaut sah der Asiat ja richtig niedlich aus. Sie nahm sofort die Witterung auf und fand, dass er voll in ihr Beuteschema passte. Mit einem bezaubernden Lächeln reichte sie Ronald den Tee. Die andere Tasse drückte sie dem Taelon in die Hand, welcher sie resignierend entgegennahm. Diese penetranten Menschen hatten wirklich keine Ahnung, wer er eigentlich war. Das musste er ihnen bei Gelegenheit mal erklären, wenn er denn zu Wort kommen würde. Was in nächster Zeit aber nicht in Aussicht stand, denn Ellen redete weiterhin ohne Punkt und Komma auf ihn ein. Zo’or beschloss erst einmal, sich in höflicher Zurückhaltung zu üben, denn schließlich war er im Moment auf die Hilfe dieser Menschen angewiesen.

"The Sixth Sense"
Ich sehe doofe Menschen. Die sind wütend. Die wissen nicht, dass sie doof sind.
21.12.2010 12:38
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Beitrag: #2
RE: 21. Türchen - Ein Weihnachtswunsch wird erfüllt, Teil 3
(21.12.2010 12:38)Kara schrieb: jump„Jack hat einen Einsatz und ist in den nächsten 24 Stunden nicht abkömmlich.“

Zerkugeln

Bin gespannt, was die Sirene so an Klamotten auffährt.

Veria

Code:
HAI
    CAN HAS STDIO?
    VISIBLE "HAI WURLD!"
KTHXBYE
21.12.2010 13:06
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Taoynin Offline
Baumbewohner

Beiträge: 2.915
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Beitrag: #3
RE: 21. Türchen - Ein Weihnachtswunsch wird erfüllt, Teil 3
Ohje, die Ärmsten. Lachen Was sie da wohl noch erwartet?
21.12.2010 21:25
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Zira Offline
Moderator

Beiträge: 1.690
Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #4
RE: 21. Türchen - Ein Weihnachtswunsch wird erfüllt, Teil 3
Woah, Zo'or übt sich in Zurückhaltung - der Ärmste. Aber verrückt ist die Tante schon, da würd ich wohl auch lieber mal ne Weile die Klappe halten. Grinsen

Jetzt will ich nur noch wissen, was Ashley ausm Kleiderschrank gekramt hat!! *auf heutiges Türchen gespannt bin*
22.12.2010 12:11
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Sela Offline
Strahlender Taelon

Beiträge: 1.820
Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #5
RE: 21. Türchen - Ein Weihnachtswunsch wird erfüllt, Teil 3
Hehe... Audrey ist gut, leicht fixiert, aber das scheint sie mit ihrer Schwester, nur auf etwas andere Art und Weise, gemein zu haben.
*loool* Die Szene mit den Rottweilern ist sooo cool! Und dann kurz darauf der Schrei von Ashley! *lacht* Da folgt eins dem andern...
Einfach nur toll der Teil, vor allem die Antworten vom Familienoberhaupt.
Der Umgang mit den Taelons ist zum Glück sehr unkompliziert und Audrey mit ihrer Feststellung dass Sandoval in ihr Beuteschema passt ist auch gut. Freuen Ich hab so gelacht als ich die Interaktionen der ganzen gelesen habe.

"Le contraire du suicide, précisément, c'est le condamné à mort."
Albert Camus
03.01.2011 13:41
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