Danke für das FB im Teil 1.

@Veria:

Und nun die Fortsetzung.
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In einem Shuttle über Ottawa waren die vier Insassen an diesem Heiligabend mit den unterschiedlichsten mehr oder minder besinnlichen Gedanken beschäftigt.
Sie kamen von einem Treffen mit dem kanadischen Botschafter Que’ec, welches zum Ärger von Liam Kincaid ja auch unbedingt heute stattfinden musste. Diesen Taelons war aber auch nichts heilig. Gut, sie feierten kein Weihnachten und er war relativ neu in seinem Job, aber ein bisschen Rücksichtnahme konnte man doch wohl erwarten, oder? Schließlich war er auch ein Mensch und es war sein erstes Weihnachtsfest, was außer Da’an kein Taelon wusste, aber er hätte ja wenigstens daran denken können.
Ach was soll’s, schnell die Taelons zum Mutterschiff kutschieren, dann würde er es noch rechtzeitig zu Augurs Weihnachtsparty schaffen. Viel lieber hätte er mit seiner
Familie gefeiert, aber das war ja leider nicht möglich.
Oh, er erinnerte sich da an ein Weihnachtsfest mütterlicherseits, das war ein Festschmaus gewesen.
Frohe Weihnachten Dad, dachte er mit einem ironischen Seitenblick auf Agent Sandoval und brachte das Shuttle in die Interdimension.
Ronald Sandoval sinnierte über ein paar gängige Klischees. Da hatte sich der kanadische Companion doch tatsächlich einen Mountie als Beschützer ausgesucht. Benton Fraser hieß der Constable und hatte mit seiner auffälligen Uniform und der ausgesuchten Höflichkeit einen recht fragwürdigen Eindruck auf den Agent gemacht. Und sein Hund hatte es doch tatsächlich gewagt ihn anzuknurren, unerhört, nicht einen Funken Respekt. Obwohl er sich im Nachhinein nicht mehr ganz sicher war, ob das überhaupt ein Hund war. Hatte etwas Wildes in den Augen, als er ihn fixierte.
Ach was soll’s, nur noch die Taelons auf dem Mutterschiff abliefern, Major Kincaid zusammenfalten, dann konnte er sich im Club von einer Geisha
bescheren lassen. Frohe Weihnachten Ronny, dachte er voller Vorfreude.
Zo’or war recht zufrieden mit dem Verlauf des Treffens. Que’ec hatte er erfolgreich
assimiliert, der würde den Synodenführer unterstützen, da hatte sich der Ausflug doch gelohnt. Sehr gewundert hatte er sich allerdings über den Weihnachtsbaum in der Botschaft. Der Taelon war wohl schon etwas zu lange in der Gesellschaft der Menschen, oder lag es an der Region?
Ach was soll’s, jetzt zurück zum Mutterschiff, Agent Sandoval erst beleidigen, dann erniedrigen und noch Da’an loswerden. Anschließend würde er etwas Kryss einwerfen und unter der Energiedusche darüber nachdenken, wie er seine Macht am effizientesten ausweiten konnte. Dieser rückständige Planet und seine primitiven Bewohner sollten seine Spielwiese werden. Nicht Respekt, nein,
Furcht würde das Geheimnis seines Erfolges sein.
Da’an war äußerst unzufrieden mit dem Verlauf des Treffens. Er hatte gehofft, Que’ec würde seine Ansichten unterstützen, aber leider hatte dieser sich auf die Seite von Zo’or geschlagen. Früher war ihm nie aufgefallen, dass sein Kind so durchtrieben und machthungrig war. Vor nicht all zu langer Zeit hätte ihn das mit Stolz erfüllt, aber heute war er anders, er hatte seine Sichtweise geändert. Oder war es Boone gewesen, der ihn dazu inspiriert hatte seine Sichtweise zu ändern? Er vermisste ihn und ihre tiefsinnigen Gespräche. Liam war nicht wirklich ein angemessener Ersatz. Zu jung und unerfahren, aber noch formbar.
Ach was soll’s, erst einmal Zo’or und Sandoval auf dem Mutterschiff absetzen und den Major nach Hause schicken. Dann würde er sich in die Botschaft zurückziehen, etwas Kryss einwerfen und intensiv unter der Energiedusche darüber nachdenken, wie er doch noch Synodenführer werden konnte. Und warum hörte ihm niemand mehr zu? Wann hatte er seinen Einfluss verloren?
Während die vier ihren Gedanken nachhingen und gemütlich durch die Interdimension flogen, fingen plötzlich die Anzeigen auf dem holographischen Interface an zu flackern und das Shuttle fing an zu bocken. Hektisch fuhren Liams Hände über das Schild. „Wir verlieren Energie, ich muss aus der Interdimension springen.“, informierte er die anderen und handelte umgehend. Zurück im Normalraum versuchte er das trudelnde Shuttle abzufangen und steuerte es auf den Boden zu, wo er schließlich recht unsanft aufsetzte. „Alles in Ordnung?“, drehte er sich fragend nach den anderen Passagieren um.
Agent Sandoval schimmerte etwas blass unter seiner olivfarbenden Haut, während die beiden Taelons nichts von ihrer vornehmen Blässe verloren hatten. Die waren wohl etwas härter im Nehmen, dachte Liam und schenkte Ronny ein hämisches Grinsen. Bevor einer der drei etwas erwidern konnte flackerten die Anzeigen noch einmal grell auf und verschwanden, ebenso wie der Energieschild. Das Shuttle war
tot. Sofort pfiff ein eisiger Wind Schneeflocken herein und die Temperaturen sanken rapide unter den Gefrierpunkt. Keine sehr rosigen Aussichten für die beiden Menschen, die nur mit Wintermänteln ausgestattet waren und keine Polarausrüstung dabei hatten.
Die beiden Taelons wechselten einen kurzen Blick, dann nahm Zo’or das Zepter in die Hand.
„Major Kincaid, versuchen Sie das Shuttle wieder in die Luft zu bekommen. Agent Sandoval, Sie bringen in Erfahrung, wo wir uns befinden.“
„Natürlich, Zo’or.“, war Ronnys prompte Reaktion und gehorsam zückte er sein Global. „Kein Empfang.“, lautete seine sofortige Rückmeldung, was ihm einen strafenden Blick seitens des Synodenführers einbrachte. Ronald überspielte das gekonnt, indem er umständlich seine Taschenuhr hervorkramte. Obwohl die Uhr erst halb fünf anzeigte, war es schon ziemlich dunkel. Deprimierend, diese Wintermonate.
Liam nahm derweil das Shuttle genau unter die Lupe. „Das verstehe ich nicht, der Kern ist in Ordnung, die Leitungen sind o.k. Es müsste eigentlich über Energie verfügen.“ Schließlich gab er resignierend auf. „Ich weiß nicht, warum es nicht funktioniert. Ich bekomme das Shuttle nicht in Gang.“
„Dann sorgen Sie gefälligst für einen adäquaten Ersatz.“, war die arrogante Antwort von Zo’or.
„Das dürfte etwas schwierig werden ohne eine Verbindung.“, versuchte Da’an zu intervenierten. „Wir sollten eine Alternative in Betracht ziehen.“
„Und sicherlich kannst Du auch eine aufzeigen.“
„Natürlich. Wir sollten die Umgebung nach einer menschlichen Behausung absuchen. Von dort aus können wir dann Hilfe anfordern.“
Der Gedanke war gar nicht mal so blöd, nur wusste keiner, wo sie waren, wohin sie sich wenden und wie sie sich orientieren sollten. Liam brachte es auf den Punkt. „Ja und wie? Es schneit, der Himmel ist wolkenverhangen und wir können keine Sterne sehen. Wir können gar nichts sehen da draußen.“
Wie auf Kommando hörte es plötzlich auf zu schneien, die Wolkendecke riss auf und präsentierte einen sternenklaren Abendhimmel.
Da’an legte den Kopf schief und sah den Major lächelnd an. „Das sollte als Orientierungshilfe ausreichend sein.“
Nach einer kurzen Strategiebesprechung setzten sich die vier in südlicher Richtung in Bewegung.
Die Tatsache, dass dort keine Berge die Aussicht versperrten, versprach die größten Erfolgchancen. Wie die Orgelpfeifen marschierten sie im Gänsemarsch durch den Schnee. Liam spurte an der Spitze, gefolgt von Zo’or und Da’an, das Schlusslicht bildete Ronald. Im fahlen Mondlicht war die Umgebung ziemlich gut zu erkennen und sie kamen, nach taelonischen Geschwindigkeitsmaßstäben gemessen, ziemlich schnell voran.
Zwei Stunden später veranlasste den Major eine Entdeckung voraus zu einer Vollbremsung.
„Licht!“, rief er erleichtert aus und drehte sich zu den anderen um. „Dort sind Gebäude, wir haben es bald geschafft.“ Die beiden Taelons nickten nur zustimmend, während Agent Sandoval zähneklappernd versuchte, an den anderen vorbei auch einen Blick auf das kleine Licht in der Ferne zu erhaschen.
„Agent Sandoval, wollten Sie etwas sagen?“, wandte sich Zo’or an den Asiaten.
„Nnnnein, Zooo’or. Mir ... ist ... nur ... kkkkalt.“, klapperte Ronald zurück.
„Jetzt stellen Sie sich nicht so an, wir sind ja bald am Ziel.“, nörgelte der Synodenführer und stapfte wieder Liam hinterher. „Und trödeln Sie nicht so rum.“
„Nnnattttürlich, Zooo’or.“
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