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16. Türchen- Ein letztes Werk, Teil 4
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Sela Offline
Strahlender Taelon

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Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #1
16. Türchen- Ein letztes Werk, Teil 4
Morgeeen!
Danke für euer Feedback! Lächeln *freu*



Kapitel 2

Fassungslos saß er im Sand, wie lange, das wusste er nicht mehr. Die Fassade hatte er abgelegt ohne es zu bemerken, das einzige was er mittlerweile noch fühlen konnte war Leere und dass etwas fehlte.
Der Widerhall im Gemeinwesen aufgrund dieses Todesfalls war nur gering gewesen, natürlich war man schockiert gewesen, dass ein weiterer Taelon gegangen war, wo sie nur noch so wenige waren und doch könnte niemand das verstehen, was Zo’or in diesem Moment fühlte. Do’ren war einer jener Taelons gewesen, denen schon im Leben wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde und auch zu diesem Zeitpunkt fand er wenig Beachtung, seine Leistungen waren in keinem Bereich gewesen, welcher der Rasse von Nutzen gewesen wäre. Und doch gab es da einen hochrangigen Taelon, der deutlich spüren konnte, dass etwas überaus wichtiges fehlte, doch nichts von dem konnte er mit dem Gemeinwesen teilen, wieder zog er sich zurück, wie es schon zuvor Situationen gegeben hatte. Er war unfähig zu handeln und die Erinnerungen aufzuhalten, die durch seinen Geist hallten.

Zo’or wanderte durch die Gänge der Station. Er war noch jung und wusste nichts davon, dass er das letzte lebensfähige Kind war, wusste nichts davon, welche Hoffnung sein Volk mit ihm verband. Er war hier mit seinem Elter, dieser hatte zu arbeiten und wenig Zeit für ihn, doch gab es ja genügend andere Taelons die sich um ihn kümmerten und ihn ihre Arbeit erklärten. Doch jetzt wollte er niemanden bei sich haben, er fühlte etwas, dass vom Gemeinwesen nicht akzeptiert wurde, das wusste er und doch war er nicht bereit jemanden davon zu unterrichten. Er zog sich zurück.
„Bist du dir sicher, dass du hier sein darfst?“ fragte ihn jemand und Zo’or schaute zu einem jungen Taelon hinauf, dessen Augen einen völlig anderen Ausdruck hatten als die seines Elters, so dass er sie neugierig ansah, aber nicht antwortete.
„Mein Name ist Do’ren“ fing der andere wieder an und wartete auf eine Antwort, die er ihm auch endlich geben konnte.
„Meiner ist Zo’or!“
„Ich weiß. Du bist mit Da’an hier. Ich glaube du bist hier in den falschen Bereich geraten, du musst diesen Gang hergehen, dann kommst du wieder zu den Laboren.“
„Da will ich nicht hin!“ erklärte Zo’or stur und ging an den anderen Taelon vorbei.
„Wohin dann?“ fragte Do’ren und er konnte fast ein Lächeln hinter diesen Worten spüren.
„Du bist hier auch Wissenschaftler! Hast du ebenfalls ein Labor, dass du mir zeigen kannst?“
„Ich könnte dir sicherlich etwas zeigen, aber ich befürchte, es ist kein Labor.“
Zo’or drehte sich zu ihm um und sah ihn gespannt an. „Ein Experiment?“
„Nein, doch nicht so etwas. Es ist etwas, dass du noch nie gesehen hast.“ Während er diese Worte sprach, hörte er sich an wie ein Lehrer, der wollte dass sein Schüler ihn verstand und schon deswegen versuchte der jüngere ihm zu folgen.
„Was ist es dann?“
„Wenn du mitkommst, dann zeige ich es dir,“ bot Do’ren ihm an und er nickte.
Beide wandelten weiter durch die Gänge, bis sie den Forschungsbereich verlassen hatten und zu den Quartieren der Wissenschaftlern angelangt waren und es nicht lange dauerte, bis sie in Do’rens Zimmer standen.
Staunend sah der Kleine sich um, in einem Raum, der eine ganz andere Atmosphäre hatte, als jene die er kannte. Es stand nicht mehr darin, als auch bei anderen Taelons, aber da war irgendetwas das ihn verwirrte.
„Du bist kein Wissenschaftler, meintest du?“
„Nicht nur, vorrangig bin ich etwas anderes.“ Nach einer kurzen Pause fragte er: „Weißt du welche Kristalle in unseren Innersten ruhen und doch zerstört sind?“
„Nein. Das verstehe ich auch nicht....“ Zo’or schaute an sich herunter, ob da irgendwo ein Kristall in ihm zu sehen war, fand keinen und war enttäuscht. „Da ist keiner! Du solltest zu einem Heiler gehen“, stellte er verwirrt fest und sah ihn immer noch verständnislos an.
Do’ren schien eine Entscheidung zu treffen, denn er öffnete statt einer Antwort einen Datenstrom, setzte sich auf einen Stuhl und hob Zo’or auf seinen Schoß, der dort zwar leicht irritiert, aber friedlich sitzen blieb und auf die Zeichen sah.
Nach einer Weile hörten diese auf sich zu verändern und der Datenstrom war wieder leer, aber Zo’or schwieg nachdenklich.
„Ist das deine Arbeit?“ fragte er nach einer Weile schließlich und fühlte die Zustimmung Do’rens.
„Welchen Sinn hat das?“
„Ich fürchte keinen, mit dem du etwas anfangen kannst.“
„Es hilft niemanden bei seinen Problemen!“ stellte Zo’or fest und sah ihn anklagend an.


Es war ein Anfang gewesen, ein vielleicht nicht sehr passender, aber es war die erste Begegnung gewesen, unspektakulär und für ihn sehr verständnislos, erst später hatte er gewusst, was in diesen Text wirklich gestanden hatte, erst als er ihn vor ein paar Tagen begegnete und sich erinnerte, an ein Gedicht, dass er vor schier unsagbar langer Zeit gelesen und nicht verstanden hatte. Und wieder hatte er nicht begreifen können was man ihm sagen wollte, doch dieses Mal lief ihm Do’ren in seinem eigenen Quartier über den Weg. Seine Art hatte sich nur wenig geändert, doch die Tendenzen, die damals zu sehen gewesen waren, sich mehr seiner kreativen Arbeit denn seinen Forschungen zu widmen, hatten sich so sehr verstärkt, dass er für sein Volk keinen praktischen Nutzen hatte. Eine Fehleinschätzung, wie ihm mittlerweile klar war.
Es war kurz vor Weihnachten gewesen, als er ihm fast die gleiche Frage gestellt hatte wie damals und er einen Moment sprachlos gewesen war.
„Du solltest dazu übergehen wie ein Taelon zu reden und es ist mir egal, welche Kristalle du wo siehst, ich habe wichtige Probleme zu lösen, die unser Überleben betreffen und habe keine Zeit mir über die Waffen unserer Feinde Gedanken zu machen!“ hatte er geantwortet und war auch schon wieder aus seinen eigenen Quartier gestürmt, dafür hatte er keine Zeit gehabt. Was dachte er denn, welche Aufgabe er als Synodenführer hatte! Er wusste doch gar nicht von dem Druck der auf ihn lastete und all die Pflichten, die er zu erledigen hatte.
Doch damit wurde er ihn nicht los, das nächste Mal traf er ihn bei Mit’gai an, eine Untersuchung stand an, nicht für ihn, eher für Do’ren, der ihm keine Antwort geben wollte, warum er sich gegenwärtig auf den Mutterschiff über der Erde aufhielt, was Zo’or nur umso misstrauischer machte.
„Du befindest also die Waffen unserer Feinde als nicht beachtenswert?“ fragte dieser ihn auch gleich, als Mit’gai für einen Moment verschwunden war, es schien als wollte er niemals ein Gespräch vergessen, vielleicht war ihm aber auch nur nicht klar, was Zeit war.
Zu antworten war ihm nicht möglich, da Do’ren gar keine hören wollte, statt dessen sich ruhig im Labor umsah und fragte: „Waren deine Gedanken einmal an einen Ort, an dem nichts anderes als jene waren?“ und für einen Moment war sein Blick so weit weg, das Zo’or befürchtete, er müsste Mit’gai holen, damit er ihn in Stasis bringen konnte.
„Ebenso wenig wie deine, vom Gemeinwesen kannst auch du dich nicht trennen!“
Nervös sah sich der Synodenführer in dieser Situation um und wollte eigentlich lieber gehen, er hatte bestimmt noch etwas wichtiges zu tun.
„Du verstehst nicht, Zo’or!“
„Ich verstehe dich sehr wohl!“ erwiderte er mit blitzenden Augen, aber Do’ren schaffte tatsächlich ein Lächeln, dass Zo’or sich fragte, wo er das wohl her hatte.
„Hast du dir meinen Text schon einmal durchgelesen?“
„Nein,“ murmelte Zo’or leise und schaute sich um, wo er war, dass er sich in der Wüste befand verwirrte ihn einen Moment völlig, dann entschloss er sich, dass er zurück auf das Mutterschiff wollte. Es interessierte ihn nicht länger, was geschehen war, er wollte...
Das Shuttle kam in Sicht und er beeilte sich darauf zuzugehen, vielleicht konnte er Do’ren noch auf dem Stasisdeck sehen, dass er tot sein konnte, fiel ihm ein, war nicht möglich. Taelons gingen in Stasis, aber sie starben nicht. Nur an der Front, selten auf der Erde, aber nicht auf dem Mutterschiff.
Do’ren war nicht tot!

"Le contraire du suicide, précisément, c'est le condamné à mort."
Albert Camus
16.12.2010 11:23
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Kara Offline
Baumdrache und Taelon Junkie

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Beitrag: #2
RE: 16. Türchen- Ein letztes Werk, Teil 4
Schade, wenn nur nützliche Arbeit anerkannt wird und das Kreative als unwürdig abgetan wird. Traurig
Rührend, wie sich Zo'or an die Hoffnung klammert, Do'ren sei nicht tot.

"The Sixth Sense"
Ich sehe doofe Menschen. Die sind wütend. Die wissen nicht, dass sie doof sind.
16.12.2010 14:02
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Zira Offline
Moderator

Beiträge: 1.690
Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #3
RE: 16. Türchen- Ein letztes Werk, Teil 4
Jetzt bin ich aber gespannt. Zo'or scheint ganz schön was an Do'ren zu liegen, ob er wirklicht tot ist? Zo'or wünscht es sich jedenfalls nicht so.
Do'ren könnte sich aber schon selbst auf die nächste Ebene befördert haben. Wenn das unter Taelons auch unüblich sein mag, aber in Do'rens Situation war es aus seiner Sicht vielleicht das einzig richtige. Puh... aber jetzt wart ich mal ab und schau, was wirklich ist. Zo'or wird es ja bald rausfinden.
16.12.2010 14:10
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Taoynin Offline
Baumbewohner

Beiträge: 2.915
Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #4
RE: 16. Türchen- Ein letztes Werk, Teil 4
Auch dieses Stück ist wieder klasse geschrieben. Freuen Do'ren gefällt mir sehr gut. Er hat einen guten Einfluss auf Zo'or. Er verwirrt ihn, bringt ihn zum Nachdenken.
Schade, dass er bereits die Ebene gewechselt hat.
19.12.2010 12:17
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

Beiträge: 8.439
Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #5
RE: 16. Türchen- Ein letztes Werk, Teil 4
Ein Geist-Taelon ...? *an Ku'don erinner* Soll es ja geben. Vielleicht bringt es Zo'or was, wenn Do'ren rumspukt ... also, falls Do'ren rumspukt.

Veria

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HAI
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    VISIBLE "HAI WURLD!"
KTHXBYE
23.12.2010 20:18
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