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7. Türchen - Ein Tag wie kein anderer, Teil 2
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Beitrag: #1
7. Türchen - Ein Tag wie kein anderer, Teil 2
Alle sind gespannt, wo woandershin ist - bitte sehr, da habt ihr es. Viel Spass!



Aber das war ja gar nicht das Mutterschiff ... ach Mist. Henry schmollte einen Moment, dann beschloss er, dass das hier auch taelonisch sein musste und er es auch noch nicht kannte. Da hinten war sogar ein Wasserfall, der von einem hohen, gewundenen, blauen Dingsda herunterstürzte.
"Was denkst du, Henry? Wo sind wir?", fragte Mama grinsend.
"Weiss nicht?" Henry starrte zwei Taelons an, die am Wasserfall vorbeischlenderten. "Aber hier sind viele Taelons, oder, Mama?"
"Sehr viele, ja. Wir sind auf Neu-Taelon. Auf dem Mars."
"Boah!" Er bückte sich und berührte den hellblauen Boden. Ganz glatt!
"Jaridians und Menschen sind hier aber auch", sagte Mama, "Komm, ich stelle dir ein paar Leute vor." Sie ging ein paar Schritte. "Komm schon, keiner beisst dich." Henry lief ihr nach und griff nach ihrer Hand. "Sieh mal", wies Mama nach oben, "die Kuppel aus virtuellem Glas. Sonst könnten wir hier nämlich nicht atmen, weisst du?"
"Ist da draussen keine Luft? Wir sind doch nicht im Weltall!"
"Doch, da ist schon Luft, aber nicht die, die wir brauchen, und noch dazu nur ganz dünn." Sie lief eine Rampe hoch und dort in eine hinausragende violette seitlich offene Halbkugel mit Stühlen drin. Henry drückte sich vorsichtshalber hinter Mama und sah den Taelon und den Menschen erst einmal ganz genau an, leider brauchte sie ihre Hand jetzt wieder für die Grussgeste: "Sinaui Euhura, De'jen, Geoffrey."
De'jen formte die Geste, Geoffrey winkte freundlich. "Du bist Henry", sagte der Taelon, "Du bist sehr gross geworden, seit ich dich zuletzt sah."
"Und wann ... war das?"
"Vor einem Jahr", lächelte De'jen und kam zwei Schritte näher, "Ich bin oft lange weg, wenn ich Schiffe konstruiere. Wusstest du das?"
Henry schüttelte schüchtern den Kopf.
"Gib ihm Zeit, De'jen", lächelte Mama und legte ihm einen Arm um die Schultern, "Henry, magst du dich setzen?" Sie bewegte ihre Hand durch die Luft und die Halbkugel bewegte sich auch!
"Boah!", machte Henry, als er nun direkt den Wasserfall ansehen konnte. Er kletterte auf einen Stuhl und baumelte mit den Füssen. "Wo geht das Wasser hin?"
"Wieder hinauf", sagte Geoffrey, "Daher kommt das Wasser, das oben rauskommt, nämlich."
"Es spritzt doch raus, das wird doch weniger."
"Ja, ein bisschen spritzt raus. Wir füllen auch ein bisschen nach."
"Kann man es trinken?", fragte Henry.
"Natürlich, ja", nickte Geoffrey, "Magst du?"
Henry nickte eifrig. De'jen bewegte seine Hände wie vorher Mama und die Halbkugel bewegte sich wieder. Fast ganz an den Wasserfall! Geoffrey streckte eine Hand mit einem Becher hinaus und reichte ihn dann Henry, der vorsichtig einen klitzekleinen Schluck nahm. Wasser. Ganz, ganz feines Wasser, es schmeckte so, als würde es sich von selber trinken.
"Nochmal!", verlangte Henry. Das bekam er, vier mal insgesamt, bis er nicht mehr wollte.
"Du hast heute Geburtstag, richtig?", fragte Geoffrey dann, "Hast du schon Kuchen gehabt?"
"Ja, mit Schoki! Rat mal, wie alt ich bin!"
Er grinste breit: "Das weiss ich doch, Henry! Du bist ein Jahr alt."
"Mama, warum wissen das alle?", sah Henry zu Mama auf.
"Weil du nun wirklich nicht der einzige bist, der so schnell gross wird", lächelte sie, "Denk doch an Lonnie! Und Papa wurde auch so schnell gross. Weisst du, wie alt Papa ist?"
Wie alt war Papa bloss? "Dreissig?", tippte Henry. Papa hatte doch noch nie Geburtstag gehabt, solange Henry sich erinnern konnte. Das war natürlich klar, wusste Henry, Papa hatte ja auch nur einmal im Jahr Geburtstag und das letzte Mal war Henry noch ganz, ganz klein gewesen. Aber Lonnies Papa war dreissig und Papa sah ungefähr gleich alt aus.
"Nein, Henry", grinste Mama, "Papa ist sieben Jahre alt, ja?"
"Boah ... und du? Bist du auch sieben Jahre alt, Mama?"
"Also, das ... ist kompliziert", seufzte sie, "Das hängt davon ab, was man da eigentlich zählt. Ich wurde nämlich nicht geboren."
"Dann hast du ja gar keinen Geburtstag!", war Henry entsetzt. Seine arme Mama. Aber sie hatte doch im Sommer gross gefeiert, mit einem ganz tollen Erdbeerkuchen. Das war nicht ihr Geburtstag gewesen? "Oder bist du geschlüpft? Aus einem Ei? Ja?"
Mama musste lachen und schüttelte den Kopf. "Ich war mal zwei Leute. Ein Taelon und eine Jaridian. Halbjaridian, um genau zu sein. Die haben sich so wahnsinnig gut vertragen, dass sie dann eins geworden sind. Verstehst du?"
"Nein?" Das war komisch. Mama war früher mal zwei Leute gewesen? "Wie haben die das gemacht? Hat das weh getan? Kann ich das auch?"
"Nein, das hat nicht weh getan und nein, du kannst das nicht, Henry", sagte Mama, "Das können nur Taelons und Jaridians. Ein Taelon mit einem Jaridian. Oder Halbjaridian. Hast du dich nie gefragt, warum ich so anders aussehe als Cedrik?"
"Ich dachte, Onkel Cedrik hat eine Mama und einen Papa und du hast einen Elti auch, genau wie Lonnie!", erklärte Henry.
"Kinderlogik", sagte Geoffrey.
"Dennoch akkurat", sagte De'jen, "abgesehen davon, dass Zoriel nicht einen, sondern zwei Eltis hat."
"Das meinte ich", zog er einen Mundwinkel hoch, "Ein Erwachsener hätte viel abwegigere Erklärungen gefunden."
"Da'an ist einer, ja?", fragte Henry, "Ja?"
"Da'an ist mein Elter, ja", nickte Mama, "T'than der andere."
"Echt? Das ist toll! Und wie alt bist du jetzt?"
"Zo'or wäre jetzt 1053, Ariel wäre 26", sagte sie, "aber ich, Zoriel, existiere seit acht Jahren. Wie alt bin ich also? Acht? 26? Über Tausend? Ich weiss es nicht. Ich feiere Vereinigungstag, nicht Geburtstag."
Vereinigungstag? Klang lustig. "Macht Onkel Cedrik das auch mal? Eins werden mit einem Taelon?"
"Ich weiss nicht. Nein, ich glaube, eher nicht."
"Und du?", wandte sich Henry dem Taelon zu, "Machst du das mal?"
De'jen lächelte sachte und nickte. "Ja, sehr bald sogar."
"Und dann gibt es dich nicht mehr? Aber es muss doch dann niemand traurig sein, oder?" Henry sah zu Mama: "War denn jemand traurig, als du das gemacht hast?"
"Dad war zuerst traurig", sagte sie, "weil er Zo'or nicht mochte. Aber bei De'jen und Yolian wird niemand traurig sein, alle mögen sie." Jetzt wies sie aus der Kuppel und schräg nach oben. "Siehst du das? Das ist die Simaeri, das neueste Schiff."



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07.12.2010 09:26
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Kara Offline
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Beitrag: #2
RE: 7. Türchen - Ein Tag wie kein anderer, Teil 2
Zitat:"Sehr viele, ja. Wir sind auf Neu-Taelon. Auf dem Mars."
Boah, cool, das nenn ich mal ein woandershin. Echt der Hammer!

Klein Henry ist also Zoriels Sohn und erst ein Jahr alt. Ich hatte ihn auf acht geschätzt. Knapp daneben. Außerirdische Gene zu haben, hat auch seine Vorteile. Man wird fix erwachsen und läßt das ich-schrei-mir-die-seele-aus-dem-leib-alter schön schnell hinter sich. Freuen

Zitat:"War denn jemand traurig, als du das gemacht hast?"
Jaaaaaaaaaaaaaa, ich. Grinsen

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Ich sehe doofe Menschen. Die sind wütend. Die wissen nicht, dass sie doof sind.
07.12.2010 11:15
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Zira Offline
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Beitrag: #3
RE: 7. Türchen - Ein Tag wie kein anderer, Teil 2
Yeah, so nen Ausflug nach "woandershin" wünsch ich mir zu Weihnachten! Das ist ja mal klasse - Henry hat's gut.

Zoriel ist aber... seeehr sanftmütig. Ich hab das Gefühl, sie grade neu kennenzulernen.

Soso, und Vereinigungen werden jetzt zum Volkssport, oder wie? Grinsen Na, wenn sie sich dabei wohl fühlen, bitte.
Ich war damals übrigens auch traurig, als Zo'or und Ariel das gemacht haben, aber ich konnte es mittlerweile gut verarbeiten. *lacht*
07.12.2010 13:54
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Beitrag: #4
RE: 7. Türchen - Ein Tag wie kein anderer, Teil 2
(07.12.2010 13:54)Zira schrieb: jumpZoriel ist aber... seeehr sanftmütig. Ich hab das Gefühl, sie grade neu kennenzulernen.
Bisher kannten wir sie nicht als Mama, gell?

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08.12.2010 12:08
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Sela Offline
Strahlender Taelon

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Beitrag: #5
RE: 7. Türchen - Ein Tag wie kein anderer, Teil 2
Niedlich!
Vor allem, Mars ist viiieeel cooler als das Mutterschiff. Und er lernt so viele neue Leute kennen. Zoriel mag ich wirklich gerne, sie ist sehr lieb. Hätte sie vom Anfang an wirklich nicht wieder erkannt, eben weil sie so „sanftmütig“ ist Zwinkern
Henry ist niedlich, auch wie er fragt, woher alle wissen wie alt er ist Lächeln Und die Sache mit dem Alter ist ja eine sehr komplizierte Sache. Seine Frage an seine Mama, ob sie dann auch erst 7 Jahre alt ist, ist auch knuffig. Die Sache mit Zoriel ist wirklich was schwieriger. Was für ein Altersunterschied... in jeder Beziehung Freuen
Hehe... seine Logik ist wirklich gut. Und seine Fragen ebenfalls Grinsen Ein schöner Teil, der mir sehr gut gefällt und auch die Erklärungen die die Erwachsenen abgeben passen gut in der gegebenen Situation.
Ein schönes Türchen Lächeln

"Le contraire du suicide, précisément, c'est le condamné à mort."
Albert Camus
08.12.2010 14:33
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Taoynin Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #6
RE: 7. Türchen - Ein Tag wie kein anderer, Teil 2
Auf den Mars möchte ich auch. *seufz* Ich stelle fest, dass ich doch ganz schön viel von deinen anderen Geschichten noch nicht kenne. Wenn der Tag bzw. das Wochenende bloß nicht immer so kurz wäre. *nochmehrseufz*
Jetzt aber schnell zum nächsten Türchen. Lächeln
11.12.2010 17:34
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