RE: Sturm kommt auf
Zoriel richtete sich auf und sah sich um. Nichts. Jay lag bewusstlos neben ihr, aber er schien auch nichts als kleine Kratzer abbekommen zu haben, Zoriels eigene Kratzer heilten alle schon wieder. Die Evakuierung war zweifellos gut durchgegangen und zudem war dieser Bereich des Museums recht wenig betroffen - gut, zugegeben, einige der Ausstellungsstücke waren nicht mehr genau dort, wo sie zuvor gewesen waren, und eines, ein frühes Modell der Grundenergiespule, war sogar gänzlich unauffindbar. Eine kräftige Schockwelle musste die Dinge herumgeschoben haben und die Spule war vermutlich implodiert und jetzt irgendwo in der Interdimension - ein Glück, dass das Hüllfeld nicht den ganzen Raum rundherum kollabieren hatte lassen.
"Jay?", schüttelte die Atavus den noch immer bewusstlosen Asiaten, "Stell dir vor, wir leben noch!"
"Toll", nuschelte er, "ich fühl mich nicht so."
"Jay ...", vorwurfsvoll zog sie eine Schnute.
Er kniff die Augen zusammen und rappelte sich auf, dann atmete er tief durch und stellte fest: "Stimmt, Cousinchen, wir leben noch." Vorsichtig stellte er sich auf seine wackeligen Beine und stützte sich an Zoriel ab. "Ich hatte nie Zweifel daran, dass du den alten Schildemitter zum Laufen kriegst ... wo ist der denn eigentlich?"
Die Atavus runzelte die Stirn und sah sich noch einmal um. Tatsächlich, sie hatte übersehen, dass auch dieses Ausstellungsstück verschwunden war. "Komisch. Das Ding sollte nicht implodieren können." Jetzt war Zoriel alarmiert, hier stimmte etwas nicht.
"Zieh nicht so ein Gesicht, Liam hat die Kerle bestimmt aufgemischt und einge..." Er unterbrach sich, als die Atavus sich energisch den Finger vor die Lippen hielt. "Was?", wisperte er.
"Schritte!", flüsterte sie, "Aber niemand ruft!" Sie aktivierte die Tarnung und legte beide Arme eng um ihren Cousin.
Ein Nachtwächter guckte zur Türe herein, leuchtete mit seiner Taschenlampe den Raum aus, schüttelte kurz den Kopf und ging wieder.
Jay hielt den Atem noch einige Augenblicke lang an, dann murmelte er: "Das war definitiv nicht Liam! Aber einer von den Kerlen auch nicht." Gemächlich wandte er sich um und drehte auch Zoriel, bis sie direkt ein sehr grosses Artefakt anblickte. "Ist das das Zeitportal oder nicht?"
"Ist es", seufzte sie, "Du meinst, wir sind da durch?"
"Naja, kann ja nicht so übel sein. Liam ist damals ein paar Tage in die Zukunft ... fehlen wir halt ein paar Tage. Muss ich meinen Geburtstag jetzt verschieben?"
"Jay ... der Schildemitter ist nicht da. Wir sind eher in der Vergangenheit. Sha'bra!" Zoriel zückte ihr Global, wunderte sich einen Augenblick lang, dass sie es nicht sehen konnte, und schaltete dann ihre Tarnung aus. "Da, kein Netz, aber Empfang!", triumphierte sie.
"Und ein Datumssignal?", fragte Jay.
"2013 ... Sha'bra krazak!" Sie hob den Kopf, griff eilig ein weiteres Mal an ihre Schulter und umarmte dann Jay, gerade rechtzeitig, bevor der Nachtwächter sichtlich alarmiert noch einmal den Raum ausleuchten kam - und wieder nichts fand. Als er wieder weg war, atmete die Atavus tief durch und betrachtete erst das Zeitportal und dann ihre rechte Hand. "Mit Shaqarava wird es aktiviert, also ..." Der tiefblaue Punkt schimmerte in der Mitte der Handfläche und Zoriel drückte ihn gegen die abgesetzte Steuerfläche des Artefakts.
"Tut sich was?"
"Nein", runzelte sie die Stirn, "gar nichts." Sie hakte ihr Global an den Gürtel und tippte die grössere Portalfläche an. Nichts. "Sha'bra!"
"Sch!", zischte Jay, "Sonst kehrt der wieder um."
"Soll er doch!", liess Zoriel ihre Handflächen glühen. Wieder drückte sie ihre Hand gegen die Steuerfläche und liess verbissen die Energie strömen - nichts. "Sha'bra!" Jay hielt ihr den Mund zu und griff an ihre Schulter.
"Hey! Jimmy? Bist du das? Spiel mir keine Scherze, bitte!", leuchtete der Nachtwächter diesmal deutlich verärgert schon wieder den ganzen Raum aus.
"Weg hier", hauchte Jay Zoriel ins linke Ohr, dann zog er sie mit sich mit ganz leise der Wand entlang und hinter dem Nachtwächter durch die Türe. Sie hatten es eilig, denn dieser folgte ihnen jetzt und sollte ihnen natürlich nicht auf die Hacken treten, und mit Eile lautlos zu sein, war alles andere als einfach. Jay und Zoriel waren beide äusserst erleichtert, als sie sich in der Eingangshalle des Museums eine Verschnaufpause gönnen konnten - die Türe war ja zu und das würde sie einige Stunden bleiben, es war immerhin Nacht.
Code:
HAI
CAN HAS STDIO?
VISIBLE "HAI WURLD!"
KTHXBYE
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.10.2010 20:43 von Veria.)
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