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Die Diebin und der Taelon – Begegnung zweier Welten oder Shab`ra, oh verdammter Mist!
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Sa`el Offline
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RE: Die Diebin und der Taelon – Begegnung zweier Welten oder Shab`ra, oh verdammter Mist!
20 Minuten später….

„Nun geh schon ran!“ Ungeduldig stapfte Zara de Medici um den klapprigen alten Tisch herum und hielt das alte Nokia an ihr Ohr. Warum musste ausgerechnet ein verrückter alter paranoider Erfinder, dessen wahnsinniges Genie und soziale Inkompetenz eine ganze Stadt in die Flucht geschlagen hatte, sie mögen und zu seinem Freundeskreis zählen? Ein Freundeskreis der genau genommen nur aus ihr allein bestand? Verflucht war Pete mit seiner Paranoia! Nur deswegen war ihr geliebtes metallicblaues Global seinem verfluchten Laserschneider zum Opfer gefallen. Und was bekam sie um über dessen Verlust hinwegzukommen?! Ein verfluchtes altes Nokia! Geifernd brabbelte sie seine Worte nach: „Das Globalnetz wird sicher überwacht blabla…nicht sicher…das alte Telefonnetz ist noch intakt, aber nicht abgeschafft wegen zu hoher Kosten…das kannst du benutzen…mein altes Nokia, Familienbesitz…ich gebe es dir…Danke Pete, wirklich ich danke dir für dieses alterwürdige antike Stück!“

„Freut mich, dass du es zu schätzen weißt.“ Zara erstarrte.
„D-du hast mitgehört?“
„Wenn du mich anrufst und dann nicht hörst, dass ich mich melde, dann ist das wohl unvermeidlich.“
„Ähem…“
„Zara?“
Sie schluckte und hielt vorsichtshalber das Handy mit den Fingerspitzen von sich entfernt.
„Ja?“, piepste sie.

Schweigen.

Und dann…

„BIST DU EIGENTLICH VOLLKOMMEN LEBENSMÜDE? ICH SAGTE DU SOLLST NUR IM NOTFALL ANRUFEN! ABER MADAME HAT NICHTS BESSERES ZU TUN, ALS SICH ÜBER EIN HANDY ZU BESCHWEREN NUR WEIL ES TECHNISCH NICHT AUF DEM NEUESTEN STAND IST!“

Zara sah sich genötigt, sich zu verteidigen. „Du hast mein Global ermordet! Heimtückisch mit deinem Laserschneider! Es war gerade erst abgezahlt und noch so jung!“ „Du wolltest dich um keinen Preis davon trennen, es musste sterben, damit dein Überleben gesichert ist.“

„Pete…“ „Zara hör zu…“ Sie runzelte die Stirn. Wo war bitte der übliche arrogante überhebliche Unterton in Petes Stimme geblieben? „Nachdem diese Sache passiert ist warst du vier Monate lang verschwunden, es gab kein einziges Lebenszeichen von dir. Die anderen redeten..“ „Warte, du gehst nie irgendwo hin wo andere sind. Du hasst Plätze, wenn sich schon mehr als nur ein Mensch dort aufhält.“ „Damals war es nötig! Sie grölten und brüllten, was Rodriguez wahrscheinlich schon alles mit dir gemacht hätte! Es war der vollkommene Wahnsinn! Die allerwildesten Gerüchte! Ich habe mich um dich gesorgt! Rodriguez ist ein Teufel und der Gedanke, dass du dich in seiner Gewalt befindest machte mich verrückt! Weißt du eigentlich was ich alles getan habe, nur um eine Spur von dir zu kriegen?! Wie viele Nächte ich durch die Straßen gelaufen bin, immer in Angst an der nächsten Ecke deine geschändeten Überreste zu finden? Ich habe Personenfinder engagiert, Handzettel an der Straße verteilt, ich war sogar kurz davor mich in die FBI-Datenbank zu hacken und dich auf die Vermisstenliste zu setzen, nur damit sie nach dir suchen!

Dann bist du eines Nachts vor meiner Haustür aufgetaucht. Bis auf die Knochen abgemagert, in zerrissenen Klamotten und ungewaschen standest du fiebernd da und hast mich gebeten dir zu helfen und nicht an Rodriguez auszuliefern! Ich musste dich einen ganzen Monat lang pflegen bis du wieder kräftig genug warst um aufzustehen. Dann habe ich dich mit dem Nötigsten ausgestattet und mithilfe des Portals zu meinem Häuschen in einer Vorortsiedlung in der Nähe von Washington D.C. gelotst damit du da in Sicherheit bist. Du…Zara? Weinst du etwa?“

„Natürlich nicht!“ Ihr verräterisches Schniefen war ihm Antwort genug. Sie weinte tatsächlich. Es war aber auch kein Wunder. Die vier Monate waren die Hölle für sie gewesen, da Rodriguez sie wie ein wildes Tier jagen ließ. Ständig war sie durch Portale in die verschiedenen Großstädte gehetzt, hatte auf Parkbänken geschlafen und ihr Essen erbettelt oder aus dem Müll gefischt, nur um dann erneut zu flüchten weil Rodriguez Männer sie erneut gefunden hatten. Diese Lebensweise trieb sie an ihre Grenzen und schließlich erkrankte ihr Körper an Fieber. Letztendlich vollkommen am Ende und am Boden liegend schleppte sie sich mit letzter Kraft zu der einzigen Person, der sie vertraute. Pete pflegte sie gesund. Er hatte sie aus ihrem Tief herausgeholt, verhindert dass sie in Selbstmitleid versank. Er hatte ihr einen Zufluchtsort verschafft an dem sie sicher war und aufatmen konnte. Dass ausgerechnet er, der Menschen verabscheute und mied, sich für sie in die Welt nach draußen begab und seine Macken überwand nur um sie zu suchen, diese Tatsache trieb ihr die Tränen in die Augen. Er hatte soviel für sie getan und sie beschwerte sich über ein blödes Global und ein veraltetes Handy und nahm seine Hilfe für selbstverständlich. Sie war so ein egoistisches Miststück. Zara schniefte erneut.

„Ich bin das Böse in Person. Du hast soviel für mich getan und ich meckere nur herum. Schande über mein Diebeshaupt!“

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16.09.2010 12:17
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Sa`el Offline
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Beitrag: #12
RE: Die Diebin und der Taelon – Begegnung zweier Welten oder Shab`ra, oh verdammter Mist!
„Ist schon gut. Du bist Freiheit gewöhnt. Jetzt bist du seit einem halben Jahr auf der Flucht und darfst dich nicht wie gewohnt bewegen. Da würde jeder seine Manieren vergessen, ich nehm`s dir nicht übel. Weswegen rufst du jetzt eigentlich an?“ „Nun ich wurde durch laute Schüsse und das Aktivieren des Portals geweckt, dass sich in der Siedlung befindet. Also dachte ich Rodriguez Männer hätten mich gefunden und bin rausgegangen, um mich zu stellen…“ Petes lautes Geschrei unterbrach ihre Erzählung und sie hielt erneut das Telefon von sich. Sie hörte Zaara….geh ran..sofort….sonst…böse und wagte es das Telefon wieder ans Ohr zu setzen.

„Geht es dir gut? Wo wurdest du hingebracht, wird dieses Gespräch abgehört, hat Rodriguez dich schon `besucht`?!“ „Pete, komm wieder runter, mir geht es fantastisch. Es waren nicht Rodriguez Männer. Irgendjemand hat rumgeballert, aber ich habe niemanden gesehen. Dafür stand ein Körbchen vor meiner Tür…“ „Du willst mir doch nicht sagen, dass…oh mein Gott, so eine verdammte Scheiße! Konnten die nicht ein anderes Haus als deines nehmen?! Du musst dich verstecken und die setzten dir einen kleinen Windelscheißer vor die Nase! Das ist eindeutig ein Notfall! Ich hacke das Portal per Computer und gebe Zielkoordinaten ein. Stell den Korb dann davor. Ein Energieschub und weg ist das Vieh am Portal in der
Nähe des Sant Marie Waisenhauses.“

„Pete, ich habe zwar was im Korb gefunden, dass einem Baby ähnelt, aber es ist keins.“ „Jetzt bin ich verwirrt.“ „Warte mal.“ Mit diesen Worten beugte die junge Frau sich zum Korb herunter und hievte ihn auf den wackligen Küchentisch.

Mit einem Ruck zog sie die Decke herunter und offenbarte so was in dem kleinen Körbchen verbarg.

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Langsam kommen wir zum Höhepunkt Leute, und ich versichere euch ihr werdet mehr als nur überrascht sein.Grinsen

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28.09.2010 14:21
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Sa`el Offline
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Beitrag: #13
RE: Die Diebin und der Taelon – Begegnung zweier Welten oder Shab`ra, oh verdammter Mist!
So hier präsentiere ich nun voller Stolz den Höhepunkt und die Lüftung des geheimen KörbcheninhaltsGrinsen

das Ganze garniert mit einer überraschenden Wendung, ein explodierendes Geschmackserlebnis für alle LesesinneZwinkern

Ich hoffe ihr genießt es und bekommt keine MagenverstimmungROFL

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Sachte hob Zara den kleinen Gegenstand aus dem Korb. Sie umfasste ihn vorsichtig und hielt sich das Handy mit der Schulter ans Ohr. „Ich weiß nicht so richtig, wie ich es beschreiben soll.“

Ihre schlanken Finger fuhren Konturen nach, ertasteten Unebenheiten in dem kristallen blauen Gestein. Sie erfühlte, erspürte, ertastete mit ihnen in dem Versuch zu verstehen, was genau sie da in den Händen hielt.

„Es ist so eine Art kleine Statuette. Etwa so groß wie eine ausgewachsene Katze. Sieht aus, als nun ja, als hätte jemand es mit kristallisiertem grobkörnigen blauem Zucker überzogen.“
„Was stellt die Statue dar?“ „Wie ich schon sagte, es ähnelt einem Baby.“ „Du willst mir also sagen, jemand hat dir ein Körbchen mit einer Statue vor die Tür gestellt, die grob gehauen und kristallisiert wirkt und zudem noch blau ist?“

„Ja, sie soll wohl ein Baby in Fötushaltung darstellen. Ich habe sie abgetastet und mit viel Mühe und Fantasie kleine Finger, und wenn ich mich besonders anstrenge kann ich auch einen winzigen Zeh ausmachen. Pete ich glaube jemand hat mir hier eine Art Objekt von Taelonkunst vor die Tür gestellt.“ Pete schnappte entsetzt nach Luft. Er war ein Genius auf dem Gebiet der Technik, aber so wie er der gesamten Menschheit(außer Zara)misstraute, so misstraute er auch dieser seltsamen Rasse aus dem All. Er mied alle Technik, die direkt von den Aliens stammte und traute nur solcher, in der mehr Mensch als Taelontechnik enthalten war.

Portale zum Beispiel manipulierte er zwar, aber er benutzte nur die von Menschenhand gebauten blauen mit Metalllegierungen und eingebauten Kabelverbindungen. Die eleganten geschwungenen lilafarbenen der Taelons ließ er links liegen. Aus Rücksicht auf Petes Paranoia hatte Zara sich ebenfalls von allen Bereichen ferngehalten, die etwas mit Taelons zu tun hatten.

Als ihr beispielsweise einmal jemand ein lukratives Angebot unterbreitete, bei dem es um den Einbruch in eine Ausstellung und dem Diebstahl von ausgegrabenen Taelonartefakten eines gewissen Ma`els ging, hatte sie auf Petes Drängen hin abgelehnt, obwohl dieser Auftrag ihr Millionen eingebracht hätte. Wie Pete ihr allerdings später erzählte, war der Schmugglerring dieser Artefakte aufgeflogen und der Anführer dem obersten Companionbeschützer FBI Agent Ronald Sandoval in die Finger geraten. Er überlebte es nicht.

Kurz gesagt sie hielt sich von allem fern, dass taelonblau und lila gefärbt und leuchtend war, um ihr Leben zu bewahren und kein Ende zu finden, das einen seehr qualvollen und schmerzhaften Tod und einen anschließenden Freiflug als sehr toter Kadaver ins Weltall beinhaltete. Jetzt allerdings hielt sie eine taelonblau gefärbte, matt leuchtende kleine Statue in den Händen, die sehr wohl etwas mit Taelons zu tun hatte.

Petes Reaktion auf diese Erkenntnis war schlicht gesagt erheiternd.

Er verfiel zum ersten Mal in seine Muttersprache und fluchte auf bestem Roma und Sinti etwas von in die Luft jagen, Granaten danach werfen, an eine Rakete binden, in einen Abgrund werfen. Amüsiert unterbrach Zara ihn. „Pete, woher bitte soll ich mit einem begrenzten Budget von 200 Dollar Handgranaten herkriegen, geschweige denn eine Rakete? Ich bin eine einfach Einbrecherin und nicht Hodini.“ „Das ist nicht lustig Zara! Dieses Ding kann dir eine ganze Menge Probleme bescheren!“ „Wo ich doch schon so wenige habe.“ „Zara!“ „Schon gut, schon gut, kein Sarkasmus, aber ich habe ehrlich gesagt nicht vorgehabt, die Statue loszuwerden.“

Schweigen. Dann… „Wenn du unbedingt sterben willst, kannst du dich auch von einer Brücke schubsen lassen oder Rodriguez einen Besuch abstatten. Ich bin sicher er wird sich sehr darüber freuen.“ „Genau das habe ich auch vor, Pete.“ „Was dich von einer Brücke schubsen lassen? Das kommt billiger, wenn du selbst springst.“ „Nein, Rodriguez einen Besuch abstatten.“

„…War nett dich gekannt zu haben, auch wenn du zum Ende hin den Verstand verloren hast.“ „Ich habe nicht den Verstand verloren, sondern einen genialen Plan für meine Rehabilitation ersonnen.“ „Rehabilitation, in der kriminellen Unterwelt?“ „Herrje, dann meinetwegen Wiederaufnahme, Begnadigung, was auch immer, jedenfalls habe ich einen Plan!“ „Der genial ist, gut durchdacht, einen Plan der zwanzig Minuten nachdem du noch dachtest Rodriguez hätte dich, in dein Hirn gesprungen ist?“

„Pete!“ „Du hast doch mit dem Wahnsinn angefangen, ich würze ihn nur mit der richtigen Prise Sarkasmus und Galgenhumor.“ „Herrje, denk doch mal nach! Hinter was ist Rodriguez mehr her, als hinter allem anderen?“ „Dir.“ „Abgesehen von mir!“ „Hm, der Erweiterung seiner privaten Sammlung.“ „Und die besteht aus?“ „Taelonartefakten, aber…Oh nein, dass vergiss mal ganz schnell wieder, dass würde niemals funktionieren!“ „Und ob! Ich werde die Statue fotografieren und damit zu ihm gehen und ihm zeigen. Er wird Interesse haben, ich gebe ihm das Ding als Zeichen meiner Reue und wenn er dann etwas milde gestimmt ist, hoffe ich das er mit sich verhandeln lässt.“

„Das ist der dämlichste Plan den ich je gehört habe! Selbst wenn er funktionieren sollte und er mit sich reden lässt, wirst du keine Ruhe haben! Rodriguez ist nicht dafür bekannt einfache Bedingungen zu stellen! Was hast du ihm denn schon groß anzubieten?! Eine Statue toll!“ Zara wurde etwas leiser. „Ich habe noch mich.“ „Was?! Vergiss es, du kannst doch nicht…“ „Außer dir hat nie jemand gesehen, wie ich wirklich aussehe. Wenn ich ohne falsche Haare und Kontaktlinsen zu ihm gehe, wird sein Interesse erwachen. Du hast mich damals immerhin eine halbe Stunde lang mit herunter geklapptem Kiefer angestarrt und dann wolltest du es noch nicht glauben. Sein wir ehrlich. Menschen mit meinem Aussehen sind nicht sehr häufig und noch seltener sind sie es in solch einer Form.“

„Er würde dich in seinen Harem stecken, du wärst nie wieder frei!“ „Immer noch besser als wenn ich mich ein Leben lang verstecke! So bin ich auch nie wirklich frei.“ „Zara..“ „Ich habe dich nur angerufen, damit du dir keine Sorgen machst. Ich hoffe wir sehen uns irgendwann wieder Pete.” „ZA...” ein Klicken beendete das Gespräch. Zara seufzte schwer. Sie wusste selbst, dass ihr Plan alles andere als wasserdicht war, aber irgendwas musste sie doch tun.

Sie wollte nicht länger wegrennen und um ihr Leben fürchten! Sie würde entgegen all ihrer diebischen Instinkte handeln und ihrem Gegner offen entgegentreten. Und hoffen dass sie überlebte.

Entschlossen wollte sie eine Nummer wählen, als ihr auffiel, dass sie das Handy immer noch mit dem Kopf an ihre Schulter und die kleine Statue in den Armen hielt. In einer ganz bestimmten Position. Schnell legte sie sie wieder in den Korb. Das musste nun wirklich nicht sein! Seltsamerweise fühlte sie eine plötzliche Leere in sich, sobald sie die Statue nicht mehr berührte. Deswegen also diese seltsamen Stimmungsschwankungen. Warum sonst hätten ihre Emotionen innerhalb so weniger Minuten vom dankbaren Weinen hin zu grimmiger Entschlossenheit gewechselt? Taelonartefakte waren wirklich unheimlich.

Und bildete sie sich das jetzt nur ein oder leuchtete die Statue jetzt etwas intensiver, nach ihrer Berührung? Und das Kristall schien irgendwie feiner und geschmeidiger. Sie musste das Ding so schnell wie möglich loswerden, sollte sich doch Rodriguez damit herumärgern. Sie nahm das Handy und wählte eine Nummer. Während des Verbindungsaufbaus schweifte ihr Blick immer wieder zu dem Körbchen. Die Statue besaß etwas hypnotisierendes, ob sie wollte oder nicht. Mit jeder Sekunde entdeckte sie mehr und mehr kleine Einzelheiten. Wo vorher vielleicht der Ansatz eines kleinen Zehs war, fand sich jetzt ein ganzes Füßchen. Wo vorher nur ein kleiner Finger, jetzt eine kleine zusammengeballte Faust. Sie sah zierliche Ärmchen, das kleine Köpfchen und ein niedliches Stupsnäschen.

Unerwartet fragte sie sich, warum jemand eine Statue von einem Kind machte. Sie ging durch was sie über die Taelons wusste. Unsterbliche, zierliche schlanke Wesen aus reiner Energie, in verschieden lilane Overalls gekleidet, bis in die kleinste Zelle intelligent. Geistig soweit entwickelt, dass sie keine körperlichen Bedürfnisse, ja nicht mal mehr Emotionen besaßen. Verbunden durch ein geistiges Gemeinwesen, ein vollkommenes Ganzes. Keine Individualität und Freiheit, wie die Menschen sie kannten.

Gekommen in einer Mission des Friedens, hielt ihr Mutterschiff sich seit 5 Jahren in der Erdumlaufbahn auf. Sogenannte Botschaften beherbergten jene unter ihnen, die mit den Menschen verkehrten und alle Taelonangelegenheiten koordinierten. Doch die Fassade der perfekten Taelons bröckelte langsam. Nach der inoffiziellen Aussage des Taelonanführers waren die Menschen eine Rasse von Lügnern und Betrügern. Damit behielt er Recht. Sie mochten deshalb noch so hoch entwickelt sein, diese Taelons. Geborene Lügner und Betrüger konnten sie nicht ewig täuschen. Selbst eine hochentwickelte Rasse musste irgendwoher kommen. Jedoch hatte bisher niemand kleine Taelonbabys oder auch nur die Spur eines Taelonkindes gesehen. Gerüchte über eine mögliche Unfruchtbarkeit machten die Runde. War dies der Preis für ihre Unsterblichkeit? Starben die Taelons aus? Steckte hinter der Friedensmission mehr? Was wollten die Taelons wirklich von den Menschen? War vielleicht die menschliche Fruchtbarkeit der Grund?

All diese Fragen drangen langsam aber sicher in die Gedanken der Menschen und die Taelons verloren das Vertrauen der Bevölkerung, wenn sie nicht endlich bald mit der Wahrheit rausrückten.

War diese kleine Statue ein weiterer Beweis für die Behauptungen des Widerstands? Hatte ein Taelon sie geschaffen in dem Versuch etwas zu haben, dass den unerfüllten Wunsch nach Nachwuchs wenigstens etwas erfüllte? War sie gerade dabei etwas zu verschachern, das einem unbekannten Taelon viel oder vielleicht alles bedeutete?

„Amerikanische Verbindungsstelle Abteilung Washington D.C. Frau Mewan am Apparat, mit wem darf ich sie verbinden?“

Aus ihren Gedanken gerissen stammelte Zara die Adresse von Rodriguez Scheinfirma. „Sie werden sofort verbunden, dieser Vorgang kann einige Minuten in Anspruch nehmen, da ihre Anfrage von einem veralteten oder beschädigtem Global zu kommen scheint.“ Zara grinste. Ein veraltetes Handy galt also als beschädigtes Global. „In Ordnung, vielen Dank und einen schönen Tag noch.“ „Ihnen ebenfalls.“

Zara fiel auf, dass sie sich während des Gesprächs dem Körbchen beträchtlich genährt hatte. Ihr Blick schweifte schon wieder über die Statue. Sie wurde langsam ärgerlich! Was stimmte nicht mit ihr?! War Petes Größenwahn jetzt endgültig auf sie übergesprungen? Sie checkte sich kurz. Keine Spur von überragender Intelligenz in Sachen Technik und Elektronik. Also nicht. Seufzend gab sie ihren Widerstand auf. Vielleicht verschwand dieses seltsame Gefühl ja, wenn sie es etwas befriedigte?

Sie hielt ihr Handy wieder mit ihrer Schulter ans Ohr und nahm vorsichtig die Statue aus dem Körbchen. Stirnrunzelnd betrachtete sie die kleine Statue. Ihre Form hatte sich schon wieder verändert! Die kleinen Füßchen plus Zehen waren jetzt deutlich zu erkennen, ebenso die zusammengeballten Fäustchen. Das Kristall schien noch feiner und fühlte sie da ein Pulsieren? Strahlte die Statue schon wieder etwas heller? Dem drängenden Gefühl folgend nahm sie sie in den Arm. Ratlos starrte Zara nun auf die kleine Statue, die sie wie ein Baby in den Armen hielt.
Das Gefühl war nun nicht mehr drängend, sondern erfüllte sie mit...Wärme? Oh verdammter Mist, die Statue weckte ihren menschlichen Mutterinstinkt! Die Taelons waren wohl wirklich verzweifelt, wenn sie eine Statue anfertigten, die die Illusion eines echten Babys hervorrief und Emotionen für eines erweckte.

Zara schloss die Augen. Ein seltsames Pochen bildete sich hinter ihrer Stirn. Ihre Emotionen gerieten immer mehr in Bewegung und wurden zu einem gewaltigen Wirbel, indem sie sich verlor. Erweckt der uralte Wunsch der Gene nach Fortbestehen. Die Luft wurde schwerer und begann zu knistern, die Lampen flackerten. Das Knistern wurde stärker und es bildete sich ein Wirbel aus fließender blauer Energie. Sie streifte um Zara, aber die bekam es nicht mit. Wie in Trance begann ihr Körper die Statue sanft zu wiegen und summte leise ein uraltes Lied. Das Pochen wurde zu einem Stechen und zog Zaras Seele auf eine unbekannte Ebene. Undurchdringliche Schwärze... mehr nahm sie nicht wahr. Sie schien im Nichts zu schweben. Sie fühlte sich leicht wie Feder vom Wind getragen und zugleich als fiele sie in ein Meer voll schwarzem Wasser, dessen tiefen Grund sie niemals erreichen würde. Es gab kein Oben und kein Unten, kein Kurz und kein Weit. Sanftes Flüstern halb singender, halb fauchender Stimmen im Hintergrund. War da ein Licht in der Ferne?

Zara wollte darauf zu gehen, doch sie hielt inne. Ein strahlendes Licht trat aus ihrem Innern heraus und umgab sie. Golden umfloss es ihre Seele und bildete eine schützende durchsichtige Kugel um sie herum. Zufriedenheit und noch mehr Wärme fuhr durch sie hindurch. Sie dachte, dachte den uralten Wunsch, der ihr Schicksal besiegelte.

Wenn es soweit ist…
Das stechende Gefühl nahm zu.
Wenn ich ein Kind habe….
Es wurde intensiver.
Werde ich es lieben…
Schmerz begann.
Es halten…
Nahm zu.
Es lehren...
Erreichte seinen Höhepunkt.
Und es beschützen. Für jetzt und alle Zeit...
Und explodierte.

Der Energiewirbel entlud sich und riss Zara aus ihrer Trance. Er erwischte sie mit voller Wucht und schleuderte ihren Körper gegen die Wand. Die Statue glitt ihr aus den Händen und fiel zu Boden. Sie strahlte von innen heraus. Der Kristall bekam Risse und fiel ab. Darunter glühendes blaues Licht. Zara sank in sich zusammen und schrie. Schmerzen, so viele Schmerzen in ihrem Kopf. Eine eisige dunkle Kälte durchdrang sie und fror ihren Geist ein. Es rang mit dem schmerzenden flammenden Feuer. Keiner gewann und keiner verlor. Flammendes Rot und eisiges Blau vermischten sich schließlich und ergaben ein sanftes helles Magenta, dass sich Sekunden später in ein fließendes Gold verwandelte. Die Vereinigung durchfuhr ihren Geist und leitete eine Veränderung herbei. Die Statue zerfiel, ein pulsierendes Bündel Licht blieb zurück.

Zaras Schmerzen vergingen und die Welt versank für sie in Dunkelheit.

___________________________________________________________


So dass war der Höhepunkt und jetzt geht es erst richtig los. Wer errät, was passiert ist bekommt einen Keks.Lächeln

*leckere Packung versteckt hinstellt*

Und wer errät, was als nächstes passiert, bekommt einen Keks mit doppelter Schokoladenfüllung.Grinsen

*Noch leckerere Packung Kekse versteckt hinstellt*

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15.10.2010 10:24
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Beitrag: #14
RE: Die Diebin und der Taelon – Begegnung zweier Welten oder Shab`ra, oh verdammter Mist!
*Ratemaschinerie anwerf*

A: Zara hat das Baby geweckt und darf es jetzt aufziehen. Es blühen uns minutiöse Beschreibungen von Windelwechsel und Fläschchenwärmen.

B: Zara hat das Baby geweckt und wird jetzt von den Taelons, die das natürlich gemerkt haben, als Heilsbringerin angesehen.

C: Zara hat sich mit dem Baby vereinigt. Ja, ich bin vorgeschädigt.

Und es ist doch ein Baby im Körbchen. Ich wusste es. Und, ja, ich bin vorgeschädigt.

Veria

Code:
HAI
    CAN HAS STDIO?
    VISIBLE "HAI WURLD!"
KTHXBYE
16.10.2010 19:33
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Sa`el Offline
direkt vom Mutterschiff

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Beitrag: #15
RE: Die Diebin und der Taelon – Begegnung zweier Welten oder Shab`ra, oh verdammter Mist!
A: teilweise richtig
B:ebenfalls zu einem Teil, nur werden sie die Taelons auf ihre eigene verdrehte Art ansehen, besonders die Synode, Zo`or tut mir jetzt schon leid....Lachen
C: Zu einem gewissen Teil richtig, verdammt wie machst du das?Booaaa

Du kriegst die halbe Packung Kekse und die mit doppelter FüllungHirsekeks
Hirsekeks

....
schnüff...
meine Kekse!Flennen

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.10.2010 21:12 von Sa`el.)
17.10.2010 21:09
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Liang Ji Abwesend
In meiner Ecke...

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Beitrag: #16
RE: Die Diebin und der Taelon – Begegnung zweier Welten oder Shab`ra, oh verdammter Mist!
Zitat:B:ebenfalls zu einem Teil, nur werden sie die Taelons auf ihre eigene verdrehte Art ansehen, besonders die Synode, Zo`or tut mir jetzt schon leid....Lachen

O.o
Wird er etwa Babysitter oder so was in der Art? xD
ich stells mir grad unglaublich komisch vor, Zo'or mit nem Baby im Arm ^^'
Coole Geschichte*-*

Lg
02.01.2011 21:40
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Sa`el Offline
direkt vom Mutterschiff

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Beitrag: #17
RE: Die Diebin und der Taelon – Begegnung zweier Welten oder Shab`ra, oh verdammter Mist!
Kapitel 2

Wahrgewordene Wünsche und ein ungewöhnlicher Monat


Kalt.
So unendlich kalt.
Sie betäubte die Schmerzen, aber auch ihren Geist.
Dunkel, so dunkel.
Allein.
Schwärze, überall.

Sie trieb in einem Meer aus vollkommener Schwärze.
Ihre Gedanken, eine zähflüssige graue Masse.

Da, da war etwas!
Da, waren da Töne?
Bewegung kam in sie.
Geflüster, sanft gesungene Stimmen.
Sie wollte dorthin, wollte wissen, aber etwas ließ sie innehalten.
Ein leis geflüstertes Wispern.
Sie folgte ihm und dann…

Licht. Und garstige Schmerzen.

Stöhnend wachte sie auf und brachte ihren ganzen Schmerz mit einem einzigen gewaltigen Wort zum Ausdruck.

„Au.“

Zara fasste an ihren Hinterkopf. Sie fühlte etwas Feuchtes und Warmes. Als sie die Hand zurückzog, klebte Blut an ihren Fingern. Wunderbar, schoss es durch ihren Kopf. Erst seltsamer Traum und jetzt eine Kopfverletzung, mit wahrscheinlicher Gehirnerschütterung! Warum musste dieses doofe Gehirn denn auch gegen den Schädel krachen? Wozu schwamm dieses glitschige Ding denn faul in Hirnflüssigkeit!

Da erinnerte sich Zara, warum sie hier auf dem Boden lag, an wertvollem Lebenssaft verlor und ihr eigenes Denkorgan beschimpfte.
Ruckartig setzte sie sich auf, zu allem bereit und entschlossen. Zwei Sekunden später gaben ihre Beine nach und das arme Denkorgan krachte erneut gegen ihren Schädel, der wiederum gegen die geschmacklosen Küchenfliesen krachte. Warum immer sie, warum nicht mal der andere Rest der Menschheit?

Seufzend manövrierte Zara ihren Körper in den Krabbenkriechtiermodus, oder wie immer man diese kriechenden Teile auch nannte. Sie setzte sich in Bewegung, wurde aber erneut gestoppt, als sie mit einer Hand in einen Haufen Scherben fasste. Fluchend zog sie sie zurück, nur um auf die traurigen Überreste ihrer heiligen Hello Kitty Tasse zu blicken, die nun so schmerz verursachend dekorativ in eleganter Splitterform in ihrer Handfläche steckten.

/pi../

Zara hielt inne. Etwas zog am ihrem Geist.

/pi…/

Das Ziehen wurde stärker und den Schmerz ihrer Hand ignorierend kroch sie weiter.

Dunkelheit, wärmender Anfang und erkaltendes Ende ….
Leere breitete sich erneut in ihrem Kopf aus.
Einsamkeit, schmerzhaft und lehrend…
Lichter begannen vor ihren Augen zu tanzen.
Alleine, frei in den Gedanken und ruhend in Erinnerungen…
Sie kroch schneller.
So vertraut diese drei Dinge….
Schneller.
seit Beginn ihrer Existenz…
Wo kroch sie hin?
als menschliches Individuum…
Sie suchte.
jedoch, jetzt…
Wo?
war etwas anders…
Was?
etwas war hinzugekommen…
Wie?
Sie musste es finden…
Wer?
Um wieder vollständig zu sein…
Da!


Zara erwachte. Was war nur los mit ihr?! Fremder, zweifacher Gedankengang zur selben Zeit!

/pi…/

Sie sah herab und stellte fest, dass sie vor dem Tisch saß. Die Glühbirnen der Lampen waren alle zerplatzt, ebenfalls das gesamte Geschirr. Die Wände besaßen jetzt einige Risse mehr. Nur dank des Mondlichts sah sie das gesamte Ausmaß der Zerstörung. Sie schaute auf ihre Hand. Ohne dass sie es bemerkt hatte, waren ihre Hände zu der Decke des umgekippten Körbchens geglitten und diese befand sich nun in ihren Armen. Die Decke wies eine sehr verdächtige dicke Beule auf. Außerdem, sie glimmte leicht bläulich. Und sie bewegte sich. Zara holte noch einmal tief Luft. Dann zog sie sie mit einem Ruck weg.

Und ein kleines Paar strahlend blauer Augen sahen sie voller Neugier an.

/Map`pi/

Gesuchtes gefunden, Individuum wieder komplett…

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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.01.2011 16:54 von Sa`el.)
26.01.2011 16:48
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