Danke ihr beiden!
„Erfahr ich jetzt aber bitte noch mehr über die Entscheidung der Synode?“, wurde Cleo neugierig. Sie konnte sich ja kaum vorstellen, dass … Nein, T’than war bestimmt einer von denen die dagegen waren.
Sandoval nahm einen Schluck Kaffee zur zwischenzeitlichen Stärkung, dann holte er Luft. „Zo’or sagt, die Synode gibt Da’an jetzt den Auftrag, mit den Jaridians einen geeigneten Ort zu vereinbaren. Ich denke, es wird so sein, dass am Ende die Synode bestimmen wird, ob ihr der Ort passt, oder nicht. Die Sache könnte sich also eventuell noch ein bisschen ziehen.“
„Und dann trifft die ganze Synode auf
einen Jaridian?“, runzelte sie die Stirn, „Das ist doch unfair!“
„Die ganze sowieso nicht, da bin ich sicher. Vielleicht nur Da’an und Zo’or, das würde schon reichen.“
„Ja …“ Cleo entzweite ihr Croissant und fing an es auszuhöhlen. „Ich bin ja schon gespannt …“, murmelte sie vor sich hin, „… es klingt alles so ungewöhnlich einfach.“
„Eine Garantie gibt es natürlich nicht, aber hoffen wir mal dass es was wird.“ Ronald hoffte besonders stark. Durch seinen Sohn, Liam, wusste er jetzt nämlich auch, dass Siobhán nicht weit weg von ihm war.
Sie hatte ihn sogar kurz sehen dürfen, als er noch von der Widerstandsärztin versorgt wurde. Davon wusste er auch nur, weil Cleo viel Kontakt zu Miss Palmer hatte. Es war jedenfalls schon mal beruhigend, sie lebend und in Sicherheit zu wissen, trotzdem wollte er die beiden jetzt gern sehen.
„Alles klar?“, riss Cleo ihn aus seinen Gedanken, aber da wusste sie auch schon Bescheid. „Sagen Sie nichts“, lächelte sie Ron dann an und seufzte leise, „das wird schon.“
„Hatten Sie wieder mal Kontakt zu ihm?“, wollte Ron wissen.
„Das letzte Mal vor zwei Wochen, davon wissen Sie ja“, antwortete Cleo, „Es geht beiden gut, wirklich, da bin ich sicher.“
Sandoval nickte seicht. Ganz sicher war es so, wie Crystal sagte. Es hätte sich bestimmt schon jemand gemeldet, wenn etwas nicht in Ordnung wäre, aber als Vater machte man sich eben Sorgen. „Danke übrigens für die Vermittlung.“
„Kein Problem“, lächelte sie, „aber Sie müssen sich wirklich nicht ständig dafür bedanken!“
„Naja, ich denke, es ist nicht selbstverständlich.“ Ron schüttete vorsichtig Zucker in sein Müsli. „Wissen Sie, ich war nie so der Typ für Freunde …“
„So ein Blödsinn! Was ist mit Frank?“ Autsch, da war es wieder. Cleos schlechtes Gewissen stach ihr mitten in die Brust – aber
er meldete sich ja auch nie.
„Das ist lange her“, wehrte Ron ab, „und jetzt ist er ja weg.“
„Wissen Sie überhaupt wo er hin ist?“
Der Agent schüttelte den Kopf. Interessierte es ihn überhaupt? „Ich wurde nicht über den Kündigungsgrund aufgeklärt und er hat mir auch nicht gesagt, was er so vor hat. Bei Ihnen ist er ja offensichtlich nicht!“ Es war ihm klar, wie provozierend das für Cleo klingen musste.
„Bei seinen Eltern. Helfen, wegen Krankheit oder sowas“, antwortete sie knapp. Ein anderes Thema wäre jetzt gut. „Reden wir doch lieber wieder von den Taelons“, meinte sie dann hoffnungsvoll.
„Ich habe jetzt augenblicklich keine Lust mehr dazu“, grinste Ron spitzbübisch und lehnte sich mit der Müslischüssel zurück, „Haben Sie ihn schon mal besucht?“ Er schob sich einen Löffel voll Müsli in den Mund und stellte sich das Pärchen vor. Er war es Frank immer vergönnt gewesen, nicht umsonst hatte er ihn damals nach Cleos Entlassung ermutigt ihr seine Wohnung als Unterkunft anzubieten.
Die Agentin seufzte und suchte einen interessanten Punkt an der Decke.
„Wieso nicht?“, schmatzte Ron fast entrüstet.
„Hat sich nicht ergeben.“
„Aber Sie beide waren doch …“ Ein drohender Blick in seine Richtung verriet ihm, dass er jetzt besser aufhören sollte. „Trinken Sie jetzt wenigstens ihr Schweinchen, bezahlt werden muss es so oder so und es wär doch schade drum, nicht?“, grinste Ron.
Cleo musste doch wieder schmunzeln, griff verlegen nach ihrem Shake und zog sich eine Ladung durch den Strohhalm rein.