Es ist soweit. Ich hoffe euch wird das Ende gefallen. Ist ja auch immerhin keines wie bei UaL.

Und ich hab mir was dabei gedacht!
Augur übergab dem Taelon das
Ei und schon beim bloßen Anblick dessen, leuchtete Da’an auf. Er konnte es nicht fassen, wollte es nicht glauben. Sein Blick haftete daran, als hätte es ihn verhext und das einzige woran er in diesem Augenblick dachte war eine Geschichte, ein Taelonmärchen welches früher den Kindern erzählt worden war. Er hatte es schon fast vergessen, doch dieses
Ding hatte ihn sofort wieder daran erinnert. Zo’or kannte es bestimmt nicht – nicht von ihm, denn seinem eigenen Kind hatte Da’an niemals ein Märchen erzählt.
Das Symbol des Lebens. Ein Samenkorn. Aus ihm wird erwachsen ein mächtiges Wesen – doch nur, wenn man es behutsam pflegt, ihm niemals Schmerz zufügt, es behandelt wie es einer Mutter gebührt.
In diesem Märchen wurde vom Leben
damals erzählt. Damals – ohne eine Zeitangabe. Ohne zu wissen, wann genau dieses damals gewesen war. Darum war es auch ein Märchen. Ein Mythos. Etwas, dass es nie wirklich gegeben hatte.
Der Ritus des Baumes, so hieß es da, wurde von den Taelons allmonatlich zelebriert. Sie versammelten sich um ihn und nährten ihn, damit er seines Lebens niemals müde würde. Er dankte ihnen mit seinem Saft des Lebens –
Ihre Energie, die wiederum die Taelons am Leben erhielt. So war es ein ständiges Geben und Nehmen – und den
Baum zu nähren war nicht schwer: Licht, Wärme, Nährstoffe wie sie jede gewöhnliche Pflanze benötigte, aber auch ausreichend spürbare Fürsorge, Anerkennung, Respekt und das Gefühl der Gemeinschaft.
Jeder Taelon stand mit ihm in Verbindung, und so mussten die Kinder sich ihm erst vorstellen. Mit jedem neuen Taelon der sich ihm vorstellte wuchs er, um genug lebensspendende Energie an alle verteilen zu können.
Bis knapp über den Boden reichten seine Arme, lang wie die einer Trauerweide, die jungen strahlten in hellem Blau. Mit der Zeit würden sie dunkler und schwächer werden, aber das dauerte einige hunderte Jahre. Wenn man die Knospen an ihren Enden berührte, öffneten sich diese und eine helleuchtende Blüte erschien, auf die ein Taelon seine Hand legen musste. So wurde er aufgenommen in den Kreislauf des Baumes.
Fest verbunden mit den Gebäuden der Taelons konnten diese sich, wann immer es notwendig war, ihre Energie von ihrem Spender nehmen. Eingespeißt in die Wände ihrer Behausungen entwickelten sie eigens konstruierte Plätze, an denen sich der Einzelne zurückziehen konnte und die Lebensenergie gleichmäßig in ihn drang.
Doch irgendwann wurden die Taelons nachlässig und zu dem noch gierig. Sie nahmen sich mehr als sie brauchten und mussten sich daher lange nichts mehr von ihrem Baum holen. So vergaßen sie in diesen Zeiten ihm ihre Kinder vorzustellen und ihn zu nähren und er wurde schwach, bis ihm am Ende für sich selbst keine Kraft mehr blieb und er starb.
Und erst als die Taelons merkten, dass auch sie wieder schwächer wurden, sahen sie, was geschehen war. Doch da hatten sie bereits vergessen wie man den Baum zu behandeln hatte. Dass es auch eine Zeit gab, in der er seine Blüten ganz ohne Berührung öffnete, Früchte trug und man seine jungen Samen erntete. Sie hatten es viel zu lange nicht mehr getan.
Ob alles wirklich genauso war wie es in der Geschichte hieß, wusste Da’an nicht. Aber er war sicher, in seinen Händen ein Samenkorn dieses Baumes zu halten. Für ihn war es klar: Das Märchen, war nun kein Märchen mehr. Es war die Wirklichkeit. Die Wahrheit, aus einer längst vergangenen Zeit der Taelons. Ma’el hatte daran offenbar schon lange geglaubt. Zum Glück.
Ende