So und nun das letzte Stück der Baumgeschichte von der schönsten Taelon der Galaxis und ihrem größten Fan.
Danke fürs mitlesen und viel Spass.
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„Ich
bin eine Taelon!“, fauchte Zi’ra empört und war kurz versucht, die Hände in die Hüften zu stemmen.
„Nö, Taelons sind androgyn.“, beharrte Kara hartnäckig. „Du bist eine Frau. Zugegeben, etwas ...
ungewöhnlich, aber eindeutig eine Frau.“
Das war vielleicht ein stures Vieh. Die Taelon überlegte kurz und entschloss sich dann zu etwas drastischeren Maßnahmen. Mit erhobener Hand ging sie langsam auf die Drachin zu.
Sofort allarmiert wich diese zurück. „Und was soll das jetzt werden?“
„Ich werde Dir beweisen, dass ich eine Taelon bin.“
„Jaha klar, und wie?“, lautete die misstrauische Antwort.
„Wenn ich Dich berühre kann ich es Dir
zeigen.“ Zi’ra blickte auf ihre jetzt leicht bläulich schimmernde Hand und dann in die Augen des Tieres. Weder die Absicht einer Täuschung oder eines Angriffes lagen in ihrer Ausstrahlung, nur entschlossene Aufrichtigkeit.
Kara senkte den Kopf und nickte zustimmend. „Die Krallen lässt Du aber stecken.“, fügte sie noch beiläufig an.
Zi’ra lächelte leicht, legte ihre Hand auf den Hals der Drachin, schloss die Augen und stellte eine Verbindung her. Der ganze Körper der Taelon schimmerte jetzt bläulich. Ihre Energie floss in den beiden völlig verschiedenen Spezies und übertrug Gedanken, Bilder und Gefühle. Die Essenz ihres Seins.
Menschliche Attribute würden den Gemütszustand Zi’ras am ehesten als traurig, einsam, verzweifelt und verbittert bezeichnen. Und doch, es gab da noch etwas anderes. Es ähnelte einem kleinen Hoffnungsschimmer, ganz fern am Horizont. Eines hatten beide gemeinsam. Die Einsamkeit und die Sehnsucht nach etwas, was sie nicht näher beschreiben konnten, da sie selber nicht wussten, was es war. Zwei Lebewesen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, erfuhren hier eine Seelenverwandtschaft, die es nur sehr selten im Universum gab.
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Sechs Monate später. Auf einem sonnenüberfluteten Felsplateau, mitten im Yellowstone Nationalpark, stand ein anthrazitfarbener weiblicher Drache und blickte sehnsüchtig zum Himmel.
„Wo bleibst Du nur.“, murmelte sie vor sich hin und schlug ungeduldig mit dem Schwanz hin und her.
Dann der erlösende Knall. Ein Shuttle sprang aus der Interdimension und landete punktgenau zwei Meter neben dem Tier.
„Du bist spät dran.“, rief Kara gespielt vorwurfsvoll der jungen Taelon zu, die aus dem Gefährt stieg.
„Entschuldige, Sandoval war noch in der Botschaft. Ich musste warten, bis er weg war.“, erwiderte Zi’ra und fiel der Drachin zur Begrüßung um den Hals. „Er soll ja schließlich nicht mitbekommen, das ich nur zu Da’an in die Botschaft komme, um mir das Shuttle für meine Spritztour zu Dir auszuleihen.“
„Gutes Kind“
„He, was heißt hier Kind.“, spielte Zi’ra die Empörte und stemmte theatralisch die Hände in die Hüften. „Ich bin 1000 Jahre alt.“
„Junger Hüpfer.“, lachte Kara. „Du bist nur halb so alt wie ich. Also reg Dich ab. Und, was machen wir heute?“
„Du hast es versprochen.“, bettelte die Taelon.
„Es ist gefährlich.“, wand die Drachin besorgt ein. „Du bist nicht unverwundbar.“
„Ich habe ein Sicherheitspaket dabei.“, rief Zi’ra triumphierend aus. „Na gut, Da’an hat darauf bestanden.“ Sie lief zum Shuttle und kam mit einem Brustgeschirr zurück. „Das ist ein Einzelstück.“, hielt es die Taelon stolz der Drachin hin. „Maßanfertigung.“
„Es ist lila.“
„Aubergine!“
Zi’ra legte der Drachin das Geschirr an. Dabei strich ihre Hand sacht über eine Narbe auf der rechten Schulter des Tieres. „Tut mir leid.“, flüsterte sie beschämt.
„Ist schon gut.“, entgegnete Kara. „Hey, das ist ein Zeichen vom Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Also, wie sieht es aus?“
Die Taelon legte die Hand auf den Hals der Drachin und zeigt ihr, wie sie sie sah.
„Na toll, ich sehe aus wie ein Voltigierpferd.“, nölte Kara und kniete sich hin.
„Nein, es sieht gut aus.“, versicherte Zi’ra und kletterte auf den Rücken des Tieres. Ihre Hände und Füße verstaute sie sicher in den dafür vorgesehenen Schlaufen am Geschirr. „Ach, da fällt mir ein. Da’an veranstaltet dieses Jahr ein Weihnachtsfest in der Botschaft und ich möchte Dich dazu einladen.“
„In Washington? Das ist aber gefährlich, wo soll ich denn da unbemerkt landen?“
„Du musst nur bis in die Nähe fliegen. Ich habe einen Laster organisiert, der bringt Dich sicher in die Stadt.“
„Mmh, ich weiß nicht.“ Die Drachin erhob sich und ging zum Rand des Plateaus.
„Ich garantiere für Deine Sicherheit.“
„Was gibt’s zu Essen?“
„Eis.“
„Kein Schinken? Eis also. Schokolade?“
„Ja.“
„Bin dabei.“ Kara breitete die Flügel aus und machte sich zum Absprung bereit.
„Es gibt da auch einen riesigen Baum im Garten der Botschaft.“, legte Zi’ra noch ein Bonbon oben drauf.
„Oh, also eine
Baumweihnacht. Das gefällt mir. Fertig? Na dann looooooooooooooos.“
- Ende -