So, von meiner Geschichte nun der letzte Teil. Bitte sehr!

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Cleo machte sich auf, um sich den einsamen Schokokeksen anzunehmen, da stellte sich ihr der Synodenführer plötzlich in den Weg. „Guten Abend, Agent Crystal! Auf Ihrem Schreibtisch liegen noch ein paar offene Akten und ich dachte, wo Sie schon hier sind, könnten Sie diese, der Ordnung halber, gleich verstauen“, sprach Zo’or höflich, aber direkt. Damit hatte sie jetzt zwar nicht gerechnet, aber Cleo nickte, machte ein freundliches Gesicht und begab sich kurzerhand aufs Mutterschiff. Sie überlegte auch, welche Akten das nur sein konnten? Sie ließ doch nie etwas offen liegen. Niemals! Egal, welche auch immer es waren, die wären im Handumdrehen weggeräumt. Sie wollte gerade die Brücke betreten, als ihr mit einem Mal der Atem stockte. Zwei ihr sehr bekannte Augen sahen sie an, aber etwas war anders.
„T’than?“ Cleo grüßte den Kriegsminister auf die übliche Weise. Taelonisch. „Zo’or ist in der Botschaft!“, merkte sie sogleich an, doch es schien den Taelon nicht zu interessieren, oder er wusste es bereits.
Die Agentin ging leicht verwirrt an ihren Schreibtisch, wo sie allerdings keine offenen Akten vorfand, wie Zo’or meinte.
„Es war ein Vorwand!“, erklärte der Kriegsminister schließlich, als er sah, dass seine ehemalige Beschützerin ganz offensichtlich nicht recht wusste, was das sollte. „Ich wollte einen Moment mit Ihnen allein sprechen!“, wobei
wollte, nicht ganz ehrlich war, da Da’an ihn in letzter Zeit, was das Verhältnis zwischen Taelons und Menschen anbelangte, sehr bearbeitet hatte.
Cleo zog die Augenbrauen nach oben. Weit nach oben. Noch weiter und sie wären ihr vielleicht davongeflogen.
War das jetzt ein Grund zum fürchten? Und das am Weihnachtsabend?
„Es gab ein paar unschöne Dinge in der Vergangenheit, die ich mit Ihnen nun klären sollte“, fing der Kriegsminister an und er tat sich etwas schwer, denn etwas auf diese Weise zu klären entsprach irgendwie so ganz und gar nicht seiner Art.
Cleo war sprachlos und wartete erstmal ab.
„Da’an hat mich bereits des Öfteren darauf aufmerksam gemacht, wie sehr gewisse Worte Sie verletzt haben“, gab er zu und fing auch sogleich an, sich zu verteidigen, „Ich stand kurz vor meinem Ende. Meinem Tod. Was natürlich nichts von dem entschuldigt, was ich zu Ihnen sagte.“
Cleo starrte den Taelon an. Ob er das ernst meinte? Aber er wäre bestimmt nicht hier, wenn es nicht so wäre, überlegte sie. So gut kannte sie T’than eigentlich, dass sie wusste, er würde dem andernfalls einfach aus dem Weg gehen. Wobei man seinen Worten sehr gut entnehmen konnte, dass Da’an ihn wohl ein klein wenig unter Druck gesetzt hatte. Wie auch immer.
„Ich will ehrlich zu Ihnen sein, Agent Crystal“, fuhr er fort, „Eigentlich möchte ich gar nicht hier sein. Mir lag nie wirklich etwas an diesem Planeten, geschweige den an ihrer Spezies“, er musterte die Agentin argwöhnisch, „aber es bleibt mir nichts anderes übrig, als ihn jetzt als neue Heimat zu akzeptieren. Wir werden diese Planeten nämlich allen Anschein nach nicht wieder verlassen.“
„Das tut mir Leid für Sie, T’than“, meinte Cleo nicht gänzlich ehrlich, aber gut gespielt einfühlsam, wobei sie sich nicht ganz sicher war, ob das einen Taelon, außer vielleicht Da’an, in irgendeiner Weise trösten konnte.
„Ich danke Ihnen!“, brummte er und hielt einen Moment inne, „Hören Sie, wenn ich jetzt nicht mit Ihnen mitgehe um dieses……Weihnachten zu feiern, dann wird mir Da’an damit das gesamte nächste Jahr damit in den Ohren liegen“, was er vollkommen ernst meinte und leicht gequält klang.
Cleo musste schmunzeln. Sie fand die Vorstellung, dass Da’an den Kriegsminister vollnörgeln würde, wenn er nicht spurte, einfach herrlich.
„Dann können wir jetzt zu den anderen gehen?“, fragte der Taelon und marschierte währenddessen schon voran, gefolgt von einer amüsierten und zugleich leicht verblüfften Agentin, die ein paar Sekunden brauchte, um zu realisieren, dass der Kriegsminister gleich Weihnachten feiern würde.
Wieder zurück am Ort des Geschehens, sah Cleo, wie alle irgendwo am werkeln waren. Da’an hatte sich nach den Geschenken den Weihnachtsbaumkugeln zugewandt, Liam stellte gerade eine Kanne Tee auf den Tisch neben den Keksen, Renee bastelte schon wieder an der Tischdekoration, wobei Mit’gai ihr tatkräftig zusah und Zo’or war wohl auf der Suche nach einem Geschenk für sich. Sandoval ging ab! Allerdings änderte sich das innerhalb einer Millisekunde nachdem Cleo sein Fehlen bemerkt hatte.
Da kam er plötzlich herein und der Agent hatte auch noch einen Servierwagen dabei, der eine sehr appetitanregende Duftwolke mit sich zog.
„So, bitte setzen, sonst wird das Essen kalt!“, forderte er die anwesende Truppe auf, die ihm brav folgte, und fing kurz darauf auch schon an zu servieren. Wie ungewöhnlich, sich von seinem Vorgesetzten bedienen zu lassen. Und wo hatte er das Essen her? Lieferservice? Cleo grinste. Auch, weil sie Renee direkt gegenüber saß und Mit’gai zu ihrer Rechten am einen Ende des Tisches platziert war. Der Heiler blickte etwas schief auf die Mahlzeiten die Ronald gerade den beiden Damen serviert hatte, aber er musste ja zum Glück nichts davon selbst essen.
Nachdem sich auch Ronald endlich am Tisch eingefunden hatte und der Synodenführer als Startschuss für das Essen jedem einen guten Appetit gewünscht hatte, stellte Da’an plötzlich fest: „Ich würde gerne wissen, wie so eine Entenbrust schmeckt“ und schielte grinsend zu seinem Beschützer. Liam grinste dem Botschafter zurück und hob wie selbstverständlich seine Hand und bot sie dem Taelon für ein Sharing an. Als hätten die beiden das schön öfter gemacht! Und was sein Elter machte, wollte Zo’or nachmachen und forderte Agent Sandoval mit einem schrägen Blick auf, ihm dabei zu helfen. Während Renee und Cleo erst etwas verblüfft auf diese Szene starrten und T’than und Mit’gai ebenso wenig danach zu streben schienen es den anderen gleich zu tun, wollten sich die Damen
allein! an ihr Essen machen.
„Nun, was ist?“, fragte Da’an frech grinsend und warf dem Kriegsminister einen besonders eindringlichen Blick zu.
T’than leuchtete kurz, aber stark auf. Wohl ein eindeutiges Zeichen dafür, dass er Sharingmäßig auf keinen Fall nachgeben würde und hätten die beiden Damen am Tisch aufleuchten können, dann hätten sie es getan! Mit’gai machte stattdessen eher den Eindruck, auf der Stelle flüchten zu wollen, wofür er sich jedoch hütete. Da’an würde ihm das sonst bis ans Ende seines Lebens vorwerfen und nachdem sie keine Energiekrise mehr hatten, würde dieses Leben doch noch eine Weile andauern.
So weit waren also alle vier noch nicht und beließen es dabei. Es war ohnehin schon ein großer Schritt gewesen, dass sie überhaupt miteinander feierten und das war für Cleo wohl das größte Geschenk. Vor allem ließ es sie für eine Weile den Gedanken an den fehlenden Mann an ihrer Seite vergessen und die innere Einsamkeit verflog. Auch wenn nicht alle ganz freiwillig hergekommen waren, so wurde es doch noch ein schöner Weihnachtsabend.