Re:Baumweihnacht
Als Zo'ors Energie in Vorjaks System zu fließen begann, war die erste Reaktion des Jaridian Überraschung.
Darüber, daß - nichts sonst geschah.
Und daß es sich so angenehm kühlend anfühlte wie zuvor der zergehende Kristall.
Der Taelon schien nichts erzwingen zu wollen - wie Vorjak, der jetzt erst recht darauf achtete, daß Shaqarava nur sanft strömte, ohne Absicht, ohne Ziel.
Sollte es so - einfach sein?
Der Jaridian machte sich klar, daß dieses Teilen wohl kaum ohne Folgen für ihn bleiben würde.
Es - es würde ihn schwächen, vermutete er.
Die Wucht und Durchschlagskraft seiner Energie im Kampfmodus mindern oder sogar dafür sorgen, daß er diesen nicht mehr auszulösen vermochte.
Durfte er das zulassen?
Er durfte nicht, er mußte, stellte er fest.
Weit über die Hälfte seines Volkes wollte schon lange nicht mehr kämpfen.
Und die übrigen Allianzmitglieder sowieso nicht mehr - die meisten hatten nie gewollt.
Wechselseitige Abhängigkeit ...
Wohin würden die Wege der Getrennten, wie die vier Völker die Taelon und die Jaridian oft bezeichneten, führen, blieben sie getrennt?
Nirgendwohin - weil es irgendwann niemanden mehr gäbe, der sie ginge.
Scheiterten die Friedensverhandlungen doch noch, würden die Seinen und ihre Gegner einander vernichten oder aber durch die eigenen massiven Schwächen ausgelöscht - die Taelon durch endgültiges Aufbrauchen ihrer Grundenergie, die Jaridian direkt oder auf Umwegen durch ihre Stoffwechselstörung, die sie irgendwann zu Asche werden ließ.
Wechselseitige Abhängigkeit ...
Konnte, durfte sich eine Lösung für einen äonenalten, mit aller nur möglichen Brutalität ausgetragenen Konflikt so angenehm anfühlen?
Vorjak ließ Kühlendes zu und Wärmendes strömen.
Sein Blick in das, was Zo'ors Fassade als leuchtend blaue Augen erscheinen ließ, drückte tiefe Unsicherheit und vorsichtige Hoffnung zugleich aus.
|