Kodriak war furchtbar müde und ihm war kalt. Erbärmlich kalt, aber ihm wurde wärmer und das brachte auch sein Gehirn auf Touren.
Er war gefangen, daran konnte er sich gut erinnern. Das war ein Schiff der Taelons und er war in einer Kühlkammer im Forschungsbereich. Er war sich nicht sicher, ob er wissen wollte, was die mit ihm gemacht hatten, oder lieber die Unwissenheit geniessen - denn zu wissen war bestimmt der Nachtruhe nicht sehr förderlich.
Nicht nachdenken, raus hier!
Er durchbrach die Abdeckung der Kühlkammer und sprang hinaus und gleich in Deckung, aber es war niemand hier. Nur wenige Atemzüge ruhige Verschnaufpause gönnte er sich, dann hechtete er durch die einzige offene Türe (wenn man diese bei Bedarf membranverschlossenen Öffnungen überhaupt als Türen bezeichnen konnte). Auch dort war niemand, es war wohl gerade Nachtruhe. Er war nicht sehr vertrauensselig, also kam ihm die zweite offene Türe schon etwas merkwürdig vor, und die dritte dann erst recht. Er hatte nur einen Weg und soetwas legte durchaus den Schluss nahe, dass das jemand plante.
Aber es half nichts, er hatte nun einmal nur diesen Weg, also nahm er ihn mit gebührender Vorsicht. Mit gerechtfertigter Vorsicht, wie er bemerkte, als er in einem Raum einen Taelon fand. Sofort hob er seine Hände, liess seine Energie in diese fliessen - und schoss. Definitiv war er lange kaltgestellt gewesen und mehr als ausgehungert, denn der Taelon lebte nach diesem Schuss noch.
Nochmal!
Doch er wurde gestört. Ein Mensch, eine Frau, sprang von der Seite zwischen den Taelon und den Jaridian und zielte mit ihrer Waffe auf diesen und feuerte einen Schuss direkt auf ihn ab. Sie hatte offenbar nicht sehr gut gezielt, denn sie hatte lediglich seinen Oberarm getroffen. Es tat ihm nicht sehr weh, aber seine Zielsetzung hatte sich verändert: Raus hier, der Taelon war nebensächlich. Seine Widersacherin allerdings nicht, er mochte nicht mit einem bewaffneten Menschen im Rücken fliehen. Also schnellte er auf sie zu, die Hände ausgestreckt und glühend, und schoss. Sie, Cleopatra Crystal, überlegte nicht lange, als sie den Jaridian auf sich zukommen sah, und versetzte ihm reflexartig, während sie sich duckte, einen gezielten Tritt in die Bauchgegend. Dabei allerdings hielt sie ihre Waffe nicht fest genug, er konnte sie ihr aus der Hand schlagen. Verzweifelt versuchte sie noch nach der eben verlorenen Waffe zu greifen, merkte aber, dass sie diese nicht mehr erwischen konnte und verpasste ihrem Gegner noch einen Tritt mitten ins Gesicht, um nicht von ihm umgebracht zu werden. Kodriak steckte auch diesen Schmerz weg, kickte die Waffe noch ein Stück weiter und rannte in eine Ecke des Raumes, in der ein Portal stand.
Er konnte es benutzen - und er tat es. Hoffentlich war das voreingestellte Ziel an einem sichereren Ort.
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