Re:Handlung - Widerstand (Einstiegspunkt)
Der Lift öffnete sich und Lili Marquette betrat den grossen Raum, kurz sah sie sich um. Augur schien sie gar nicht bemerkt zu haben, er war wohl in irgendein kniffliges Problem vertieft. Sie lächelte flüchtig in Liams Richtung, so ganz wusste sie den Mischling immer noch nicht einzuschätzen. Besagter Mischling hatte seine Kollegin bemerkt und lächelte zurück. Bisher hatte er nicht das Gefühl, dass sie eine gute Beziehung zueinander hatten und so bot er ihr mit einer kurzen Kopfbewegung an zu ihm zu kommen, sie tat es und setzte sich neben ihn. Einen Moment lang starrte sie wortsuchend die Wand an, dann fragte sie: "Und wie war Ihr Tag?"
"Ich denke, ich bin heute erwachsen geworden", erwiderte Liam mit einem Grinsen. Etwas ernster meinte er kurz darauf: "Und wie ist es bei Ihnen gelaufen?"
Ja, Smalltalk war bei einem so jungen, erst zwei Wochen alten Mann vielleicht nicht so gut. "Ich bin ... einen Tag älter geworden", sagte Lili, "und dank Sandoval hat dieser Tag mir viele graue Haare gebracht." Sie blickte kurz verstohlen zu Liam und lehnte sich dann zurück und schlug die Beine übereinander. "Lt. Beckett ist wieder hier, ich weiss nicht, warum."
Liam nickte. "Meinen Sie, dass sich da wieder etwas zusammenbraut?" Wenn Siobhan wieder in Washington war, dann entweder, weil ihr Taelon ebenfalls hier weilte, oder weil sie Nachforschungen anstellte. Er hoffte, dass es keine waren, die jene Geschehnisse um Ha'gel in der Kirche betrafen. Noch mehr hoffte er allerdings, dass sie sich nicht schon an einige Dinge erinnern konnte. In Liams Gesicht spiegelten sich seine Sorgen wider, während er Lili aufmerksam anschaute.
Jetzt drehte sie den Kopf zu ihm und sah ihn mitfühlend an: "Sie wird sich schon nicht so schnell erinnern, Liam, es gibt ja gar keinen Anlass. Sie haben ja eine ordentliche Identität, die Beckett Ihnen auch glaubt." Lili musste diese Sorge des Kindes um die Mutter einfach zerstreuen, auch wenn sie sich keineswegs sicher sein konnte, dass seine Befürchtungen nicht allzu wahr waren.
Liam lächelte. "Sie haben Recht. Sie hat mich auch niemals erwachsen gesehen ..." Allerdings würde sie es fühlen, da war er sich sicher. "Ich hätte sie gerne kennengelernt ...", meinte er und ließ den Satz offen. Lili war nicht dafür da, um seine Unruhe zu mildern, oder seinen Gefühlszustand zu bessern. "Was denken Sie über ihre erneute Anwesenheit hier?"
"Sie könnte Sandoval verfolgen, aber ... als Implantantin? Sie hat bestimmt einen dienstlichen Grund." Lili seufzte und riskierte einen Blick zu Augur, der auf seinen Computer wütend zu sein schien. "Ich werde es ja bestimmt rausbekommen, wenn sie mich in was auch immer für eine Untersuchung einbezieht", fügte sie hinzu, "und Sie ja auch, Major." Sie betonte den Rang und grinste.
"Leute!", rief Augur von seinem (eigentlich Doors', aber wenn der sich hier nicht mehr sicher fühlte ...) Computer herüber, "Ihr solltet euch das mal ansehen!", und winkte sie zu sich, herüber. Lili sprang auf und folgte seinem Ruf neugierig, Liam etwas langsamer ebenfalls. "Da hat es doch tatsächlich jemand gewagt, sich in einen meiner Server zu hacken! Ist das zu glauben, Leute?", wollte Augur eher rhetorisch wissen und deutete auf seinen Monitor. "Das Seltsame ist dabei, dass er ziemlich schnell gewesen ist. Muss sich also bestens auskennen - oder meine Daten gehabt haben, was ich schon aus Prinzip ausschließe. Aber das wirklich Seltsame ist, dass der Eindringling irgendwo in Griechenland sitzt und sich aus einem verdammten Internet-Café Zugriff verschafft hat." Er wandte sich zu den beiden anderen um, um ihre Reaktion darauf (nämlich Lilis offenstehenden Mund) zu sehen.
Liam quittierte es mit einem entsprechend empörten Blick. "Unfassbar!" Natürlich machte er sich durchaus seine Gedanken dazu und fragte ernst: "Denkst du an einen Verrat?"
'Da'an!', schoss es Lili durch den Kopf.
"Alles ist möglich", entgegnete Augur, "aber wer sollte uns denn deiner Meinung nach verraten haben?" Jetzt sprach Lili ihren Gedanken aus, doch Liam schüttelte vehement den Kopf. Zumindest in dieser Sache war er sich sicher.
"Diesem Blau-Blut würde ich das zutrauen! Jetzt, wo er über uns Bescheid weiß", meinte Auger in selbstsicherem Ton.
"Wir können ihm vertrauen.", meinte Liam darauf nachdrücklich und schob leiser ein "Ich vertraue ihm." hinterher.
"Ich bin mit meinem Vertrauen nicht ganz so großzügig wie du, Liam", entgegnete Augur scharf, "ich für meinen Teil traue ihm keine zehn Zentimeter weit über den Weg."
"Du vergisst da etwas ..."
"Liam, Augur hat Recht!", unterbrach Lili, "Wer sonst könnte das denn sein? Aber, Augur, was hat der Hacker denn gemacht? Können Sie das nachvollziehen?"
"Ich habe die letzten Minuten damit zugebracht, das herauszufinden - mit dem Ergebnis, dass sich diese Person zwei neue Identitäten zugelegt hat. Also legt das den Schluss nahe, dass es zumindest noch einen Komplizen gibt. Welche Identitäten es jedoch genau sind ... tja, daran arbeite ich noch." Man konnte Augurs Stimme anhören, dass er mit dem, was er bisher heraus bekommen hatte, nicht zufrieden war.
"Wozu ... wozu braucht jemand in Da'ans Auftrag Ihren Server?", wunderte sich Lili, "Da sollten die Verbindungen zur Regierung doch genügen, um tausend neue Identitäten zu haben."
"Ich sagte ja, es kann nicht Da'an sein!", freute sich Liam.
"Ausschließen würde ich das noch lange nicht, Liam", meinte Augur in bestimmendem Tonfall. Er missbilligte Liams leichtsinniges Vertrauen gegenüber Da'an. "Und warum jemand sich in seinem Auftrag einen neuen Namen zulegt, hmmm ... wer weiß schon, was im Kopf eines Taelons vorgeht. Vielleicht will er ja einen für sich selber", grinste Augur.
"Er weiß, wo der Widerstand ist, warum sollte er sich so viele Umstände machen? Bisher hat er weder diesen noch mich verraten und so lange bleibe ich dabei."
"Bisher." wiederholte Auger in bissigem Ton.
"Das kannst du auch über jeden anderen Menschen sagen ... und über mich!" Ernst und etwas traurig sah Liam ihn an.
Lili seufzte und blickte zwischen den beiden Männern hin und her: "Könnten wir darin übereinkommen, es im Moment einfach nicht zu wissen?"
"Also gut. Ganz wie du meinst, Darling", gab Augur etwas widerwillig nach. Liam stimmte zu, indem er nichts mehr sagte, während Lili noch einmal seufzte. Darling! Augur liess auch wirklich keine Gelegenheit ungenutzt. "Na dann", er atmete einmal tief durch, "Mal schaun, was ich noch rausfinde." Mit diesen Worten wandte sich Augur nun voll und ganz wieder seinem Computer zu.
"Liam", sah Lili jetzt den jungen Kimera streng an, "da wir gerade davon sprechen: Könnten Sie das nächste Mal, wenn Sie einem Taelon den Widerstand zeigen wollen, wenigstens vorher Bescheid sagen?"
Liam sank ein Stück in sich zusammen. "Werde ich. Es war richtig ...", meinte er sehr leise. Ein wenig konnte er Lili da doch schon zustimmen.
"Wenn wir in zwanzig Jahren noch leben, gebe ich Ihnen Recht", sagte sie fest, "bis dahin betrachte ich es als Ihre hoffentlich dümmste Aktion überhaupt - noch dümmer darf es nämlich wirklich nicht mehr werden."
Liam grinste auf ihre Aussage hin. "Ich kann Ihnen versichern: noch mehr als durch diese Aktion werde ich niemanden mehr in Zukunft gegen mich aufbringen können ..."
Lili hoffte es sehr, lächelte knapp und suchte sich wieder einen Sitzplatz.
Liam war etwas unsicher, setzte sich dann aber wieder in die Nähe von Lili.
Code:
HAI
CAN HAS STDIO?
VISIBLE "HAI WURLD!"
KTHXBYE
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