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Handlung - Widerstand (Einstiegspunkt)
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Veria Offline
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Handlung - Widerstand (Einstiegspunkt)
Liam starrte gedankenverloren die Wand vor sich an. Seit er hier im Widerstandshauptquartier unter der Kirche auf die Welt gekommen war, hatte er nicht viel Zeit gebraucht, um einen Platz für sich zu finden.
Beschützer Da'ans.
Augur hatte ihm die nötige Identität besorgt, um an Boones Beerdigung teilnehmen zu können, ohne Misstrauen zu erwecken: Major Liam Kincaid.
Er hatte sich in der Uniform wohl gefühlt und die Überraschung Lilis erkennen können, als er aufgetaucht war. Aber er hatte es bei Augur nicht mehr ausgehalten und wichtiger gefunden, auf irgendeine Art und Weise Kontakt mit Da'an aufzunehmen. Da war so ein Gefühl diesbezüglich gewesen, dass ihm schwer gefallen wäre zu erklären.
Nach der Beerdigung war er der neue Beschützer Da'ans geworden.
Die ganze Zeit über hatte Liam seine Umgebung genaustens im Auge behalten und so bald etwas gespürt, eine Bedrohung, die sie beobachtete. Und er hatte Recht behalten: Ein Replikant hatte das Feuer eröffnet und geistesgegenwärtig hatte Liam sich auf Da'an geworfen. Ohne Beschützer war dieser ein offenes Ziel gewesen, obwohl Liam gemerkt hatte, dass auch Taelons mit Beschützer nicht völlg sicher waren.
Der Synodenführer Quo'on war erschossen worden und hatte - wie es seine Rasse wohl ausdrücken würde - die Ebenen gewechselt.
Dessen Energie hatte sich nach dem Schuss verteilt, doch darauf hatte Liam kaum geachtet. Sein einziger Gedanke war Da'ans Leben gewesen. Kurz darauf hatten auch die anderen reagiert. Nur wenige Sekunden nach ihm hatte sich jeder, der dazu imstande gewesen war, seiner Profession entsprechend verhalten. Geübt war gesichert worden, wer Schutz brauchte, und der Replikant gesucht worden. Doch dieser war ebenso schnell wieder verschwunden, wie er aufgetaucht war, und hatte kein weiteres Mal geschossen.
Nur war Liam sich zu diesem Zeitpunkt nicht sicher gewesen, wieviel Da'an eigentlich von ihm gewusst hatte. Als er ihn angeblickt hatte ... etwas hatte er in seinen Augen schimmern sehen können, aber er war nicht in der Lage gewesen, es zu deuten.

Die weiteren Ereignisse waren rätselhaft und turbulent verlaufen. Zo'or hatte wirklich den Vorschlag angenommen, dass er, Liam, Beschützer werden konnte. Ohne Implantat, ohne Skrill, ohne irgendetwas, das ihn beeinflussen konnte.
Des weiteren hatte er seine Pflichten gleich aktiv ausführen müssen. Der Replikant musste gefasst werden, zur Eliminierung einer Gefahr für die Taelons.
Da'an hatte sich also freiwillig als Köder zur Verfügung gestellt und sie hatten sich in der Botschaft näher kennengelernt. Gemeinsam hatten sie, natürlich unter Aufsicht, Fuvlasha gespielt. - Und der Taelon hatte da schon etwas vermutet, Liams Hand in die seine genommen und mit Blick auf die Kamera einen möglichen Verrat verhindert. Er war sich dessen sicher gewesen, wie Liam wieder an seinen Blick zu erkennen geglaubt hatte.
Eine stumme Übereinkunft, die der Kimera persönlich gar nicht hatte verstehen können. Aber es hatte ihn in seinen Annahmen über Da'an bestätigt.

Der Replikant hatte es geschafft, in die Botschaft einzudringen. Das Portal war sofort getroffen worden, sie hatten anders fliehen müssen. Sandoval und Lili hatten sich wohl sofort, als sie dies hatten sehen können, auf den Weg zu ihnen gemacht, aber waren nicht schnell genug gewesen. Die Waffe, die Liam von Zo'or bekommen hatte, war nutzlos gewesen. Gegen den Replikanten hätte er als normaler Mensch unter diesen Umständen keine Chance gehabt. Er war gezwungen gewesen, in Gegenwart des Taelons sein Shaqarava zu benutzen, um dessen und auch sein eigenes Leben zu schützen.
Doch Liam war nicht verraten worden. Keine Sanktion war erfolgt, keine Verfolgung, Gefangennahme, oder Folter. Da'an hatte niemandem gesagt, was er gesehen hatte.
Die Ausrede, die Liam selber parat gehabt hatte, hatte vielleicht Misstrauen erweckt, vor allem bei Sandoval, aber bisher keine weiteren Folgen gehabt. Er würde in Zukunft auf der Hut sein müssen.

Damit waren seine ersten Erlebnisse mit Da'an keineswegs zu Ende gewesen. Liam fühlte sich ihm verbunden und er hatte das Gefühl ihm vertrauen zu können. Die Synode hatte in dieser Hinsicht allerdings eine etwas andere Meinung gehabt und Zo'or zum neuen Synodenführer als Nachfolge Quo'ons bestimmt. Der Kimera war davon nicht begeistert gewesen, aber seine Interessen waren bei weitem nicht die gleichen, wie die der Taelons. Obwohl, in abgewandelter Form durchaus. Sie wollten beide überleben, die Taelons und er ebenfalls, ein Wesen, zu einem Drittel Kimera, zu zweien ein Mensch. Der einzige seiner Art, der aber nun einen Verbündeten gefunden hatte. Einen Lehrer und vermutlich auch einen Freund.
Die Tiefe seines Vertrauens in den Taelon hatte ihn dazu bewegt, ihm das zweitgrößte Geheimnis zu zeigen, das er hütete.
Er hatte den Botschafter gebeten, mit ihm zu kommen, war mit ihm in ein Shuttle gestiegen und hatte ihn zur Kirche geflogen. Zum Widerstand.
Liam hatte Da'an hinunter geführt und Jonathan Doors ohne vorherige Absprache vor vollendete Tatsachen gestellt. Ein Taelon im Widerstandshauptquartier. Liam grinste bei diesen Erinnerungen: Der Blick von Jonathan war Gold wert gewesen. Sie hatten sich die Hände gereicht, Da'an und Jonathan, der Taelon und der Mensch. Die Erneuerung eines alten Bündnisses.
Doch dieses Mal wahrhaftig.

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31.05.2009 00:00
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Veria Offline
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Re:Handlung - Widerstand
Nach den ganzen aufregenden, aber auch höchst anstrengenden Tagen war nun endlich im Hauptquatier des Widerstandes wieder Ruhe eingekehrt und auch die Ordnung schien sich wieder zu etablieren. Man könnte sagen, dass alles wieder seinen gewohnten Gang lief, aber dem war nicht so. Ausnahmslos alle der Anwesenden machten sich Gedanken um das, was in den letzten Tagen geschehen war. Der tödliche Schusswechsel zwischen Boone und Ha'gel, den beide nicht überlebt hatten. Becketts Schwangerschaft, die darauf folgende Geburt ihres Sohnes, Liam, den sie nie als diesen kennen lernen würde. Liam, das Kind eines Aliens, ein Hybride. Halb Mensch, halb was? Taelon. Die Frage, was er war, konnte so recht niemand beantworten. Für Doors jedenfalls, war er der Feind in Menschengestalt und musste auf jeden Fall und unter allen Umständen beobachtet werden. Misstrauen war ja gut und schön, aber das, was Doors hier an den Tag legte, war Paranoia in Reinform und jeder wusste das. Jeder fand das etwas übertrieben, zumindest, bis zu dem Punkt, an dem Liam das schier Unmögliche tat: Er brachte einen Taelon hierher, ins Hauptquatier des Widerstandes. Das war Doors entschieden zu weit gegangen. Er misstraute Liam nun voll und ganz und hatte ihm nichts von seinem neuen Hauptquartier mitgeteilt.
Für Augur hingegen, war Liam ein Kind. Zwar eines, das sich innerhalb weniger Stunden von einem Säugling zu einem ausgewachsenem Mann entwickelt hatte, aber mental doch eher noch ein Kind zu sein schien. Ein Kind, das Führung brauchte, beschützt werden müsste und nicht untersucht und seziert. Augur versuchte, für Liam so etwas wie ein großer Bruder zu sein. Er hatte ihm sogar eine eigene Wohnung besorgt. Ihm war zwar bei der Schlüsselübergabe etwas mulmig gewesen, aber Liam besaß zu Augurs Erstaunen bereits eine Menge Wissen und Erfahrung, sodass Augur der Meinung gewesen war, dass eine eigene Wohnung für den jungen Mann kein allzu hohes Risiko war. Im Gegensatz zu Doors hatte er Liam sofort gemocht.
Doch nun endlich etwas Ruhe zu haben, tat ausgesprochen gut. Er konnte nun auch endlich wieder seinem Tagewerk nachgehen: Er begann damit, seine E-Mails abzurufen, was nur einige Minuten dauerte. Danach machte er sich daran, sämtliche Log-Files durchzusehen. Als er gut die Hälfte davon hinter sich gebracht hatte, wurde er plötzlich stutzig: "Was zum..." Das, was er da las, konnte unmöglich stimmen! Jemand hatte sich von außerhalb Zugriff auf einen seiner Server verschafft. "Aber wie?", zischte er. "Wer auch immer du bist", sagte er leise im Selbstgespräch zu sich selber, "ich werde das im Nu wissen." Augur meinte dies nicht als eine Art Versprechen oder Vorhersage, sondern als eine Tatsache, und um diese in die Tat umzusetzen, machte er sich sofort an die Arbeit.

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01.06.2009 00:36
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Veria Offline
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Beitrag: #3
Re:Handlung - Widerstand (Einstiegspunkt)
Der Lift öffnete sich und Lili Marquette betrat den grossen Raum, kurz sah sie sich um. Augur schien sie gar nicht bemerkt zu haben, er war wohl in irgendein kniffliges Problem vertieft. Sie lächelte flüchtig in Liams Richtung, so ganz wusste sie den Mischling immer noch nicht einzuschätzen. Besagter Mischling hatte seine Kollegin bemerkt und lächelte zurück. Bisher hatte er nicht das Gefühl, dass sie eine gute Beziehung zueinander hatten und so bot er ihr mit einer kurzen Kopfbewegung an zu ihm zu kommen, sie tat es und setzte sich neben ihn. Einen Moment lang starrte sie wortsuchend die Wand an, dann fragte sie: "Und wie war Ihr Tag?"
"Ich denke, ich bin heute erwachsen geworden", erwiderte Liam mit einem Grinsen. Etwas ernster meinte er kurz darauf: "Und wie ist es bei Ihnen gelaufen?"
Ja, Smalltalk war bei einem so jungen, erst zwei Wochen alten Mann vielleicht nicht so gut. "Ich bin ... einen Tag älter geworden", sagte Lili, "und dank Sandoval hat dieser Tag mir viele graue Haare gebracht." Sie blickte kurz verstohlen zu Liam und lehnte sich dann zurück und schlug die Beine übereinander. "Lt. Beckett ist wieder hier, ich weiss nicht, warum."
Liam nickte. "Meinen Sie, dass sich da wieder etwas zusammenbraut?" Wenn Siobhan wieder in Washington war, dann entweder, weil ihr Taelon ebenfalls hier weilte, oder weil sie Nachforschungen anstellte. Er hoffte, dass es keine waren, die jene Geschehnisse um Ha'gel in der Kirche betrafen. Noch mehr hoffte er allerdings, dass sie sich nicht schon an einige Dinge erinnern konnte. In Liams Gesicht spiegelten sich seine Sorgen wider, während er Lili aufmerksam anschaute.
Jetzt drehte sie den Kopf zu ihm und sah ihn mitfühlend an: "Sie wird sich schon nicht so schnell erinnern, Liam, es gibt ja gar keinen Anlass. Sie haben ja eine ordentliche Identität, die Beckett Ihnen auch glaubt." Lili musste diese Sorge des Kindes um die Mutter einfach zerstreuen, auch wenn sie sich keineswegs sicher sein konnte, dass seine Befürchtungen nicht allzu wahr waren.
Liam lächelte. "Sie haben Recht. Sie hat mich auch niemals erwachsen gesehen ..." Allerdings würde sie es fühlen, da war er sich sicher. "Ich hätte sie gerne kennengelernt ...", meinte er und ließ den Satz offen. Lili war nicht dafür da, um seine Unruhe zu mildern, oder seinen Gefühlszustand zu bessern. "Was denken Sie über ihre erneute Anwesenheit hier?"
"Sie könnte Sandoval verfolgen, aber ... als Implantantin? Sie hat bestimmt einen dienstlichen Grund." Lili seufzte und riskierte einen Blick zu Augur, der auf seinen Computer wütend zu sein schien. "Ich werde es ja bestimmt rausbekommen, wenn sie mich in was auch immer für eine Untersuchung einbezieht", fügte sie hinzu, "und Sie ja auch, Major." Sie betonte den Rang und grinste.

"Leute!", rief Augur von seinem (eigentlich Doors', aber wenn der sich hier nicht mehr sicher fühlte ...) Computer herüber, "Ihr solltet euch das mal ansehen!", und winkte sie zu sich, herüber. Lili sprang auf und folgte seinem Ruf neugierig, Liam etwas langsamer ebenfalls. "Da hat es doch tatsächlich jemand gewagt, sich in einen meiner Server zu hacken! Ist das zu glauben, Leute?", wollte Augur eher rhetorisch wissen und deutete auf seinen Monitor. "Das Seltsame ist dabei, dass er ziemlich schnell gewesen ist. Muss sich also bestens auskennen - oder meine Daten gehabt haben, was ich schon aus Prinzip ausschließe. Aber das wirklich Seltsame ist, dass der Eindringling irgendwo in Griechenland sitzt und sich aus einem verdammten Internet-Café Zugriff verschafft hat." Er wandte sich zu den beiden anderen um, um ihre Reaktion darauf (nämlich Lilis offenstehenden Mund) zu sehen.
Liam quittierte es mit einem entsprechend empörten Blick. "Unfassbar!" Natürlich machte er sich durchaus seine Gedanken dazu und fragte ernst: "Denkst du an einen Verrat?"
'Da'an!', schoss es Lili durch den Kopf.
"Alles ist möglich", entgegnete Augur, "aber wer sollte uns denn deiner Meinung nach verraten haben?" Jetzt sprach Lili ihren Gedanken aus, doch Liam schüttelte vehement den Kopf. Zumindest in dieser Sache war er sich sicher.
"Diesem Blau-Blut würde ich das zutrauen! Jetzt, wo er über uns Bescheid weiß", meinte Auger in selbstsicherem Ton.
"Wir können ihm vertrauen.", meinte Liam darauf nachdrücklich und schob leiser ein "Ich vertraue ihm." hinterher.
"Ich bin mit meinem Vertrauen nicht ganz so großzügig wie du, Liam", entgegnete Augur scharf, "ich für meinen Teil traue ihm keine zehn Zentimeter weit über den Weg."
"Du vergisst da etwas ..."
"Liam, Augur hat Recht!", unterbrach Lili, "Wer sonst könnte das denn sein? Aber, Augur, was hat der Hacker denn gemacht? Können Sie das nachvollziehen?"
"Ich habe die letzten Minuten damit zugebracht, das herauszufinden - mit dem Ergebnis, dass sich diese Person zwei neue Identitäten zugelegt hat. Also legt das den Schluss nahe, dass es zumindest noch einen Komplizen gibt. Welche Identitäten es jedoch genau sind ... tja, daran arbeite ich noch." Man konnte Augurs Stimme anhören, dass er mit dem, was er bisher heraus bekommen hatte, nicht zufrieden war.
"Wozu ... wozu braucht jemand in Da'ans Auftrag Ihren Server?", wunderte sich Lili, "Da sollten die Verbindungen zur Regierung doch genügen, um tausend neue Identitäten zu haben."
"Ich sagte ja, es kann nicht Da'an sein!", freute sich Liam.
"Ausschließen würde ich das noch lange nicht, Liam", meinte Augur in bestimmendem Tonfall. Er missbilligte Liams leichtsinniges Vertrauen gegenüber Da'an. "Und warum jemand sich in seinem Auftrag einen neuen Namen zulegt, hmmm ... wer weiß schon, was im Kopf eines Taelons vorgeht. Vielleicht will er ja einen für sich selber", grinste Augur.
"Er weiß, wo der Widerstand ist, warum sollte er sich so viele Umstände machen? Bisher hat er weder diesen noch mich verraten und so lange bleibe ich dabei."
"Bisher." wiederholte Auger in bissigem Ton.
"Das kannst du auch über jeden anderen Menschen sagen ... und über mich!" Ernst und etwas traurig sah Liam ihn an.
Lili seufzte und blickte zwischen den beiden Männern hin und her: "Könnten wir darin übereinkommen, es im Moment einfach nicht zu wissen?"
"Also gut. Ganz wie du meinst, Darling", gab Augur etwas widerwillig nach. Liam stimmte zu, indem er nichts mehr sagte, während Lili noch einmal seufzte. Darling! Augur liess auch wirklich keine Gelegenheit ungenutzt. "Na dann", er atmete einmal tief durch, "Mal schaun, was ich noch rausfinde." Mit diesen Worten wandte sich Augur nun voll und ganz wieder seinem Computer zu.
"Liam", sah Lili jetzt den jungen Kimera streng an, "da wir gerade davon sprechen: Könnten Sie das nächste Mal, wenn Sie einem Taelon den Widerstand zeigen wollen, wenigstens vorher Bescheid sagen?"
Liam sank ein Stück in sich zusammen. "Werde ich. Es war richtig ...", meinte er sehr leise. Ein wenig konnte er Lili da doch schon zustimmen.
"Wenn wir in zwanzig Jahren noch leben, gebe ich Ihnen Recht", sagte sie fest, "bis dahin betrachte ich es als Ihre hoffentlich dümmste Aktion überhaupt - noch dümmer darf es nämlich wirklich nicht mehr werden."
Liam grinste auf ihre Aussage hin. "Ich kann Ihnen versichern: noch mehr als durch diese Aktion werde ich niemanden mehr in Zukunft gegen mich aufbringen können ..."
Lili hoffte es sehr, lächelte knapp und suchte sich wieder einen Sitzplatz.
Liam war etwas unsicher, setzte sich dann aber wieder in die Nähe von Lili.

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06.06.2009 17:47
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Beitrag: #4
Re:Handlung - Widerstand (Einstiegspunkt)
Lili schreckte von einem unangenehmen Geräusch hoch und warf versehentlich ihr Kopfkissen aus dem Bett. Was zum Henker? Es war gerade mal drei!
Sie streckte sich, zog ihr Global vom Nachttisch und öffnete es. "Jaaa ..." Verdammt, sie klang wie Dornröschen - vor dem Kuss des Prinzen.
"Captain Marquette, bitte kommen Sie unverzüglich zu folgenden Koordinaten", sagte Sandoval in schroffem Ton und ohne sich daran zu stören, dass Lili wohl gerade noch geschlafen hatte. Er übermittelte ihr auch sofort die Koordinaten.
"Natürlich", unterdrückte sie ein Gähnen, doch sie redete ohnehin nur mehr mit einem schwarzen Bildschirm.
Einige Sekunden lang war Lili Marquette noch unglaublich müde, dann schaffte es der Marine in ihr, zur Kaffeemaschine zu wanken und Abhilfe zu schaffen. Wenige Minuten später war sie dann angezogen, bemerkte auch gerade noch rechtzeitig, dass die Schuhe verschiedene Farben hatten, und verliess schliesslich ihre Wohnung.
Wenigstens hatte Sandoval ihr Portalkoordinaten gegeben, sich ins Auto zu setzen traute sie sich trotz Kaffee gerade nicht zu. Als sie ankam, sah sie eine biedere Vorstadt, wie aus den Seifenopern im Vorabendprogramm - und was war hier? Das zu erwähnen, hatte Sandoval leider unterlassen.
Sie wartete nicht lange, kaum hatte sie sich umgesehen, stieg Sandoval aus einem schwarzen Kleintransporter, der ganz in der Nähe des Portals parkte, und kam zu ihr herüber. "Guten Morgen", grüßte er sie in etwas beiläufigem Ton.
"Gute Nacht", gab sie zurück, "Wonach suchen wir?"
"Nun", begann er, "wir suchen einen entflohenen Gefangenen, der vor einigen Stunden vom Mutterschiff entkommen ist. Er ist höchst gefährlich und nicht menschlich." Er sah sie an, zog darauf sein Global heraus, tippte kurz darauf herum und zeigte ihr ein Abbild des Flüchtigen. "Es handelt sich bei dieser Kreatur um einen Jaridian." Jaridian. Lili nickte. Von denen stammten also die ganzen lästigen Sonden. "Es gibt bereits einige Augenzeugen, welche ausgesagt haben, dass eine Kreatur, auf die die Beschreibung des Jaridian passt, durch dieses Portal gekommen sei", fuhr Sandoval fort, "Meine Leute befragen sie noch, aber ich glaube kaum, dass sie mehr wissen, als sie bereits gesagt haben. Desweiteren wurde bereits das gesamte Viertel weiträumig abgesperrt. Es wird also nicht besonders einfach für ihn, das Gelände zu verlassen."
"Nicht, wenn er schon draussen ist. Wir wissen nicht, wie schnell so ein Jaridian ist."
"Unwarscheinlich", entgegnete Sandoval, "nach Zeugenaussagen ist er nach Osten unterwegs und hat sich wahrscheinlich im Wald versteckt. Ich habe veranlasst, dass man das Gelände absucht. Bereits in diesem Moment sind Einsatzkräfte mit ihren Spürhunden vor Ort."
"Ich werde mitsuchen", beschloss Lili, besonders mit dem Gedanken, den Jaridian zum Widerstand statt zu Sandoval zu bringen.
Sandoval entließ sie mit einer Handbewegung. "Erstatten Sie mir regelmäßig Bericht!", wies er sie an und ging zurück zu dem Kleintransporter, wo bereits ein schwarz gekleideter Agent auf ihn wartete.
Lili dachte sich ein paar Schimpfworte, öffnete ihr Global und fragte die Positionen der Einsatzkräfte ab, dann marschierte sie zügig los. Wenig später hörte sie erst einen Schuss und kaum darauf einen erstaunten Ruf, den sie leider nicht genau verstehen konnte. Sie lief schneller.
Kurze Sätze drangen aus ihrem Global: "Subjekt gesichtet! Bewegt sich in Richtung Norden! Haben Verfolgung aufgenommen!", dann eine andere Stimme: "Verstanden. Brauchen Sie Verstärkung?" Ja, Verstärkung war erwünscht: "Positiv!" Lili sah auf die Navigationsanzeige und wandte sich etwas mehr nach Norden als sie müsste, wenn sie den Alarmschreier erreichen wollte. "Verstärkung ist unterwegs, Einheit Bravo, over." Hoffentlich war Lili schneller!
Sie war es! Sie kam dem vermuteten Weg des Jaridians weit schneller näher als die weitere Gruppe, die vorhin vom Waldrand gestartet war. Doch dann bemerkte Lili überrascht einen Waldbrand und blieb verdutzt stehen. Sie schätzte ab, wo der Jaridian sein musste, und kam zu dem Schluss, dass er auf diese Art seinen Verfolgern den Weg abschnitt. Lili musste an diesem Feuer vorbei! Sie rannte, als ginge es um ihr Leben, und meldete sich zugleich noch bei ihrem Vorgesetzten: "Sandoval, der Jaridian hat den Wald angezündet!"
"Danke, ich werde sofort die Feuerwehr informieren", erwiderte er sichtlich wenig erfreut.
Gerade einen Moment später hörte sie die Meldung auch von den anderen: "Hier Einheit Bravo! Ein Feuer versperrt uns den Weg! Ich wiederhole: Ein Feuer versperrt den Weg! Subjekt flieht weiter Richtung Norden!", und darauf: "Verstanden, Einheit Bravo!"
Wie immer sehr wortreich.

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06.06.2009 22:01
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Beitrag: #5
Re:Handlung - Widerstand (Einstiegspunkt)
Lili kam tatsächlich am Feuer vorbei und entkam gerade noch einem Schuss des Jaridian, indem sie sich sehr unangenehm hinter einen Baumstamm warf. Verdammt! Wie sagte sie ihm, dass sie nicht sein Feind war? Wo war ihr Global? Ah, da lag es. Sie streckte ihre Hände aus, hielt aber sofort inne, als sie deutlich Kodriaks Shaqarava sah. "Hallo", sagte sie vorsichtig, "kann ich das haben?"
"Mensch, du jagst mich!", knurrte er, "Du gehörst zu den Taelons!"
"Nein!", widersprach Lili energisch und folgte mit ihrem Blick dem Global, das der Jaridian mit einer Hand an sich nahm und betrachtete. Natürlich erkannte er die Symbole als Personen. "Ich weiss, wie Sie entkommen können!", erklärte Lili.
"Sehr gut!", grinste er und packte sie hinten am Kragen, er zog sie hoch.
Schüsse zischten an ihnen vorbei und Lili riss ihn sofort zu sich, dass sie übereinanderkugelten, aber immerhin nicht getroffen wurden. "Wir sind in der Zange, die von Norden, das Feuer von Süden", sagte sie hektisch, "Kommen Sie!" Sie rappelte sich hoch und zog ihn nach Westen. "Und lassen Sie das verdammte Global los, man kann uns anpeilen!" Kodriak warf das Gerät von sich, streckte eine Hand den neuen Verfolgern entgegen und schoss, dann lief er mit seiner Begleiterin zurück in Richtung der Häuser. Sie lockte ihn in eine Falle, so musste es sein!
Er konnte ihr nicht folgen. Er liess sie einen halben Schritt voraus, dann legte er ihr eine Hand auf den Hinterkopf und liess seine Hand leicht glühen, worauf die Menschenfrau vornüber auf den Boden kippte. Kodriak zog weiter an und rannte einen weiten Bogen, dann begann er, seine Verfolger gezielt anzugreifen. Sie schossen zwar zurück, doch massive Baumstämme durchschossen sie nicht.
Kodriak hatte eine Chance! Er hatte es nicht mit Kriegern zu tun.
Er schien ein Tier erschossen zu haben, es erklang fürchterliches Gewinsel, einer der Menschen schrie: "Verdammtes Drecksvieh!", womit er wohl Kodriak meinte, und schoss wie ein Wahnsinniger. Vielleicht war das eine gute Ablenkung: Kodriak verschwand hinter einem Baum, kletterte schnell auf selbigen, zielte wieder auf den Waldboden und legte somit ein weiteres Feuer.
Und dann wartete er ruhig, still und leise.
Die Menschen auch. Verdammt! Hoffentlich zogen sie sich vor dem Feuer zurück, bevor Kodriak hier oben verbrannte. Er war dem Feuer ja ein gutes Stück näher.
Nein, sie rührten sich tatsächlich nicht.
Kodriak spähte aus und versuchte, seine Gegner auszumachen. Die meisten waren wohl gut versteckt, aber zwei konnte er sehen. Er schoss auf beide, mindestens einen traf er auch, denn es schrie jemand. Und das war auch nicht alles an Lärm - laute Sirenen erklangen. Sollten noch mehr Menschen ihn verfolgen? Die Taelons hatten diese Welt wohl sehr gut im Griff. Kodriak hob seine Hände und schoss eine volle Breitseite auf die vermutete Linie der Menschen in Deckung ab. Er hatte keine Zeit mehr! Sie zogen sich zurück, er schoss wieder, dann sprang er vom Baum und hechtete eilig in Deckung, während er ein weiteres Mal schoss.
Er konnte kaum mehr sehen, wohin er schoss, also liess er es und bewegte sich möglichst bodennah und leise zwischen den Menschen zu seiner Linken und dem Feuer zu seiner Rechten. So viele Menschen konnten es nicht sein, hoffentlich.
Da lag die Menschenfrau, noch immer bewusstlos. Kodriak hob sie sich auf die Schultern und eilte weiter. Und dann war links plötzlich frei! Die Menschen zogen sich vor dem Feuer zurück, der Jaridian nahm die Gelegenheit wahr, die heisse Gegend ebenfalls zu verlassen. Er musste zwar vor zwei heissen Fronten fliehen, doch das war nicht sehr schwierig. Wenig später erreichte Kodriak eine Gruppe von Gebäuden, in einem davon versteckte er sich dann.

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06.06.2009 22:01
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