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Handlung - Mutterschiff (Brücke)
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Veria Offline
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Handlung - Mutterschiff (Brücke)
"Quo'on! Ich empfange merkwürdige Signale! Es sieht aus, als seien es irgendwelche Störsignale! Ich weiß nicht, wie ich diese Daten interpretieren soll!", rief ein Freiwilliger ganz entsetzt in die Richtung des Taelons. Eigentlich war das das geringste Problem, denn die Brücke, nein, das ganze Schiff bebte.
"Können Sie mir schon einen Schadensbericht melden?", rief Quo'on dem Freiwilligen zu.
"Zwei Decks melden, dass es Schwankungen in der Energieversorgung gibt. Es wird von 4 Verletzten berichtet. Schwere Erschütterungen machen sich auf dem gesamten Schiff bemerkbar, externe Kommunikation ist ausgefallen", entgegnete der Freiwillige nun profesioneller.
"Finden Sie sofort die Ursache und beheben Sie das Problem!", befahl Quo'on in herrischem Ton.
"Jawohl!" Der Freiwillige machte sich sofort ans Werk und tippte wild auf seiner Konsole herum.
"Was hat das zu bedeuten?", fragte Zo'or, die gerade die Brücke betrat, mit eisiger Stimme, wenngleich sie eigentlich recht gut gelaunt war. Immerhin war es bei diesem Geschüttel eine echte Kunst gewesen, unfallfrei auf die Brücke zu gelangen. Gewohnheitsmäßig begrüßte sie jeden Freiwilligen einzeln mit einem bösen Blick und richtete dann einen fragenden auf Quo'on.
Der Freiwillige, der zuvor schon über die Probleme berichtet hatte, drehte sich um, um zu antworten, aber als er Zo'ors Blick sah, war er nicht mehr so sicher, ob er das riskieren sollte. Er entschied sich trotzdem, eine Meldung zu machen "Wir empfangen unerklärliche Signale und diese stören fast alle Systeme." Mittlerweile wurden auch die Lebenserhaltungssysteme von den Störungen betroffen.
"Signale von den Jaridians?", lehnte sich Zo'or nicht sehr weit aus dem Fenster, lag aber trotzdem falsch. Niemand wusste wirklich, was es für Signale waren. Auf der Suche nach einem potenziellen Schuldigen ließ sie ihren Blick durch die verstörend wackelnde Brücke schweifen und stoppte zum zweiten Mal bei Quo'ons Gesicht. Es störte sie inzwischen arg, dass es der Synodenführer nicht für nötig hielt, ihr zu antworten.
Da'an, der hinter Zo'or die Brücke betreten hatte, hatte die Erklärungen des Freiwilligen aufmerksam verfolgt und sah nun ebenfalls zu Quo'on.
"Wenn ich es wüsste, hätte ich es euch wohl schon längst gesagt!", fuhr dieser Zo'or und Da'an leicht an. Er war selbst schon etwas genervt, weil er ebenso wenig Ahnung hatte wie alle anderen auf dem Mutterschiff.
Zo'or, die diese leicht harsche Antwort schon beinahe als persönliche Kritik auffasste, warf Da'an einen so zornigen Blick zu, als wäre er es gewesen, der die Jaridians erwähnt hatte. Nachdem sie damit fertig war, sich eine halbe Sekunde lang für diese unfaire Handlung zu schämen, ärgerte sie sich maßlos darüber, dass sie sich geschämt hatte, und blickte umso finsterer.
Mittlerweile hatten die Energieschwankungen aufgehört und die Systeme spielten nicht mehr gar so verrückt. Der Freiwillige entschloss sich, noch einmal einen Statusreport zu geben: "Alle Systeme beginnen sich zu normalisieren! 4 Decks melden leichte Schäden. Insgesamt 12 Verletzte, keine davon schwer. Lebenserhaltungssysteme arbeiten stabil. Energieverteilung auf allen Decks wieder normal. Interne Kommunikation intakt. Externe Kommunikation komplett ausgefallen, Techniker arbeiten daran."
Die Tatsache, dass der Boden unter ihr nun wieder sicher war, gab Zo'or auch das kleinste bisschen verlorene Selbstsicherheit zurück. Sie unterdrückte den Impuls, ein weiteres Mal zu fragen, was denn nun passiert war, da Quo'ons Miene sie unmissverständlich darauf hinwies, dass er dies nicht dulden würde, und lenkte sich damit ab, die anwesenden Freiwilligen auf mögliche Fehltritte zu untersuchen. Sie fand relativ schnell ein geeignetes Opfer: Der junge Mann sah aus, als wäre er schlechte Behandlung bereits gewohnt, selbst die Menschen um ihn herum schienen zu versuchen, nicht in seine Nähe zu kommen. Er bot sich einfach an. Mit der Sicherheit, dass Quo'on gerade anderes zu tun hatte, als sich um ihr Verhalten zu scheren, machte sie einen Schritt auf den Freiwilligen zu und suchte aufmerksam nach einem kleinen Fehler. Die Tatsache, dass sie nach einer halben Minute noch erfolglos war, reizte sie dabei zusätzlich.
"Was gibt es denn?", fragte der Mensch nach zwei weiteren Minuten unhöflich genug, dass Zo'or es als Frechheit und damit als gefundenes Fressen sehen konnte.
"Ich dulde nicht", drohte sie mit ihrer eisigsten Stimme (auf die sie sehr stolz war), "dass ein Mensch so mit mir spricht. Wie ist ihr Name, Freiwilliger?"
"Kosimo Álkarez", er duckte sich ein wenig und Zo'or fühlte sich sofort wohler.
"Es sieht also so aus als wären keine nennenswerten Schäden entstanden. Wenn sich die Ursache für dieses Ereignis geklärt hat, wirst du sicher die Synode informieren", wandte sich Da'an unterdessen an Quo'on und verliess dann die Brücke, das unpassende Verhalten Zo'ors ignorierend. Das, was er noch vor diesem Zwischenfall gesehen hatte, der nun leere Tank Boones, in welchem dieser sich hätte regenerieren sollen, hatte ihn zutiefst erschüttert.
[[ Da'an folgen ]]
"Sie werden die Brücke umgehend verlassen und sich bei ihrem Vorgesetzten melden", fuhr nun Zo'or Kosimo an, "Ich werde ihm von Ihrem Fehlverhalten berichten lassen."
"Muss das sein?"
Der Satz war ein Fehler, und zwar ein gewaltiger. Zo'or hatte ja nach Fehlern gesucht, aber auf keinen Fall tolerierte sie, dass ihr jemand ungestraft widersprach.
"Nein", erwiderte sie, "Ich kann auch Agent Sandoval auffordern, sich persönlich um diesen Fall zu kümmern."
"Kann ich mich auch einfach bei Ihnen entschuldigen? Es tut mir nämlich schon leid ..."
Zo'or wurde es langsam zu viel. Es war eine der seltenen Situationen, in denen sie die Menschen darum beneidete, einfach mal zuschlagen zu können. Sich mühsam beherrschend, den Freiwilligen nicht mit roher Gewalt persönlich zu entfernen, forderte sie Agent Sandoval auf, umgehend zu erscheinen.
"Ich nehme an, dass ich jetzt doch hier warten soll?", fragte der Freiwillige fast schon liebenswürdig und fing sich einen vernichtenden Blick.
"Sie werden jedes Wort bereuen, das sie in den letzten Minuten gesagt haben."
"Sie sind aber ein furchtbar kapriziöser Taelon", stöhnte der Freiwillige, glücklicherweise aber leise genug, dass Zo'or so tun konnte, als hätte sie es überhört, um sich nicht auf das Niveau einer Diskussion herablassen zu müssen. Kurz entschlossen ließ sie ihn stehen und begab sich zu Quo'ons Platz, um bei diesem vielleicht ein paar Informationen aufzuschnappen.
Derweil betrat Sandoval die Brücke. "Sie wollten mich sprechen, Zo'or?", sagte er kurzangebunden, da er nicht wüsste, was der Taelon von ihm wollen könnte.
"Nehmen sie diesen Freiwilligen dort mit sich und lehren sie ihn, dass er mir besser kein zweites Mal frech kommt!", wies ihn Zo'or an, froh, dass er fragte, da sie das Gespräch schon fast wieder vergessen hatte. Der bemitleidenswerte Freiwillige trat unwillig aber brav von alleine an die Seite Sandovals, seines vermeintlichen Schlächters. Vielleicht hielt er seine Fassung vor allem deswegen, weil er den Asiaten um mehr als zwei Köpfe überragte. - Was auch keine Kunst war, dachte Zo'or.
"Folgen sie mir!", wies Sandoval den Freiwilligen an und machte sich daran, die Brücke zu verlassen. Das Unglückslamm folgte ihm wort- und hoffnungslos.

Als sie die Brücke verlassen hatten, richtete Sandoval das Wort an den Freiwilligen: "Sie sollten in Zo'ors Gegenwart mit dem, was Sie sagen, etwas vorsichtiger sein, da Sie eine vorlaute Zunge leicht Ihren Kopf kosten könnte."
"Kommt mir nachträglich auch beinahe so vor", seufzte der gebürtige Spanier und bemühte sich, zu Agent Sandoval zu schauen, ohne dass es den Eindruck machte, er würde auf ihn herabsehen - leider war das fast unmöglich. "Aber sie ist ja trotzdem ganz sympathisch."
Sandoval runzelte die Stirn. "Sympathisch?", wiederholte er fragend.
"Ja", sagte Ko frei heraus, "Ich würde das mal als ganz herben Charme bezeichnen. Aber ich glaube, das würde mich auch den Kopf kosten ..."
"Wie dem auch sei", Sandoval lenkte das Gespräch wieder zurück auf das Wesentliche, "Ich verwarne Sie hiermit ganz offiziell. Unterlassen Sie Derartiges in der Zukunft! Zügeln Sie sich oder Sie könnten ein paar Probleme bekommen, wenn Sie so weitermachen. Sie sollten Zo'or besser nicht reizen. Haben Sie mich Verstanden?"
"Verstanden. Übrigens, die Verwarnung ist ein schöner Zug von Ihnen", erwiderte Ko ernst, "Ich will mich mühen, sie nicht zu reizen, aber ich kann nur hoffen, das es gelingt. Ich glaube, sie wollte einfach wütend sein. Wie auch immer - ich nehme nicht an, dass ich jetzt zur Brücke zurückkehren sollte?"
"Das sollten Sie wohl unterlassen."
"Dann will ich jetzt wohl gehen", meinte Ko leichthin und stellte mit Erstaunen fest, dass er von dem gefürchteten Sandoval nicht die schlechteste Meinung hatte - und dass Zo'ors Gemüt so gefährlich wie unterhaltsam war. Er nahm sich vor, dem Taelon bald ein weiteres Mal über den Weg zu laufen - allerdings mit einem besseren Eindruck.
'Sie?', dachte Sandoval etwas verwundert, wollte aber nicht weiter darüber nachdenken und entschied sich, den Freiwilligen ziehen zu lassen. Auf die Brücke jedoch wollte selbst er nicht zurück kehren, da Zo'or schon wieder eine seiner berüchtigten Launen hatte und Sandoval nicht in sein Schussfeld geraten wollte. Aber Zo'or einen weiteren Grund liefern, sauer zu sein, wollte er auch nicht und so beschloss er, doch zurück auf die Brücke zu gehen - was er dann auch tat.

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29.05.2009 23:52
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Shask Offline
Wollschaf und Baumbewohnerin

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Beitrag: #2
Re:Handlung - Mutterschiff
Im Grunde genommen war es eine Serie von Katastrophen gewesen, doch Zo'or störte sich daran nicht. Sie hatte sehr gute Ergebnisse aus jeder Katastrophe ziehen können.
Angefangen hatte das eigentlich schon mit Ha'gel. Schwupps - und Boone war weg. Eine gute Gelegenheit, auf die Zo'or schon lange gehofft hatte. Die Tatsache, dass die Störung auf dem Mutterschiff ein Rätsel geblieben war, hatte Quo'on in seinem Ruf geschädigt und ihr ein wenig mehr Einfluss verliehen. Es ergab sich der schöne Nebeneffekt, dass Da'an neuerdings gar nichts mehr sagte und nur noch traurig guckte, was sehr viel leichter zu ertragen war, als seine ständigen Versuche, die Menschen in Schutz zu nehmen. Zo'or verstand das noch immer nicht. Vor einem Planeten noch war ihr Elter doch noch so eine angenehme Gesellschaft gewesen, aber jetzt ...
Zo'or untersagte sich, darüber nachzudenken. Es machte sie traurig und traurig zu sein machte sie wütend. Da'an machte sie wütend.
Das Beste an dem ganzen Spiel war jedoch, dass ein Jaridian-Replikant Quo'on endgültig aus ihrer Planung entfernt hatte, so dass Zo'or nichts Nennenswertes mehr daran gehindert hatte, zum Synodenführer aufzusteigen (wie gesagt, an Da'an zu denken war verboten).
Glücklicherweise war auch der Replikant kein dauerhaftes Übel gewesen, Da'ans (Mist, schon wieder) neuer Beschützer hatte ihn erledigt und leider auch noch seine Kompetenz bewiesen, denn eigentlich hätte Da'an nicht überleben sollen. Angesichts des Zustands ihres Elters war es ja fast schon eine Gnade, es zu töten, was die letzten Reste von Zo'ors Gewissen jedoch nicht daran hinderte, immer mal wieder aufzumucken. Zum Glück beeinflussten sie nie ihre Entscheidungen. Zo'or beschloss, dass Da'an aus dem Leben zu erlösen ein Gedanke bleiben sollte, den sie sich im Hinterkopf behielt und bei gegebenen Gelegenheiten immer wieder halbherzig zur Anwendung bringen würde.
Stolz blickte Synodenführer Zo'or von seinem Thron zur Erde herab und freute sich über die deutliche Dezimierung von Hindernissen, die ihr das Schicksal gegeben hatte. Nun hieß es nur noch, dieses Problem namens "Menschen" unter Kontrolle zu bringen, um sich dann der Hauptprobleme der Taelons anzunehmen. Da'ans neuer Beschützer würde schon kein größeres Problem sein, da war sie sicher. Immerhin war er nicht einmal implantiert.

Mit einer untaelonisch schnellen Bewegung sprang Zo'or wieder auf, als ihr die Idee des Tages kam. Sie betraf zwar schon wieder Da'an, aber dieses Mal mit späterem Nutzen: Wäre die Existenz des Elters endgültig beendet, dann wäre es bestimmt leichter, nicht mehr an es zu denken.
Und nein, sie würde Da'an anschließend kein bisschen vermissen, sagte sich Zo'or und wusste, dass es eine Lüge war, und noch nicht einmal eine gute. Trotzdem ließ sie sich auf einem Datenstrom die Kammer zeigen, in der sie einst den Jaridian hatte einfrieren lassen. Dieser gefrorene Klumpen lag ihr ohnehin schwer im Magen, denn so ein Jaridian-Eisberg barg seine Gefahren. Sie hatte keinesfalls vor, ihr Mutterschiff Titanic spielen zu lassen.
Also, Da'an loswerden durch den verfluchten Jaridian, den Jaridian los werden durch ...
An dieser Stelle merkte Zo'or wieder einmal, dass sie zum Konzept "Erst gemacht, dann gedacht" überzugehen begann und zügelte schleunigst ihr Temperament. Das war nicht nur untaelonisch, sondern auch unvernünftig - um nicht zu sagen wahnsinnig.
Also: Wie wurde man den Jaridian los - und zwar sicher.
Seufzend schaltete Zo'or das Bild auf die medizinischen Abteilung um und sah dabei zu, wie Mit'gai seine menschlichen Mitarbeiter unermüdlich hin und her scheuchte. Er tat das mit großer Sicherheit - aber er tat es ja auch jeden Tag und irgendwie fand Zo'or es entspannend, anderen bei der Arbeit zuzusehen und dabei selbst nichts zu tun. Sie wechselte auf den wissenschaftlichen Bereich und stutzte. Hatte da gerade etwas Da'ans Energiesignatur angezeigt? Aber Da'an war nicht zu sehen! Und auch keine Tür oder sonst etwas, wohin der Taelon hätte verschwinden können. Ratlos starrte die Führerin der Synode in den Datenstrom, bis sie jemanden auf die Brücke kommen hörte - und sie erkannte ihn. "Sie schon wieder. Der vorlaute Freiwillige."
"Meinen Sie, mir steht bereits ein Titel zu?" Dem Lächeln des jungen Mannes nach war ihm nicht klar, dass auch dieser Satz ein Fehler war. Da Zo'or jedoch derzeit nicht in Stimmung war, jemanden zur Schnecke zu machen, überhörte sie ihn. Mit einem Mal kam ihr eine weitere, wenn auch wahrscheinlich dumme Idee.
"Sagen Sie mir ", sprach sie den jungen Mann an, was diesen zu ihrer größten Irritation zu freuen schien, "wie würden Sie entscheiden, wenn sich Ihnen die Frage stellen würde, ob sie eine Waffe einsetzen sollen, die bestimmt Wirkung hat, aber auch Sie selbst treffen könnte, würden Sie es tun?" Zo'or wusste nicht, weshalb sie den Menschen nach seiner Meinung fragte. Aber das musste sie auch nicht wissen, sie schuldete niemandem Rechenschaft.
"Die Waffe ordentlich sichern und dann loslegen", antwortete der Freiwillige beherzt, "Stellt sich Ihnen die Frage?"
Zo'or gedachte nicht zu antworten.
Überhaupt gedachte sie den Rest des Tages mit keinem Menschen mehr zu sprechen. Das ging dazu über, leicht belastend zu sein.
"Habe ich Sie schon wieder verärgert?", fragte der Freiwillige mit echtem Bedauern und Zo'or betrachtete ihn mit ebenso echter Verwunderung.
"Weshalb fragen Sie? Habe ich Sie bestraft?"
"Sie wirken ein wenig unglücklich, Zo'or", erklärte der junge Mann, "und das gefällt mir nicht."
"Unglücklich?" Jetzt fühlte sie sich ein wenig überfordert.
"Naja, unzufrieden. Immer wenn ich auftrete. Dabei habe ich wirklich versucht, Sie nicht zu verärgern, es ist ja auch Ihr Tag, der darunter leidet."
"Was kümmert Sie das?" Zo'or musste ehrlich zugeben: Diese Denkweise war sie nicht gewohnt.
"Nun, wissen Sie", begann der Freiwillige leicht verlegen, während der Taelon versuchte, sich an seinen Namen zu erinnern. Álkarez, genau, Kosimo Álkarez. "Ich bin ein Außenseiter, die schlimmste Form davon: Ich komme mit meinen eigenen Rassengenossen nicht klar - ich verstehe die Menschen nicht."
"Damit sind Sie nicht allein."
"Um ehrlich zu sein mag ich die meisten nicht einmal sonderlich - aber die Taelons, die mochte ich sofort, und ich will mich nicht denen gegenüber schlecht stellen, bei denen ich mich deutlich wohler fühle."
Die Führerin der Synode schwieg. Sie war schlicht und einfach geplättet. So war ihr noch gar kein Mensch gekommen.
"Ich ärgere mich entweder über alles oder über gar nichts", sagte sie schließlich, "unabhängig von der unwichtigen Präsenz eines Menschen. Daher dürfen Sie sich jetzt ungestraft entfernen. Aber schnell und leise, bevor ich es mir anders überlege."
Der Freiwillige Álkarez entfernte sich folgsam, blieb aber kurz vor dem Ausgang noch einmal stehen, um das letzte Wort zu behalten: "Sie müssen aufpassen, Zo'or."
"Worauf?"
"Wenn Sie es nicht tun, dann könnte man auf die Idee kommen, dass Sie eigentlich ein sehr nettes Wesen sind."
Damit ging er. Zo'or blieb nichts anderes übrig, als ihm völlig entgeistert nachzuschauen. Kopfschüttelnd wandte sie sich wieder ihren Datenströmen zu.
Sowas!

Tipp- und Rechtschreibfehler sind absichtlich eingebaut und dienen der Belustigung des Lesers.
30.05.2009 23:48
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Beitrag: #3
Re:Handlung - Mutterschiff
Nachdem sich Zo'or ihren angedachten Plan, noch zwei Stunden hatte durch den Kopf gehen lassen, war die Idee einigermaßen sattelfest. Nach dieser bereits investierten Arbeit fand sich der Taelon nicht länger in der Lage, sich dagegen zu entscheiden, es zu versuchen, also entschied sie sich endgültig dafür und öffnete einen Datenstrom, um Sandoval zu sich zu rufen, der, wie immer, ein wichtiger Teil der Durchführung sein sollte. "Agent Sandoval, suchen Sie mich ohne Verzögerung auf und sorgen Sie dafür, dass Ihnen niemand folgt", wies sie ihn in beinahe mildem Ton an und lehnte sich dann zurück. Hoffentlich beeilte er sich ein wenig. Ihre Geduld, war noch nie die stärkste gewesen.
Sandoval hatte, die Order des Taelon, wie eine Selbstverständlichkeit hingenommen und war wenige Minuten später auch schon am Ziel, der Bücke des Mutterschiffs, angekommen. "Sie wollten mich sprechen, Zo'or?", sagte er kurz angebunden.
"Ich erwäge, ein Vorhaben in die Wege zu leiten", sparte sich der Taelon jegliche Begrüßung, "und ich erwarte, dass Sie mir dabei in gewohnter Funktion assistieren."
"Selbstverständlich, Zo'or. Worum geht es?"
"Es geht vor allen Dingen darum, dass Da'an für die Gemeinschaft der Taelons nicht länger tragbar ist", antwortete Zo'or und betrachtete dabei aufmerksam das Gesicht ihres Beschützers, bemerkte aber keine Regung. Es war ihm wohl egal, wie es Da'an erging - und das war gut so. Braver Sandoval.
"Ich habe bereits einen geeigneten Weg gefunden, um dieses Problem zu lösen, jedoch müssen dabei einige Spuren beseitigt werden."
"Ich bezweifle, dass das ein Problem darstellt, Zo'or."
"Gut", der Taelon war zufrieden, "Ich werde einen langjährigen Gefangenen in die Freiheit entlassen, aber so, dass er auf dem Weg Da'an finden und eliminieren kann - und das wird er. Ich habe jedoch nicht vor, ihm zu viel Freiheit zu geben, wenn Sie verstehen, was ich meine."
"Ich soll mich also um das 'Problem' kümmern, wenn die Arbeit getan ist?", wollte Sandoval wissen. Er ging davon aus, dass der Taelon wollte, dass er den 'Gefangenen' beseitigte, sobald dieser seine Aufgabe erlediegt hatte.
"Ganz recht", erwiderte Zo'or, "Organisieren Sie eine Person, die im Stande ist, einen Jaridian zu töten - keinen Replikanten, einen echten - und das erst nachdem er Da'an beseitigt hat. Nehmen sie eine Person, die wir notfalls entbehren können, ich will nicht, dass sie überlebt, wenn sie bei ihrem Auftrag zu viel erfahren sollte."
"Ganz wie Sie wünschen, Zo'or. Ich werde Ihrem 'Anliegen' sofort nachkommen", antwortete Sandoval kurz und knapp. Damit entfernte er sich von der Brücke. Er wusste auch schon genau, wem er den Auftrag zukommen lassen wollte.

Sandoval befand sich auf einem der vielen Gänge des Mutterschiffs, als er das Adressverzeichnis seines Globals durchging. Er fand auch auf Anhieb die Nummer jener Person, die er im Sinn gehabt hatte, und wählte diese sogleich. "Miss Crystal. Ich habe eine Aufgabe für Sie."
"Agent Sandoval! Wie schön, das freut mich aber, dass Sie auch einmal an mich denken!", erwiderte sie auffällig fröhlich, "Was kann ich für Sie tun?"
"Sie können mir bei einer bestimmten Angelegenheit behilflich sein", begann er, "Ich habe einen Aufgabe, von der ich möchte, dass Sie sie übernehmen. Eine Aufgabe, die vollste Diskretion erfordert." Er sah sie dabei ernst an.
"Sie müssen schon etwas direkter werden", ihre Stimmung schlug von einem Mal ins Gereizte um. "Sehe ich vielleicht so aus, als wäre Diskretion ein Fremdwort für mich?", fuhr sie Sandoval energisch an und warf ihm einen bösen Blick zu.
"Nein, natürlich nicht. Genau aus diesem Grund habe ich Sie ja kontaktiert", erwiderte er in seiner typischen kalten Manier. "Aber nicht über Global. Ich möchte, dass Sie hier her auf's Mutterschiff kommen, damit ich Ihnen Einzelheiten mitteilen kann." Mit diesen Worten trennte er die Verbindung.

Als ihr Sandoval die Bestätigung gegeben hatte, dass er für eine Beseitungung des Gefangenen gesorgt hatte, begann Zo'or, dass Kühlsystem des Mutterschiffs in den kurzzeitigen Urlaub zu schicken. Es würde vielleicht noch ein paar Minuten dauern, bis der Jaridian sich befreien konnte, aber das war ganz gut so. Die Zeit würde sie brauchen, um die Wege zu öffnen, die er nehmen musste, damit er an den Ort kam, an dem sich Da'an gerade befand.

[[ Den Jaridian beobachten ]]

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01.06.2009 00:43
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Beitrag: #4
Re:Handlung - Mutterschiff
Atemlos hatte Zo'or zugesehen, wie der Jaridian den Raum mit Da'an erreichte. Schwindlig war ihr geworden - sie hatte nicht einmal gewusst, dass das bei einem Taelon möglich war - und sie hatte die Hände um die Armstützen ihres Throns verkrampft, um nicht im letzten Moment doch noch den Sicherheitsdienst zu rufen, um ihren Elter zu retten.
Retten? Nein verdammt, Da'an sollte ja sterben! Sie wollte ihn doch loswerden.
Wollte sie?
Was sie auch wollte, es war zu spät und der Jaridian feuerte auf den wehrlosen Da'an, was Zo'or die Augen zusammenkneifen ließ. Sie wollte, sie konnte das nicht sehen. Es riss schon genug an ihr, dass sie spürte, wie sich Da'an langsam aus dem Gemeinwesen entfernte.
Aber er verschwand nicht.
Mit einem hauchdünnen Fädchen blieb Da'an mit den anderen verbunden und voll Überraschung riss Zo'or die Augen wieder auf, und sah, was nun geschah: Eine Frau kämpfte mit dem Jaridian, wahrscheinlich Sandovals Agentin, und missachtete damit ihren Befehl. Sie ahnte ja nicht, wie erleichtert sich ihr Auftraggeber, ob dieses Ungehorsams nun fühlte - und würde es wohl auch nicht mehr ahnen, denn sie würde gewaltigen Ärger bekommen. Besonders deshalb, weil ihr der Jaridian nun doch entkam, auch wenn Zo'or daran nicht ganz unschuldig war. In ihrer Starre reagierte sie zu spät und der Gefangene floh durch das Portal, bevor sie es sperren konnte.
"Sha'bra", fluchte der Taelon, während er einen weiteren Datenstrom öffnete und Da'an eine Hilfsmannschaft schickte. Eine Handlung, für die sich Zo'or zutiefst hasste. Aber sie konnte nicht anders.
Um ihrer aufkeimenden Wut nun endlich gebührend nachgeben zu können, bestellte sie Agent Sandoval zu sich. Der konnte was erleben!

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Veria Offline
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Beitrag: #5
Re:Handlung - Mutterschiff
Sandoval, der das Übel, das ihn erwartete, schon erahnen konnte, machte sich auf den Weg zur Brücke, wo ihn Zo'or hinbeordert hatte. Er hatte das Gefühl, das etwas nicht so verlaufen zu seien schien, wie geplant. Da Zo'or ihm nichts weiter mitgeteilt hatte, ging er einfach mal davon aus, das Miss Crystal, ihre Aufgabe verbockt hatte. Mit diesem Gedanken betrat er die Brücke.
Wortlos, aber mit einer Mine, die ihr wahrscheinlich selbst Angst machen würde, wenn sie jetzt einen Spiegel zur Hand hätte, öffnete Zo'or einen Datenstrom, in dem Sie Sandoval die Aufzeichnung der letzten Minuten zeigte. Befriedigt stellte sie fest, dass sein Gesicht dabei stark an Farbe einbüßte. Als der "kleine Film" zum katastrophalen Ende kam, schloss sie die Datei wieder und wandte sich dem Agenten zu: "Wie erklären Sie sich das?"
Er hatte es ja kommen sehen. Eine einfache Aufgabe. Es war doch nun wirklich nicht schwer, zu zielen und zu treffen. Aber anscheinend, hatte er Miss Crystals Kompetenz überschätzt, und er war derjenige, der das jetzt ausbaden musste. Zu Zo'or entgegnete er nur: "Ich verstehe, was Sie meinen, Zo'or."
"Das ist ja schon beinahe mehr, als ich von ihnen erwartet habe", erwiderte Zo'or mit kaltem Spott, "Sind Sie sich im Klaren, was es bedeutet, wenn ein Jaridian frei auf der Erde herumläuft? Ich will es Ihnen sagen: Es bedeutet, er muss eliminiert werden. Töten Sie ihn, oder Sie werden es sein, der stattdessen stirbt." Und dieses mal meinte Zo'or, was sie sagte.
"Ich werde umgehend die nötigen Einheiten mobilisieren. Der Jaridian wird nicht lange genug leben, um weitere Probleme zu bereiten." Sandoval wusste, dass er mit diesen Worten bereits die Feder zum Unterzeichnen seines Todesurteils angesetzt hatte.
"Sie dürfen sich entfernen."
Sandoval tat nichts lieber als das. Schnellen Schrittes entfernte er sich von der Brücke und aus Zo'ors Reichweite.

[[ Sandoval folgen ]]

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01.06.2009 01:06
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Veria Offline
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Beitrag: #6
Re:Handlung - Mutterschiff
Kaum später kam dann aus heiterem Himmel plötzlich Cleo auf die Brücke geschossen; sie musste ihren Fehler unbedingt rechtfertigen: "Sowas kann doch wirklich jedem mal passieren, außerdem war es ja nicht meine Idee, diesen blöden Jaridian irgendwem auf den Hals zu hetzen!" Sprachs und erstarrte kurz, als sie Zo'or vor sich stehen sah, fasste sich aber gleich wieder, um nicht unprofessionell zu wirken.
Zo'or, die eigentlich gerade in Überlegungen versunken war, wie sie Agent Sandoval zusätzlich symbolisieren konnte, dass seine Position wackelte, fühlte sich mehr als gestört und betrachtete die junge Frau missbilligend. Die Hellste konnte sie ja nicht sein, sonst wüsste sie, dass sie nach diesem Fehler besser schleunigst das Weite gesucht hätte. "Ich kann mich nicht erinnern, Sie hergebeten zu haben", gab Zo'or bedrohlich ruhig zurück, "aber da Sie nun schon mal alle Stränge haben reissen lassen, dachten Sie sich wohl, ohne jegliche Befugnis auf die Brücke zu kommen, könnten Sie sich heute auch noch leisten?"
Cleo richtete ihren Blick nun starr auf Zo'or, legte ihre Hände in die Hüften und musste erst einmal tief einatmen, bevor sie zu sprechen beginnen konnte: "Nun, Sie haben recht, Zo'or, ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass Sie mich gebeten hätten, hierher zu kommen, allerdings kann ich dieses dumme Ereignis nicht einfach so stehen lassen. Sie sollten eigentlich schon wissen, dass ein Mensch dazu neigt Fehler zu machen, aber dass Ihnen so etwas Gefährliches passiert wie, einen Jaridian einfach hier herumlaufen zu lassen, hätte ich nun wirklich nicht erwartet!"
Zo'or stand auf. Sie kochte inzwischen vor Wut und wusste sehr wohl, dass diese kleine Geste recht einschüchternd wirken konnte, war sich bei dieser dummen Person jedoch nicht sicher. "Ich denke nicht, dass Sie in diesem Ton mit mir sprechen sollten", grollte sie mehr als düster und verständigte beinahe beiläufig den Sicherheitsdienst, "und ich dulde auch keine Fehler. Menschen, die Fehler machen, kann ich nicht gebrauchen, und Menschen, die dann auch noch wagen, so vor mir aufzutreten, erst recht nicht." Sie winkte die erscheinenden Freiwilligen zu sich: "Nehmen Sie diese Person fest! Ich werde mich später damit befassen, welche Strafe angemessen ist. Sie brauchen sie nicht, allzu schonend, zu behandeln." Mitleidlos blickte Zo'or auf das Gesicht der Menschenfrau und blieb dann mit dem Blick an einem ihr wohlbekannten Freiwilligen hängen. Jetzt fiel ihr ein, wie sie Sandoval zusätzlich belasten konnte.
"Sie bleiben hier." Damit gab sie den anderen ein Zeichen, dass sie die Frau abführen durften.
Aufgebracht schrie Cleo, die gerade von den Freiwilligen mitgenommen wurde, in Richtung Zo'or: "Mich abführen? Sowas hätte ich von Agent Sandoval erwartet, aber nicht von Ihnen! So eine Frechheit!"
Aber Zo'or reagierte nicht mehr. Sie hielt es nicht für nötig, sich mit einer Person zu befassen, die in ihren Augen schon so gut wie tot war. Stattdessen, richtete sie ihr Wort an den Freiwilligen Kosimo: "Sie scheinen mir derzeit oft zu begegnen."
"Lässt sich mein Anblick noch ertragen?", fragte er. Zo'or warf einen vielsagenden Blick in die Richtung, in der Agent Crystal gerade verschwunden war. "Offensichtlich hatten Sie einen Konflikt", grinste er, "aber weshalb wollten Sie mich sprechen?"
"Weil ich mich heute mehrfach von der Inkompetenz meiner Angestellten überzeugen durfte", antwortete Zo'or, "Weil ich Ihnen ein Angebot machen möchte."
"Wirklich?", fragte der Freiwillige und strahlte sie an wie ein Kind, das gerade seine Weihnachtsgeschenke ausgepackt hatte, "Ich glaube, es wird mir gefallen."
Zo'or war leicht verwundert, wobei sie sich eigentlich langsam daran gewöhnte, in Gegenwart dieses Menschen diesen Zustand einzunehmen.
"Wären Sie bereit, sich implantieren zu lassen?", fragte sie - und das war schon ein ziemliches Privileg, sie hätte es auch einfach beschließen können - und stellte erleichtert fest, dass der Mensch verunsichert war.
"Ich bin doch implantiert."
"Das meine ich nicht", seufzte Zo'or, "Ich spreche vom CVI."
"Oh." Man konnte zusehen, wie die Denkprozesse dieses Menschen verliefen, als würden sich tatsächlich hinter der Stirn kleine Rädchen drehen, die bei gefällter Entscheidung einrasteten. "Samt Imperativ? Das behagt mir nämlich nicht."
"Unnötig", sagte Zo'or, "Sie sind so verrückt, dass ich Sie für vertrauenswürdig halte."
Der junge Mann strahlte bei diesem Satz wie ein Atomreaktor: "Das ist das Netteste, das ich seit Jahren zu hören bekommen habe."
"Bitte keine Anekdoten."
Der Mensch grinste. "Ohne den Imperativ nehme ich ihr Angebot gerne an."
"Sie werden sich den Platz als mein Beschützer mit Agent Sandoval teilen. Vorerst."
"Jawohl!", erwiderte der Freiwillige und beendete das Gespräch, indem er ging. Er war sichtlich glücklich.
Zo'or rief ihn nicht zurück. Sie war zu beschäftigt damit, den Kopf zu schütteln.

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01.06.2009 01:09
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Shask Offline
Wollschaf und Baumbewohnerin

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Beitrag: #7
Re:Handlung - Mutterschiff
Aufmerksam beobachtete Zo'or ihren neuen Implantanten. Er war ungewöhnlich still - zumindest stiller, als sie ihn sonst erlebt hatte - und musterte sein Umfeld, als hätte das CVI alles verzaubert. Mit leisem Kopfschütteln musste Zo'or feststellen, dass der Mensch einfach glücklich aussah - nicht dass sie das hatte erzielen wollen. Aber ein klitzekleines Bisschen freute sie sich darüber.
Noch mehr jedoch freute sie sich auf den Schrecken, den sie Sandoval gleich einjagen würde, indem sie ihm den neuen Konkurrenten vorstellte. Nur müsste er dazu erst einmal da sein. Nein! Zuerst mal musste sie ihn rufen! "Agent Sandoval. Finden Sie sich auf der Brücke ein", gab sie ihm zu verstehen und fügte das "In spätestens fünf Minuten" nicht mehr an. Es erübrigte sich aufgrund ihres gereizten Tonfalls.
"Dass Sie aber auch immer unzufrieden wirken, Zo'or", seufzte ihr neuer Implantant Álkarez. Ein unangenehmer Nachname, fand Zo'or.

Schon wieder so eine nette Aufforderung von Zo'or, dachte sich Sandoval auf seinem Weg zur Brücke. Er erreichte diese auch in kürzester Zeit. "Ja, Zo'or", war das einzige, was er sagte. Noch im selben Moment bemerkte er, dass da noch jemand war, mit dem sich Zo'or gerade zu unterhalten schien. Der vorlaute Freiwillige! Sandoval war nicht im Geringsten daran interessiert, was der hier zu suchen hatte. Er zeigte sich auch dementsprechend gleichgültig.
"Agent Sandoval! Dies hier ist Kosimo Álkarez", sagte sie im beinahe milden Ton, wobei sie etwas verwundert feststellte, dass der ehemalige Freiwillige das Gesicht verzog, sie fragte nach: "Haben Sie ein Problem?"
"Ich hasse diesen Namen."
"Tatsächlich?", fragte Zo'or, die Anwesenheit Sandovals bewusst ignorierend, "Und weshalb sind Sie der Meinung, das hier kundtun zu müssen?"
"Weil Sie gefragt haben, Zo'or", erwiderte er humorvoll und um ein Haar hätte Zo'or gelächelt. Zum Glück kam es soweit nicht.
"Wie auch immer. Agent Sandoval, dies ist Ihr neuer Kollege. Er nimmt ebenfalls den Platz als mein Beschützer ein - zur Not auch als Ihre endgültige Ablösung. Es sei denn, Sie sind wider Erwarten in der Lage, den Jaridian zu beseitigen. Haben Sie schon irgendwelche Erfolge in dieser Sache zu verzeichnen?" Die Frage war gemein und das wusste sie. Immerhin hatte Sandoval den Auftrag noch nicht sonderlich lange inne.
'Der soll mich ersetzen?', dachte Sandoval abfällig, 'diese halbe Portion - ist ja lächerlich!', zu Zo'or jedoch sagte er, in gewohnt ruhiger, fast schon gleichgültiger Art "Um Ihre Frage zu beantworten, Zo'or: Ja, ich habe bereits Fortschritte erzielt. Es gibt Augenzeugen, die den Jaridian gesehen haben. Meine Leute gehen der Sache nach." Sandoval ignorierte gekonnt Zo'ors Versuch, ihn mit dem Konzept 'Neuer Partner, der ihn ersetzen sollte' zu reizen. Er blieb weiterhin vollkommen gelassen und würdigte Kosimo nicht eines Blickes.
"In dieser Sache ist höchste Eile geboten", erinnerte Zo'or ungnädig, "Enttäuschen Sie mich besser nicht." Sie warf wieder einen Seitenblick zu Kosimo (wesentlich angenehmerer Name) und sah diesen ein wenig schadenfroh grinsen. Richtig so. Aber auch klug genug, keine eigene Idee einzubringen war er, denn ein dummer Vorschlag könnte ihn sofort wieder seiner guten Position berauben. Besser Schweigen als Übereifer. Aus dem Kerl könnte was werden - wobei Zo'or am Wichtigsten war, dass sein Imperativ, von dem er nicht einmal etwas ahnte, ihn zu absoluter Loyalität ihr gegenüber verpflichtete. Nicht den Taelons gegenüber, nur ihr. "Ich erwarte baldige Erfolge, Agent Sandoval", damit entließ sie den Agenten mit einer unausgesprochenen Drohung, "Wenn Sie mir nichts mehr zu sagen haben, dann dürfen Sie wieder gehen. Bis Sie Ihren Auftrag abgeschlossen haben, wird Ihr neuer Kollege Ihre meisten Dienste auf dem Mutterschiff übernehmen."
Ohne ein weiteres Wort entfernte sich Sandoval von der Brücke. Er wusste genau, dass das ein gefährliches Spiel war, aber er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Zo'or ihn tatsächlich durch diesen Hanswurst ersetzen würde. Da er es jedoch nicht darauf ankommen lassen wollte und ihm im Grunde genommen keine Wahl blieb, machte er sich daran, diese bisher katastrophal verlaufene Jagd sobald wie möglich zu beenden.

"Sie sind schadenfroh", stellte Zo'or an Kosimo gewandt fest und war wirklich gespannt, ob er sich rechtfertigen würde.
"Ich weiß, ist kein schöner Zug von mir. Ich habe mich deswegen auch schon mal bei meinen Eltern beschwert - ich meine, die haben zu verantworten, wie und was ich bin."
"Wenn's nur so wäre", murmelte Zo'or düster und sah die Möglichkeit, Da'an die Schuld an allem, was sie je getan hatte, zu geben, davonfliegen.
"Jedenfalls haben Sie mir gesagt: Da ist nichts mehr zu machen. Das vierzehntägige Rückgaberecht sei schon abgelaufen."
Rasch drehte Zo'or den Kopf in eine andere Richtung, als ihr doch eine halbe Sekunde lang ein Lächeln übers Gesicht schlich, aber gesehen hatte der verdammte Mensch es wohl trotzdem. Er guckte so zufrieden. "Ich sagte doch: Ich will keine Anekdoten hören und erfundene schon gar nicht."
"Sie könnten mir ja auch etwas erzählen. Man weiß ja so wenig über die Taelons als Mensch. Und gar nichts über ein Privatleben."
"Ich bin keine Klatschzeitschrift", versetzte Zo'or mahnend, "Gehen Sie."
Und er gehorchte.

Tipp- und Rechtschreibfehler sind absichtlich eingebaut und dienen der Belustigung des Lesers.
09.06.2009 22:39
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