Sorry, Veria, bei Dir muß ich mich ebenso entschuldigen wie bei Se’la – normalerweise mache ich keine Versprechungen, die ich nicht irgendwie halten kann, aber dieses Mal habe ich mich mit meiner Zeit arg verkalkuliert

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Deshalb nutze ich jetzt die Gunst der Stunde für den so lang angekündigten Kommentar zu diesem Stück Text.
*setzt ihren Beta-Blick auf*
Das Einzige, was ich sprachlich anzumerken hätte, wäre, daß man über Wiederholungen von Namen, Begriffen, Satzstücken etc. geteilter Meinung sein kann. Subjektiv empfinde ich sie irgendwie als irritierend, daher versuche ich sie in meinen Texten bestmöglich zu vermeiden – ich habe aber auch schon im Netz ein eindringliches Plädoyer dafür gefunden, mit der Begründung, gerade zu Beginn einer Geschichte mache man damit dem Leser das Sich-Einfühlen in deren besondere Atmosphäre leichter.
Zum Beispiel könnte man aus den ersten Sätzen
‚Laharia war eine Insel. In der Mitte der Insel ragten drei Berge in die Höhe, und am Fusse des grössten entsprang der Fluss Kevale. Auf der anderen Seite der Insel ragte ein weiterer Berg bis in die Wolken. Die drei Berge in der Mitte der Insel hiessen die Mutter, die Tochter und die Kleine Schwester, der vierte Berg wurde der Bruder genannt, denn einer Legende zufolge waren sie versteinerte Riesen’
machen:
‚Laharia war eine Insel. In deren Mitte ragten drei Berge in die Höhe, und am Fuße des größten entsprang der Fluß Kevale. Seitlich davon ragte ein weiteres Massiv bis in die Wolken.
Die drei Gipfel in der Mitte hießen die Mutter, die Tochter und die kleine Schwester, der vierte wurde der Bruder genannt, denn einer Legende zufolge waren sie versteinerte Riesen.’
Auf diese Weise spart man drei Mal das Wort ‚Insel’ und drei Mal den Begriff ‚Berg’ – und hat durch ‚Massiv’ und ‚Gipfel’ sogar zusätzlich Farbe in den Text gebracht – wie gesagt, das ist aber meine rein subjektive Auffassung der Dinge.
Ansonsten schreibst Du praktisch fehlerfrei und absolut flüssig – mit ein Grund, warum ich Deine Geschichten gern lese
Der Hauptgrund dafür ist aber der jeweilige Inhalt – das hier ist genau die Sorte Anfang, die mich unglaublich neugierig auf eine Story macht.
Von Laharia selbst hatte ich sofort ein absolut deutliches Bild, obwohl Du die Beschreibung auf das für den Einstieg in die Handlung Wesentliche beschränkst, da Du atmosphärisch dicht schreibst, so, als stünden all die Adjektive, die Du nicht benutzt, zwischen den Zeilen, wo man sie aber genau so wahrnimmt, als gäbe es sie im Text. Durch das Nicht-Benutzen läßt Du dem/der Lesenden genügend Spielraum für die eigene Phantasie, was ich als sehr angenehm erlebe
Was mir besonders gut gefällt, ist, daß die beiden ersten vorgestellten Charaktere bereits fremdartige Geschöpfe sind, und dann auch noch beide weiblich.
Keva lebt eigentlich unter Wasser – das allein läßt schon unglaublich interessante Bilder aufsteigen, wie sie wohl aussehen mag. Und dann macht sie sich auch noch, wie in den klassischen Sagen, auf in die Welt, ins Abenteuer – und besteht auch gleich ihr erstes großes, das Sich-Umstellen auf eine völlig andere Lebensweise.
Die andere weibliche Hauptfigur, Valis, ist mindestens genau so interessant, sie leuchtet, kann fliegen und weiß sehr viel über das Landleben – auch da hat man sofort Bilder, die sich aber gar nicht richtig ausformen, da die Handlung eigentlich die ganze Aufmerksamkeit beansprucht.
Eine Geschichte, die so beginnt und in der gleich zu Anfang so viel Wesentliches geschieht, könnte ich, wäre sie eine gedruckte solche, erst einmal nicht wieder aus der Hand legen – gut, daß ‚Laharia’ inzwischen eher ein Buch als eine Story ist, und noch dazu eine, von der es verschiedene spannende Spin-Offs gibt und die regelmäßig auf dem Ast der Geschichten fortgesetzt wird!