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Workshop: Laharia
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Obi-Wahn Offline
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Beitrag: #1
Workshop: Laharia
Hier war eine umzugsbedingte Lücke

Wandermaus Veria
16.02.2004, 21:42:00

Ich stell wieder mal was rein.
Diesmal nix zu EFC, aber hier geht's ja nur ums Schreiben.
Bei dem Stückchen Text handelt es sich um den Anfang von Laharia und eines meiner ältesten Textstückchen, die im Internet zu finden sind (nur bei Multicross gibt's ein paar ältere).
Ausserdem wurde es nie überarbeitet, was es für mich natürlich besonders interessant macht, zu wissen, wie anders mein Schreibstil geworden ist (und selber beurteilen funktioniert nicht so ganz). Und ich denke, irgendwann sollte ich dem Stück auch mal eine Überarbeitung verpassen und da hilft mir natürlich ein Workshop auch sehr.
Also los:


Laharia war eine Insel. In der Mitte der Insel ragten drei Berge in die Höhe, und am Fusse des grössten entsprang der Fluss Kevale. Auf der anderen Seite der Insel ragte ein weiterer Berg bis in die Wolken. Die drei Berge in der Mitte der Insel hiessen die Mutter, die Tochter und die Kleine Schwester, der vierte Berg wurde der Bruder genannt, denn einer Legende zufolge waren sie versteinerte Riesen. Dem Ufer des Kevale entlang lagen die prächtige Kaiserstadt und mehrere kleinere Städte und Dörfer. Der Fluss mündete in einen See, der die Ivene genannt wurde und auf dessen Grund das Wasservolk der Santen lebte. Die Santen wohnten in prächtigen Kristallpalästen in der Kristallstadt und genossen das Leben. Ihr König Lato und ihre Königin Svetia waren weise und gerechte Herrscher, aber lausige Eltern. Ihre Tochter Prinzessin Keva fand das prächtige Leben ohne Spannung nicht sehr ansprechend und beschloss, als erste Santen seit tausend Jahren etwas Neues zu erforschen. Und sie schwamm an die Oberfläche.

Schon als sie von weit unten den Himmel sah, war sie fasziniert. Sie stieg langsam nach oben und streckte ihre mit vier langen Flossen und zwei zierlichen Händen bestückten Arme nach oben und durchstiess die Wasseroberfläche. Erschrocken zog sie ihre Arme zurück. "Dort ist etwas anderes!" hauchte sie: "Kann ich dort denn leben?" Sie bekam ganz heisse Flossen und erkannte, dass sie Angst hatte. Plötzlich vibrierte das Wasser ganz leicht und Keva drehte den Kopf nach oben. Da war etwas Leuchtendes auf der Wasseroberfläche, aber sie wusste nicht, was es war. Kurzentschlossen hielt sie das Etwas über dem Wasser fest, atmete tief ein und tauchte auf. Das Etwas war klein, hatte zwei Beine, zwei Arme, einen Kopf und zwei grosse, dünne Flossen, und es zitterte. Keva liess das Wesen los. Sie fürchtete, dass sie es zu Tode erschreckt hatte. Was würde sie wohl tun, wenn eine riesige Hand sie packte? Das Bild vor Kevas Augen wurde verschwommen und sie tauchte unter, um wieder zu atmen. Dann tauchte sie wieder auf. Das leuchtende Etwas schwebte in sicherer Entfernung über ihr und sah sie mit kleinen, grünen Augen neugierig an. Keva sah sich über dem Wasser genauer um. Erde gab es hier auch, aber sie war fast überall von etwas Grünem überwachsen, das wie Seegras aussah, aber stabiler wirkte und sich nicht in der Strömung wiegte. Manchmal wuchs aus der Erde auch etwas dickes Braunes, das sich weit oben verzweigte und dann auch so etwas Grünes hervorbrachte. Als sie schliesslich ganz nach oben sah und weisse, verlaufene Flecken sah, war sie sich sicher, dass es hier schöner war, als unten bei den anderen Santen. Sie tauchte wieder unter um zu atmen und sah dann zu dem leuchtenden Wesen, dass noch immer über ihr schwebte. Ob sie versuchen sollte, hier zu atmen? Dieses Wesen schaffte es ja schliesslich auch. Keva nahm wieder einen Atemzug unter Wasser und streckte dann dem Wesen ihre Hand entgegen. Das Wesen wich erschrocken zurück.
"Komm schon, ich will dir nichts tun!" murmelte sie, aber sie hörte statt ihrer Stimme nur ein Gurgeln. Schnell tauchte sie unter. Als sie nach einigen hektischen Atemzügen wieder auftauchte, hörte sie eine leise, fremdartige Stimme in einer fremden Sprache sprechen. Trotzdem verstand sie die Worte.
"Du kannst hier atmen, Santen! Weisst du das nicht?" Es war das leuchtende Wesen. Keva presste das ganze Wasser krampfhaft heraus und sog dann das ein, was es hier eben gab.
"Schon lange hat niemand mehr einen Santen gesehen!" sagte das leuchtende Wesen. Keva atmete beinahe panisch ein und aus. Was war, wenn die Santen das Atmen hier verlernt hatten? Schliesslich wussten die Santen nur aus Legenden, dass es diese Welt hier oben gab. Aber sie fühlte sich besser, sie sah wieder klar und fühlte die Taubheit aus ihren Armen und Beinen verschwinden. Sie konnte hier wirklich atmen.
"Was bist du?" brachte sie hervor. Das leuchtende Wesen setzte sich auf Kevas Kopf und sagte: "Ich bin eine Fee! Ich heisse Valis! Und wer bist du?"
"Keva!" murmelte Keva: "Tut mir leid, dass ich dich erschreckt habe!" Valis klopfte mit ihrer Hand auf Kevas Stirn.
"Was ist?" fragte sie: "Willst du hier versauern oder die Welt kennenlernen?"


Und jetzt geh ich Se'las "Frieden wider Willen" auseinandernehmen.
Veria

Ende der Lücke

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werds mir durchlesen, Lächeln auseinander nehmen also wirklich ! Zwinkern

Hin und wieder ist alles relativ!
16.02.2004 23:55
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AlienVibe Offline
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Beitrag: #2
Re: Workshop: Laharia
*freut sich, daß Veria hier ein weiteres Textstück vorstellt* Bis ich hierzu etwas schreiben kann, dauert es zwar noch etwas - ausführlicher Kommentar kommt aber auf jeden Fall Lächeln Lächeln
18.02.2004 18:06
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Emma Offline
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Beitrag: #3
Re: Workshop: Laharia
Wunderbar, ein neuer Text. Lächeln Ich habe ihn mir ausgedruckt und werde selbstverständlich was dazu schreiben, nur wird es bei meiner momentanen Zeitnot damit leider noch etwas dauern.
29.02.2004 16:05
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Veria Offline
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Beitrag: #4
Re: Workshop: Laharia
Hmmmmm, die Zeitnot ist wirklich schlimm ... schade.
Veria

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24.03.2004 18:25
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AlienVibe Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #5
Re: Workshop: Laharia
Sorry, Veria, bei Dir muß ich mich ebenso entschuldigen wie bei Se’la – normalerweise mache ich keine Versprechungen, die ich nicht irgendwie halten kann, aber dieses Mal habe ich mich mit meiner Zeit arg verkalkuliert Traurig ...
Deshalb nutze ich jetzt die Gunst der Stunde für den so lang angekündigten Kommentar zu diesem Stück Text.
*setzt ihren Beta-Blick auf*

Das Einzige, was ich sprachlich anzumerken hätte, wäre, daß man über Wiederholungen von Namen, Begriffen, Satzstücken etc. geteilter Meinung sein kann. Subjektiv empfinde ich sie irgendwie als irritierend, daher versuche ich sie in meinen Texten bestmöglich zu vermeiden – ich habe aber auch schon im Netz ein eindringliches Plädoyer dafür gefunden, mit der Begründung, gerade zu Beginn einer Geschichte mache man damit dem Leser das Sich-Einfühlen in deren besondere Atmosphäre leichter.

Zum Beispiel könnte man aus den ersten Sätzen

‚Laharia war eine Insel. In der Mitte der Insel ragten drei Berge in die Höhe, und am Fusse des grössten entsprang der Fluss Kevale. Auf der anderen Seite der Insel ragte ein weiterer Berg bis in die Wolken. Die drei Berge in der Mitte der Insel hiessen die Mutter, die Tochter und die Kleine Schwester, der vierte Berg wurde der Bruder genannt, denn einer Legende zufolge waren sie versteinerte Riesen’

machen:

‚Laharia war eine Insel. In deren Mitte ragten drei Berge in die Höhe, und am Fuße des größten entsprang der Fluß Kevale. Seitlich davon ragte ein weiteres Massiv bis in die Wolken.
Die drei Gipfel in der Mitte hießen die Mutter, die Tochter und die kleine Schwester, der vierte wurde der Bruder genannt, denn einer Legende zufolge waren sie versteinerte Riesen.’

Auf diese Weise spart man drei Mal das Wort ‚Insel’ und drei Mal den Begriff ‚Berg’ – und hat durch ‚Massiv’ und ‚Gipfel’ sogar zusätzlich Farbe in den Text gebracht – wie gesagt, das ist aber meine rein subjektive Auffassung der Dinge.

Ansonsten schreibst Du praktisch fehlerfrei und absolut flüssig – mit ein Grund, warum ich Deine Geschichten gern lese Lächeln Lächeln

Der Hauptgrund dafür ist aber der jeweilige Inhalt – das hier ist genau die Sorte Anfang, die mich unglaublich neugierig auf eine Story macht.
Von Laharia selbst hatte ich sofort ein absolut deutliches Bild, obwohl Du die Beschreibung auf das für den Einstieg in die Handlung Wesentliche beschränkst, da Du atmosphärisch dicht schreibst, so, als stünden all die Adjektive, die Du nicht benutzt, zwischen den Zeilen, wo man sie aber genau so wahrnimmt, als gäbe es sie im Text. Durch das Nicht-Benutzen läßt Du dem/der Lesenden genügend Spielraum für die eigene Phantasie, was ich als sehr angenehm erlebe Lächeln

Was mir besonders gut gefällt, ist, daß die beiden ersten vorgestellten Charaktere bereits fremdartige Geschöpfe sind, und dann auch noch beide weiblich.
Keva lebt eigentlich unter Wasser – das allein läßt schon unglaublich interessante Bilder aufsteigen, wie sie wohl aussehen mag. Und dann macht sie sich auch noch, wie in den klassischen Sagen, auf in die Welt, ins Abenteuer – und besteht auch gleich ihr erstes großes, das Sich-Umstellen auf eine völlig andere Lebensweise.
Die andere weibliche Hauptfigur, Valis, ist mindestens genau so interessant, sie leuchtet, kann fliegen und weiß sehr viel über das Landleben – auch da hat man sofort Bilder, die sich aber gar nicht richtig ausformen, da die Handlung eigentlich die ganze Aufmerksamkeit beansprucht.

Eine Geschichte, die so beginnt und in der gleich zu Anfang so viel Wesentliches geschieht, könnte ich, wäre sie eine gedruckte solche, erst einmal nicht wieder aus der Hand legen – gut, daß ‚Laharia’ inzwischen eher ein Buch als eine Story ist, und noch dazu eine, von der es verschiedene spannende Spin-Offs gibt und die regelmäßig auf dem Ast der Geschichten fortgesetzt wird! Lächeln Lächeln
26.03.2004 12:34
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Obi-Wahn Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #6
Re: Workshop: Laharia
Sorry Veria das es noch nicht zu deinem Text ist, aber beim lesen von Vibes Postr ist mir da spontan was eingefallen. Ich gebe die Recht wenn du sagst das drei mal Berg, und drei mal Insel vielelicht etwas viel ist. ABER: Zwinkern Zwinkern Wie ich beim überlesen deines Beta-Textes von DliA 2 gemerkt habe, ersetzt du auch sehr gerne Eigennamen wie "Liam" durch "Taelon-Beschützer" und "Kimera-Mischling" , ..............
Und das zwar sehr massiv. (hihi Massiv) Ist das nicht vielleicht etwas zu viel des Guten? Bei mir war nämlich nacher das Problem immer wieder zwischen den einzelnen Namen/Synonymen zu wechseln.

P.S. Wenn du jetzt schon meinen Text, der bei dir in Arbeit ist (Danke!!!!) ,darauf hin umgeschrieben hast, lass es so, ich änder sowieso wieder was um. Zwinkern Lächeln

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AlienVibe
26.03.2004, 20:10:00

Obi, stimmt - mit Eigennamen mache ich das auch, und zwar aus dem gleichen Grund wie dem oben beschriebenen. Außerdem habe ich das Gefühl, wenn man einen Charakter mal mit seinem Namen, mal mit einer für ihn typischen Gegebenheit oder seiner Funktionsbezeichnung etc. benennt, stellt man ihn auch plastischer dar, dadurch bekommt er 'mehr Dimensionen'.

Was ich noch nicht verstehe, ist, warum dir das zum Problem geworden ist - habe ich dadurch versehentlich etwas durcheinander gebracht oder sinnverzerrt? Das wäre mir wichtig zu wissen, DLiA 3 habe ich zur Hälfte durch (nach meinem üblichen Vorgehen), und dann könnte ich Dir, was immer schwierig für Dich ist, zumindest in der zweiten Hälfte ersparen Lächeln

Veria, ist das okay für Dich, daß das hier diskutiert wird? Lächeln Wenn nicht, bitte beschweren - dann verlegen wir es oder machen ein Extra-Werkstatt-Topic auf dafür , da es ja nicht unmittelbar um Deinen Text geht.

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26.03.2004 18:39
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Beitrag: #7
Re: Workshop: Laharia
Ausmachen würde es mir nichts, aber vielleicht macht es jenen etwas aus, die nach solchen Diskussionen suchen und sie nicht finden, weil sie hier drin stecken. (Die Suchfunktion von ezboard funktioniert ja auch nicht, und seit neuestem verbietet ezboard sogar den Robots von den Suchmaschinen, hier durchzugraben.)
Da machen wir doch besser einen eigenen Thread dafür auf.
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26.03.2004 22:17
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Emma Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #8
Re: Workshop: Laharia
Es hat lange gedauert, aber jetzt habe ich endlich wieder Zeit für eine Antwort hier. Lächeln
Sehr viel kann ich allerdings dem, was Vibe schon geschrieben hat, gar nicht hinzufügen. Es ist ein sehr geschickter Anfang, der sofort Lust auf das Weiterlesen macht. Insbesondere gefällt mir, dass es nach einem kurzen überblicksartigen Absatz, dann direkt zu der Protagonistin geht. So hat man eine grobe Vorstellung, in was für einer Welt man sich befindet und muss nicht warten, bis sich das langsam in der Geschichte entfaltet. Das hat zwar auch etwas, aber gerade bei Geschichten in fremden Welten, habe ich gerne vorher eine grobe Vorstellung, da ich mich so leichter auf diese Welt einlassen kann.

Der Absatz danach mit Keva ist ganz hervorragend. Sie ist sofort ein Charakter mit dem man sich identifizieren kann. Sehr gut gefällt mir, wie vergleichsweise ausführlich der Prozess geschildert wird, den es braucht, bis sie sich traut über Wasser zu atmen und dass sie, um dieses Wagnis einzugehen, die Hilfe der Fee Valis braucht.
Eines finde ich jedoch fehlt in diesem Abschnitt und zwar ganz am Anfang eine kurze Anmerkung, dass Keva sich der Außergewöhlichkeit dessen, was sie da tut bewusst ist. Wenn seit Tausend Jahren kein Sante mehr über Wasser war, dann muss es dafür einen Grund geben und wenn sie mit dieser Tradition plötzlich bricht, so ist das schon eine größere Sache und es muss in ihr zuvor einiges vorgegangen sein, bis sie sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Nun verstehe ich natürlich, dass es generell nicht deine Sache ist, dich lange mit dem Innenleben deiner Charaktere auseinanderzusetzen und dass es insbesondere am Anfang einer Geschichte nicht gut ist, hier zu ausführlich zu werden, aber es ganz wegzulassen, finde ich nicht gut. Ich würde hier also zumindest so etwas schreiben, wie dass Keva zögert, als sie sich der Wasseroberfläche nähert, doch dann all ihre Befürchtungen und Bedenken beiseite schiebt, weil sie darüber bereits genug nachgedacht hat und ihre Entscheidung gefällt hat. Dann wäre klar, dass sie darüber nachgedacht hat und nicht nur aus einer spontanen Laune heraus handelt. Was genau sie dazu getrieben hat, kannst du dann nachher noch klären. Wenn es aber tatsächlich nur eine Laune von Keva ist und sie einfach so spontanistisch ist, dann solltest du bereits im ersten Absatz klar machen, warum sie die erste Sante ist, die nach 1000 Jahren zur Oberfläche kommt. Es muss ja nicht mehr als eine Andeutung sein.
Den ersten Absatz würde ich noch einmal sprachlich etwas überarbeiten. Er hebt sich zwar stilistisch schön von dem Rest ab, aber ist noch etwas holprig. Insbesondere würde ich in diesem eher epischen Teil nicht das Adjektiv "lausig" für Kevas Eltern verwenden. Es ist zu umgangsprachlich und stört daher etwas. Die Vorschläge, die Vibe gemacht hat, um die Mehrfachverwendung von Wörtern zu vermeiden, gefallen mir gut.
Insgesamt also ein sehr guter Einstieg in die Geschichte. Ich habe ja schon seit letzten Herbst vor, mir diese Geschichte mal in Ruhe durchzulesen und bis zum momentanen Stand aufzuholen. Das werde ich jetzt, wo ich wieder mehr Zeit habe, demnächst angehen. Lächeln Lächeln Lächeln
07.05.2004 14:39
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Beitrag: #9
Re: Workshop: Laharia
So, hier hab ich noch was. Das ist der Anfang des dritten Kapitels, dieses Stückchen wurde etliche Male überarbeitet und ich habs auch mindestens ein Jahr später getippt als das obere.
Erst hab ich überlegt, ob ich was aus dem fünften Kapitel reinklatschen soll, aber das wäre dann doch zu viel Spoiler, denke ich mir. Obwohl ich durchaus ein nettes Stückchen hätte, frisch getippt und noch gar nicht gepostet.


Seit Keva sich in eine Valekerin verwandelt hatte, fühlte sie sich in der Kaiserstadt so wohl, wie sie sich als Santen nie gefühlt hatte. Bis jetzt jedenfalls. Die schwer bewaffneten marcoovischen Truppen mitten in der Kaiserstadt zu haben, behagte ihr überhaupt nicht. Und Selcai ... Sein Aussehen entsprach zwar nicht der Vorstellung, die Keva von einem Bösewicht hatte, doch hatte sie von allen Seiten erfahren, wie er aussah und was er getan hatte, dass sich das Bild, das sie jetzt sah, als Urahn aller Bösewichte tief in ihr Gedächtnis eingrub.
Knapp vor dem Nordtor standen zwölf marcoovische Kämpfer und zwei Magierinnen. Noch einen Schritt näher stand Selcai, gut gebaut, muskulös und mit einem kantigen Gesicht unter den türkisgrünen Haaren. Er trug einen aus daumennagelgrossen Goldplatten gefertigten Kopfschmuck, verziert mit einem türkisgrünen Edelstein in der Mitte über der gemusterten Stirn, eine schwarze Hose, ein weisses Hemd und darüber einen türkisgrünen Umhang, der mit schwarzen Schnallen an den Schultern befestigt war.
"Ich grüsse Euch, Kaiserin!" sagte er: "Ich hatte den Kaiser erwartet!"
Keva schloss kurz die Augen und sagte dann: "Ich bedaure nicht, dass er keine Zeit für Euch gefunden hat, bevor er die Stadt verlassen hat!" Selcai schmunzelte und trat auf Keva zu. Als er durch das Tor trat, blitzte und knisterte es, aber er durchbrach den magischen Schild ohne ein sichtbares Zeichen von Anstrengung. Keva blieb ruhig. Kelis und Satro richteten vorschriftsgemäss ihre Lanzen auf den Eindringling. Keva winkte ab.
"Die Beschreibung wird Euch nicht gerecht!" sagte Selcai: "Ihr seid schön, das sehe ich jetzt selbst, und keine Beschreibung würde Euch gerecht! Und Ihr seid auch klug!" Er trat einen weiteren Schritt auf Keva zu. "Es fehlt nur noch Euer Name!" sagte er.
"Dilta!" sagte Keva.
"Wo hat Kaiser Suriu nur Euch gefunden!" murmelte Selcai: "Ich habe in meinem Leben noch nie eine so schöne Frau gesehen!"
"Hört auf, mir zu schmeicheln!" sagte Keva: "Sprecht aus, was Ihr wollt!"
"Nun, ich wollte das mit dem Kaiser besprechen!" bemerkte Selcai: "Aber da er verhindert ist, werde ich Euch meine Bitte kundtun!" Er drehte sich zum Tor und streckte seine linke Hand aus. Das Tor schloss sich. Selcai drehte sich wieder zu Keva. "Ihr kennt die Geschichte des Landes?" fragte er. Keva nickte. "Bedauerlich, dass Euer Gemahl geflohen ist, aber ich werde ihn ersetzen!" sagte Selcai: "Und ich werde ihn töten!" Keva blieb ruhig. "Er wusste es, deshalb ist er geflohen!" flüsterte Selcai: "Und er hat Euch im Stich gelassen!"
"Zu fliehen war für ihn die einzige Möglichkeit, zu verhindern, dass Ihr Kaiser werdet!" sagte Keva.
"Eine Verzweiflungstat, nutzlos und dumm!" knurrte Selcai: "Lanem wird dem Zauber der Macht wieder nicht widerstehen können! Er wird Suriu für tot erklären, ohne seinen Leichnam gesehen zu haben!"

Veria

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13.11.2004 04:27
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Emma Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #10
Re: Workshop: Laharia
Hm, ich habe an diesem Stückchen nur zu kritisieren, dass für mich der erste Satz nicht so ganz passt. Das Stück geht darum, dass Selcai in die Stadt eindringt, da ist es meiner Ansicht nach unpassend, wenn er mit der Aussage beginnt, dass Keva sich als Valekerin in der Stadt wohler fühlt als als Santen. Diese Aussage würde ich daher lieber an eine andere Stelle verschieben.
Das war aber allerdings auch schon alles. Lächeln
03.12.2004 12:39
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