Würde mich interessieren, weil ich gerade über
http://www.autorenforum.de/?Date...wohnheiten gestolpert bin. In Anlehnung daran muss ich bemerkten, dass ich es mir "schwer mache", ich schreibe nämlich nur am Computer, vor allem deswegen, weil ich mit dem Stift in der Hand schnell Verspannungen und Schmerzen kriege und ohnehin so 400 Anschläge oder mehr pro Minute tippe (also sehr viel schneller als mit Stift).
Am liebsten am Laptop, weil ich die flache Tastatur so mag, aber per Diskette die Texte mitnehmen und woanders tippen steht auch an der Tagesordnung.
Was ich hasse, ist, wenn mir jemand über die Schulter schaut, dem ich es nicht ausdrücklich erlaubt habe (Gruss an meine Mutter, so sie hier liest).
Na? Was macht ihr so?
Veria *neugierig*
--------------------------------------------------------------
Hier war eine umzugsbedingte Lücke
AlienVibe
15.01.2004, 14:25:00
Erst einmal vielen Dank für den Link - der ist klasse und sehr informativ!
Bezogen auf den Artikel dort über Schreibgewohnheiten gehöre ich offenbar zu den Leuten, die es sich eher leicht machen. Ich hatte eigentlich schon immer ständig irgendwelche Geschichten im Kopf und das ist heute noch so, wobei inzwischen das im Vordergrund steht, woran ich gerade schreibe, vor allem, wenn ich mit Routinearbeiten beschäftigt oder unterwegs bin. Beim Wandern, Brennholz sägen, Putzen oder Spülen sind mir schon die besten Sachen eingefallen ...
Ich schreibe eigentlich immer mit Stift und Papier, habe mir aber nie Gedanken gemacht, warum das so ist - vielleicht vor allem deshalb, weil ich diese Utensilien immer bei mir haben kann, egal, wo ich hingehe. Feste Schreibzeiten habe ich nicht und jeden Tag schreiben kann ich auch nicht, da meine Arbeit das nicht zuläßt - richtig 'raus' komme ich aber dennoch nicht, selbst, wenn es mal länger dauert, bis ich wieder dazu komme, eben weil ich immer irgend etwas zu Schreibendes im Kopf habe, das manchmal eher spielerisch einfach da ist, manchmal aber auch geradezu 'drängelt', und dann schiebe ich auch schon mal eine verschiebbare Pflicht beiseite und setze mich statt dessen mit Block und Kuli in eine ruhige Ecke ...
Schreiben fällt mir am leichtesten, wenn ich allein bin.
Einzige Ausnahme sowohl davon als auch von Papier und Stift ist 'Friedensmission' - diese Geschichte ist von Anfang an auf dem Computer (vor allem Laptop) entstanden und zeitweise in Anwesenheit Anderer, die mit ihren Dingen beschäftigt waren, und das war genau so leicht und selbstverständlich, als säße ich allein irgendwo mit Block und Kuli. Warum das so ist, kann ich in keienr Weise logisch begründen ...
Praktisch finde ich am Abtippenmüssen des auf Papier Geschriebenen vor allem, daß das gleichzeitig automatisch der erste Durchgang Korrekturlesen ist - beim Schreiben selbst achte ich weder auf Grammatik noch auf sonst irgendwelche Stilfragen, und entsprechend sieht das Ergebnis dann auch aus - und das fällt beim Abtippen natürlich sofort auf, da wird dann das Gröbste schon mal ausgemerzt. Vor dem Posten im Forum wird ein neues Stück noch mehrfach durchgesehen, allein schon dadurch, daß ich es unterteilen und in den Gesamttext einordnen muß.
Veria, Du bist am Computer schneller als per Stift? *findet das bewundernswert*
--------------------------------------------------------------
Emma
15.01.2004, 16:38:00
Ein spannendes Thema und ein interessanter Artikel! Danke für beides, Veria.
Eure beiden Schreibgewohnheiten sind für mich ebenso interessant wie fremdartig. Ich könnte meine Sachen nicht einfach mitnehmen und woanders schreiben. Zum Schreiben brauche ich meine gewohnte Umgebung, sprich meinen Schreibtisch zuhause in meinem Zimmer. Immer wenn ich versucht habe, woanders zu schreiben, war das nicht sehr effektiv.
Wie du, Veria, kann ich auch nur auf der Tastatur schreiben. Erstens weil ich während des Formulierens ständig meine Sätze umstelle und folglich auf die Lösch- und Einfügmöglichkeiten eines Computers zwingend angewiesen bin, aber auch weil es schneller geht. Vibe, wenn man frei mit zehn Fingern tippen kann, ist das sehr viel schneller als per Hand. Mich macht es sogar regelrecht nervös von Hand zu schreiben, weil es im Vergleich zur Tastatur so langsam ist.
Zum Schreiben selbst brauche ich auch Ruhe. Ich kann es gar nicht haben, wenn dann noch jemand mit im Zimmer ist, auch wenn dieser jemand anderweitig beschäftigt ist.
Routinen, wie sie der Autor des Artikels anmahnt, sind sicher eine feine Sache, aber das bekomme ich nicht hin. Dazu ist mein Tagesablauf ganz generell zu wenig routiniert. Ich muss schreiben, wenn ich gerade mal Zeit, Ruhe und noch genügend Konzentrationsfähigkeit habe. Leider fehlt viel zu oft eines dieser Dinge. Was ich allerdings mittlerweile auch wichtig finde, ist nicht auf den perfekten Moment zu warten, also z.B. nicht nur zu schreiben, wenn alles andere erledigt ist und man einen ganzen Abend frei hat. Solche Momente gibt es zu selten und wenn sie dann da sind, funktioniert das Schreiben meist trotzdem nicht, weil man zu lange aus seiner Geschichte draußen ist. Ich muss es also irgendwie schaffen, kontinuierlich dran zu bleiben und kurze Phasen der Ruhe und Konzentriertheit nutzen.
Was mir dabei zupass kommt ist, dass ich nicht mehr wie früher längere Stücke auf einmal schreiben kann. Ich schreibe jetzt meist nur einen Absatz oder zwei oder auch mal eine Seite und dann hänge ich schon wieder. Mittlerweile bleibe ich dabei ruhig und lasse es damit gut sein. Sonderbarerweise geht es dann das nächste Mal, wenn ich mich dran setze, problemlos weiter.
Allerdings ist es bei mir selten so, wie bei dir Vibe, dass ich eine Geschichte ständig im Kopf habe. Erstaunlicherweise arbeitet die Sache bei mir mehr im Unterbewusstsein weiter, denn meist ist plötzlich eine Lösung für ein Problem da, ohne dass ich darüber richtig bewusst nachgedacht hätte. Ab und an denke ich aber natürlich trotzdem über Szenen, Hintergründe oder Zusammenhänge meiner Geschichte nach, das ist klar. Aber eben nicht sehr häufig.
Was ich aber ganz wie Vibe mache und was ich mittlerweile unendlich wichtig finde, ist ein mehrmaliges Überarbeiten von Szenen. Ich warte mittlerweile solange mit dem Posten, bis ich wirklich das Gefühl habe, dass die Szene so stimmt. Das kann sich unter Umständen dann auch mal über einen Monat hinziehen und bis zu zehn Überarbeitungsdurchgänge kosten. Erstaunlich ist aber, wie der Text dabei so langsam reift und mir nach und nach auffällt, was daran noch nicht stimmt, was noch fehlt oder was zu viel ist. Ohne das Gefühl: "So ist es gut!" poste ich nichts mehr. Das habe ich mittlerweile gelernt. Und um dieses Gefühl zu bekommen, ist nicht nur die Zahl der Überarbeitungen wichtig, sondern auch, dass der Text mal eine Weile unbearbeitetet bleibt, ich also etwas Abstand dazu gewinne.
So, dass war's fürs erste. Würde mich interessieren, was ihr dazu meint. Insbesondere was das mehrmalige Überarbeiten angeht.
--------------------------------------------------------------
Wandermaus Veria
15.01.2004, 16:57:00
Was das mehrmalige Überarbeiten angeht, ist das bei mir bei jeder Geschichte anders.
Bei Lâthie überarbeite ich eher weniger, aber dafür mit grösseren Zeitabständen dazwischen, aber eben auch noch lange nach dem Posten. Wenn es in die Bib kommt, sollte es fertig sein, sage ich mir, und damit fahre ich glaube ich ganz gut.
Bei Tris und Legende/Portal und auch bei Laharia ist das ganz anders, weil ich da mit dem Posten dem Schreiben nicht nachkomme und demzufolge auch sehr viel voraus getippt hab. Diesen Vorsprung überarbeite ich dann auch immer und immer wieder.
Vorsprung Tris 12 Seiten, Legende/Portal "nur" 3 Seiten, Laharia hingegen über 40 Seiten Vorsprung, Lâthie ist mein Vorsprung 0 bis 1 Poststückchen, wenn's hoch kommt mal 2.
Lâthie ist, gemeinsam mit der Lebensgeschichte, auch am meisten von der augenblicklichen Schreiblaune abhängig, Tris kann ich gut auch logisch und kühl schreiben.
Veria