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Wo und wann schreibt ihr?
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Beitrag: #1
Wo und wann schreibt ihr?
Würde mich interessieren, weil ich gerade über http://www.autorenforum.de/?Date...wohnheiten gestolpert bin. In Anlehnung daran muss ich bemerkten, dass ich es mir "schwer mache", ich schreibe nämlich nur am Computer, vor allem deswegen, weil ich mit dem Stift in der Hand schnell Verspannungen und Schmerzen kriege und ohnehin so 400 Anschläge oder mehr pro Minute tippe (also sehr viel schneller als mit Stift).
Am liebsten am Laptop, weil ich die flache Tastatur so mag, aber per Diskette die Texte mitnehmen und woanders tippen steht auch an der Tagesordnung.
Was ich hasse, ist, wenn mir jemand über die Schulter schaut, dem ich es nicht ausdrücklich erlaubt habe (Gruss an meine Mutter, so sie hier liest).
Na? Was macht ihr so?
Veria *neugierig*

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AlienVibe
15.01.2004, 14:25:00

Erst einmal vielen Dank für den Link - der ist klasse und sehr informativ! Lächeln Lächeln

Bezogen auf den Artikel dort über Schreibgewohnheiten gehöre ich offenbar zu den Leuten, die es sich eher leicht machen. Ich hatte eigentlich schon immer ständig irgendwelche Geschichten im Kopf und das ist heute noch so, wobei inzwischen das im Vordergrund steht, woran ich gerade schreibe, vor allem, wenn ich mit Routinearbeiten beschäftigt oder unterwegs bin. Beim Wandern, Brennholz sägen, Putzen oder Spülen sind mir schon die besten Sachen eingefallen ...

Ich schreibe eigentlich immer mit Stift und Papier, habe mir aber nie Gedanken gemacht, warum das so ist - vielleicht vor allem deshalb, weil ich diese Utensilien immer bei mir haben kann, egal, wo ich hingehe. Feste Schreibzeiten habe ich nicht und jeden Tag schreiben kann ich auch nicht, da meine Arbeit das nicht zuläßt - richtig 'raus' komme ich aber dennoch nicht, selbst, wenn es mal länger dauert, bis ich wieder dazu komme, eben weil ich immer irgend etwas zu Schreibendes im Kopf habe, das manchmal eher spielerisch einfach da ist, manchmal aber auch geradezu 'drängelt', und dann schiebe ich auch schon mal eine verschiebbare Pflicht beiseite und setze mich statt dessen mit Block und Kuli in eine ruhige Ecke ...

Schreiben fällt mir am leichtesten, wenn ich allein bin.
Einzige Ausnahme sowohl davon als auch von Papier und Stift ist 'Friedensmission' - diese Geschichte ist von Anfang an auf dem Computer (vor allem Laptop) entstanden und zeitweise in Anwesenheit Anderer, die mit ihren Dingen beschäftigt waren, und das war genau so leicht und selbstverständlich, als säße ich allein irgendwo mit Block und Kuli. Warum das so ist, kann ich in keienr Weise logisch begründen ...

Praktisch finde ich am Abtippenmüssen des auf Papier Geschriebenen vor allem, daß das gleichzeitig automatisch der erste Durchgang Korrekturlesen ist - beim Schreiben selbst achte ich weder auf Grammatik noch auf sonst irgendwelche Stilfragen, und entsprechend sieht das Ergebnis dann auch aus - und das fällt beim Abtippen natürlich sofort auf, da wird dann das Gröbste schon mal ausgemerzt. Vor dem Posten im Forum wird ein neues Stück noch mehrfach durchgesehen, allein schon dadurch, daß ich es unterteilen und in den Gesamttext einordnen muß.

Veria, Du bist am Computer schneller als per Stift? *findet das bewundernswert*

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Emma
15.01.2004, 16:38:00

Ein spannendes Thema und ein interessanter Artikel! Danke für beides, Veria.

Eure beiden Schreibgewohnheiten sind für mich ebenso interessant wie fremdartig. Ich könnte meine Sachen nicht einfach mitnehmen und woanders schreiben. Zum Schreiben brauche ich meine gewohnte Umgebung, sprich meinen Schreibtisch zuhause in meinem Zimmer. Immer wenn ich versucht habe, woanders zu schreiben, war das nicht sehr effektiv.
Wie du, Veria, kann ich auch nur auf der Tastatur schreiben. Erstens weil ich während des Formulierens ständig meine Sätze umstelle und folglich auf die Lösch- und Einfügmöglichkeiten eines Computers zwingend angewiesen bin, aber auch weil es schneller geht. Vibe, wenn man frei mit zehn Fingern tippen kann, ist das sehr viel schneller als per Hand. Mich macht es sogar regelrecht nervös von Hand zu schreiben, weil es im Vergleich zur Tastatur so langsam ist.
Zum Schreiben selbst brauche ich auch Ruhe. Ich kann es gar nicht haben, wenn dann noch jemand mit im Zimmer ist, auch wenn dieser jemand anderweitig beschäftigt ist.
Routinen, wie sie der Autor des Artikels anmahnt, sind sicher eine feine Sache, aber das bekomme ich nicht hin. Dazu ist mein Tagesablauf ganz generell zu wenig routiniert. Ich muss schreiben, wenn ich gerade mal Zeit, Ruhe und noch genügend Konzentrationsfähigkeit habe. Leider fehlt viel zu oft eines dieser Dinge. Was ich allerdings mittlerweile auch wichtig finde, ist nicht auf den perfekten Moment zu warten, also z.B. nicht nur zu schreiben, wenn alles andere erledigt ist und man einen ganzen Abend frei hat. Solche Momente gibt es zu selten und wenn sie dann da sind, funktioniert das Schreiben meist trotzdem nicht, weil man zu lange aus seiner Geschichte draußen ist. Ich muss es also irgendwie schaffen, kontinuierlich dran zu bleiben und kurze Phasen der Ruhe und Konzentriertheit nutzen.
Was mir dabei zupass kommt ist, dass ich nicht mehr wie früher längere Stücke auf einmal schreiben kann. Ich schreibe jetzt meist nur einen Absatz oder zwei oder auch mal eine Seite und dann hänge ich schon wieder. Mittlerweile bleibe ich dabei ruhig und lasse es damit gut sein. Sonderbarerweise geht es dann das nächste Mal, wenn ich mich dran setze, problemlos weiter.
Allerdings ist es bei mir selten so, wie bei dir Vibe, dass ich eine Geschichte ständig im Kopf habe. Erstaunlicherweise arbeitet die Sache bei mir mehr im Unterbewusstsein weiter, denn meist ist plötzlich eine Lösung für ein Problem da, ohne dass ich darüber richtig bewusst nachgedacht hätte. Ab und an denke ich aber natürlich trotzdem über Szenen, Hintergründe oder Zusammenhänge meiner Geschichte nach, das ist klar. Aber eben nicht sehr häufig.
Was ich aber ganz wie Vibe mache und was ich mittlerweile unendlich wichtig finde, ist ein mehrmaliges Überarbeiten von Szenen. Ich warte mittlerweile solange mit dem Posten, bis ich wirklich das Gefühl habe, dass die Szene so stimmt. Das kann sich unter Umständen dann auch mal über einen Monat hinziehen und bis zu zehn Überarbeitungsdurchgänge kosten. Erstaunlich ist aber, wie der Text dabei so langsam reift und mir nach und nach auffällt, was daran noch nicht stimmt, was noch fehlt oder was zu viel ist. Ohne das Gefühl: "So ist es gut!" poste ich nichts mehr. Das habe ich mittlerweile gelernt. Und um dieses Gefühl zu bekommen, ist nicht nur die Zahl der Überarbeitungen wichtig, sondern auch, dass der Text mal eine Weile unbearbeitetet bleibt, ich also etwas Abstand dazu gewinne.
So, dass war's fürs erste. Würde mich interessieren, was ihr dazu meint. Insbesondere was das mehrmalige Überarbeiten angeht. Lächeln

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Wandermaus Veria
15.01.2004, 16:57:00

Was das mehrmalige Überarbeiten angeht, ist das bei mir bei jeder Geschichte anders.
Bei Lâthie überarbeite ich eher weniger, aber dafür mit grösseren Zeitabständen dazwischen, aber eben auch noch lange nach dem Posten. Wenn es in die Bib kommt, sollte es fertig sein, sage ich mir, und damit fahre ich glaube ich ganz gut.
Bei Tris und Legende/Portal und auch bei Laharia ist das ganz anders, weil ich da mit dem Posten dem Schreiben nicht nachkomme und demzufolge auch sehr viel voraus getippt hab. Diesen Vorsprung überarbeite ich dann auch immer und immer wieder.
Vorsprung Tris 12 Seiten, Legende/Portal "nur" 3 Seiten, Laharia hingegen über 40 Seiten Vorsprung, Lâthie ist mein Vorsprung 0 bis 1 Poststückchen, wenn's hoch kommt mal 2.
Lâthie ist, gemeinsam mit der Lebensgeschichte, auch am meisten von der augenblicklichen Schreiblaune abhängig, Tris kann ich gut auch logisch und kühl schreiben.
Veria

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14.01.2004 19:52
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Obi-Wahn Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #2
Re: Wo und wann schreibt ihr?
NEEEIIIN!!!!!!! Ich hatte einen Riesen-Text dazu geschrieben aber irgendwie wollte ezboard ihn nicht haben, alles ist weg. Ich schreib morgen nochmal was. Heute habe ich keine Lust mehr!!!

Hin und wieder ist alles relativ!
15.01.2004 20:16
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Taoynin Offline
Baumbewohner

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Beitrag: #3
Re: Wo und wann schreibt ihr?
Danke für den Link, Vera. Lächeln Ich habe mir das natürlich sofort ansehen müssen und bin dann auch gleich hängengeblieben. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Menschen sich mit dem Schreiben beschäftigen und wie viele Fragen sich daraus ergeben. Wirklich sehr interessant.

Mir ergeht es wie Vibe, dass ich immer irgendwelche Geschichten im Kopf habe und mich damit beschäftige und das von Kindesbeinen an. Besonders gut funktioniert das Nachdenken beim Spazierengehen und das in einer möglichst menschenleeren Umgebung, weil ich die Angewohnheit habe, Selbstgespräche zu führen oder Dialoge teste, und das sieht dann schon ein bisschen komisch aus. Aber auch während der Arbeit kann es passieren, dass mir die eine oder andere Idee kommt und ich sie mir dann notiere. Ebenso kann ich sehr gut vor dem Schlafen an meinen Geschichten basteln, und es geschieht dann nicht selten, dass ich noch einmal aufspringe und mir die wichtigsten Gedanken notiere.
Normalerweise ist meine tägliche Schreibzeit abends zwischen acht und zwölf und dazu brauch ich dann auch Ruhe. Die Anwesenheit eines anderen würde mich dann stören, selbst wenn er mit eigenen Sachen beschäftigt wäre. Ich brauche dann völlige Abgeschiedenheit, weil sich der kreative Prozess nicht allein auf das Schreiben beschränkt, sondern ich auch hin und wieder auf und ab laufe, Bücher herauskrame und mit mir selbst rede. Ganz wichtig ist die passende Musik dabei. Ich habe ganz bestimmte Stücke, die sehr hilfreich sind, um mich konzentrieren zu können, so wie auch vereinzelte Lieder so lebhafte Bilder in meinem Kopf produzieren, dass ich dann darin regelrecht eintauche und danach schreibe. Bei den meisten Geschichten arbeite ich direkt am Computer. Da ergeht es mir wie Emma, dass ich ständig die einzelnen Sätze sofort überarbeite, umstelle oder ändere, und das wäre mit Papier und Stift zu umständlich. Am um Arbeitsgrundlagen zu erstellen und Konzepte zu erarbeiten oder auch Ideen zu notieren, verwende ich die Papier und Stift-Methode. Auch im Urlaub schreibe ich immer handschriftlich. Allerdings benutze ich dann meistens einen Walkman, um mich konzentrieren zu können. Dann allerdings stört es mich auch nicht, wenn noch andere Leute um mich herumwuseln. Ich habe mal im Flugzeug fast zwei Stunden lang kontinuierlich geschrieben, bis sich meine Finger verkrampft haben. Da war mir die Umgebung völlig gleichgültig und mich störte auch nicht der beengte Platz. Um auf so einer kleinen Klappe schreiben zu können, muss man sich schon ganz schön verrenken. Und da der Flug zudem zeitweise ziemlich unruhig war, bin ich immer mit dem Kopf gegen den Sitz gestoßen. Ich möchte nicht wissen, was sich die anderen Leute dabei gedacht haben Grinsen , aber mir war das völlig wurscht, weil ich unbedingt meine Gedanken loswerden musste. Normalerweise ist mir diese Art des Schreibens lieber, weil ich wie Vibe beim anschließenden Abtippen den Text noch einmal gut überarbeiten kann. Das Selbstgeschriebene ist der Rohentwurf, den ich dann in aller Ruhe ausfeilen kann. Ich habe es nur deshalb aufgegeben, weil ich mit der Hand echt Probleme bekommen habe und mit dem Tippen wesentlich schneller bin.
Das kontinuierliche Schreiben finde ich auch sehr wichtig. Es ist schon so, wie Emma schreibt, dass man nicht auf den passenden Augenblick warten darf. Ich habe es schon sehr oft festgestellt, dass ich mir eine bestimmte Zeit eingeplant habe und dann vor dem Computer saß und kein Wort zustandebrachte und statt dessen anfing, den Schreibtisch aufzuräumen, Zettel zu sortieren oder nach der passenden Musik suchte. Wenn ich dann endlich so weit, dass die richtigen Gedanken kamen, war die Zeit schon wieder um. Schreiben bedeutet ein ordentliches Maß an Selbstdisziplin, vor allem dann, wenn man in seiner Geschichte eine Stelle erreicht, die sich zäh entwickelt. Dann man sich zum Schreiben aber eine bestimmte Zeit reserviert und dass der Familie oder dem Partner klarmacht, dass man diesen bestimmten Freiraum braucht, halte ich aber eher für schwer umsetzbar. Bei mir hat es wenigstens nie funktioniert, weil immer irgend etwas dazwischen kam.
Das mehrmalige Überarbeiten vor dem Posten auf dem Baum mache ich auch und halte den Post auch solange zurück, bis ich damit zufrieden bin bzw. er sich für mich stimmig klingt. Und für mich gehört auch dazu, den Text eine Weile ruhen zu lassen.
Dann ist er erst einmal aus dem Kopf heraus. Anschließend kann ich ihn viel freier lesen und dann fallen mir auch all die Kleinigkeiten auf, die noch geändert werden müssen und die das Gesamtbild abrunden. Wenn ich aber nur einzelne Sätze oder Abschnitte immer wieder lese, dann merke ich zwar, dass ich damit noch nicht zufrieden bin, kann es aber nicht benennen.
Das gilt allerdings nur für Stücke, die ich mir erarbeiten musste. Wenn ich aus dem Bauch heraus schreibe und das praktisch in einem Rutsch, muss ich selten anschließend noch etwas ändern.

Das Schreiben für den Baum war für mich etwas gänzlich Neues, und da musste ich mich gewaltig umstellen. Normalerweise schreibe ich nämlich immer an der gesamten Geschichte und überarbeite sie laufend. So habe ich dann auch immer das Gesamtwerk im Auge und kann es auch als Ganzes bewerten.
Wenn ich jetzt "Freundschaft" als Ganzes lese, merke ich, dass ich bestimmte Passagen noch einmal überarbeiten möchte, weil es für mich eigentlich immer noch den Status eines Rohentwurfes hat. Komischerweise bin ich aber noch nicht auf die Idee gekommen, die Kapitel für die Bib zu überarbeiten, bevor sie dort eingestellt werden, vermutlich weil ich mir dann komplett alle Kapitel vornehmen müsste.

Obi, dass dein Text von Ezboard verschluckt wurde, ist wirklich ärgerlich. Ich habe mir jetzt angewöhnt, immer alles vorher zu speichern, damit mir so etwas nicht mehr passiert.
Ich bin aber gespannt darauf, wie deine Erfahrungen beim Schreiben sind.

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Wandermaus Veria
16.01.2004, 15:16:00

Verschluckte Texte sind was ärgerliches. Ich hab zwar keine Probleme mit ezboard, aber dafür mit dem Netzteil vom Laptop, das fällt manchmal ganz plötzlich aus und da sollte ich gespeichert haben.
Dass du mit spezieller Musik am besten schreiben kannst, Taoynin, das verstehe ich gut. Ich schreibe am liebsten zu meiner ausgefeilten Riesenplaylist, die in voller Länge fast den ganzen Tag durchlaufen würde. Aber seit ich an der Uni im Computerraum auch manchmal schreibe, hat sich das eher zu "Musik ist nützlich aber ich brauch's nicht" entwickelt. (Dort schaut mir auch selten jemand über die Schulter, die haben alle was zu tun.)
Im Urlaub schreiben mache ich schon lange nicht mehr. Früher, als ich noch die Handkrämpfe ignorieren konnte (für Deutschschularbeiten musste man das können), hab ich ab und zu eine Seite geschrieben. Seit ich Handschrift nur mehr für Grusskarten und Unterschriften brauche, hat sich das erledigt.
Aber im Urlaub suche ich meine Geschichten (ausgedruckterweise) nach Fehlern durch, da habe ich meistens einen ganz anderen Blick drauf.
Das "eine Weile ruhen lassen" ist bei meinen Geschichten sozusagen schon automatisch drin. Wenn ich das eine schreibe, ruht das andere.
Taoynin, im Flugzeug schreiben finde ich eine Wahnsinnsleistung, nach den ersten drei Krakeln hätte ich den Block wütend weggelegt (und am liebsten dem Piloten, der so wackelig fliegt, um die Ohren gehauen).
Veria
16.01.2004 00:37
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Taoynin Offline
Baumbewohner

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Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #4
Re: Wo und wann schreibt ihr?
Erstaunlicherweise konnte ich ganz gut im Flugzeug schreiben, weil für mich die Störungen total nebensächlich waren. Ich war völlig auf die Geschichte fixiert. In diesem Urlaub habe ich auch zuerst den ausgedruckten Text gelesen und korrigiert und so ziemlich zum Ende dann angefangen zu schreiben. Dann konnte ich allerdings auch nicht mehr aufhören. Selbst während der Wartezeit vor dem Bustransport zum Flugzeug und sogar in der Flughalle habe ich geschrieben. Wenn man richtig vom Schreibfieber gepackt wird, dann wird die Umgebung tatsächlich bedeutungslos. Man muss sich dann auch nicht so sehr konzentrieren, weil die Worte ganz automatisch kommen. Muss man sich einen Text erst erarbeiten, funktioniert das nur, wenn man sich auch entsprechend konzentrieren kann, und deshalb ist man dann auch so anfällig für Störungen.
Wenn ich mit der Hand schreibe und das sehr viel, habe ich hinterher oft das Problem, den Text entziffern zu können, weil ich beim Schnellschreiben einen Mischmasch aus Steno und eigenen Kürzeln anwende. Wen ich den Text anschließend sofort abtippe, ist der Wiedererkennungswert noch optimal Grinsen , aber ein paar Tage später und ich muss echt mühsam recherchen.

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AlienVibe
17.01.2004, 17:36:00

Taoynin, 'Schreibfieber' kenne ich auch - daß man so drin ist in der Geschichte, daß man praktisch die Umgebung gar nicht mehr wahrnimmt. In diesem Zustand bekomme ich überhaupt nichts mehr mit, auch nicht mehr, ob ich mich verrenke, mir irgend etwas einschläft oder ob und wie die Zeit vergeht - es ist mir einige Male passiert, daß ich gedacht habe, 'ach, das, was da gerade im Kopf drängelt, schreibe ich jetzt mal schnell', mich irgendwohin verfügt habe, wo ich allein war - und drei Stunden später wieder auftauchte, mit dem sicheren Gefühl, da ginge jetzt aber wohl die Uhr falsch, weil für mein Empfinden nur eine halbe Stunde vergangen sein konnte ...

Im Urlaub finde ich Schreiben meist leichter als zu Hause, weil ich dann ja keine Termine oder sonst irgend ein Zeitlimit habe, und in einer schönen Landschaft zu sitzen mit Papier und Stift, ist sehr angenehm - auch wenn ich dann zügig davon nichts mehr merke ... Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich beim Schreiben selten auf die Idee komme, Musik laufen zu lassen - wenn ich wenig konzentriert bin, lenkt sie mich ab, bin ich völlig konzentriert, höre ich sie nicht mehr.

Daß sich bei Dir, Taoynin, das eigentliche zu Papier bzw. in den Rechner Bringen einer Geschichte mit dem Übrigen, was den kreativen Prozeß ausmacht, zeitlich direkt verknüpft, finde ich sehr spannend - das kenne ich so nicht. Ich laufe mit einer Idee oder den Bildern zu einem neuen Teil immer erst einmal eine Weile herum, während der sich aus den Bildern erste Sätze formen, jede Menge Fragen auftauchen, zu deren Beantwortung ich dann in Bücher, Zeitschriften oder das Netz schaue und Notizen oder Ausdrucke mache, und erst, wenn das 'durch' ist, habe ich den Impuls, zu schreiben und setze mich hin dafür.
Selbstgespräche während dieser 'Vorbereitungsphase' kenne ich auch - und dürfte damit wohl des Öfteren schon merkwürdig aufgefallen sein Grinsen Im Wald sind allerdings andere Wanderer und Spaziergänger meist zu höflich, um direkt zu gucken oder einen gar anzusprechen ...

Obi, schade, daß ezboard Deinen Text geschluckt hat!
*hofft, daß dieser sich nicht entmutigen läßt und einen neuen Anlauf unternimmt* Lächeln Lächeln
16.01.2004 20:59
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Sela Offline
Strahlender Taelon

Beiträge: 1.820
Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #5
Re: Wo und wann schreibt ihr?
Darf ich dazu auch was sagen? *versteckt sich vorsichtshalber lieber*

Ich kann wohl schneller mit einem Stift schreiben, als wirklich auf dem Computer, so genau hab ich darauf noch nicht geachtet. Auf jeden Fall fällt mir ersteres leichter, was bestimmt auch davon kommt, weil ich auf der Tastatur niemals mit 10 Fingern tippe, ich hab’s mal versucht, aber es geht nicht. Einige Finger lassen sich nicht so bewegen wie sie sollen. Anders als bei Veria krieg ich eher Schmerzen in den Fingern wenn ich länger tippe, als wenn ich länger auf Papier schreibe.
Zudem hat für mich das Schreiben auf Papier den Vorteil, dass ich es überall machen kann, meistens bin ich gerade dann in einer Phase in der ich gut schreiben kann, wenn ich ziemlich weit weg von computerähnlichen Teilen bin. Am besten kann ich immer noch schreiben, wenn ich nicht zu Hause bin, das heißt im Unterricht, in den Pausen, im Urlaub und am allerbesten Nachts, ok bei letzteren bin ich dann gezwungenermaßen zu Hause. Nachts aber auch nur wenn Rollo hoch ist und ich den Mond sehen kann. Das tolle daran wenn ich in der Nacht schreibe ist, dass mein Kopf dann so ziemlich leer ist und ich nicht mehr denke, was bei meiner Art zu schreiben nur vom Vorteil ist. Nachteil ist nur, dass ich am nächsten Tag nicht mehr weiß was ich da geschrieben habe und immer alles durchlesen muss um auf den aktuellen Stand zu kommen. Sonst kann ich nur in einer bestimmten Zeitspanne von ein paar Tagen, Wochen oder hin und wieder mal Monaten, schreiben, da entsteht dann ziemlich viel und danach ist eine Weile Ende.
Immer nur an einen Ort schreiben könnte ich nicht, da würde mir schnell langweilig werden. „Insel der Vergessenen“ ist ja auch nur entstanden, weil ich auf Kreta am Strand lag... das war auch eine Insel...
Im Flugzeug hab ich auch schon des öftern geschrieben, dabei hatte ich allerdings keine Probleme. Bei uns hat es auch nie gewackelt.
Wenn ich mal wirklich schreibe, dann schreib ich durch. Meistens kann ich nicht nur einen Absatz oder so schreiben, es werden immer mehrer Seiten. Wobei ich auch niemals nur an einer Geschichte alleine schreiben könnte, das macht mich nervös! Ich muss immer mehrere Dinge gleichzeitig haben, an denen ich arbeiten kann, auf eine Sache kann ich mich irgendwie schlecht konzentrieren. So ist es dann auch beim schreiben, dass ich immer hin und her springe. Jetzt bin ich auch an 8 Geschichten am schreiben. Das heißt dann zwar auch, dass ich bei einigen langsamer voran komme...
Im Gegensatz zu den meisten von euch, überarbeite ich meine Texte immer höchst ungern! Immer wenn ich sie mir auf den Computer durchlese, kommt bei mir das Gefühl auf, dass sie so schlecht sind, dass ich am besten alles löschen sollte (was ich bei einen Kapitel dann auch Passenderweise gleich mal gemacht habe, so dass ich es noch mal tippen durfte) und auch aufhören sollte zu schreiben... deshalb mache ich das halt nicht gerne, weil ich nicht gerne was mitten drin abbreche. Was mich bei meinem schreiben ziemlich stört ist die Tatsache, dass sich alle offensichtlich Mühe beim schreiben geben, sich Informationen rein holen und ich nichts von dem mache! Ich schreibe einfach das was ich im Kopf habe und denke nicht weiter darüber nach. Ich weiß nicht wie ich das sagen soll, jedenfalls kommt mir meine Art zu schreiben immer ziemlich primitiv vor.
Beim Abtippen habe ich allerdings keine Probleme und dabei berichtige ich dann auch falsche Satzstellung und so weit es geht, die anderen Fehler die ich da reingekloppt habe, wobei ich immer noch eine Menge drin lasse.
Bei mir sind meine Geschichten auch nicht immer in meinen Kopf und beschäftigen mich. Ich mache mir eigentlich relativ wenig Gedanken über sie... irgendwann ist die Idee da, dann warte ich ne Woche oder so und dann weiß ich wie sie geht. Nachdenken über sie musste ich nur einmal beim Traktorstrahl, bei den Dimensionsreisen und jetzt über das Problem Geist-Gehirn.
Ich denke ob ich dabei Musik höre, oder nicht, oder was um mich herum passiert, ist mir beim schreiben relativ egal! Um das mitzukriegen ist in meinen Gedanken gar nicht mehr genug Platz!

*schaut vorsichtig hervor und hofft irgendwie dass der Text beim posten verloren geht* Ich glaube es ist ziemlich wirsch...

"Le contraire du suicide, précisément, c'est le condamné à mort."
Albert Camus
18.01.2004 00:19
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Scheiana Offline
Kleine Fee

Beiträge: 6.563
Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #6
Re: Wo und wann schreibt ihr?
Hmmm, ein wirklich Interessantes Thema das ...


Wenn ich so recht darüber nachdenke Schreibe ich meine Geschichte meist Zuhause direkt am Computer, weil ich es einfach nervtötend finde die Textstücke vom Papier noch mal abzuschreiben. Das dauert mir einfach zu lange. Gelegentlich schreibe ich auch in der halben stunde die ich Pause habe im Personalzimmer und dann mit Stift und Papier.
Unterwegs kann ich so gar nicht schreiben, selbst dann wenn eine besonderst Interessante Idee mit aller macht nach draußen drängt. Aber ich denke das liegt halt daran das wenn ich einmal schreibe das nach den ersten paar Zeilen wie ganz von selber läuft ohne das ich groß darüber nachdenke und ich dann kaum was mitkriege was um mich ist und ich dann wahrscheinlich immer meine Haltestellen versäumen würde oder nicht mitkriege wenn der Zug kommt.. Es ist mir sogar schon passiert das ich mir hinterher beim Durchlesen einer geschriebenen Szene selber überrascht bin über das was da steht.
Erstaunlich dabei ist das ich nur beim schreiben meiner Geschichte auf feste unterlagen (Tisch oder so ) angewiesen bin. Wenn ich Gedichte schreibe geht das praktisch überall ob im Zug, der Haltestelle, währen der Monatlichen Team Sitzung wenn sich die Kollegen Kloppen oder egal was.
Ideen für Geschichten habe ich meist abends oder wenn ich unterwegs bin. Meistens überlege und bastele ich in Gedanken immer noch dran rum bevor es niedergeschrieben wird.
Am Anfang fand ich es schwierig die Bilder die sich bei mir im Kopf abspielen so niederzuschreiben das jemand der das ganze hinterher liest sich ungefähr das vorstellen kann was ich meine. Aber ich denke ob man das schafft oder nicht weiss man nie so genau weil sowieso jeder einen Text unter anderen Voraussetzungen liest als ein anderer und ihn aufgrund vieler verschiedener Faktoren anders interpretiert.
Ansonsten kann ich nicht viel dazu sagen weil ich halt noch nicht so lange Geschichten schreibe und bis jetzt ja erst eine angefangen habe ...



Hofft das das alles hier einen sinn ergibt, schaut sich schüchtern um und versucht möglichst unauffällig zu wirken ...

Nicht nur die Dunkle Seite hat Kekse!!!
Und unsere sind mit Schokolade Engel
18.01.2004 01:06
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Veria Offline
Admin, Wandermaus und Baumbewohner

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Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #7
Re: Wo und wann schreibt ihr?
Huch, zwei unauffällige Schreiberlinge!
*klopf den beiden mal auf die Schulter* Unauffällig schreiben ist keine gute Idee.
Zugegeben, bei meinen ersten Versuchen hätte ich meiner Mutter nichts zeigen sollen, sie hält nichts von Science Fiction und noch weniger von Ablenkungen von Schule und Studium.
Aber wenn man eine interessierte Gruppe findet: HERZEIGEN, ALLES!!! Nicht nur die Geschichte selber, sondern auch Überlegungen dazu, sonst kommt die Diskussion ja viel schwerer in Gang.
Veria (die soeben im Schreibrausch eine Seite Tris getippt hat, jetzt 13 Seiten Vorsprung)

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Hier war eine umzugsbedingte Lücke

AlienVibe
18.01.2004, 17:26:00

Se'la, Scheiana, toll, daß Ihr jetzt hier in der Werkstatt auch dabei seid Lächeln Lächeln Lächeln *freut sich* Veria hat Recht - je mehr Leute sich beteiligen, um so spannender und interessanter wird es!

Scheiana, bei Dir kann ich nur staunen - Du kannst auf der Arbeit und in so engem Zeitrahmen wie einer halbstündigen Pause schreiben? Da würde ich keinen klaren Satz zu Papier bringen, ich wäre viel zu abgelenkt bzw. in innerlicher Hetze.
Im 'Schreibfieber' wäre das in Bus und Bahn völlig easy, allerdings ginge es mir dann ähnlich wie Dir - ich würde meine Ausstiegshaltestelle verpassen und sonstwo landen, also habe ich derart unterwegs schon lange nicht mehr geschrieben, nachdem mir das einmal passiert ist und dann ziemlich teuer wurde ...

Se'la, Du schreibst an acht Stories gleichzeitig? *staunt einmal mehr* Auf vier Sachen zur gleichen Zeit habe ich es immerhin während des letzten Adventskalenders gebracht, und das fand ich zeitweise schon etwas verwirrend, wenn auch ziemlich spannend. Geraten Dir nie Handlungen durcheinander?

Was das Einholen oder Nicht-Einholen von Informationen zu dem, was man schreibt, angeht, so finde ich es völlig in Ordnung, wenn man das nicht macht.
Ich tue das nur, wenn Bedarf besteht, das heißt, wenn ich mir unsicher bin, ob ich etwas genau so schreiben kann, wie es mir vorschwebt, oder ob das dann so unlogisch wird, daß die erste Frage, die dazu gestellt wird, mein diesbezügliches Konzept komplett auseinandernimmt. Informationen brauche ich vor allem, wenn es um Technologie geht - und ich habe festgestellt, das Einholen derselben empfinde ich überhaupt nicht als Mühe oder Pflicht, sondern als ebenso spannend wie das Schreiben selbst, es macht Spaß und zeitigt manchmal allerhand überraschende Nebenergebnisse, sogar neue Kontakte im Netz ...

Bin ich mir einer Sache sicher, dann schreibe ich sie genau so, wie ich sie im Kopf habe, und tue ansonsten gar nichts dafür.

Bei Nacht mit Mondlicht zu schreiben, stelle ich mir sehr schön vor - aber ich bin meistens abends zu platt, um bis in die Nacht hinein zu schreiben, Urlaub wäre da Ausnahme, aber da ergibt sich das meistens so, daß ich tagsüber schreibe und abends sitzt man noch zusammen und redet oder liest oder geht noch mal weg.

Se'la, schade, daß Du an Deinen Texten so sehr zweifelst - damit machst Du Dir in meinen Augen völlig unnötigen Streß. Du schreibst flüssig und gut - und außerdem gilt, etwas, wohinter man wirklich steht, kommt noch einmal doppelt so gut an Lächeln Lächeln

Scheiana, wann geht es bei Dir eigentlich weiter? *neugier* Lächeln Lächeln

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18.01.2004 02:11
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Scheiana Offline
Kleine Fee

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Beitrag: #8
Re: Wo und wann schreibt ihr?
*g*
Ich habe von natur aus ein Ruhiges Gemüt und da ist es nicht weiter schwer auch in Knapp bemessenem Zeitrahmen die ein oder andere Zeile zu schreiben. Schade ist halt nur das man dann häufig mitten im Gedankengang abbrechen muss.

Ich denke das es bald weitergeht. Die neuen teile sind zur zeit noch beim Betalesen.
Und mit etwas glück kommt vielleicht noch eine neue Story dazu. Ich weis nur noch nicht ob ich auch über den Anfang (Erste Szene) hinauskomme

Nicht nur die Dunkle Seite hat Kekse!!!
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18.01.2004 20:45
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Taoynin Offline
Baumbewohner

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Registriert seit: Apr 2010
Beitrag: #9
Re: Wo und wann schreibt ihr?
Vibe, was den kreativen Prozess beim Schreiben anbelangt, so ist das nicht immer zwingend, dass ich beim Schreiben auch gleichzeitig Informationen beschaffe und verwende. Manchmal mache ich das auch vorher oder hinterher. Es ist schon komisch, beim Schreiben macht man sich überhaupt gar keine Gedanken darüber, wie man eigentlich arbeitet. Jetzt, wo ich aufgrund des Workshops darüber nachdenke, stelle ich fest, dass ich ganz unterschiedliche Arbeitsweisen verwende und die sind eigentlich immer abhängig von der Geschichte. Was mir im Nachhinein noch dazu aufgefallen ist, dass ich meine ganzen Wände mit Arbeitsmaterialien vollgepflastert habe. Da kleben Konzepte, Zeichnungen, Bilder, Entwürfe und Textpassagen an der Tapete. Nichts ist für mich schlimmer, als in einem Haufen Blätter zu wühlen, wenn ich bestimmte Informationen brauche. Gerade wenn es um eine sehr großrahmige Geschichte geht, würde ich ansonsten den Überblick verlieren. Diese Arbeitsweise hilft mir übrigens auch, große Zeitpausen zu überstehen, ohne allzu viel zu vergessen.
Dass ich mit meinen Selbstgesprächen nicht alleine bin, ist ja schon mal beruhigend. Grinsen Ich habe mir das übrigens auch im Büro angewöhnt, zumindest habe ich das all die Jahre lang praktiziert, als ich dort allein war. Es ist für mich eine gute Möglichkeit, mich auf bestimmte Arbeiten zu konzentrieren, auch wenn sich mein Chef immer kringeln könnte vor Lachen, wenn er das mitkriegt. Draußen auf der Straße muss man sich immer ein wenig "zusammennehmen", aber wenn man eine menschenleere Ecke erwischt oder sich mitten im Wald befindet, ist das wirklich herrlich. Das ist dann praktisch so, als könnte man direkt in die Szene springen, die man gerade im Kopf hat. So lassen sich für mich auch Gespräche viel realistischer gestalten.

Sela, das Schreiben an mehreren Geschichten gleichzeitig, weil eine nicht ausreichend war, kenne ich von früher auch. Je nach Stimmungslage habe ich mal der eine, mal an der anderen geschrieben. Mich ausschließlich auf eine zu konzentrieren, hätte ich nicht gekonnt. Mittlerweile ist das anders. Jetzt kann ich eigentlich gar nicht anders, als mich auf eine große Sache zu konzentrieren. Nebenbei kann ich zwar an einem Rollenspiel oder an anderen kleineren Sachen arbeiten, aber nicht an zwei großen Geschichten.
Dass mit dem Unzufriedensein, wenn ich Geschichten anschließend noch einmal lese, kenne ich ebenfalls von früher. Und mir erging es ebenso, dass ich eigentlich am liebsten alles weggeworfen bzw. gelöscht hätte. Tatsächlich gibt es zwei Sorten von Schreiberlingen, die einen, die einfach drauflos schreiben und damit zufrieden sind und die anderen, die ihr Geschriebenes immer anzweifeln. Letztere machen sich – wie Vibe schon schrieb – meistens unnötigen Stress. Ich für meinen Teil habe festgestellt, dass mich diese Unzufriedenheit aber auch immer wieder bewogen hat, meinen Stil zu überarbeiten bzw. das auch jetzt noch tu. Durch diese kontinuierliche Arbeit am Schreiben konnte ich mich verbessern.

Scheiana, dass du auch währen der halbstündigen Pause schreibst, finde ich wirklich bewundernswert. Das könnte ich nicht. Bevor ich nämlich so weit wäre, endlich loszulegen, wäre die Zeit schon wieder vorbei.
Du hast Recht damit, dass jeder Leser eine eigene Vorstellung von der Geschichte entwickelt, die er gerade liest. Und wie spannend das ist, sieht man ja an den unterschiedlichen Feedbacks zu den einzelnen Storys auf diesem Baum. Das ist auch etwas sehr Tolles an dieser Art zu schreiben, weil man nämlich direkt und vergleichsweise schnell erfährt, wie der Leser die Geschichte wahrnimmt.
20.01.2004 00:39
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Sela Offline
Strahlender Taelon

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Re: Wo und wann schreibt ihr?
*merkt dass es nicht so schlimm war was dazu zu schreiben, sie auch nicht umgebracht wurde und macht weiter* Hoffe nur, dass es jetzt nicht passiert...

Vibe, eigentlich gerate ich nicht durcheinander. Ich kann auch in der Schule schreiben, ohne meine Notizen und die anderen Sachen dabei zu haben, ich weiß immer wo ich stehen geblieben bin und wie ich dann weiter schreiben muss. Was nur oft vorkommt ist dann, dass öfters der letzte und der erste Satz des neuen nicht wirklich zueinander passen, aber das kriegt man dann ja beim abtippen wieder hin.

Irgendwie stelle ich mir das an einer Geschichte schreiben, ziemlich langweilig vor, Taoynin! Wie kam das, dass du nur noch an so wenig schreiben konntest? Ich meine, ich hab dauernd so viele Ideen zu neuen Geschichten im Kopf, da kann man die doch nur aufschreiben, was machst du, wenn du eine Idee für eine neue Geschichte hast, die länger werden könnte, aber schon eine lange hast? Kannst du die so lange aufbewahren, bis die andere fertig ist und du wieder... „Platz“ für eine andere hast?

Das mit den Informationen einholen, vor allen mit den Kontakt, hört sich bei dir ganz toll an, Vibe. Nur denke ich, dass mich das eher stören würde. Immerhin müsste ich dann im Schreiben erst einmal stocken, um das Problem zu lösen und das ist für mich besonders schlimm, wenn ich schon spätere Szenen weiß und die so gerne schreiben würde!

*schaut Vibe demonstrativ müde an* In der Nacht schreiben ist zwar ganz schön, aber eigentlich wäre es im Urlaub auch besser. Ich weiß, dass das ganz und gar nicht gut für mich ist, allerdings macht es keinen Unterschied, ob ich schreibe oder nicht. Wenn Vollmond ist, bin ich immer wach, schon alleine deswegen, weil das Licht auf mein Kopfkissen scheint! Anstatt schlaflos im Bett zu liegen tu ich was „sinnvolles“.

Wie lange ist früher her, Tayonin? Obwohl ich nicht denke, dass ich mich in den Denken jemals ändern werde! Problem bei mir ist ja, dass ich trotz, dass ich weiß dass es schlecht ist, mich nicht darum bemühe meinen Schreibstil zu verbessern! Ich hab noch nicht mal ne Ahnung wie das geht! Also ist logischerweise auch keine Verbesserung zu sehen und ich bleibe auf den Stand auf dem ich bin.

Wenn ich danach gehe, wie sehr ich hinter den stehe, was ich mache, dann darf es gar nicht ankommen, was ich schreibe, Vibe!!! Zudem ist es ja nicht wirklich Stress, es ist einfach nur... Vorsicht... oder so... Sagen wir ich habe ausnahmsweise mal gelernt, was ja nicht sehr oft geschieht! Immer wenn ich bisher etwas geschrieben habe, was mir gefallen hat, mit dem ich bis zu einem gewissen Grad zufrieden war und von dem ich mal gedacht habe, dass es so geht, war es schlecht. Warum das weiß ich nicht! Tatsache ist, dass mir dann gesagt wurde, dass man das lieber vergisst und so tut als hätte man das nicht gelesen, oder so. Wenn ich hingegen von etwas das ich geschrieben habe negativ denke, passiert genau das Gegenteil! Man sagt mir dass es nicht schlecht ist... was auch nicht unbedingt gut heißen muss, aber besser als das erste! Logische Schlussfolgerung daraus ist: Wenn ich schreibe, mit den Hintergedanken, dass es schlecht ist wird es besser, als wenn ich schreibe mit den Hintergedanken, dass es ja so schlecht nicht ist! Und ich glaube ich werde mich hüten jemals etwas anderes zu denken!!!

Tayonin, du hast Zeichnungen an deiner Wand hängen? Von dir selber gemacht, zu der GeschichteVerwirrt Also, ich hab es da lieber in vielen, vielen Zettel das zu suchen was ich brauche!

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Hier war eine umzugsbedingte Lücke

AlienVibe
23.01.2004, 14:45:00

Taoynin, Deine Wand voller Notizen und Zeichnungen stelle ich mir absolut spannend vor Lächeln Lächeln - und praktischer als Zettel-Sammelsurium allemale ...

Mit meiner 'Ordnung' habe ich wohl so ein Mittelding gefunden zwischen Übersicht und Sammelsurium - ich trage meine aktuellen Geschichten in einem Ordner mit mir herum, so daß ich ebenfalls leicht an alles herankomme, was ich gerade brauche, und nicht kramen muß. Nur die Plastikhülle mit den Internetinfos dazu ist ein furchtbares Durcheinander, das sich allen Versuchen, Plan da hinein zu bringen, erfolgreich widersetzt Grinsen

Se'la, über Deine Übersicht, die Du im Kopf hast, kann ich nur staunen Lächeln Lächeln
Daß Du die Vollmondzeit, wenn Du sowieso wach liegst, zum Schreiben nutzt, macht sofort Sinn.
Was dagegen für mich nicht stimmt, ist, daß es keine Verbesserungen in Deinem Schreibstil gibt - die gibt es nämlich doch, ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht.

Ob ich ein Stück Text behalte oder lösche, entscheide ich am allerwenigsten, habe ich das Gefühl - das bestimmen in hohem Maße die darin Handelnden, die mich meistens ziemlich deutlich wissen lassen, was sie von meinem Urteil darüber halten.
Ich habe jetzt in die Anfänge von Aveenas Lied mal wieder hineinschauen müssen, weil 'Weite Wege' auf dem Papier an dem Punkt angelangt ist, wo beide Geschichten sich kurzfristig überschneiden, und habe mehr als dumm geguckt - da gibt es erheblich etwas zu überarbeiten demnächst, offensichtlich habe ich da auf Sprache, Form- und Stilfragen praktisch gar nicht geachtet. Wenn ich bedenke, daß ich die ersten Teile dieser Geschichte direkt auf's Board geschrieben habe ...
Inzwischen weiß ich, daß meine Texte durch's Überarbeiten immer gewinnen, also würde ich heute keine Story mehr direkt ins Netz schreiben - von der ganzen Nerverei mit klemmenden ezboards, zickendem AOL etc. mal ganz abgesehen.

Was die Arbeit an einer einzigen Geschichte angeht, so kann ich subjektiv nur sagen, daß mir das nie langweilig war - zumal es ja innerhalb derer immer mehrere verschiedene Handlungsstränge gab/gibt, bei 'Weite Wege' noch ausgeprägter als bei 'Aveenas Lied'.
Was ich richtig toll finde, ist das Schreiben an einer Geschichte mit Anderen zusammen - 'Friedensmission' ist meine erste derartige Erfahrung und es ist noch viel spannender, als ich mir das je vorgestellt hätte Lächeln Lächeln Lächeln

Zukünftige Szenen aus einer Handlung im Kopf zu haben, die noch lange nicht dran sind, kenne ich ebenfalls, und ich bin offen für den Moment, wo eine solche geschrieben werden will vor dem, was eigentlich in der Handlung gerade dran wäre, aber irgendwie passiert das nicht, vielleicht, weil ein Teil von mir immer noch überzeugt ist, das gäbe sowieso nur Chaos - daß Ihr das könnt, finde ich spannend; mal sehen, was das bei mir noch wird.

Se'la, das mit Deiner Hintergedanken-Taktik bezüglich dessen, was Du schreibst, kann ich sogar verstehen - es ist ein Weg, sich Frust zu ersparen, aber ich weiß nicht, ob der auf die Dauer wirklich funktioniert. Jedenfalls lese ich Deine Geschichten gern, unabhängig von Deinem Urteil darüber Lächeln Lächeln

"Le contraire du suicide, précisément, c'est le condamné à mort."
Albert Camus
21.01.2004 22:16
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