Ihr hab'ts gewollt! Ihr bekommt es! Ich hab' euch aber vorgewarnt!
Disclaimer: Wir kennen das ja alle: Die Charas gehören nicht mir, aber ich bin neulich mal rüber gerudert und hab‘ sie MGM geklaut, für ein paar Tage werden die das ja aushalten. Natürlich hab‘ ich sie danach wieder zurück gebracht, aber erst nach dieser Storie, also viel Spaß beim lesen.
Inhalt: Sam findet ein Artefakt und triff auf alte Freunde!
Charas: Das ganze SGC, SG1, [SG4], ;Martouf/Lantasch, Jacob/Selmac, Aldwin/?
Rating: NC5000
Autor: Ghani
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Für Rechtschreib- und Grammatikfehler verbrennen sie meinen Duden und ershclagen sie meinen Deutschleherer, wer auch immer das ist!
Das Artefakt war merkwürdig oval und fast transparent, schimmerte jedoch durch und durch violett-bläublich und wechselte hin und wieder ins grünliche. Es passte bequem in eine hand und fühlte sich immer warm an, auch wenn die gemessene Temperatur bei gerade mal 5°C lag, auch wenn es diese konstant hielt.
Major Samantha Carter wog es abschätzend in Ihrer hand ab. Ganz sicher gab es einen guten Briefbeschwerer ab, aber wozu hatte man es dann in einem alten, fast zerstörten Tempel als einziges unversehrt auf dem Altar gefunden?
SG5 hatte es vor mehreren Tagen von einer Mission mitgebracht. Keine Anzeichen von Zivilisation, außer alter Tempelruinen, jede menge frische Luft, aber kein einziges Lebewesen, nicht mal mehr Ameisen oder Mücken, nur Ruinen und das, was sie nun schon seit Stunden untersuchte, aber einfach nicht auf den Zweck kam, falls es überhaupt einen hatte.
Das Büro schien sie nun schon zu erdrücken und so beschloss sie Janet einen Besuch abzustatten, vielleicht hatte sie ja eine Idee, wozu dieses Ding gehören könnte.
Sie erhob sich von ihrem Bürostuhl, spüle den letzten Schluck Kaffee aus ihrem Becher hinunter, steckte das kleine, geheimnisvolle Etwas in ihre Tasche und verließ ihr Büro, um die Krankenstation aufzusuchen.
„Hi, Janet!“, die Ärztin war gerade dabei, Lt. Marquette von SG4 zu verarzten, die junge Frau hatte offensichtlich ein Problem mit Eingeborenen gehabt, in ihrem Hintern steckte ein dicker, fetter Pfeil.
„Uhu, Lili, da hat aber jemand gut getroffen!", scherzte sie locker drauf los, die eigentlichen Gründe für ihr Erscheinen vergessend,
„Ja, ja, ich hab‘ überhaupt nichts gemacht und plötzlich kommt da dieser Indianerverschnitt an und schießt mich damit ab!“
„Nicht zu vergessen, dass es dich auch noch betäubt hat!“, erwiderte Janet lächelnd, während sie der Airforcepilotin ein Betäubungsmittel spritze, um später den Pfeil zu entfernen.
Er war nicht sonderlich groß und verursachte ganz sicher auch keine schlimmen Schmerzen, aber schon allein die Peinlichkeit genügte, um Lili n den Wahnsinn zu treiben. Sam entschied kurzerhand, dass es wohl besser war die Beiden allein zu lassen und jemand anderen zu nerven, vielleicht war ja Daniel in der Stimmung abgelenkt zu werden, oder ihr wenigstens einen Hinweis auf ihr Artefakt zu geben.
„Hi, Sam“, begrüßte dieser sie aber nur abwesend, er war voll und ganz in seine Arbeit versunken, ein Pfeil, der aus Lilis Hintern hätte stammen können.
„Daniel, was tust du da?“, fragte sie deshalb einfach nur.
„Oh, SG4 hatte eine klein...“
Sam winkte ab, sie kannte die Storie ja schon, aber was sie noch nicht wußte, war etwas genaueres über den Pfeil, wieder vergaß sie das Artefakt in ihrer Brusttasche, auch aus dem Grund, weil es inzwischen angenehm warm war, wärmer als sonst.
„Schon was über den Pfeil raus gefunden?“
„Ähm ja, er ist viel zu klein um jemanden zu schaden und das Betäubungsmittel ist gerade mal stark genug um zu lähmen, er hat wahrscheinlich eine rituelle Bedeutung.
Sam konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Eine rituelles Bedeutung, ein Indianerverschnitt und nun auch noch Lili als Opfer? Daniel fing ebenfalls an zu Lachen, als ihm diese Möglichkeit in den Sinn kam.
„Du glaubst doch nicht im Ernst, dass...“
„... unser angeblicher Angreifer wollte ihr einen Antrag machen?“
Beide fingen schallend an zu lachen, so ein Ritual wäre mal was völlig neues, eine rau jagen, nun, ganz sicher hatte Lilis Verehrer nicht damit gerechnet, dass ihre Reaktion so... überwältigend negativ ausfiel.
Sam konnte sich regelrecht vorstellen, wie sie diesen unschuldigen, vollkommen verliebten Uhreinwohner schreiend zusammenschlug, bevor sie in Ohnmacht fiel und von ihren Teamkollegen gerettet werden mußte.
Wieder vergaß Samantha Carter, die, die sonst eigentlich nie etwas vergaß, das Artefakt und verließ ihren Teamkollegen, doch als sie dann im Fahrstuhl stand fiel es ihr wieder ein.
Die Fahrt dauerte nur zwei Minuten, zwei Minuten in denen sie sich selbst hätte Ohrfeigen können für ihre Vergesslichkeit, zwei Minuten in denen ihr ein Einfall kam, wie sie das Geheimnis des wunderschön leuchtenden Briefbeschwerers vielleicht doch noch lösen konnte.
Im Labor angekommen, wollte sie mit einer eingehenden Analyse des Materials beginnen, doch ihr wurde ganz merkwürdig, schummrig .... und alles wurde ihr schwarz vor Augen.
Als sie das Bewußtsein wieder erlangte, lag sie immer noch auf dem Boden des Labores, das merkwürdige Gefühl hatte einem noch merkwürdigeren Platz gemacht sie hatte starke Kopfschmerzen. Langsam erhob sie sich und brachte sich in eine sitzende Position, viele Fragen schossen ihr durch den Kopf. Was hatte ihre Bewußtlosigkeit verursacht? ... wo war das Artefakt?
Schnell griff sie in ihre Brusttasche, nur um festzustellen, das es noch dort war, sich jetzt aber wieder kühler anfühlte, es war überhaupt kälter als sonst. Als sie es heraus holte entpuppte es sich als ein Klumpen Stein!
Während sie sich langsam erhob, um den vielleicht besser geeigneten Briefbeschwerer genauer zu untersuchen, ließ sie ihren Blick langsam durch den Raum gleiten, irgendetwas stimmte nicht. Aber was?
Carter schloss ihre Augen, um besser lauschen zu können. Im Raum hatte sich nichts verändert, vielleicht war es ja ein unbekanntes Geräusch.
Und ob es das war. Es hörte sich nach Röcheln an, nach etwas, dass sich auf dem Boden kringelte und klein war.
Sie öffnete schnell ihre Augen und begann den Boden abzusuchen und direkt hinter sich fand sie es....
„Janet!“, war ein hysterisches Schreien in der Krankenstation zu vernehmen.
Wie vom Blitz getroffen rannte die Gesuchte in die Richtung, nur um dort Samantha Carter zu finden, die irgendetwas besorgt in ihren Händen trug, als wäre es das wichtigste auf der Welt.
Desto näher die Ärztin dem vollkommen aufgelösten Major kam, desto besser konnte sie erkennen, um was es sich handelte.
„Oh, mein Gott!“
„Was soll das heißen ‚wir haben eine Tok’ra hier‘? Die müssen zufälligerweise alle durch das Gate, Doktor!“,
„Ich denke, diese nicht, Sir.“, erwiderte Janet etwas verlegen. Wie sollte sie Jack O’Neill dem ‚snakehead‘- Hasser höchst persönlich erklären, dass Jolinar von Malkshur wahrscheinlich wieder am leben war, wie auch immer es möglich sein konnte. Nun, der General hatte es gut weg gesteckt, erwartete aber so schnell wie möglich eine Erklärung, Daniel und Teal’c waren nicht gerade begeistert gewesen, aber so lange Sam nicht durchdrehte waren sie zufrieden, nur Jack fiel mal wieder aus der Reihe. Er war schon immer etwas merkwürdig gewesen, aber sobald es um Jolinar oder die Tok’ra im allgemeinen ging, war er meistens unerträglich. So auch diesmal!
„Diese nicht?“, er war immer noch gereizt, aber seine Gesichtsfarbe hatte sich inzwischen wieder normalisiert.
„Ähm, im Prinzip ist ja durch das Tor gekommen, aber das ist schon etwas her und... und...und... nun, sie ist eben wieder da!“, stotterte sich Janet zusammen, wieso hatte sie es nicht Daniel oder Teal’c machen lassen?
„JOLINAR!?!?!?!?!?!?!?!“
„Ja?“, gab sie kleinlaut zur Antwort.
Das waren die schlimmsten Situationen, die es hier im SGC geben konnte, sich Jack O’Neill mit einer ganz und gar schlechten Nachricht für ihn zu stellen, aber diese Situation hatte sie offensichtlich perfekt gemeistert. Nach seinem kleinen Wutausbruch, stürmte der Anführer von SG1 aus dem Konferenzzimmer in Richtung Krankenstation, wo er ein wirklich rührseliges Bild vorfand.
Glücklicherweise hatten sie Juniors Behälter aufgehoben, sonst hätte Jolinar, falls es überhaupt Jolinar war, wirklich ein Problem gehabt.
Samantha Carter, frühere Wirtin von Jolinar von Malkschur, saß direkt vor dem kleinen Zwischenwohnort der Tok’ra und betrachtete diese, wie sie lebhaft durch den Behälter schwamm. Sie mußte ganz schön verwirrt sein, erst war sie auf einmal am leben und jetzt hatte sie nicht mal mehr einen Wirt!
Bei dem Gedanken daran konnte sie sich ein Lächeln nicht verkneifen, es sah einfach zu komisch aus, wie dieser zu groß geratene Regenwurm durch den Behälter schwamm und sich nebenbei vielleicht gerade fragte, warum hier kein Wirt in der Nähe war.
Doch plötzlich stoppte das lustige treiben und die Tok’ra blieb genau vor ihr im Behälter stehen. Sie drückte ihren kleinen Kopf etwas gegen das Glas und schien zu versuche hinaus zu sehen, was Sam als Anlass nahm ihren Finger an diese Stelle zu legen und dann begann leichte kreise auf dem Glas zu ziehen. Die Tok’ra folgte den Bewegungen.
Sie vollführten dieses kleine Spielchen noch nicht lange, als ein abgehetzter Jack O’Neill in das Labor stürmte und ungläubig auf den Behälter starrte. Gerade als Sam zu einer Begrüßung ansetzten wollte, bedeutete er ihr zu schweigen und kam vorsichtig näher an den Behälter heran, betrachtete, was sich darin befand und sah dann Sam erbost an.
„Wie?!“
„ich weiß nicht, Sir, vielleicht hat es etwas mit dem Ding zu tun, was SG4 von P3X.247 mitgebracht hat!“, erwiderte sie vollkommen unschuldig und sah dann wieder besorgt zu Jolinar, die wieder begonnen hatte ziellos in ihrem Gefängnis umher zu schwimmen. Schnell legte
Sam ihren Finger wieder auf das Glas, welchen Jolinar, jetzt war sie sich sicher, dass es sich um ihren kurzzeitigen Symbionten handelte, sofort fand.
Diese Vorstellung schien Jack O’Neill endgültig den Rest zu geben und er ging ohne ein weiteres Wort zu verlieren, sah de gerade herein stürmende Janet Fraiser strafend an und ging schweigend, wohin war für ihn in dem Moment eher zweitrangig.
„Sam, du wirst nicht glauben, was ich... was machst du da?“, Sam hatte ihr Spielchen wieder aufgenommen und bemerkte so Janets verwirrten Blick nicht im geringsten.
„Was? Ähm, was werde ich nicht glauben?“
„nun, das Enzym, das Jolinar in dir hinterlassen hat, es ist verschwunden!“
„Oh, dann ist das also wirklich unsere kleine Tok’ra?“, fragte sie vergnügt, während die Kreise auf dem Behälter immer größer wurden und Jolinar begann sie mit ihrem Schwanz nach zu zeichnen, anstatt mit ihrem Kopf, es schien leichter für sie zu sein.
„so sieht es aus. Der General hat die Tok’ra bereits kontaktiert. Sm, sie wollen dass du wieder Wirtin für Jolinar wirst!“
„Was?!“
„Na, endlich hörst du mir zu! Dieses Gerät hat Jolinar wiederbelebt! Weiß du eigentlich was das bedeutet?“
Sie erntete nur einen fragenden Blick von ihrer Freundin, die sich schon wieder dem Symbionten vor ihr widmen wollte.
„Die Tok’ra werden ganz sicher neugierig sein, wegen diesem Ding hier!“, sie deutete auf den nun einfachen Stein, der neben dem Behälter lag.
„Nun, dann werden wir ihnen natürlich zeigen, wo wir das Ding her haben!“, erwiderte Sam nun lächelnd.
„Ja, und wir brauchen auch noch einen Wirt für deine kleine Freundin!“
„ich weiß doch!“, erwiderte Sam schmollend und blickte wieder auf den übergroßen Regenwurm in der Nährflüssigkeit.
Einige Stunden später fanden sich dann auch endlich die Tok’ra ein, sie hatten offensichtlich viel zu tun, denn Martouf, Aldwin und Jacob schienen äußerst fertig zu sein, so hatte bei Martouf auch Lantasch die Kontrolle.
In der späteren Konferenz berichteten sie von einer Notevakuierung, da Apophis seine neu gewonnene Macht offensichtlich voll auskostete und sich zu einem neuen Sokar entwickelte.
Sam hatte sich noch nicht blicken lassen und so mußte Janet die ganze Geschichte aus ihrer Sicht erzählen.
„... und jetzt sitzt sie seitdem vor diesem netten kleinen Behälter und spielt mit Jolinar, als wäre die ganze Sache mit der gewaltsamen Übernahme nie passiert!“, endete sie schließlich, die Tok’ra sahen sie schon seit geraumer Zeit verblüfft an, sie schienen hier wohl nur an einen Scherz zu glauben.
„Jetzt mal langsam, Jolinar ist dank diesem Artefakt, dass Sam mit sich rum getragen hat, wieder aufgewacht?“, fragte letztendlich Jacob, der sich wieder unter Kontrolle zu haben schien, wenn Sam ihn schon nicht begrüßte, obwohl sie sich wirklich nicht oft sahen, dann stimmte etwas nicht.
„Ja, einfach so, wir untersuchen das Ding schon, aber jetzt ist es einfach nur noch ein harmloser Stein!2
„Woher wollt ihr eigentlich wissen, dass es wirklich Jolinar ist?“, fragte Lantasch, Martouf mu0ßte schlafen, wenn er bei diesem Thema nicht die Kontrolle übernahm.
„Nun, das Enzym, das Jolinar durch ihre Auflösung im Körper des Majors hinterlassen hat, ist vollkommen aus ihrem Körper verschwunden...“, weiter kam der Doktor nicht, sie wurde von Samantha unterbrochen, die das Gespräche von der Tür aus seit wenigen Minuten beobachtet hatte.
„... außerdem spüre ich Teal’c Larve seitdem nicht mehr und bei euch spüre ich auch nichts, ihr offensichtlich auch nicht, sonst hättet ihr mich bemerkt.“, sie verließ ihren Platz an der Tür, begrüßte ihren Vater und nahm dann auf dem noch einzig freien Stuhl Platz, der im Konferenzsaal stand.
Aldwin und Lantasch sahen sie etwas verwundert an, sie kannten sie ohne die leichte Präsenz eines Symbionten nicht, plötzlich war sie eine Fremde.
„Samantha?“
„Ja?“, schrak die junge Frau hoch. Sie saß wieder vor dem Behälter und beobachtete Jolinar, die sich direkt vor ihr platziert hatte.
Es waren seit der Konferenz einige Stunden vergangen, die Tok’ra hatten Quartiere zugewiesen bekommen und nun überlegte man angestrengt was man tun sollte. Über die Frage eines Wirtes wurde bis jetzt noch nicht nachgedacht, Janet hatte das Thema zwar angeschnitten und die Suche nach einem geeigneten Wirt hatte auch schon begonnen, aber eigentlich war allen klar, zumindest allen außer Jack, dass Jolinar keinen neuen Wirt erhalten würde, so lange Samantha nicht entschieden hatte.
Martouf lächelte nur müde, als er das Bild vor sich sah: Eine verschlafene Samantha, die vor dem Behälter saß, in dem sich seine Frau befand, zumindest ein Teil von ihr.
„Guten morgen.“, lächelte Samantha ihn an, als sie erkannte, dass Martouf in Kontrolle war. Sie hatte or wenigen Stunden ein Gespräch mit Lantasch geführt und er hatte ihr von der Schlaflosigkeit seines Wirtes berichtet.
„Guten morgen.“, erwiderte er immer noch lächeln, griff sich einen Stuhl und gesellte sich zu ihr.
„Es ist merkwürdig sie so zu sehen.“
„Ja, aber irgendwie auch interessant. Sie scheint genau zu spüren wenn sich etwas vertrautes in ihrer Nähre befindet.“
„wie meinst du dass“
„Ich zeige es dir.“
Sam setzte zum erneuten male ihren Finger auch dem Glas des Behälters auf und begann leichte Kreise vor Jolinar zu ziehen, welche erneute ihre Schwanzspitze benutzte und den Bewegungen ihres letzten Wirtes folgte.
Martouf lächelte erneut und tat es Sam gleich, doch erst als diese die Begrenzung nicht mehr berührte entschied sich der Symbiont den Bewegungen ihres Ehemanns zu folgen.
Die nächsten Minuten verbrachten sie schweigend, die Tok’ra in Juniors Behälter beobachtend, als plötzlich Lantasch die Kontrolle über den geteilten Körper ergriff und ernst wurde.
„Was wirst du tun, Samantha?“
„wie meinst du das?“, fragte sie verwirrt.
„Jolinar kann nicht ewig in diesem Behälter bleiben, zugegeben es ist eine Übergangsmöglichkeit, die Doktor Fraiser uns bereits angeboten hat, aber sie braucht einen Wirt.“, erwiderte er eindringlich, nicht mehr Jolinar, sondern sie musternd.
„Du meinst, ob ich?“
Er nickte nur stumm.
„Ich weiß es nicht! Ich meine, gut, ich habe ihr schon seit langem vergeben, aber ... was glaubst du wohl warum ich hier sitze?“
„du denkst genau darüber nach?“
„Ja, ich... auf der einen Seite, könnte ich es nicht ertragen Jolinar in einem anderen Körper zu sehen... und sie und ... du..“
Lantasch lächelte wissend, woraufhin Samantha stoppte.
„Sprich weiter.“, forderte sie der Symbiont nach einer Weile auf, sie schien nicht daran zu denken weiter zu sprechen.
„Andererseits denke ich immer wieder daran, was sich damals in meinem Kopf abgespielt hat.“
„Du hast nie darüber gesprochen.“
„Nun, ich weiß auch nicht mehr so viel darüber und eigentlich... ich habe immer gesagt, dass ich mich nicht dran erinnere, weil ,mir ja wohl niemand geglaubt hätte... alle dachten damals noch an sie als Gouaould.“
„Aber jetzt nicht mehr, erzähl mir davon.“
Sam schwieg g erneut für eine Weile, schloss für ein paar Sekunden ihre Augen, um die Erinnerungen zu sammeln und begann dann sorgfältig zu sprechen.
„Als sie mich übernahm....“
Ein paar Jahre zuvor
Der Nasyaner war kurz davor zu sterben, vielleicht konnte sie ihn reanimieren. Capt. Samantha Carter beugte sich über ihn, während um sie herum, die Menschen zum Stargate flüchtete, um den Todesgleitern zu entkommen.
Ihr Mund berührte den seinen, um Luft in seine Lungen zu pumpen, doch stattdessen pumpte er etwas in ihre....
Sie schreckte hoch, ihre Augen begannen zu glühen.....
‚Nein, nein, geh weg‘, schrie die Tauori mental, obwohl sie es eigentlich laut aus sich heraus brüllen wollte. Statt dessen, spürte sie, wie sie Jack ergriff zu ihr sprach, sie zum Sternentor zog, sie lief, es doch eigentlich aber gar nicht tat.
‚Seit still, ich will dir nichts tun, ich bin Tok’ra!‘, hörte sie plötzlich eine andere Stimme, doch sie wollte ihr nicht glauben. Ein Gouaould hatte von Ihr Besitz ergriffen.
‚Wir sind keine Gouaould!‘, brüllte die Stimme plötzlich durch ihre Gedanken, doch sie schrie immer weiter, vielleicht konnte sie dieses Ding ja dadurch in den Wahnsinn treiben.
‚Ach halt doch die klappe!‘, plötzlich wurde alles dunkel und sie versank in einen tiefen Schlaf.
Als sie wieder erwachte, befanden sie sich in der Kantine. Sie schien gerade zu essen, etwas merkwürdig schleimiges, etwas süßes, was war das?
‚Dieser Jack nennt es Bananenjoghurt!‘, kam die prompte Antwort ihres Gefängniswärters.
‚ich hasse das Zeug! Hör damit auf es in mich hinein zu stopfen!‘, antwortete sie ohne zu überlegen.
‚Mir schmeckt es, aber wenn du unbedingt willst, dann wird dies meine letzte Schüssel sein.‘
‚Wieviel hast du gegessen?‘
‚Oh, Madam will mich nicht mehr anschreien?‘
‚Wie viele?‘
‚Zwei oder drei.‘
‚Oh, ja, ist ja auch nur meine Figur!‘
‚Ich bin ja gleich fertig! Während dessen könntest du mir ja mal zuhören!‘
‚Wieso sollte ich einem Gouaould zu hören?‘
‚Deswegen! Ich bin keine Gouaould, sondern Tok’ra und ich werde dich wieder verlassen, sobald ich einen neuen Wirt gefunden habe!‘
‚Wieso hast du nicht deinen alten behalten?‘
‚Weil ich ihn nicht mehr heilen konnte, jetzt hör doch erstmal weiter! Wir sind ein Widerstand gegen die Systemlords, auch wenn wir biologisch Gleich sind! Der Nasyaner war nur eine Art Versteck vor einem Aschrak, der wahrscheinlich mit hierher gekommen ist.‘
„Na toll‘
#Fertig, hab aufgegessen!‘
Die vermeintliche Samantha nahm ihre Schale und brachte sie auf einen Wagen mit benutztem Geschirr und verließ dann ohne weiters die Kantine, eine verdutzte Köchin zurück lassen, die eigentlich wußte, dass Samantha Carter allergisch auf diesen Joghurt war, ihn nun aber munter in sich hinein stopfte.
Unterdessen machte sich Jolinar auf den Weg in das Büro ihrer neue Wirtin, um sich dort in Ruhe mit ihr weiter unterhalten zu können.
‚Wo muß ich eigentlich lang?‘
‚Nein, ich
dachte immer ihr könnt die Erinnerungen eurer Wirte abrufen!‘
‚kann ich auch, aber das wird dir nicht gefallen! Wo lang?‘
‚In den Fahrstuhl, ebenen 24, dann rechts den Gang entlang Zimmer 123!‘
‚Es geht doch!‘
Dort angekommen, sah sich die Tok’ra erst einmal im Büro ihrer Wirtin um.
‚Wie heiß du eigentlich?‘, fragte diese plötzlich.
‚ich bin Jolinar von Malkschur, hab‘ mich kräftig mit Apophes angelegt und werde seit wenigstens einem Jahr von einem Aschrak von Kronos gejagt, und du?‘
‚Samantha Carter, Captian der US Airforce, Stargatexperte, Mitglied von SG1 und verdammt ungeduldig, dass du mich wieder verläßt!‘
‚Warum eigentlich? Ich meine, bei den Tok’ra gibt es nur freiwillige Wirte, das kann sogar lustig sein, zu zweit in einem Körper, bis jetzt hatte ich immer viel Spaß mit meinen Wirten.‘
‚wieso sollte ein Mensch freiwillig Wirt, für etwas wie dich werden?‘
‚Hey, nicht so ablehnend! Du würdest doppelt so lang wie jetzt leben, du würdest und heimlich viel Wissen erhalten...‘
‚Davon merke ich nicht viel!‘
‘... und dein leben würde interessanter werden, als das hier! Ein Büro, ein unheimlich abstoßender, grauhaariger Vorgesetzter...‘
‚Hey, Jack ist auf jeden Fall besser als..…‘
‚Wer? Du weiß es nicht! Er weiß nicht mal mehr, wie das Stargate funktioniert!‘
‚Auf diesem Planeten weiß das so gut wie Niemand!‘
‚oh!‘
sie unterhielten sie so noch eine ganze Weile, bis sie dann endlich entschieden schlafen zu gehen, doch eigentlich schliefen sie nicht, es war alles anders. Samantha fühlte sich immer noch unwohl mit Jolinar, sie war eben doch eine Art Feind, auch wenn sie sich freundlich gab und vielleicht war das ja auch ihr Plan, sie einzuwickeln, um aus dem SGC zu entkommen und dann vollkommen Gouaould zu sein. Mit ihrer Unterstützung konnte sie ja viel leichter entkommen.
So konnte die neue Wirtin, die sich das ganze wirklich anders vorgestellt hatte, die ganze Nacht nicht schlafen und war so am nächsten Tag nicht wach genug, um das kleine Versehen, mit Cassandra im Krankenhaus mit zu erleben. Spätestens seit diesem Zeitpunkt war beiden klar, dass Jolinar nicht mit Kindern umgehen konnte, leider zu späte.
Samantha nahm alles erst wieder leicht bewußter mit, als sie sich in einer Zelle befand, ihr gegenüber stand gerade Jack O’Neill, und versuchte Informationen aus einer wahnsinnig gereizten Jolinar raus zu bekommen.
‚Was ist denn passiert?‘
‚Hättest du mich nicht vor Cassandra warnen können?‘
‚Du warst bei ihr?‘
‚Ja, jetzt weiß ich wenigsten dass ich keine gute Mutter geworden wäre!‘
‚Na, toll! Lass mich raten. Die haben dich gefunden!‘
‚Ja! Dieser grauharrige Affe nervt!‘
‚dieser grauhaarige Affe, hält dich für eine Gouaould! Hast du ihn von unserem... deinem Plan erzählt!‘
‚Yeap! Er will uns nicht glauben.‘
‚Lass mich mal ran.‘
Schnell überließ Jolinar Sam das erste mal seit der gewaltsamen Übernahme die Kontrolle über den nun zwangsweise geteilten Körper, ohne den Kopf zu senken.
Samantha dachte sich, etwas betteln würde genügen und somit fing sie an Jack anzuflehen sie gehen zu lassen, ein bisschen auf die Tränendrüse zu drücken und und und.... Ohne Erfolg!
‚Toll gemacht, Sam! Wirklich toll!‘
‚Die werden dich schon nicht einfach raus ziehen, hat bei Kowalski ja auch nicht geklappt.‘, erwiderte Samantha zum ersten mal freundschaftlich zu ihrem Symbionten, sie hatte wirklich Angst.
‚Daran habe ich auch nicht gezweifelt, aber mir macht ein gewisser Aschrak Angst!‘
Gegenwart
„... und sie hatte damals vollkommen recht!“, endete Samantha, sie hatte ihren Kopf auf den Tisch gelegt und döste nun wieder leicht vor sich hin.
„Wieso hast du es den anderen nicht erzählt, oder dann, als ihr das erste mal auf uns getroffen seit?“, fragte Lantasch etwas verwirrt. Er wußte, dass Jolinar dazu neigte, etwas arrogant gegenüber denen zu sein, die sie nicht mochte, aber Jack schien in dieser Hinsicht den Vogel abschossen zu haben.
„Damit ist es immer so eine Sache. Damals habe ich mich nach Jolinars Tod selbst nur schwach daran erinnert und als ich mich dann wieder vollständig daran erinnerte, wollte ich meine Geschichte ich widerrufen, weil damals noch jeder erwartet hat, dass ich Jolinar hasse, sie galt ja als Gouaould und dann, war es mir einfach zu peinlich zugeben zu müssen, dass ich gelogen habe und dass mir die ganze Sache irgendwo auch Spaß gemacht hat, alle mal aus einer andern Perspektive zu betrachten und so, es hatte auch nichts an der Situation geändert...“
„... bis jetzt.“, vollendete Lantasch ihren Satz und fuhr nach wenigen Sekunden, der Stille hinzu. „Desto besser wir dich kennen lernen, desto ähnlicher wirst du Jolinar.“
Sam schielte ihn nur fragend an.
„Jolinar war es auch immer viel zu peinlich einen Fehler oder ähnliches, zum Beispiel eine Lüge, zugeben zu müssen, sie sagte nie jemanden direkt, dass sie ihn nicht mochte, aber insgeheim lästerte sie immer gerne mit ihren Wirten über andere.“
„Woher weiß du eigentlich, dass ich genauso bin?“, fragte sie gespielt mißtrauisch zurück, er hatte ja wohl recht, seit diesen Tagen mit Jolinar hatte sie sich insgeheim schon über einiges ausgelassen, auch wenn es nicht so viel Spaß machte wie zu zweit.
Lantasch lächelte nur wissend, wurde dann aber wieder ernst, stand auf und ging direkt auf Samantha zu.
„Vielleicht ist es besser wenn du etwas schläfst.“
Sie machte keine Anstalten aufzustehen, vielleicht war sie ja auch schon eingeschlafen, jedoch murmelte sie noch ein „Schlaf gut.“, woraufhin Latsch ihr eine Decke holte, sie damit zudeckte und dann selbst in sein Quartier zurückkehrte.
Samantha jedoch, wachte nach einer Stunde erneut auf, sie wurde von Jolinar geweckt, die panisch immer wieder gegen die Wand ihres Behälters schwamm und damit ein klopfendes Geräusch erzeugte.
„Was sit denn los?2, fragte sie immer noch verschlafen mehr zu sich selbst, als zu dem Symbionten vor ihr, die Erinnerung hatte ihr fast das Gefühl gegeben, die kleine Freundin wäre wieder in ihr.
Irgendetwas schien nicht mit Jolinar zu stimmen, aber was auch immer es war, sie würde es nicht heraus finden, wenn sie weiter nur auf das obskure Bild vor sich starte. Kurzerhand legte sie die Decke, die ihr wohl Lantasch gegeben haben mußte auf den Stuhl, auf dem er noch vor kurzer Zeit gesessen hatte, und krempelte sich die Ärmel hoch. Vielleicht hatte Jolinar ja irgendwelche körperlichen Schäden, die ihnen aufgrund der Eile, in der sie bei der Bereitstellung der Übergangslösung waren, nicht aufgefallen waren, wohl oder übel mußte sie sie also untersuchen.
Vorsichtig drang sie mit beiden Händen in die lauwarme, nährstoffangereicherte Flüssigkeit an und begann den Symbionten vorsichtig zu berühren, welchen dies überhaupt nicht zu stören schien.
Sie schlängelte sich galant um ihr Handgelenk und schien dieses zu ihrem neuen Besitz erklärt zu haben, jetzt schien es ihr auch wieder gut zu gehen, sie brachte die Nähe zu jemandem vertrautem, was ihr aber noch nicht zu genügen schien.
Plötzlich verfestigte sich der Griff um das Handgelenk ihres Opfers und sie begann nach etwas an ihrem Arm zu suchen, als sie es gefunden hatte biss sie hinein und....
‚Es tut mir leide, Sam!‘, hörte sie plötzlich eine vertraute Stimme in ihrem Kopf, der eben noch so stark brennende Schmerz war nicht mehr zu spüren, überhaupt spürte sie nichts mehr von ihrem Körper.
Jolinar schien diese Frage im Geist ihrer Freundin zu lesen und versuchte sie so gut wie möglich zu beantworten.
‚Ich habe mir eine Verbindung zu deiner Aorta verschafft, damit ich mit dir reden kann, tut mir leid, wenn ich dich so geschockt habe.‘ Jolinar sandte Ihr Schuldbewußtsein und fuhr dann fort.
‚Ich weiß jetzt, was ich dir damals für Probleme gemacht habe und ich möchte, dass du weißt, dass ich verstehe, wenn du mich nicht mehr magst, aber ich mag dich schon.‘
Sam hatte sich erst angespannt, entspannte sich nun jedoch wieder und versuchte, wieder einigermaßen mit ihr über en Geist zu kommunizieren, was gar nicht so einfach war, wenn man nicht wußte, wie es möglich war.
‚Ich mag dich doch auch, das hat sich nie geändert.‘, erwiderte sie und tat ihr bestes sie über den Geist zu trösten, sie braucht eindeutig noch Übung.
‚Aber, nachdem was ich jetzt von deinen Erinnerungen aufschnappen konnte...‘
‚Jolinar, ich konnte mich nach deinem... Tod nicht mehr daran erinnern, ich habe es wohl verdrängt, weil du nicht mehr da warst und dann haben mir alle eingeredet du seist böse und irgendwann hab‘ ich es geglaubt.‘
‚Wieso haben die das gedacht, ich habe ihnen doch von den Tok’ra erzählt und ihr seit doch jetzt auch Verbündete.‘
‚Damals waren wir das noch nicht und ein Gouaould erzählt viel um sich zu retten, außerdem war dein Verhalten Cassy gegenüber nicht gerade rühmlich.‘
Beide kicherten im Geiste, jetzt war es einfach nur noch komisch, nachdem sie wußten, das Cassandra es verkraftet hatte und sich jetzt wunderbar mit den Tok’ra verstand, besonders Aldwin hatte sie gerne, er konnte ja auch die besten Geschichten erzählen.
‚Wie hast du deine Meinung dann geändert?‘
‚Ich habe mit der zeit immer mehr von dir geträumt und... nun, ich habe mich auch wieder erinnert, aber dann alles zu widerrufen...‘
‚Ich weiß schon.‘, der Symbiont, welcher es sich nun bequem an ihrem Arm gemacht hatte, sandte ihr Zustimmung fuhr aber nach ein paar Momenten der trauten Zweisamkeit fort.
‚Wenn du mich noch gern hast... ich würde dich vermissen.‘
‚Wie kannst du jemanden vermissen, den du so kurz wie mich kennst?‘
‚Hey, ich würde einen Wirt, den ich nur zehn Minuten hatte vermissen, es sei denn ich mag ihn nicht,‘
‚oh, welche Ehre.‘, erwiderte Sam scherzhaft.
‚Sag schon!‘
‚Was?‘
‚Na was wohl. Willst du wieder mein Wirt sein?‘
Samantha verstummte plötzlich, verschloss sich jedoch nicht vor Jolinar, überlegte vielmehr, wie sie es den anderen klar machen sollte, ob sie das SGC verlassen konnte und wie es Jack,
vor allen Dingen er, und die anderen aufnehmen würden. Lantasch hat sie in gewisser Weise schon darauf vorbereitet, dabei viel ihr etwas ein.
‚Du hast dich nicht zufällig mit deinem aller liebsten Gemahl abgesprochen?‘
‚nein, wie kommst du darauf?‘
‚als er eben hier war...‘
‚Das sit ne Stunde her!‘
‚Na dann eben vor einer Stunde. Wir haben da über das gesprochen und über die Zeit, als wir hier zusammen waren.‘
‚hast du ihm alles erzählt?‘
‚Naja, die Diskussion über meine kleine Allergie gegen gewisse Joghurtsorten hab‘ ich ausgelassen und die Sache mit Cassy hab‘ ich abgemildert, aber ansonsten...‘
‚Gut. Und?‘
‚ich bin mir nicht sicher! Ich meine ich habe hier sehr viel und das alles aufgeben.‘
#Weiß du, alle Wirte haben das Problem, sie wollen ihr leben nicht so radikal ändern, außerdem sind die Tok’ra und deine Volk doch eigentlich so verbündet, dass wir hier öfters vor bei schauen könnten und so.‘
‚Das sit es nicht, ich wäre dann ja auch bei Dad. Ich weiß nur nicht, wie ich es allen klar machen soll und wie sie es aufnehmen.‘
‚Das bekommen wir schon hin, aber mir fällt grad‘ ein anderes Problem auf.‘, erwiderte die Tok’ra etwas gedrängt. Sam bemerkte plötzlich wie ihr Fuß eingeschlafen war und begann damit ihn au den Boden zu drücken, um die Taubheit zu vertreiben, was sich in dieser unbequemen Position aber nur schwer bewerkstelligen ließ.
‚Mein Fuß ist grade eingeschlafen?‘
‚ähm nicht direkt, aber, wenn ich jetzt die Verbindung wieder trenne, dann werde ich den Biss in deine Aorta nicht mehr halten können und du überlebst das nicht. ... tschuldigung.‘, in Sams Kopf erschien das Bild eines schüchtern lächelnden Smiles. Jolinar hatte schnell gelernt die Menschliche Kultur anzuwenden.
‚Na toll! Heiß das ich darf warten, bis hier jemand zum helfen vorbei kommt?‘
‚Ähm, ... ja?‘
‚Weiß du eigentlich wie unbequem diese Stellung ist? Ich kann dich nicht mal mehr aus der Flüssigkeit nehmen!‘
‚Warte, ich hab‘ vielleicht eine Idee...‘
zwei Stunden, viel Geduld und verdammt viel Akrobatik später saß Samantha Carter, immer noch von Jolinar am Handgelenk umschlungen auf ihrem Bürostuhl, der nun ca. 10 cm höher war, und stützte sich mit ihrem Arm tief in die Flüssigkeit hinein. Es war nicht sonderlich bequem, aber immer noch besser als zuvor, auch wenn ihr Shirt nun vollkommen durchweicht war und Jolinar gerade mitbekommen hatte, was auf Nethu alles geschehen war.
Gerade als sie beginnen wollte sich furchtbar über Binar aufzuregen, auf der Erde hätte man dies schon als lästern bezeichnet, spazierte Janet ins Labor. Sie sah noch sehr verschlafen aus, hielt eine große Tasse Kaffee in der hand und lief mit geschlossenen Augen durch die Gegen und schien auch nicht sonderlich viel zu hören, denn erst nach dem dritten Rufen, bekam sie Sam mit und auch dann dauerte es wenigstens zehn Sekunden, bis sie die Situation registrierte.
‚Ist sie immer so ein Morgenmuffel?‘
„Oh Gott, Sam, was ist denn passiert?“, schreckte sie auf und kam zu ihr gelaufen, fühlte sofort Puls und Temperatur Ihrer Freundin.
„Mir geht es gut, Janet. Jolinar brauchte Gesellschaft, nur leider hat sie dabei nicht bedacht, dass sie mich jetzt nicht mehr loslassen kann, ohne meinen Aorta so zu verletzten, dass ich nicht mehr genug zeit habe , um einen Stützverband anzulegen. Also mußten wir ja wohl warten.“, sie zwang sich ein Lächeln ab.
„Sam du bist ja ganz weiß. Warte, ich hole schnell Verbandszeug. Sag Jolinar, dass sie sich das nächst mal, sowas vorher überlegen soll!“, Janet begann durch das Labor zu flitzen und alles benötigte zusammen zu suchen.
„Das wissen wir jetzt auch!“
‚Wenn ich wieder mit andern sprechen kann, halte ich ihr mal einen Vortrag über akute Einsamkeit!‘
‚Sei nicht so aufbrausend, sie hat ja recht!‘, trotz der harten Worte, sandte Sam ihrer Freundin wärme, die sie unbedingt zu benötigen schien, immerhin war sie die Stunden vor ihrer kleinen Idee, vollkommen einsam gewesen.
Nach wenigen Minuten kam der Chefarzt des Cheyenne Mountain wieder und sah den Major erwartungsvoll an. „Sag‘ Jolinar, sie muß dich jetzt los lassen und heb‘ deine hand dann so schnell wie möglich hier auf das Tuch. Verstanden?“
Janet hielt ihr ein weißes leinen Tuch hin und wartete nun in einer Art Angriffsstellung.
‚OK, Joli, ich kümmere mich dann darum, ja?‘
‚Versprochen?‘
‚Versprochen! Du mußt jetzt loslassen. Tschüss.‘
‚Aber beeile dich! Ich hab‘ dich lieb.‘
Das war das letzte, dass Sam vorerst von Jolinar hörte, dann sie konzentrierte sich nun darauf, ihren Körper wieder von Sams Handgelenk zu entschlingen und ließ dann den Biss von de Aorta endgültig los. Jetzt galt es schnell zu handeln, der brennende Schmerz der Wunde kehrte zurück und der Major hob ihren Arm so schnell wie möglich aus der Flüssigkeit, um ihn dann auf dem Tuch Fallen zu lassen, wo Janet so schnell wie möglich den Stützverband anlegte, um die jetzt einsetzende Blutung zu stoppen.
Unterdessen schwamm eine noch apathischer als vorher wirkende Jolinar, ziellos im Behälter umher zu schwimmen, Sam mußte schnell handeln.
Doch das konnte sie nicht, wenn Janet sie zuerst zum ordentlichen Frühstück verdonnerte. Alles diskutieren nützte nichts, sie mußte etwas essen, aber nicht irgend etwas sondern ein „ausgewogenes Frühstück“.
Also saß sie nun mit Janet in der Kantine, stocherte in ihrem Müsli herum und aß nebenbei noch etwas Toast, während sie sich vom Doktor einen Vortrag über alles mögliche im Zusammenhang mit Jolinar anhören mußte.
Glücklicherweise erlöste sie Martouf, der sich zu ihnen setzte, er schien wieder munter zu sein, begrüßte die beide Frauen und setzte sich zu ihnen, erkannte jedoch schnell, das etwas nicht stimmte.
„Samantha? Alles in Ordnung?“
Sie grummelte etwas unverständliches und stocherte weiter in der Schüssel vor ihr herum.
„Sie und Jolinar hatten die glorreiche Idee ein kleines Gespräch zu führen!“, antwortete Janet für Sam, welche ihr einen tödlichen Blick zuwarf und einen fragenden von Martouf erntete.
„Samantha, ich dachte du bist dir mit einer Verschmelzung nicht sicher und außerdem wäre es sehr unklug das ohne Aufsicht zu tun, aber ich spüre Jolinar gar nicht?“
„Kannst du auch nicht, Jolinar hat sie einfach mal schnell in die Schlagader gebissen!“, wieder erhielt Janet einen tödlichen Blick gefolgt von einer gegrummelten Antwort.
„Sie hat sich eben einsam gefühlt.“
Martouf konnte sich nun ein Lächeln nicht mehr verkneifen. „Sie hat dich also gebissen und dann?“
„Haben wir den Rest der Nacht damit verbracht uns zu überlegen, wie wir wieder voneinander loskommen, ohne dass ich verblute!“, kam diesmal die Antwort von Sam.
Jetzt wurde das Grinsen von Martouf noch breiter. „Und heute morgen hat Janet dich dann gerettet...“
„.. und hier her geschleift, damit ich was esse!“
„Samantha, nach so einem Erlebnis solltest du das auch.“
„Ja, aber deswegen muß ich mich nicht mit Vogelfutter vollstopfen!“, demonstrativ lud sie etwas von dem Brei vor ihr auf einen Löffel, hob ihn hoch und ließ den „Speiß“ aus einer Höhe von ca. 15 cm wieder in die Schüssel fallen.
Martouf beschloss nicht weiter auf das Thema einzugehen, wechselte es statt dessen lieber, es sah so aus, als würde ihr der Schlaf fehlen, den ihr Jolinar die letzte nacht geraubt hatte.
„Hast du dich denn schon entschieden?“, fragte er während er einen Schluck von dem nah, was bei den Tauori als Kaffee bekannt war und Daniel lieterweise in sich hinein kippte, er merkte jedoch schnell dass ihm dieses Getränk nicht zusagte und so stellte er den Becher ab, während er das Gesicht angewidert verzog.
„Nun, ich denke schon, aber ich hab‘ keine Ahnung, ob der General damit einverstanden ist, immerhin würde er damit einen seiner Spezialisten für das Stargate verlieren.“
Samantha nahm den abgestellten Becher ihres Freundes und begann etwas Zucker hinein zu tun, kippte noch etwas Milch hinzu und stellte ihn Martouf zu erneuten Kostprobe hin.
Martouf probierte auch, diesmal jedoch etwas vorsichtiger, es konnte ja sein, dass dieses schwarze Zeug jetzt noch schlimmer schmeckte, als vorher, allerdings war es jetzt weitaus genießbarer.
„Wie wäre es, wenn dein Vater mit ihm spricht?“
„Nein, das muß ich schon selbst regeln, selbst Dad wird ihn da nicht beeinflussen können.“
Zur gleichen zeit, betrat eine unbekannte Person das Labor, in dem Jolinar von Malkshur ihre wirtloses Dasein fristete. Die person schlich um den Behälter drum herum, betrachtete die Schlange innerhalb der merkwürdigen Behausung von allen Seiten und begann dann langsam zu sprechen:
„Erst übernimmst du Sie und führst uns zu den Tok’ra, dann holen die sich ihren Dad und jetzt willst du dich wieder in ihrem Kopf einnisten und sie mir wegnehmen, sie uns allen wegnehmen!“, wieder begann die Person mit der männliche Stimme um den Behälter des Symbionten herum zu schleichen, das Wesen innerhalb des Behälters jedoch schien dies nicht wahr zu nehmen. Es bewegte sich kaum, schien sogar zu schlagen, allerdings konnte man das bei dieser Art von Lebewesen nie so genau sagen. Nach wenigen Minuten des drum herum Schleichens, lächelte der grauhaarige Mann und bückte sich zum Symbionten herunter.
„Und das schlimmste ist: Ich kann dir nicht böse sein, solange du ihr nicht weh tust und genau das wirst du niemals wagen, noch niemals hat sie einen Wunsch so innig vertreten, wie den dein Wirt zu werden.“
Das Gesicht des Colonels spiegelte sich im Glas des Behälters wieder, kurz bevor er den Raum verließ, drehte er sich noch einmal kurz um.
„Solltest du ihr jemals etwas antun, oder sie wegen dir sterben, schwöre ich, wirst du es auch!“
„General, das können sie mir doch nicht antun!“
„Major! Ich verbiete es ihnen doch nicht, aber sie sind nunmal unser Spezialist für das Stargate, wir können sie nicht einfach so in der Galaxie rum laufen lassen, wenn wir sie hier unbedingt brauchen!“
„General, es gibt doch noch so viele andere,
die ebenfalls mit dem Stargate vertraut sind! Wann wurde ich das letzte mal benötigt, um ein Problem beim Gate zu lösen?“
„Letzte Woche, als Major Samuels den Computer hat abstürzen lassen.“
„Oh, ähm, naja, das hätte auch jeder andere gekonnt und und und....“
„Und? Sie sehen, wir brauchen sie hier dringend, sie können gerne wieder Wirt werden, obwohl ich das nicht nachvollziehen kann, aber sie und Jolinar werden dann hier bleiben und uns nicht im Stich lassen!“
Der General gab Sam zu verstehen, dass ihr Gespräch hiermit beendet war und er seine Meinung nicht ändern würde, hierzu mußten sich schon zwanzig Ashrak auf der Erde aufhalten und die Gouaould einen Großangriff starten.
Wütend verließ sie das Büro des Generals, draußen stand schon SG4, mit der verletzten Lili Marquette, welche sie nun schon im Rollstuhl durch die Anlage fuhren, und lauschte interessiert, sah dann jedoch den Major und entschied, das es kein guter Zeitpunkt war, um Urlaub zu bitten.
„Na, komm Lili, wie wäre es mit einem Besuch im Büro?“, fragte sie der kommandierende Offizier der Einheit, welcher sie nun, wie eine wirklich kranke behandelte.
„ich bin nicht krank und ins Büro will ich auch nicht!“
Um sie herum hatte sich das restliche Team versammelt und lächelte schief und wissend, während sie den Weg zur Kantine einschlugen, um sie dort mit einer Geburtstagsparty zu überraschen, doch Sam war es nicht nach feiern zu mute und so entschloss sie, der Verletzten später zu gratulieren.
Samantha war wieder zu Jolinar gegangen, die zu schlafen schien, offensichtlich hatte die nacht sie auch mitgenommen. Sie entschied das es auch für sie besser wäre etwas zu schlafen. Gerade als sie das Labor wieder verlassen wollte, betrat Martouf den Raum und wäre fast mit ihr zusammen gestoßen.
„Samantha!“
„Oh, Martouf. Entschuldige, ich wollte mich gerade etwas hinlegen.“
„Dann werde ich dich nicht aufhalten, ich wollte nur nach Jolinar sehen.“
„sie schläft, denke ich.“
Sam schien nicht nur etwas betrübt zu sein, gegen sie wären die Opfer eines Gouaould-Angriffes in Partystimmung gewesen.
„Samantha? Hast du schon mit General Hammond gesprochen?“
Jetzt verdunkelte sich ihr Gesicht noch mehr.
„Ja, das hab‘ ich.“
„Und?“
„Ich darf mit Jolinar verschmelzen, aber ich muß hier bleiben!“, ohne weiteres verließ sie das Labor und stapfte in Richtung ihres Quartiers auf der Basis.
Ein nicht nur etwas verwirrter Martouf folgte ihr. „Wieso?“
„Nun, ich bin anscheinend der einzige Stargate-Spezialist auf diesem Planeten und deshalb darf ich nicht einfach so abhauen!“, Martouf hatte Schwierigkeiten mit ihr Schritt zu halten, so schnell lief sie, ohne wirklich darauf zu achten, wohin sie ging.
„Ich bin mir sicher, dass da noch andere sind, Samantha!“
„Ja, da sind noch andere, aber, und da muß ich Hammond vollkommen Recht geben, alles Idioten und wir können uns nicht einfach ein paar gute Wissenschaftler krallen, weil das Projekt ja geheim ist!“
„Samantha!“
Wutschnaubend drehte sie sich um. „Ja!?“
„Wir werden da schon einen Weg finden. Vertraue mir!“
Er legte seine rechte Hand auf die Wange seiner Freundin und sah sie so vertrauensvoll wie möglich an, allerdings waren die Prophezeiungen seines Symbionten alles andere als vertrauensvoll.
‚Das klappt nicht, Martouf! Dem stimmt Hammond niemals zu!‘
‚Doch, das wir er, außerdem könne wir somit endlich engere Kontakte zur Erde knüpfen.‘
‚Erwarte keine Hilfe von mir!‘
‚Du willst doch auch, dass Samantha und Jolinar wieder verschmelzen? Also hilf mir!‘
‚Gut, aber es wird nicht funktionieren!‘
‚Und ich sage, das wird es! Lass uns jetzt nicht weiter darüber streiten, wir sollten uns lieber darauf verlassen, dass es funktioniert, Jacob und Selmac sind ja auf unserer Seite!‘
Lantasch sandte ihm nur ein demonstratives Schweigen zurück, als sie mit Jacob/Selmac durch das SGC in Richtung Hammonds Büro liefen.
Jacob hatte sich schon fast gedacht, dass Hammond so reagieren würde, er hätte es in einer ähnlichen Situation auch getan, aber dieses Angebot konnte er einfach nicht ablehnen.
Sie sprachen während der ganzen Zeit nicht, erst als sie vor der Tür zu Hammonds Büro standen erhob Jacob seine Stimme, nachdem er angeklopft hatte.
„George? Wir müssen mit dir reden!“
Die Tür brachte ein gedämpftes „Herein“ hervor und so betraten sie das Büro des kommandierenden Offiziers des SGC, welcher sich schon dachte, warum ihn beide Tok‘ra auf einmal beehrten und sofort abwehrend die hand hob.
„Ich kann den Major nicht einfach so gehen lassen und gerade ihr solltest das verstehen!“
„Tun wir, George, aber ich denke du wirst Samy bald eigenhändig raus schmeißen....“
1 Stunde später
„... und ihr würdet uns einfach so einen eurer Leute schicken, eine Experten für das Gate?“, fragte Hammond nun schon zum dritten mal.
„Ja, verdammt noch mal wir wollten doch so und so einen Botschafter zu euch schicken und so schlagen wir zwei fliegen mit einer Klappe. Ihr bekommt jemanden, der sich nach wenigen Wochen mit eurem System auskennen wird und ein Spezialist für das Stargate ist. Damit würdet ihr Samy nicht mehr brauchen, zumindest ihr Fachwissen nicht und sie könnte mit Jolinar verschmelzen und mit uns kommen... und ihr hättet dann einen echten Kontakt zu uns.“
Jetzt war Hammond wirklich soweit den Major ohne weitere Umschweife gehen zu lassen, nur leider mußte dieser grandiose Vorschlag vom Präsidenten abgesegnet werden.
„Das ist... akzeptabel! Aber die Entscheidung, ob das geht liegt nicht bei mir, aber ich werde mich sofort darum kümmern!“
Eilig hob Hammond den Hörer des roten Telefons ab und sprach hinein, ohne die beiden Tok‘ra vor ihm noch wahrzunehmen. Diese lächelten sich wissend an und verließen stillschweigend den Raum, der Samen war ausgesäht und gegossen, jetzt mußte die Pflanze nur noch wachsen... und das würde sie.
Fortsetzung folgt...
Ghani