Danke!
Anne: Es geht ja schon weiter.
Dilla: Ich würde ihm doch nie etwas antun. :- Obwohl ich nach der gestrigen Folge durchaus Lust dazu hätte.
Sky: So was in der Art. *g*
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„Er ... er saß ganz ruhig auf seinem Stuhl! Ich habe nichts bemerkt! ... Er hatte die Angewohnheit von Zeit zu Zeit die Nacht durchzuarbeiten ... also habe ich mir nichts dabei gedacht ... Ich wollte ihn ja nicht stören!“ Endlich, nach zwei Tassen Kaffee und einem großen Schluck Schnaps, war der Nachtwächter namens Louis Hawks in der Lage, halbwegs zusammenhängende Sätze herauszubringen.
Boone lächelte geduldig. Diese Reaktion von Zeugen kannte er. Besonders wenn der Tote ein guter Bekannter war. „Ist Ihnen irgend etwas Ungewöhnliches aufgefallen? Hat sich Dr. Reed vielleicht seltsam verhalten?“
„Nein, nicht dass ich wüsste. Er ... er hat sich ja nur etwas aufgeregt nach dem Besuch des Companions gestern.“
„Wissen Sie, warum?“
Hawks starrte ihn empört an. „Ich belausche doch nicht meinen Chef! Außerdem hatte ich zu der Zeit keinen Dienst. ... Josey hat es mir nur erzählt.“
„Wer bitte?“
„Josey Fielding. Seine Assistentin.“
„Haben wir die Adresse?“ fragte Boone den Polizisten, der neben ihnen saß und eifrig Notizen machte.
„Haben wir, Sir.“
Der Commander wandte sich wieder Hawks zu. „Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich noch einmal bei Ihnen vorbeikomme? Es könnte sein, dass ich noch ein paar Fragen habe.“
„Natürlich nicht.“ Louis versuchte, tapfer zu lächeln ... was kläglich misslang.
Boone erhob sich und ging zum Ausgang, wo er auf Liam traf.
„Ich habe gerade mit Da’an geredet. Ihm ist auch nichts Seltsames aufgefallen ... allerdings wirkte er selbst etwas seltsam.“
Boone runzelte die Stirn. „Wie meinen Sie das?“
„Ich habe ihn erst nach einer halben Stunde erreichen können und als ich ihm von dem Mord erzählte, wirkte er beinahe verstört.“
„Das würde wohl jeder, wenn jemand, den man noch am Vortag gesehen hat, ermordet aufgefunden wird.“
Liam zuckte die Achseln. „Mag sein. Allerdings reagiert er sonst kaltblütiger.“
Boone musste schmunzeln. „Meinen Sie nicht, dass „kaltblütig“ ein etwas unpassender Begriff für ein Wesen ohne Blut ist?“
„Sie wissen, was ich meine! Normalerweise zeigt er nicht solch heftige Reaktionen.“
„Vielleicht hat er ja einfach nur schlecht geschlafen?“
Nun war es an Liam, spöttisch zu lächeln. „Ich würde es kaum als „Schlaf“ bezeichnen!“
„Aber ihre Ruhephase ähnelt unserem Schlaf. ... Ach, lassen wir das! Wenn Sie mich suchen, ich bin in der Botschaft.“ Damit ließ er Liam stehen.
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Detective Weasley nahm einen Schluck Kaffee und blätterte in dem Autopsiebericht. Viel war nicht dabei herausgekommen. Reed war an einem Stromschlag gestorben, das war nun bewiesen. An seinem Rücken befanden sich zwei Brandmale in einem Abstand von etwa zehn Zentimetern. Der Zeitpunkt des Todes lag zwischen halb eins und zwei Uhr nachts. Kein Hinweis auf die Mordwaffe.
Mit einem schweren Seufzen warf er den Bericht zurück auf den Schreibtisch und wandte sich dem Bericht der Spurensicherung zu. Auch nichts außergewöhnliches. Nur Fingerabdrücke der Angestellten ...
Jemand klopfte an die Tür seines Büros. Einer seiner Männer trat ein. „Hier ist eine gewisse Josey Fielding. Sie sagt, Sie möchte eine Aussage zum Mord an Dr. Reed machen.“
„Schicken Sie sie rein.“
Daraufhin trat eine großgewachsene, sportlich wirkende Frau Ende zwanzig ein, kam mit energischen Schritten zu seinem Schreibtisch und nahm auf dem Stuhl platz noch bevor er Gelegenheit dazu hatte, ihn ihr anzubieten. Er schaltete ein Diktiergerät an und blätterte in seinen Unterlagen.
„Sie sind also Dr. Reeds Assistentin?“
„Das war ich, ja.“
„Verzeihung.“
„Schon in Ordnung.“
„Ist Ihnen irgend etwas Ungewöhnliches an ihm aufgefallen? War er nervös oder wirkte er auf irgendeine Art beunruhigt?“
„Das nicht, aber ... "
Er sah von seinen Unterlagen auf und sah sie interessiert an. „Aber was?“
„Nun ja ... er war etwas aufgeregt nach der Unterhaltung mit Da’an.“
„Der Companion war gestern in Ihrem Labor und hatte ein längeres Gespräch mit Dr. Reed?“
„Ja. Ich fand es seltsam, dass sie diese Unterhaltung hinter geschlossenen Türen führten.“
Er lehnte sich etwas über den Tisch. „Sie haben nicht rein zufällig mitbekommen, worüber Sie geredet haben?“
Sie sah ihn empört an. „Ich lausche nicht an Türen, Detective!“
Abwehrend hob er die Hände. „Habe ich nie behauptet. Ich dachte nur, vielleicht haben Sie dem Doktor eine Tasse Kaffee gebracht und dabei etwas mitbekommen.“
„Nein. So lange hat das Gespräch nun auch wieder nicht gedauert.“
„Wie bedauerlich.“ Er holte aus seiner Schreibtischschublade eine Packung Zigaretten und bot ihr eine an. Sie lehnte ab. „Stört es Sie, wenn ich ...“
„Nein, rauchen Sie ruhig.“
Er zündete sich die Zigarette an und musterte sie eingehend. „In welchem Verhältnis standen Sie zu Dr. Reed?“
„Ich war seine Assistentin. Nicht mehr! Ich bin verheiratet und habe einen kleinen Sohn.“
„Es gibt Frauen, die stört das nicht besonders.“
Sie kniff die Augen leicht zusammen und schüttelte den Kopf. „Wollen Sie jetzt behaupten, ich sei es gewesen?“
„Ich behaupte gar nichts. Was wissen Sie über Reeds Familie?“
„Er hatte eine Frau und zwei Kinder. Beide schon erwachsen.“
Weasley blätterte wieder in seinen Unterlagen. Die Adressen der Verwandten waren bereits verzeichnet. „Hatte er vielleicht Probleme mit seiner Frau?“
„Darüber hat er mit mir nicht gesprochen.“
„Können Sie mir etwas über das Projekt erzählen, an dem er gerade gearbeitet hat?“
Sie sah ihn wieder mit zu Schlitzen verengten Augen an. Wahrscheinlich war sie wütend, dass er so schnell die Themen wechselte. Allerdings hatte er keine Lust, auf die Bequemlichkeit von Zeugen einzugehen. Er fragte, was er wissen wollte. Rasche Themenwechsel konnten außerdem Zeugen manchmal dazu bringen, etwas zu verraten, was sie nicht hatten aussagen wollen.
„Wir haben an einem Mittel zur Steigerung der menschlichen Denkfähigkeit gearbeitet.“
„Aha ... also eine Art Intelligenzpille?“
„So könnte man es bezeichnen.“
„Wie nett!“ meinte er zynisch.
„Es soll geistig zurückgebliebenen Menschen helfen, ein normales Leben zu führen.“
„Interessant. Und Sie sind sich sicher, dass es nicht auch von gesunden Menschen gebraucht würde, um ihre Intelligenz zu steigern?“
„Falls es jemals auf den Markt kommt, wird es streng rezeptpflichtig sein.“
„Als ob man einen Arzt nicht mit ein bisschen Geld zur Ausgabe eines Rezepts überreden könnte.“
„Sie haben kein sehr positives Bild von den Menschen, Detective.“
„Man wird mit der Zeit desillusioniert, Mrs. Fielding. Danke, ich habe im Moment keine weiteren Fragen, aber halten Sie sich zu unserer Verfügung.“
Mit einem arroganten Lächeln erhob sie sich und stolzierte aus dem Raum. Weasley schaltete das Diktiergerät aus, nahm einen weiteren Schluck Kaffee und blätterte in seinen Unterlagen.
Fortsetzung folgt