Danke!
Ghani: So schlimm wird's schon nicht werden. Ich hab deine Cliffhanger bei den "Gaben ..." auch überlebt.

Außerdem kommt die Fortsetzung vielleicht doch schon einen Tag früher. Ich muss am 5.1. schon wieder nach Hause. *schnief*
Taoynin: Glaub mir, ich könnte noch viiiiel fieser zu ihm sein.
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Besorgt betrachtete sie den Taelon, der sehr ruhig und entspannt auf Augurs Couch saß. Nachdem sie einander eine ganze Weile lang stumm angesehen hatten, hatte er plötzlich die Kontrolle über seine Fassade verloren und hatte sich mit einem unterdrückten Stöhnen setzen müssen. Er wirkte krank. Seine Energie schimmerte leicht unter seiner Haut hervor als könne er die Illusion eines menschlichen Äußeren nicht länger vollständig aufrecht erhalten. Sie musste sich zusammenreißen, um nicht nach seiner Hand zu greifen. Bis jetzt hatte sie noch nicht einmal die Gelegenheit gehabt, ihm zu danken, dass er sie nach ihrer Implantation vor schweren Schäden bewahrt hatte. Irgendwie hatte sie das Gefühl, es wieder gut machen zu müssen.
Liam redete die ganze Zeit auf Da’an ein. Versuchte, ihn dazu zu bewegen, ihm zu erzählen, was er mit dem toten Wissenschaftler besprochen hatte. Endlich warf sie ihm einen mahnenden Blick zu und er verstummte. Mit einem Achselzucken erhob er sich und ging zu Augur, um ihm bei der Vorbereitung des zweiten Gästezimmers zu helfen.
Lili lehnte sich ein wenig vor, um dem Taelon ins Gesicht sehen zu können.
„Da’an?“ fragte sie leise.
Er öffnete die Augen und sah sie schweigend an.
„Ich ... ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll“, sie schüttelte leicht den Kopf, „ ... wir haben uns so lange nicht gesehen.“
Er senkte den Kopf und blickte auf seine Knie.
„Ich weiß, Sie sind wahrscheinlich wütend auf mich ... hassen mich sogar vielleicht.“
„Warum sollte ich?“ fragte er leise.
„Nun, immerhin habe ich versucht, das Mutterschiff zu vernichten.“
„Wie Sie schon sagen: Sie haben es versucht! Ich kann nicht sagen, dass ich sonderlich erfreut darüber war ... allerdings verstehe ich Ihre Beweggründe.“
„Wenn Sie nicht wütend auf mich sind ... warum haben Sie dann so lange ein Gespräch mit mir vermieden?“
Augur und Liam kehrten zurück und entbanden den Companion von einer Antwort. Zumindest vorerst. Der junge Beschützer bot Da’an eine Hand an, um ihm aufzuhelfen. Doch der Taelon nahm sie nicht, sondern erhob sich aus eigener Kraft und folgte dem Hacker langsam zu dem für ihn vorgesehenen Raum.
„Ich danke Ihnen für Ihre Gastfreundschaft, Augur.“
„Nichts zu danken.“ Über die Schulter meinte er grinsend zu Liam. „Du solltest lieber bald mit Renee reden. Das kostet euch mindestens den Van Gogh.“
Liam grinste zurück und ließ sich seufzend neben Lili auf das Sofa fallen. Die ehemalige Shuttle-Pilotin starrte nur vor sich hin. „Hey, was ist los?“ fragte er verwundert.
„Ich frage mich, was mit Da’an los ist.“
„Das frage wir uns wohl alle.“
Sie stand auf und begann, auf und ab zu wandern. „Es scheint so als stimme etwas nicht mit seiner Energie. Er kann ja seine Fassade kaum noch aufrecht erhalten. Vielleicht sollten wir Dr. Belman fragen.“
„Auch Sie weiß wenig über die Physiologie der Taelons.“
„Verdammt, Liam, was haben Sie sich dabei gedacht, Ihn hierher zu bringen? Vielleicht stirbt er!“
„Hätte ich ihn nicht hergebracht, wäre er mit Sicherheit gestorben!“ erwiderte der Hybrid scharf.
„Dann schlage ich vor, dass Sie sich mal ganz schnell nach einer Energiequelle für ihn umsehen!“ meinte sie in ebenso scharfem Ton.
Liam erhob sich seufzend und ging in Richtung Fahrstuhl. Dort angekommen traf er auf Boone, der den Aufzug gerade verließ.
„Wo ist er?“ fragte der ältere Beschützer.
„Augur hat ihn in einem seiner Gästezimmer untergebracht.“ Damit stieg der Major in den Fahrstuhl und die Türen schlossen sich hinter ihm. Boone ging zu Lili hinüber, die sich inzwischen wieder auf das Sofa gesetzt hatte.
„Wie geht es ihm?“
„Ich fürchte nicht sehr gut ... Will?“
„Ja?“
„Was sollen wir machen, wenn sich sein Zustand verschlechtert?“
Er seufzte und zuckte die Achseln. „Ich hoffe, wir können seine Unschuld beweisen, bevor es dazu kommt.“
„Wie willst du das schaffen? Sowohl die Polizei als auch die Synode sehen doch in ihm den Schuldigen.“
„Ich muss versuchen herauszufinden, worüber sie geredet haben. Vielleicht ergibt sich daraus etwas. Ansonsten werde ich mich mal mit der Familie des Opfers unterhalten.“
Augur kam zurück und begrüßte den Commander. „Da habt ihr mir ja was schönes eingebrockt, Leute. Jetzt beherberge ich auch noch einen Alien!“
„Kann ich ihn sehen?“ fragte Boone.
„Es ist dein Companion.“ Damit machte er eine großzügige Geste zu dem Flur, der zu den Gästezimmern führte.
Boone lächelte über diese Besitzzuweisung, ‘sein’ Companion, und folgte der Geste.
Leise klopfte er an die Tür.
„Ja?“ fragte eine Stimme von der anderen Seite und er trat ein.
„Commander Boone.“ Da’an lächelte leicht.
„Wie geht es Ihnen“, fragte der Beschützer besorgt, während er die Tür hinter sich schloss.
Da’an senkte den Kopf.
„Also nicht sonderlich gut“, stellte Boone fest und setzte sich neben den Taelon auf das Bett.
„Hat die Synode bereits Schritte gegen mich in die Wege geleitet?“ fragte der Taelon, um das Thema zu wechseln.
„Zo’or hat mich kontaktiert und nach Ihrem Aufenthaltsort gefragt.“
„Ich nehme an, Sie wussten von nichts“, vermutete der Companion.
„Natürlich nicht. Da’an ... Warum haben Sie dem Detective verschwiegen, wo Sie zur Tatzeit waren?“
Der Außerirdische verlor die Kontrolle über seine Fassade und schien sie nur unter größter Anstrengung wieder zu erlangen. „Weil ... ich mich nicht daran erinnern kann.“
Geschockt starrte Boone ihn an. „Und warum ...“ Er brach ab, denn die Antwort auf die Frage, die er gerade stellen wollte, zeigte sich ihm von selbst in furchtbarer Klarheit. „Sie glauben selbst, dass Sie es waren, nicht wahr?“
Da’an sah ihn betrübt an. „Solange wir es nicht mit Sicherheit wissen, sollten Sie mich isolieren ... damit niemand zu Schaden kommt.“
„Hatten Sie nach dem Mord an Dr. Reed noch einmal ein solches ... ‘Black Out’?“
„Nur kurze. Das erste dauerte etwa sechs Stunden, die weiteren höchstens eine halbe Stunde.“
„Sehr seltsam. Warum haben Sie keinen Taelon-Heiler aufgesucht?“
„Ich weiß nicht ... vielleicht, weil ich Angst vor den Konsequenzen hatte. Sie erinnern sich an Rho’ha ...“
„Natürlich. Aber meinen Sie wirklich, man hätte Sie gezwungen, sich selbst zu töten?“
„Man hätte mich nicht zwingen müssen. Hätte ich die Gewissheit, dass ich eine Bedrohung für meine Spezies darstelle, würde ich freiwillig die Leere wählen“, sagte Da’an ruhig.
Boone sah ihn besorgt an. „Dann werde ich Ihnen den Beweis bringen, dass Sie es nicht sind.“
Fortsetzung folgt