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		<title><![CDATA[Der Baum - Alle Foren]]></title>
		<link>http://www.efc-baum.de/</link>
		<description><![CDATA[Der Baum - http://www.efc-baum.de]]></description>
		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 00:51:14 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Happy Birthday Hagazussa]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224174.html</link>
			<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 16:42:48 +0100</pubDate>
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			<description><![CDATA[<a href="http://www.cosgan.de/smilie.php" target="_blank"><img src="http://www.cosgan.de/images/smilie/musik/n015.gif" border="0" alt="[Bild: n015.gif&#93;" /></a> <br />
Alle Liebe zum Geburtstag und die besten Wünsche für das neue Lebensjahr! <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/cheesy.gif" border="0" alt="Freuen" title="Freuen" /><br />
Ich hoffe, Du hast einen schönen Tag. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/cheesy.gif" border="0" alt="Freuen" title="Freuen" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="http://www.cosgan.de/smilie.php" target="_blank"><img src="http://www.cosgan.de/images/smilie/musik/n015.gif" border="0" alt="[Bild: n015.gif]" /></a> <br />
Alle Liebe zum Geburtstag und die besten Wünsche für das neue Lebensjahr! <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/cheesy.gif" border="0" alt="Freuen" title="Freuen" /><br />
Ich hoffe, Du hast einen schönen Tag. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/cheesy.gif" border="0" alt="Freuen" title="Freuen" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Happy Birthday, Liang Ji!]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224173.html</link>
			<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 21:10:56 +0100</pubDate>
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			<description><![CDATA[*trommeltrommeltrommeltusch*<br />
*tortereinschieb*<br />
Da'an und Zo'or springen aus der Torte und singen ein Ständchen.<br />
<br />
Alles Gute zum Geburtstag! <img src="http://www.efc-baum.de//images/smilies/hug.gif" border="0" alt="Umarmen" title="Umarmen" /><br />
<br />
<br />
Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[*trommeltrommeltrommeltusch*<br />
*tortereinschieb*<br />
Da'an und Zo'or springen aus der Torte und singen ein Ständchen.<br />
<br />
Alles Gute zum Geburtstag! <img src="http://www.efc-baum.de//images/smilies/hug.gif" border="0" alt="Umarmen" title="Umarmen" /><br />
<br />
<br />
Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Guten Rutsch]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224172.html</link>
			<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 23:49:25 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224172.html</guid>
			<description><![CDATA[Im Fernsehen Dinner For One, draussen verfrühtes Geknalle, Stiefel an, Obstsalat und Löffel bereit, auf den Vorplatz getragen zu werden. Alles bereit, ich hab grad Zeit.<img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" /><br />
<br />
Rutscht schön ins neue Jahr rüber - wir sehen uns dann.<br />
<br />
Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Im Fernsehen Dinner For One, draussen verfrühtes Geknalle, Stiefel an, Obstsalat und Löffel bereit, auf den Vorplatz getragen zu werden. Alles bereit, ich hab grad Zeit.<img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" /><br />
<br />
Rutscht schön ins neue Jahr rüber - wir sehen uns dann.<br />
<br />
Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[24. Türchen: Der Blick zum Horizont XIX]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224171.html</link>
			<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 16:07:42 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224171.html</guid>
			<description><![CDATA[Ich wünsche allen glückliche Tannenbäume und grüne Gesichter ... oder besser umgekehrt. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/wink.gif" border="0" alt="Zwinkern" title="Zwinkern" /><br />
Und entschuldigt, dass ich das Türchen erst so spät aufmache.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Der Kimera landete sein Shuttle in der Garage der Bellamy Hall, löste den Verschluss seines Sitzes und sprang hinaus. "Ich schlage vor, Sie bleiben hier", sagte er.<br />
"Keine Einwände, besonders, da ich befürchte, dass Doors da ist", stimmte Sandoval zu.<br />
"Dann bis nachher." Liam sprintete zum Lift und schlüpfte durch die per DNA-Scanner gesicherte Türe. Dann fuhr er zwei Stockwerke hoch und konnte Hailey, Schützenkönig Tony Ferrara, Doors, Renee und Rose begrüssen, die gebannt auf einen Bildschirm starrten.<br />
"Zo'or ist dort", sagte Hailey, "Woher wussten Sie das?"<br />
"Dank Augurs Hilfe habe ich Zo'ors Synodenlogin", sagte Liam, "Wo haben Sie das Artefakt abgestellt?"<br />
"Ist im Alpha hinten", wies Hailey mit dem Daumen über ihre Schulter.<br />
"Danke", murmelte der Kimera und machte sich auf den Weg, doch Doors hielt ihn an der Schulter fest. "Was gibt es?"<br />
"Wo waren Sie?", knurrte der Multimilliardär, "Warum wurde der Angriff auf Madjira abgeblasen?"<br />
"Weil Zo'or davon Wind bekommen hat", erklärte Liam, "Ich kann doch nicht mein Team in eine Falle rennen lassen. Madjira wird von innen erledigt."<br />
"Ach ..."<br />
"Ja. Den Plan habe ich heute gemacht. Entschuldigen Sie mich bitte, Mr. Doors." Er entwand sich dem Griff und trat durch die Türe mit dem entsprechenden griechischen Buchstaben auf dem Türschild.<br />
Unzählige Stapel Papier, einige Notizblöcke, ein Laptop, eine blaue Halbkugel und das Portal selbst. Liam schloss die Türe hinter sich, liess die blaue Halbkugel beiseite und legte seine rechte Hand in die kleine Einbuchtung des Portals. Er war Kimera, das Portal verstand ihn, es wusste, was er wollte, es zeigte ihm die Liste der Anweisungen.<br />
Eine Schleife war aktiv, sie galt für die Benutzer eins und drei, für Liam und seinen Vater.<br />
~Beenden!~, befahl der Kimera und die Anweisung verschwand, die Liste war leer. Was noch? Er ergänzte: ~Keine Reaktion auf durch Taelonenergie signierte Befehle!~ Die Anweisung erschien sogleich in der Liste und Benutzer zwei wurde automatisch gesperrt. Sehr gut.<br />
<br />
<br />
"Und?", fragte Sandoval.<br />
"Keine Schleife mehr, Zo'or ist auch für das Zeitportal nicht mehr berechtigt."<br />
"Sind Sie also so etwas wie der Administrator für dieses Ding?", schmunzelte der Agent.<br />
Liam klappte den Verschluss um seinen Sitz zu und startete das Shuttle. "Es gehorcht primär Kimera, also ja, im Prinzip bin ich Zeitportal-Administrator." Er hob ab und sprang in die Interdimension. "Was werden Sie tun?"<br />
"Eventuell nehme ich einen Zweitjob an. Brauchen Sie mein Grundschulzeugnis für die Widerstandsbewerbung auch?"<br />
Liam musste lachen. "Nein. Aber eine Referenzarbeit wäre nicht schlecht - Madjira würde sich anbieten."<br />
"Sehen Sie Madjira als gesprengt an, Major."<br />
"Die Bezahlung ist allerdings mies."<br />
"Das macht nichts, wir gewinnen heute ja im Lotto."<br />
Der Kimera wandte sich halb um und hob eine Braue. "Wir?" Sandoval schmunzelte nur und lehnte sich zurück. "Sie haben tatsächlich auf die Schnelle eine Tippgemeinschaft gegründet?", fragte Liam, der Agent nickte. "Oh, hmm, okay ... wieviel gewinnen wir?"<br />
"Hundertzwanzig Millionen."<br />
"Oh ... wow ... Wann ist die Ziehung?"<br />
"Die war um halb drei. Warten Sie kurz, ich überprüfe die Zahlen und die Summe." Er zückte sein Global und vertiefte sich einige Momente lang darin. "Ja, wir haben gewonnen, hundertzwanzig Millionen."<br />
"Puh ... da wäre für Niki eine goldene Sandschaufel schon drin ..." Liam blickte wieder nach vorne in den blauen Interdimensionswirbel und prüfte die Position, dann korrigierte er den Kurs geringfügig und sprang zurück in den Normalraum, in der Garage unter der Kirche. "Tja, eigentlich habe ich Augur ja versprochen, im allerletzten Durchgang keinen Implantanten mitzubringen - andererseits wissen Sie ja gar nicht, wo wir eigentlich sind. Das passt also schon. Kommen Sie."<br />
Ronald folgte ihm aus dem Shuttle und in den Lift, und als sie diesen wieder verliessen, sahen sie sich einem äusserst ärgerlichen Hacker gegenüber.<br />
"Was soll der hier?", rief Augur.<br />
"Beitrittsformular ausfüllen, er will zum Widerstand."<br />
"Um alle den Taelons auszuliefern, klar", rollte er mit den Augen, "Liam! Wie kommst du nur auf so eine Schnapsidee?" Der Kimera grinste und zeigte das Glühen in seinen Händen. "Oh Mann! Das hast du ihm auch noch gezeigt, deinetwegen gehen wir noch alle drauf." Der Hacker rang die Hände und zog eine schlimme Grimasse.<br />
"Zeitschleife?", grinste Liam.<br />
"Oh, okay", nickte Augur, "Dann erinnert der sich nachher eh nicht."<br />
"Es wird keinen weiteren Durchgang geben", korrigierte der Kimera, "und er erinnert sich seit einigen Durchgängen ebenfalls."<br />
"Verdammt ..."<br />
"Vertrau mir."<br />
Augur sah ihn zweifelnd an, schliesslich seufzte er, rollte noch einmal kurz mit den Augen und stapfte davon, um sich einen Kaffee zu machen. Major und Agent gesellten sich kurzerhand dazu und erklärten sämtliche Schleifendurchgänge bis auf den ersten Urlaubstag bis ins kleinste Detail, nach zwei erzählten Schleifen kam zu Augurs Entsetzen Lili dazu - gehört hatte sie ohnehin alles.<br />
"Okay, was jetzt?", fragte sie schliesslich.<br />
"Wir machen Urlaub", sagte Liam.<br />
"Was?"<br />
"Dieser eine Tag war für uns ganz schön lang, besonders so fast ohne Schlaf", erklärte er, "Die Seychellen haben uns ganz gut gefallen." Er blickte auf seine Uhr. "Keine Schleife mehr", sagte er leise, es war schon deutlich nach sechs. "Tja, Sandoval, nehmen wir noch eine Mütze Schlaf, bevor wir uns am Strand brutzeln lassen? Da'an hat den Urlaub inoffiziell schon bestätigt, offiziell sind wir undercover."<br />
"Was ist mit Zo'or?", fragte der Implantant.<br />
"Der wird zweifellos andere Probleme haben", grinste der Kimera, "Augur, du kannst doch bestimmt irgendwie bekanntmachen, dass Zo'or auf Washington schiessen wollte, ja?"<br />
Der Hacker wechselte einen Blick mit Lili, einen mit Liam und dann sogar einen mit Sandoval, dann wanderten sämtliche Mundwinkel aller Anwesenden hoch bis zu den Ohren.<br />
"Sehr schön", sagte der Major, "Kommen Sie, Sandoval, ich bringe Sie nach Hause." Er stand auf und begab sich gemeinsam mit dem Agent in die Garage.<br />
"Ich soll also nicht wissen, wo wir sind", stellte Sandoval fest.<br />
"Nehmen Sie es mir sehr übel?" Liam initialisierte den Antrieb und sprang direkt in die Interdimension.<br />
"Sie wissen, wie ich denke, Kincaid."<br />
"Allerdings."<br />
"Irgendwann werden mir Augur und Captain Marquette auch trauen", sagte der Agent, "Bis dahin bin ich mit Ihrem Vertrauen ganz zufrieden."<br />
Das Shuttle verliess die Interdimension und setzte im Garten von Sandovals Wohnblock auf. Liam liess das virtuelle Glas verschwinden und wandte sich zu seinem Passagier um. "Schlafen Sie gut."<br />
"Major, auf ein Wort noch."<br />
"Ja?"<br />
"Das Ende des ersten Durchgangs", sagte Sandoval, "Ihr emotionaler Ausnahmezustand erscheint mir ..."<br />
"Ich hatte Ihren Tod zu verantworten, damit kam ich überhaupt nicht klar", seufzte Liam.<br />
"Hmm. Gut, in Ihrem Alter ... Gute Nacht, Major." Damit sprang der Agent aus dem Shuttle, betrat das Gebäude durch die Hintertüre und liess einen sehr verdutzten Kimerapiloten zurück.<br />
<br />
<br />
Ronald Sandoval lag mit weit ausgebreiteten Armen auf seinem Liegestuhl, die Sonne briet seine Vorderseite, die Sonnenbrille sorgte zweifellos dafür, dass er richtig cool aussah, und die blau-weiss-schwarz gemusterte Schutzschiene an seinem rechten Unterarm machte aus ihm geradezu einen wagemutigen Sportler. Selten schlürfte er an seiner mit Ananassaft gefüllten Kokosnuss, ebenso selten hörte er vom Liegestuhl nebenan ein ähnliches Schlürfen. Viel häufiger spähten sie alle beide in die Ferne, in verschiedene Richtungen, und schliesslich kamen zuerst Niki samt Eltern und eine halbe Stunde später auch Ava an.<br />
"Hi, Ron", grüsste sie fröhlich, "Haben Sie heute Abend Zeit?"<br />
"So lange Sie möchten, Ava", sagte er, "Schön, Sie zu sehen." In diesem Moment flog ihm von Gelächter begleitet eine Ladung Sand auf den Bauch, was den Aufbruch ins Meer zwar arg beschleunigte, ihn aber nicht wirklich ärgerte.<br />
<br />
<br />
Doch, Urlaub war einfach schön.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich wünsche allen glückliche Tannenbäume und grüne Gesichter ... oder besser umgekehrt. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/wink.gif" border="0" alt="Zwinkern" title="Zwinkern" /><br />
Und entschuldigt, dass ich das Türchen erst so spät aufmache.<br />
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Der Kimera landete sein Shuttle in der Garage der Bellamy Hall, löste den Verschluss seines Sitzes und sprang hinaus. "Ich schlage vor, Sie bleiben hier", sagte er.<br />
"Keine Einwände, besonders, da ich befürchte, dass Doors da ist", stimmte Sandoval zu.<br />
"Dann bis nachher." Liam sprintete zum Lift und schlüpfte durch die per DNA-Scanner gesicherte Türe. Dann fuhr er zwei Stockwerke hoch und konnte Hailey, Schützenkönig Tony Ferrara, Doors, Renee und Rose begrüssen, die gebannt auf einen Bildschirm starrten.<br />
"Zo'or ist dort", sagte Hailey, "Woher wussten Sie das?"<br />
"Dank Augurs Hilfe habe ich Zo'ors Synodenlogin", sagte Liam, "Wo haben Sie das Artefakt abgestellt?"<br />
"Ist im Alpha hinten", wies Hailey mit dem Daumen über ihre Schulter.<br />
"Danke", murmelte der Kimera und machte sich auf den Weg, doch Doors hielt ihn an der Schulter fest. "Was gibt es?"<br />
"Wo waren Sie?", knurrte der Multimilliardär, "Warum wurde der Angriff auf Madjira abgeblasen?"<br />
"Weil Zo'or davon Wind bekommen hat", erklärte Liam, "Ich kann doch nicht mein Team in eine Falle rennen lassen. Madjira wird von innen erledigt."<br />
"Ach ..."<br />
"Ja. Den Plan habe ich heute gemacht. Entschuldigen Sie mich bitte, Mr. Doors." Er entwand sich dem Griff und trat durch die Türe mit dem entsprechenden griechischen Buchstaben auf dem Türschild.<br />
Unzählige Stapel Papier, einige Notizblöcke, ein Laptop, eine blaue Halbkugel und das Portal selbst. Liam schloss die Türe hinter sich, liess die blaue Halbkugel beiseite und legte seine rechte Hand in die kleine Einbuchtung des Portals. Er war Kimera, das Portal verstand ihn, es wusste, was er wollte, es zeigte ihm die Liste der Anweisungen.<br />
Eine Schleife war aktiv, sie galt für die Benutzer eins und drei, für Liam und seinen Vater.<br />
~Beenden!~, befahl der Kimera und die Anweisung verschwand, die Liste war leer. Was noch? Er ergänzte: ~Keine Reaktion auf durch Taelonenergie signierte Befehle!~ Die Anweisung erschien sogleich in der Liste und Benutzer zwei wurde automatisch gesperrt. Sehr gut.<br />
<br />
<br />
"Und?", fragte Sandoval.<br />
"Keine Schleife mehr, Zo'or ist auch für das Zeitportal nicht mehr berechtigt."<br />
"Sind Sie also so etwas wie der Administrator für dieses Ding?", schmunzelte der Agent.<br />
Liam klappte den Verschluss um seinen Sitz zu und startete das Shuttle. "Es gehorcht primär Kimera, also ja, im Prinzip bin ich Zeitportal-Administrator." Er hob ab und sprang in die Interdimension. "Was werden Sie tun?"<br />
"Eventuell nehme ich einen Zweitjob an. Brauchen Sie mein Grundschulzeugnis für die Widerstandsbewerbung auch?"<br />
Liam musste lachen. "Nein. Aber eine Referenzarbeit wäre nicht schlecht - Madjira würde sich anbieten."<br />
"Sehen Sie Madjira als gesprengt an, Major."<br />
"Die Bezahlung ist allerdings mies."<br />
"Das macht nichts, wir gewinnen heute ja im Lotto."<br />
Der Kimera wandte sich halb um und hob eine Braue. "Wir?" Sandoval schmunzelte nur und lehnte sich zurück. "Sie haben tatsächlich auf die Schnelle eine Tippgemeinschaft gegründet?", fragte Liam, der Agent nickte. "Oh, hmm, okay ... wieviel gewinnen wir?"<br />
"Hundertzwanzig Millionen."<br />
"Oh ... wow ... Wann ist die Ziehung?"<br />
"Die war um halb drei. Warten Sie kurz, ich überprüfe die Zahlen und die Summe." Er zückte sein Global und vertiefte sich einige Momente lang darin. "Ja, wir haben gewonnen, hundertzwanzig Millionen."<br />
"Puh ... da wäre für Niki eine goldene Sandschaufel schon drin ..." Liam blickte wieder nach vorne in den blauen Interdimensionswirbel und prüfte die Position, dann korrigierte er den Kurs geringfügig und sprang zurück in den Normalraum, in der Garage unter der Kirche. "Tja, eigentlich habe ich Augur ja versprochen, im allerletzten Durchgang keinen Implantanten mitzubringen - andererseits wissen Sie ja gar nicht, wo wir eigentlich sind. Das passt also schon. Kommen Sie."<br />
Ronald folgte ihm aus dem Shuttle und in den Lift, und als sie diesen wieder verliessen, sahen sie sich einem äusserst ärgerlichen Hacker gegenüber.<br />
"Was soll der hier?", rief Augur.<br />
"Beitrittsformular ausfüllen, er will zum Widerstand."<br />
"Um alle den Taelons auszuliefern, klar", rollte er mit den Augen, "Liam! Wie kommst du nur auf so eine Schnapsidee?" Der Kimera grinste und zeigte das Glühen in seinen Händen. "Oh Mann! Das hast du ihm auch noch gezeigt, deinetwegen gehen wir noch alle drauf." Der Hacker rang die Hände und zog eine schlimme Grimasse.<br />
"Zeitschleife?", grinste Liam.<br />
"Oh, okay", nickte Augur, "Dann erinnert der sich nachher eh nicht."<br />
"Es wird keinen weiteren Durchgang geben", korrigierte der Kimera, "und er erinnert sich seit einigen Durchgängen ebenfalls."<br />
"Verdammt ..."<br />
"Vertrau mir."<br />
Augur sah ihn zweifelnd an, schliesslich seufzte er, rollte noch einmal kurz mit den Augen und stapfte davon, um sich einen Kaffee zu machen. Major und Agent gesellten sich kurzerhand dazu und erklärten sämtliche Schleifendurchgänge bis auf den ersten Urlaubstag bis ins kleinste Detail, nach zwei erzählten Schleifen kam zu Augurs Entsetzen Lili dazu - gehört hatte sie ohnehin alles.<br />
"Okay, was jetzt?", fragte sie schliesslich.<br />
"Wir machen Urlaub", sagte Liam.<br />
"Was?"<br />
"Dieser eine Tag war für uns ganz schön lang, besonders so fast ohne Schlaf", erklärte er, "Die Seychellen haben uns ganz gut gefallen." Er blickte auf seine Uhr. "Keine Schleife mehr", sagte er leise, es war schon deutlich nach sechs. "Tja, Sandoval, nehmen wir noch eine Mütze Schlaf, bevor wir uns am Strand brutzeln lassen? Da'an hat den Urlaub inoffiziell schon bestätigt, offiziell sind wir undercover."<br />
"Was ist mit Zo'or?", fragte der Implantant.<br />
"Der wird zweifellos andere Probleme haben", grinste der Kimera, "Augur, du kannst doch bestimmt irgendwie bekanntmachen, dass Zo'or auf Washington schiessen wollte, ja?"<br />
Der Hacker wechselte einen Blick mit Lili, einen mit Liam und dann sogar einen mit Sandoval, dann wanderten sämtliche Mundwinkel aller Anwesenden hoch bis zu den Ohren.<br />
"Sehr schön", sagte der Major, "Kommen Sie, Sandoval, ich bringe Sie nach Hause." Er stand auf und begab sich gemeinsam mit dem Agent in die Garage.<br />
"Ich soll also nicht wissen, wo wir sind", stellte Sandoval fest.<br />
"Nehmen Sie es mir sehr übel?" Liam initialisierte den Antrieb und sprang direkt in die Interdimension.<br />
"Sie wissen, wie ich denke, Kincaid."<br />
"Allerdings."<br />
"Irgendwann werden mir Augur und Captain Marquette auch trauen", sagte der Agent, "Bis dahin bin ich mit Ihrem Vertrauen ganz zufrieden."<br />
Das Shuttle verliess die Interdimension und setzte im Garten von Sandovals Wohnblock auf. Liam liess das virtuelle Glas verschwinden und wandte sich zu seinem Passagier um. "Schlafen Sie gut."<br />
"Major, auf ein Wort noch."<br />
"Ja?"<br />
"Das Ende des ersten Durchgangs", sagte Sandoval, "Ihr emotionaler Ausnahmezustand erscheint mir ..."<br />
"Ich hatte Ihren Tod zu verantworten, damit kam ich überhaupt nicht klar", seufzte Liam.<br />
"Hmm. Gut, in Ihrem Alter ... Gute Nacht, Major." Damit sprang der Agent aus dem Shuttle, betrat das Gebäude durch die Hintertüre und liess einen sehr verdutzten Kimerapiloten zurück.<br />
<br />
<br />
Ronald Sandoval lag mit weit ausgebreiteten Armen auf seinem Liegestuhl, die Sonne briet seine Vorderseite, die Sonnenbrille sorgte zweifellos dafür, dass er richtig cool aussah, und die blau-weiss-schwarz gemusterte Schutzschiene an seinem rechten Unterarm machte aus ihm geradezu einen wagemutigen Sportler. Selten schlürfte er an seiner mit Ananassaft gefüllten Kokosnuss, ebenso selten hörte er vom Liegestuhl nebenan ein ähnliches Schlürfen. Viel häufiger spähten sie alle beide in die Ferne, in verschiedene Richtungen, und schliesslich kamen zuerst Niki samt Eltern und eine halbe Stunde später auch Ava an.<br />
"Hi, Ron", grüsste sie fröhlich, "Haben Sie heute Abend Zeit?"<br />
"So lange Sie möchten, Ava", sagte er, "Schön, Sie zu sehen." In diesem Moment flog ihm von Gelächter begleitet eine Ladung Sand auf den Bauch, was den Aufbruch ins Meer zwar arg beschleunigte, ihn aber nicht wirklich ärgerte.<br />
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Doch, Urlaub war einfach schön.<br />
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Veria]]></content:encoded>
		</item>
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			<title><![CDATA[23. Türchen: Der Blick zum Horizont XVIII]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224170.html</link>
			<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 16:07:49 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224170.html</guid>
			<description><![CDATA["Major Kincaid", sagte Sandoval, absolut lebendig, "Ich bin sehr erleichtert."<br />
Der Kimera lehnte sich an die Wand und atmete tief durch. "Ich auch, ich auch."<br />
Sandoval kam zu ihm und lehnte sich an die Wand gegenüber. "Beinahe hatte ich gedacht, nicht zu sterben", seufzte er, "aber selbst Ihre Alienfähigkeiten konnten mich nicht retten. Es hat wehgetan. Einen Moment lang wollte ich ..." Er unterbrach sich und sah Kincaid durchdringend in die Augen. "Weshalb liegt Ihnen so viel an mir, Major?", fragte er, "Ich habe Sie mir nie zum Freund gemacht und meine Sympathie für den Widerstand genügt Ihnen da zweifellos nicht."<br />
"Ich suche mir selbst aus, wessen Freund ich bin", sagte Liam, "Was wollten Sie einen Moment lang?"<br />
"Ich wollte Sie bitten, mich umzubringen. Es wäre schneller gegangen. Aber in diesen Zwiespalt wollte ich Sie nicht stürzen."<br />
Kurz verzog der Kimera das Gesicht, dann murmelte er: "Danke." Er wusste, er hätte seinen Vater nicht umbringen können. "Tja ... am besten sorge ich dafür, dass Zo'or das Zeitportal nicht mehr vorfindet", sagte er dann und zückte sein Global, er rief Hailey an.<br />
Es dauerte etwas, dann meldete sie sich: "Ja?"<br />
"Doors ist mit einem Alienartefakt in Detroit im Forschungszentrum von Rubicon Tech", erklärte er, "Zo'or hat davon Wind bekommen und plant einen Angriff, sorgen Sie also bitte dafür, dass die Leute und das Artefakt da raus sind, wenn es soweit ist."<br />
"Wird erledigt."<br />
"Danke." Er schob das Global zu. "Seychellen?"<br />
Sandoval steckte sein Global soeben weg. "Gerne. Ich habe nur schnell ein Los gekauft, es wird der Hauptgewinn."<br />
<br />
<br />
Liam Kincaid lag mit weit ausgebreiteten Armen auf seinem Liegestuhl, die Sonne briet seine Vorderseite und die Sonnenbrille sorgte zweifellos dafür, dass er richtig cool aussah. Ab und zu schlürfte er an seiner mit Ananassaft gefüllten Kokosnuss, ebenso ab und zu hörte er vom Liegestuhl nebenan ein ähnliches Schlürfen.<br />
"Hey!"<br />
Liam öffnete ein Auge einen Spalt und schielte hinüber zu Sandovals Liegestuhl und die Besitzerin der Stimme an. Beine, die am Boden nur sehr widerstrebend aufhörten, die Taille einer Wespe, eine beachtliche Oberweite, ein fröhliches Lächeln im dunklen Gesicht und ein Krauskopf mit rotem Haarband, dazu passend ein roter Bikini.<br />
"Ja?", fragte Ronald.<br />
"Sie sehen so aus, als könnten Sie jemanden brauchen, der Ihnen erzählt, dass es hier auch Wasser gibt. Seit Stunden liegen Sie nur hier rum."<br />
"Ich mache sehr gerne mit Ihnen das Meer unsicher", sagte er und streckte ihr seine Hand hin, "Ron."<br />
"Ava", stellte sie sich vor und griff nach seiner Hand, "Ihren Freund stört die Entführung nicht?"<br />
"Ich baue derweil eine Sandburg", erklärte Liam, "Gehen Sie nur." Er schob seine Sonnenbrille hoch und blickte den beiden nach, wie sie ins Wasser stürmten. Hatte sich da etwa jemand verguckt?<br />
Der Kimera lehnte sich wieder ganz in seinen Liegestuhl zurück, klappte die Sonnenbrille hinunter und schlürfte an seiner Kokosnuss, bis sie leer war, dann machte er sich auch über Sandovals Kokosnuss her und spannte sich mit Blick auf die unmittelbare Zukunft schon einmal etwas an.<br />
Und dann landete eine Schaufel mit einiger Wucht auf seinem Bauch.<br />
"Hallo!", grüsste Niki schüchtern, "Kann ich meine Schaufel wiederhaben, bitte?"<br />
"Ja klar", nickte er, schob seine Sonnenbrille hoch und reichte dem Kind die Schaufel, "Was machst du denn da?"<br />
"Eine Burg. Da wohnt ein Drache drin."<br />
"Ja? Wie heisst der Drache denn?"<br />
"Grisu!", nickte das Kind heftig.<br />
"Grisu braucht eine grosse Burg mit vielen Türmen und Zinnen und einem Wassergraben", erklärte Liam, "Wenn du magst, helfe ich dir dabei." Niki sah ihn sehr skeptisch an. "Ich möchte wirklich mitbauen", fügte er hinzu, "Sandburgen sind toll."<br />
"Kennst du dich da aus?"<br />
"Naja ... ein bisschen. Ich bin Liam."<br />
"Niki. Dann machst du den Graben. Das ist nicht so schwer."<br />
Das stimmte natürlich, ein Loch buddeln konnte jeder, aber Liam wechselte zwischenzeitlich doch vom Tiefbau zum Hochbau und formte ausgesprochen schöne Zinnen. Den Spezialtrick dafür kannte er ja schon von einem früheren Durchgang und Niki lobte ihn dafür auch angemessen.<br />
Sandburgenbau machte Spass, das zweite Mal noch mehr als beim ersten Mal, soviel war klar. Liam suchte kleine Muscheln und Holzstöckchen für die Verzierungen und ein Stückchen Papier für die Flagge ganz oben auf dem Turm und betrachtete sein Werk zufrieden.<br />
"Da muss noch ein Turm hin!", sagte Niki und zeigte auf einen bislang unbebauten Flecken Sand.<br />
"Okay", sagte Liam und begann, den kleinen Eimer mit Sand zu füllen.<br />
Etwas später kam Sandoval samt Begleitung tropfnass an. "Ich sollte Ihrem Arbeitgeber einen Sandkasten für den Garten vorschlagen", grinste er.<br />
"Bloss nicht! Der würde den am Ende sogar bauen lassen, wäre ihm zuzutrauen!"<br />
"Wär doch toll", mischte sich Niki ein.<br />
"Naja ...", seufzte Liam, "es gibt Leute, die mich dafür auslachen würden, Niki." Jetzt grinste er. "Aber komm, hier gehört jemand paniert!" Und damit meinte er weder Niki noch sich selbst!<br />
Nein, Sandoval wurde grosszügig mit fliegendem Sand bedacht und flüchtete lieber wieder ins Wasser, knapp gefolgt von Ava. Die Panierversuche wurden dennoch nicht eingestellt, entsprechend sahen Liam und Niki bald äusserst sandig aus.<br />
"Niki, wie siehst du denn aus, meine Güte!", rief die Mutter entsetzt, als sie samt Gatte von der Bar zurückkam.<br />
"Ich geh doch noch ins Wasser, Mama!"<br />
"Dann geh und wasch das ab, ja?"<br />
"Ja, Mama. Kommst du auch mit, Liam?"<br />
"Klar", nickte er, dann rannte er mit Niki über den Strand und direkt in die heranbrausende Brandung.<br />
Diesmal trafen sie im Meer auf Ronald und Ava, was zur Folge hatte, dass das Kind sie kurzerhand zu Spielkameraden ernannte und sehr bald den Wasserball holte. So viele Erwachsene machten Nikis Eltern aber offenbar doch etwas Sorgen, sie gesellten sich kaum später ebenfalls dazu.<br />
Das kindliche Durchhaltevermögen, mit dem Wasserball den allergrössten Blödsinn anzustellen, hatte allerdings ausser Niki nur Liam, und so war es bald wieder bei der schon bekannten Konstellation: Ava und Sandoval spielten mit Nikis Eltern Frisbee. Und so ging der Tag recht schnell vorbei.<br />
Diesmal war der Abend leider verplant: Sie mussten zum Zeitportal. Aber sowohl Ava als auch Niki erhielten das Versprechen, das Liam und Ronald am nächsten Tag wieder hier wären.<br />
<br />
<br />
<br />
Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA["Major Kincaid", sagte Sandoval, absolut lebendig, "Ich bin sehr erleichtert."<br />
Der Kimera lehnte sich an die Wand und atmete tief durch. "Ich auch, ich auch."<br />
Sandoval kam zu ihm und lehnte sich an die Wand gegenüber. "Beinahe hatte ich gedacht, nicht zu sterben", seufzte er, "aber selbst Ihre Alienfähigkeiten konnten mich nicht retten. Es hat wehgetan. Einen Moment lang wollte ich ..." Er unterbrach sich und sah Kincaid durchdringend in die Augen. "Weshalb liegt Ihnen so viel an mir, Major?", fragte er, "Ich habe Sie mir nie zum Freund gemacht und meine Sympathie für den Widerstand genügt Ihnen da zweifellos nicht."<br />
"Ich suche mir selbst aus, wessen Freund ich bin", sagte Liam, "Was wollten Sie einen Moment lang?"<br />
"Ich wollte Sie bitten, mich umzubringen. Es wäre schneller gegangen. Aber in diesen Zwiespalt wollte ich Sie nicht stürzen."<br />
Kurz verzog der Kimera das Gesicht, dann murmelte er: "Danke." Er wusste, er hätte seinen Vater nicht umbringen können. "Tja ... am besten sorge ich dafür, dass Zo'or das Zeitportal nicht mehr vorfindet", sagte er dann und zückte sein Global, er rief Hailey an.<br />
Es dauerte etwas, dann meldete sie sich: "Ja?"<br />
"Doors ist mit einem Alienartefakt in Detroit im Forschungszentrum von Rubicon Tech", erklärte er, "Zo'or hat davon Wind bekommen und plant einen Angriff, sorgen Sie also bitte dafür, dass die Leute und das Artefakt da raus sind, wenn es soweit ist."<br />
"Wird erledigt."<br />
"Danke." Er schob das Global zu. "Seychellen?"<br />
Sandoval steckte sein Global soeben weg. "Gerne. Ich habe nur schnell ein Los gekauft, es wird der Hauptgewinn."<br />
<br />
<br />
Liam Kincaid lag mit weit ausgebreiteten Armen auf seinem Liegestuhl, die Sonne briet seine Vorderseite und die Sonnenbrille sorgte zweifellos dafür, dass er richtig cool aussah. Ab und zu schlürfte er an seiner mit Ananassaft gefüllten Kokosnuss, ebenso ab und zu hörte er vom Liegestuhl nebenan ein ähnliches Schlürfen.<br />
"Hey!"<br />
Liam öffnete ein Auge einen Spalt und schielte hinüber zu Sandovals Liegestuhl und die Besitzerin der Stimme an. Beine, die am Boden nur sehr widerstrebend aufhörten, die Taille einer Wespe, eine beachtliche Oberweite, ein fröhliches Lächeln im dunklen Gesicht und ein Krauskopf mit rotem Haarband, dazu passend ein roter Bikini.<br />
"Ja?", fragte Ronald.<br />
"Sie sehen so aus, als könnten Sie jemanden brauchen, der Ihnen erzählt, dass es hier auch Wasser gibt. Seit Stunden liegen Sie nur hier rum."<br />
"Ich mache sehr gerne mit Ihnen das Meer unsicher", sagte er und streckte ihr seine Hand hin, "Ron."<br />
"Ava", stellte sie sich vor und griff nach seiner Hand, "Ihren Freund stört die Entführung nicht?"<br />
"Ich baue derweil eine Sandburg", erklärte Liam, "Gehen Sie nur." Er schob seine Sonnenbrille hoch und blickte den beiden nach, wie sie ins Wasser stürmten. Hatte sich da etwa jemand verguckt?<br />
Der Kimera lehnte sich wieder ganz in seinen Liegestuhl zurück, klappte die Sonnenbrille hinunter und schlürfte an seiner Kokosnuss, bis sie leer war, dann machte er sich auch über Sandovals Kokosnuss her und spannte sich mit Blick auf die unmittelbare Zukunft schon einmal etwas an.<br />
Und dann landete eine Schaufel mit einiger Wucht auf seinem Bauch.<br />
"Hallo!", grüsste Niki schüchtern, "Kann ich meine Schaufel wiederhaben, bitte?"<br />
"Ja klar", nickte er, schob seine Sonnenbrille hoch und reichte dem Kind die Schaufel, "Was machst du denn da?"<br />
"Eine Burg. Da wohnt ein Drache drin."<br />
"Ja? Wie heisst der Drache denn?"<br />
"Grisu!", nickte das Kind heftig.<br />
"Grisu braucht eine grosse Burg mit vielen Türmen und Zinnen und einem Wassergraben", erklärte Liam, "Wenn du magst, helfe ich dir dabei." Niki sah ihn sehr skeptisch an. "Ich möchte wirklich mitbauen", fügte er hinzu, "Sandburgen sind toll."<br />
"Kennst du dich da aus?"<br />
"Naja ... ein bisschen. Ich bin Liam."<br />
"Niki. Dann machst du den Graben. Das ist nicht so schwer."<br />
Das stimmte natürlich, ein Loch buddeln konnte jeder, aber Liam wechselte zwischenzeitlich doch vom Tiefbau zum Hochbau und formte ausgesprochen schöne Zinnen. Den Spezialtrick dafür kannte er ja schon von einem früheren Durchgang und Niki lobte ihn dafür auch angemessen.<br />
Sandburgenbau machte Spass, das zweite Mal noch mehr als beim ersten Mal, soviel war klar. Liam suchte kleine Muscheln und Holzstöckchen für die Verzierungen und ein Stückchen Papier für die Flagge ganz oben auf dem Turm und betrachtete sein Werk zufrieden.<br />
"Da muss noch ein Turm hin!", sagte Niki und zeigte auf einen bislang unbebauten Flecken Sand.<br />
"Okay", sagte Liam und begann, den kleinen Eimer mit Sand zu füllen.<br />
Etwas später kam Sandoval samt Begleitung tropfnass an. "Ich sollte Ihrem Arbeitgeber einen Sandkasten für den Garten vorschlagen", grinste er.<br />
"Bloss nicht! Der würde den am Ende sogar bauen lassen, wäre ihm zuzutrauen!"<br />
"Wär doch toll", mischte sich Niki ein.<br />
"Naja ...", seufzte Liam, "es gibt Leute, die mich dafür auslachen würden, Niki." Jetzt grinste er. "Aber komm, hier gehört jemand paniert!" Und damit meinte er weder Niki noch sich selbst!<br />
Nein, Sandoval wurde grosszügig mit fliegendem Sand bedacht und flüchtete lieber wieder ins Wasser, knapp gefolgt von Ava. Die Panierversuche wurden dennoch nicht eingestellt, entsprechend sahen Liam und Niki bald äusserst sandig aus.<br />
"Niki, wie siehst du denn aus, meine Güte!", rief die Mutter entsetzt, als sie samt Gatte von der Bar zurückkam.<br />
"Ich geh doch noch ins Wasser, Mama!"<br />
"Dann geh und wasch das ab, ja?"<br />
"Ja, Mama. Kommst du auch mit, Liam?"<br />
"Klar", nickte er, dann rannte er mit Niki über den Strand und direkt in die heranbrausende Brandung.<br />
Diesmal trafen sie im Meer auf Ronald und Ava, was zur Folge hatte, dass das Kind sie kurzerhand zu Spielkameraden ernannte und sehr bald den Wasserball holte. So viele Erwachsene machten Nikis Eltern aber offenbar doch etwas Sorgen, sie gesellten sich kaum später ebenfalls dazu.<br />
Das kindliche Durchhaltevermögen, mit dem Wasserball den allergrössten Blödsinn anzustellen, hatte allerdings ausser Niki nur Liam, und so war es bald wieder bei der schon bekannten Konstellation: Ava und Sandoval spielten mit Nikis Eltern Frisbee. Und so ging der Tag recht schnell vorbei.<br />
Diesmal war der Abend leider verplant: Sie mussten zum Zeitportal. Aber sowohl Ava als auch Niki erhielten das Versprechen, das Liam und Ronald am nächsten Tag wieder hier wären.<br />
<br />
<br />
<br />
Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Happy Birthday, Kara!]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224169.html</link>
			<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 15:14:52 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224169.html</guid>
			<description><![CDATA[Alles Liebe unserer Lieblingsbaumdrachin! Ich habe einen gewissen Agent losgeschickt, die Schokoeistruhen leerzukaufen ... aber noch ist er nicht zurück, vielleicht ist er ausgerutscht. *flöt*<br />
<br />
Ich hoffe, die anderen Geschenke verzögern sich nicht so und du hast eine schöne Feier. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" /><br />
<br />
<br />
Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Alles Liebe unserer Lieblingsbaumdrachin! Ich habe einen gewissen Agent losgeschickt, die Schokoeistruhen leerzukaufen ... aber noch ist er nicht zurück, vielleicht ist er ausgerutscht. *flöt*<br />
<br />
Ich hoffe, die anderen Geschenke verzögern sich nicht so und du hast eine schöne Feier. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" /><br />
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Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[22. Türchen: Der Blick zum Horizont XVII]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224168.html</link>
			<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 16:02:26 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224168.html</guid>
			<description><![CDATA[Liam streckte sich einen Moment lang und rieb sich die linke Schulter, auf die ihn die Freiwilligen fallen gelassen hatten, dann rannte er los, die Treppe hoch und im zweiten Stock den Korridor entlang, an dessen Ende die Haupttreppe hoch und dann durch die Brandschutztüre und in Raum 21. Zo'or war nicht hier, aber lange konnte es nicht dauern.<br />
Der Kimera packte den bewusstlosen Freiwilligen und zog ihn an Rose vorbei in den Nebenraum, dann lehnte er die Türe an und begann, dessen Weste und Helm anzuziehen, die Hose war farblich ohnehin passend. Etwas später betraten Zo'or und ein Freiwilliger Raum 21 und der Taelon befahl: "Sergeant, töten Sie Doors und die Blonde."<br />
"Ja, Sir!"<br />
Liam spannte sich an und wartete ab, bis der Freiwillige durch die Türe war, dann packte er ihn und drückte ihm die hell aufglühende rechte Hand zwischen die Schulterblätter. Vorsichtig legte er den Bewusstlosen hin, dann griff er nach dessen Waffe.<br />
"Sie können doch nicht einfach ...", setzte Renee an, zu protestieren, aber sie unterbrach sich, als Liam zweimal in den Boden schoss. Ihre Lippen formten ein lautloses Danke, Doors hingegen sprühte fast Funken vor Wut, wenngleich auch er still war.<br />
"Sergeant!", rief Zo'or ärgerlich.<br />
"Ja, Sir!", gab Liam mit bestmöglich verstellter Stimme zurück.<br />
"Die Dürre auch!", bestimmte der Taelon.<br />
Liam verliess den Nebenraum, schielte knapp zu Zo'or, der sich mittels der blauen Halbkugel am Zeitportal zu schaffen machte, und trat dann zu Rose. Er zielte knapp an ihr vorbei, dann drückte er ab und sie fiel vom Stuhl - entweder ganz geistesgegenwärtig oder schlicht vor Schreck, das konnte er nicht so genau sagen.<br />
"Ausgezeichnet", sagte Zo'or schliesslich, "Die Schleife ist beendet, der Widerstand hat den Anführer verloren, Kincaid und Sandoval sind tot, und damit bleiben nur noch Sie, Sergeant. Ich kann keine Zeugen gebrauchen." Er wandte sich um und sah dem vermeintlichen Freiwilligen direkt ins bis zu den Ohren grinsende Gesicht.<br />
"Sandoval hat gelogen", sagte Kincaid und hob beide glühenden Hände, "Sie teilten Ihre Schleife mit mir."<br />
"Kimera!", war Zo'or hochgradig entsetzt und verlor seine Fassade völlig.<br />
"Und ich teile eine kürzere Schleife mit ihm", fügte Liam hinzu, "Bis zum nächsten Mal, Zo'or!" Mit diesen Worten griff er an und zersplitterte den Synodenführer als blaue Funken in alle Windrichtungen.<br />
"Wow!", brachte Rose hervor.<br />
Liam schmunzelte zufrieden und befreite sie von ihren Handschellen, dann ging er in den Nebenraum und liess auch Doors und Renee Palmer frei. Im Nachhinein bereute er ein Drittel davon.<br />
"Sie!", fuhr der Multimilliardär ihn an, "Wie können Sie es wagen, uns einfach ..."<br />
"Zu erschiessen? Habe ich nicht. Zo'or war weniger glücklich", würgte Kincaid ihn eisig ab, "Ich schlage vor, Sie kümmern sich um die Freiwilligen, die schlafen nur." Damit liess er die drei einfach stehen und machte sich auf die Suche nach seinem Vater. Er musste ein gutes Stück den Korridor entlang laufen und zweimal abbiegen, dann fand er ihn und einen der Freiwilligen.<br />
Letzterer war definitiv tot, so verbrannt und blutig seine Vorderseite war, aber für Sandoval galt das nicht. Ein leises Röcheln war zu hören. Liam kniete neben dem Verletzten nieder und zog ihm die verbrannte Anzugjacke vorsichtig aus, der Treffer war rechts knapp oberhalb der Brust, zweifellos hatte die Lunge etwas abbekommen.<br />
"Sandoval?"<br />
Keine Antwort. Liam schob ihm die Anzugjacke unter den Kopf und hielt eine glühende Hand zögerlich über die Wunde. Ob es helfen würde?<br />
"Sandoval?", fragte er wieder leise und bekam keine Antwort. "Himmel ... es war eine blöde Idee! Sich erschiessen zu lassen ist immer eine blöde Idee ... aber Zo'or hat die Schleife beendet, es hat funktioniert." Er spürte kurz nach dem schwachen Puls und intensivierte das Glühen in seiner Hand. "Ich lasse dich nicht sterben, Vater", flüsterte er, drückte die Hand fest auf und schloss die Augen. Liam spürte plötzlich die Energie strömen, irgendetwas passierte, und es war gut, das wusste er.<br />
Der Puls wurde deutlicher, die Atmung war bald nicht mehr vom Röcheln überdeckt. Der Verletzte wachte auf und sagte sogar etwas, wenngleich zunächst unverständlich. Liam sah ihn an und lächelte. "Kincaid?", murmelte Sandoval, "Sind wir in Detroit?"<br />
"Ja, Sie leben noch."<br />
"Hat es gfunzi... fuxo... geklappt?" Der Agent rollte mit den Augen und schüttelte seine unwillige Zunge aus.<br />
Liam nickte. "Zo'or hat seine Schleife beendet. Zur Zeit ist er tot."<br />
Ronalds Mundwinkel zuckten nach oben. "Hätte ich nicht gedacht ... der Plan war ..."<br />
"Er war nicht so schlecht, das wissen Sie", schüttelte Kincaid den Kopf, "Zo'or traut Ihnen ganz offensichtlich so einige Schandtaten zu und Professor Plunkett hat uns ja doch gut geholfen."<br />
"Ja?"<br />
"Sie hat komplett mitgespielt, am Schluss ist sie sogar grandios vom Stuhl gefallen, als ich danebengeschossen habe."<br />
"Die drei leben?"<br />
"Natürlich. Ich könnte doch nicht einfach ..."<br />
"Sie verdammter Alien, Kincaid!", schrie Doors und stapfte wutschnaubend herbei, "Ich werde dafür sorgen, dass Sie in ein Labor kommen und seziert werden! Ich wusste, dass Sie ..."<br />
"Mr. Doors?", unterbrach Rose.<br />
"... gefährlich sind, und der Widerstand darf nicht ..."<br />
"Mr. Doors?"<br />
"... von Ihren Eskapaden in Gefahr ..."<br />
"Mr. Doors verdammt!", fauchte Rose, "Dem Widerstand geht es gut und die Taelons sind den Synodenführer los, und das dank dieser beiden Männer!" Darauf sagte der Multimilliardär perplex nichts mehr und wurde von Rose energisch weggezogen.<br />
"Wann?", flüsterte Sandoval.<br />
Liam blickte auf seine Uhr. "Vier Minuten."<br />
"Wieso erst?", murmelte der Agent.<br />
"Ich schätze, Zo'or war bisher länger mit den Wachmännern beschäftigt, diesmal waren sie ja gefesselt und weniger und er kam schneller zu uns." Liam zog seine Hand von der Wunde zurück und betrachtete sie kurz. "Haben Sie Schmerzen?"<br />
"Natürlich ... ist nicht so schlimm. Nur vier Minuten." Sandoval versuchte, sich hochzustemmen, ächzte schmerzvoll auf und blieb lieber liegen. "Seychellen ... sehr verlockend, Major ..."<br />
"Können wir machen", nickte Liam, "So oft Sie wollen."<br />
"Einmal ... genügt ... und vielleicht ein Los kaufen ..."<br />
"Jetzt werden Ihre Ideen verrückt", schüttelte Kincaid den Kopf, "Oder ... na gut ... nein, nein!" Er fuhr sich durch die Haare. Das wäre einfach falsch! "Okay, okay! Für einen guten Zweck, ja?"<br />
"Um besser zu helfen als die Taelons", sagte Sandoval, "Einver... ah!" Er ächzte und krümmte sich etwas. Liam versuchte, per Shaqarava wieder etwas zu lindern, offensichtlich vergeblich. "Kincaid!", brachte der Agent mühsam hervor, "Wieso ... wieso ..." Seine Augenlider flackerten, der Puls wurde schwächer.<br />
"Sandoval?"<br />
Keine Antwort.<br />
Kein Puls.<br />
"Sandoval!", schrie Liam ihn an, dann machte er sich bewusst, dass dieser Tod nicht von Dauer war, und blickte auf seine Uhr - zwanzig Sekunden.<br />
"Mein Beileid", sagte Renee, wo immer sie auch gerade hergekommen war, emotionslos. Der Kimera sah sie an und dann wieder auf die Uhr, der Sekundenzeiger bewegte sich Sekunde um Sekunde auf das Leben zu.<br />
"Es ist soweit", murmelte Liam und richtete sich erwartungsvoll auf.<br />
<br />
<br />
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Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Liam streckte sich einen Moment lang und rieb sich die linke Schulter, auf die ihn die Freiwilligen fallen gelassen hatten, dann rannte er los, die Treppe hoch und im zweiten Stock den Korridor entlang, an dessen Ende die Haupttreppe hoch und dann durch die Brandschutztüre und in Raum 21. Zo'or war nicht hier, aber lange konnte es nicht dauern.<br />
Der Kimera packte den bewusstlosen Freiwilligen und zog ihn an Rose vorbei in den Nebenraum, dann lehnte er die Türe an und begann, dessen Weste und Helm anzuziehen, die Hose war farblich ohnehin passend. Etwas später betraten Zo'or und ein Freiwilliger Raum 21 und der Taelon befahl: "Sergeant, töten Sie Doors und die Blonde."<br />
"Ja, Sir!"<br />
Liam spannte sich an und wartete ab, bis der Freiwillige durch die Türe war, dann packte er ihn und drückte ihm die hell aufglühende rechte Hand zwischen die Schulterblätter. Vorsichtig legte er den Bewusstlosen hin, dann griff er nach dessen Waffe.<br />
"Sie können doch nicht einfach ...", setzte Renee an, zu protestieren, aber sie unterbrach sich, als Liam zweimal in den Boden schoss. Ihre Lippen formten ein lautloses Danke, Doors hingegen sprühte fast Funken vor Wut, wenngleich auch er still war.<br />
"Sergeant!", rief Zo'or ärgerlich.<br />
"Ja, Sir!", gab Liam mit bestmöglich verstellter Stimme zurück.<br />
"Die Dürre auch!", bestimmte der Taelon.<br />
Liam verliess den Nebenraum, schielte knapp zu Zo'or, der sich mittels der blauen Halbkugel am Zeitportal zu schaffen machte, und trat dann zu Rose. Er zielte knapp an ihr vorbei, dann drückte er ab und sie fiel vom Stuhl - entweder ganz geistesgegenwärtig oder schlicht vor Schreck, das konnte er nicht so genau sagen.<br />
"Ausgezeichnet", sagte Zo'or schliesslich, "Die Schleife ist beendet, der Widerstand hat den Anführer verloren, Kincaid und Sandoval sind tot, und damit bleiben nur noch Sie, Sergeant. Ich kann keine Zeugen gebrauchen." Er wandte sich um und sah dem vermeintlichen Freiwilligen direkt ins bis zu den Ohren grinsende Gesicht.<br />
"Sandoval hat gelogen", sagte Kincaid und hob beide glühenden Hände, "Sie teilten Ihre Schleife mit mir."<br />
"Kimera!", war Zo'or hochgradig entsetzt und verlor seine Fassade völlig.<br />
"Und ich teile eine kürzere Schleife mit ihm", fügte Liam hinzu, "Bis zum nächsten Mal, Zo'or!" Mit diesen Worten griff er an und zersplitterte den Synodenführer als blaue Funken in alle Windrichtungen.<br />
"Wow!", brachte Rose hervor.<br />
Liam schmunzelte zufrieden und befreite sie von ihren Handschellen, dann ging er in den Nebenraum und liess auch Doors und Renee Palmer frei. Im Nachhinein bereute er ein Drittel davon.<br />
"Sie!", fuhr der Multimilliardär ihn an, "Wie können Sie es wagen, uns einfach ..."<br />
"Zu erschiessen? Habe ich nicht. Zo'or war weniger glücklich", würgte Kincaid ihn eisig ab, "Ich schlage vor, Sie kümmern sich um die Freiwilligen, die schlafen nur." Damit liess er die drei einfach stehen und machte sich auf die Suche nach seinem Vater. Er musste ein gutes Stück den Korridor entlang laufen und zweimal abbiegen, dann fand er ihn und einen der Freiwilligen.<br />
Letzterer war definitiv tot, so verbrannt und blutig seine Vorderseite war, aber für Sandoval galt das nicht. Ein leises Röcheln war zu hören. Liam kniete neben dem Verletzten nieder und zog ihm die verbrannte Anzugjacke vorsichtig aus, der Treffer war rechts knapp oberhalb der Brust, zweifellos hatte die Lunge etwas abbekommen.<br />
"Sandoval?"<br />
Keine Antwort. Liam schob ihm die Anzugjacke unter den Kopf und hielt eine glühende Hand zögerlich über die Wunde. Ob es helfen würde?<br />
"Sandoval?", fragte er wieder leise und bekam keine Antwort. "Himmel ... es war eine blöde Idee! Sich erschiessen zu lassen ist immer eine blöde Idee ... aber Zo'or hat die Schleife beendet, es hat funktioniert." Er spürte kurz nach dem schwachen Puls und intensivierte das Glühen in seiner Hand. "Ich lasse dich nicht sterben, Vater", flüsterte er, drückte die Hand fest auf und schloss die Augen. Liam spürte plötzlich die Energie strömen, irgendetwas passierte, und es war gut, das wusste er.<br />
Der Puls wurde deutlicher, die Atmung war bald nicht mehr vom Röcheln überdeckt. Der Verletzte wachte auf und sagte sogar etwas, wenngleich zunächst unverständlich. Liam sah ihn an und lächelte. "Kincaid?", murmelte Sandoval, "Sind wir in Detroit?"<br />
"Ja, Sie leben noch."<br />
"Hat es gfunzi... fuxo... geklappt?" Der Agent rollte mit den Augen und schüttelte seine unwillige Zunge aus.<br />
Liam nickte. "Zo'or hat seine Schleife beendet. Zur Zeit ist er tot."<br />
Ronalds Mundwinkel zuckten nach oben. "Hätte ich nicht gedacht ... der Plan war ..."<br />
"Er war nicht so schlecht, das wissen Sie", schüttelte Kincaid den Kopf, "Zo'or traut Ihnen ganz offensichtlich so einige Schandtaten zu und Professor Plunkett hat uns ja doch gut geholfen."<br />
"Ja?"<br />
"Sie hat komplett mitgespielt, am Schluss ist sie sogar grandios vom Stuhl gefallen, als ich danebengeschossen habe."<br />
"Die drei leben?"<br />
"Natürlich. Ich könnte doch nicht einfach ..."<br />
"Sie verdammter Alien, Kincaid!", schrie Doors und stapfte wutschnaubend herbei, "Ich werde dafür sorgen, dass Sie in ein Labor kommen und seziert werden! Ich wusste, dass Sie ..."<br />
"Mr. Doors?", unterbrach Rose.<br />
"... gefährlich sind, und der Widerstand darf nicht ..."<br />
"Mr. Doors?"<br />
"... von Ihren Eskapaden in Gefahr ..."<br />
"Mr. Doors verdammt!", fauchte Rose, "Dem Widerstand geht es gut und die Taelons sind den Synodenführer los, und das dank dieser beiden Männer!" Darauf sagte der Multimilliardär perplex nichts mehr und wurde von Rose energisch weggezogen.<br />
"Wann?", flüsterte Sandoval.<br />
Liam blickte auf seine Uhr. "Vier Minuten."<br />
"Wieso erst?", murmelte der Agent.<br />
"Ich schätze, Zo'or war bisher länger mit den Wachmännern beschäftigt, diesmal waren sie ja gefesselt und weniger und er kam schneller zu uns." Liam zog seine Hand von der Wunde zurück und betrachtete sie kurz. "Haben Sie Schmerzen?"<br />
"Natürlich ... ist nicht so schlimm. Nur vier Minuten." Sandoval versuchte, sich hochzustemmen, ächzte schmerzvoll auf und blieb lieber liegen. "Seychellen ... sehr verlockend, Major ..."<br />
"Können wir machen", nickte Liam, "So oft Sie wollen."<br />
"Einmal ... genügt ... und vielleicht ein Los kaufen ..."<br />
"Jetzt werden Ihre Ideen verrückt", schüttelte Kincaid den Kopf, "Oder ... na gut ... nein, nein!" Er fuhr sich durch die Haare. Das wäre einfach falsch! "Okay, okay! Für einen guten Zweck, ja?"<br />
"Um besser zu helfen als die Taelons", sagte Sandoval, "Einver... ah!" Er ächzte und krümmte sich etwas. Liam versuchte, per Shaqarava wieder etwas zu lindern, offensichtlich vergeblich. "Kincaid!", brachte der Agent mühsam hervor, "Wieso ... wieso ..." Seine Augenlider flackerten, der Puls wurde schwächer.<br />
"Sandoval?"<br />
Keine Antwort.<br />
Kein Puls.<br />
"Sandoval!", schrie Liam ihn an, dann machte er sich bewusst, dass dieser Tod nicht von Dauer war, und blickte auf seine Uhr - zwanzig Sekunden.<br />
"Mein Beileid", sagte Renee, wo immer sie auch gerade hergekommen war, emotionslos. Der Kimera sah sie an und dann wieder auf die Uhr, der Sekundenzeiger bewegte sich Sekunde um Sekunde auf das Leben zu.<br />
"Es ist soweit", murmelte Liam und richtete sich erwartungsvoll auf.<br />
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Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Happy Birthday, Vibe!]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224167.html</link>
			<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 19:09:07 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224167.html</guid>
			<description><![CDATA[Und entschuldige bitte viiiiielmals die Verspätung. *alle dran erinner, dass es am 14. schon fällig war*<br />
<br />
Ich hoffe, du hattest einen schönen Tag und viele viele tolle Geschenke bekommen.<br />
Hab jetzt auf die Schnelle noch nen Kuchen herbeigeschafft, wenn du bitte die Kerzen ausbläst - nur weil wir zu spät dran sind, soll das ja nicht bedeuten, dass du dir nix mehr wünschen dürftest. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" /><br />
<br />
<img src="http://fellnasen.dyndns.org/images/smilies/torte2.gif" border="0" alt="[Bild: torte2.gif&#93;" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Und entschuldige bitte viiiiielmals die Verspätung. *alle dran erinner, dass es am 14. schon fällig war*<br />
<br />
Ich hoffe, du hattest einen schönen Tag und viele viele tolle Geschenke bekommen.<br />
Hab jetzt auf die Schnelle noch nen Kuchen herbeigeschafft, wenn du bitte die Kerzen ausbläst - nur weil wir zu spät dran sind, soll das ja nicht bedeuten, dass du dir nix mehr wünschen dürftest. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" /><br />
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<img src="http://fellnasen.dyndns.org/images/smilies/torte2.gif" border="0" alt="[Bild: torte2.gif]" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[21. Türchen: Witzetürchen]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224166.html</link>
			<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 18:54:06 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224166.html</guid>
			<description><![CDATA[Es kann nie genug Witze geben. Viel Spass damit und, ich weiss, es ist ein perfider Plan, bitte lacht euch nicht tot! <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" /><br />
<br />
<br />
<br />
Warum regenerieren Taelons anstatt zu schlafen? - Weil sie sich im Dunkeln fürchten.<br />
<br />
<br />
Geht Ronald Sandoval am Kobe-Club vorbei ...<br />
<br />
<br />
Warum haben Taelons das Gemeinwesen? - Weil sie sich alleine fürchten.<br />
<br />
<br />
Da'an bestellt Liam zu sich und rügt ihn: "Ich möchte keine unanständigen Lieder mehr von Ihnen hören, Major."<br />
Liam ist verdutzt: "Aber ich singe doch gar keine unanständigen Lieder ..."<br />
Darauf Da'an: "Sie pfeifen sie!"<br />
<br />
<br />
Kommt ein Taelon um die Ecke und fällt um ...<br />
<br />
<br />
Warum tragen Taelons Plateauschuhe? - Damit niemand glaubt, sie hätten Höhenangst auch noch.<br />
<br />
<br />
Zo'or sitzt auf der Brücke und plant seine nächste Schandtat, da tut sich ein Loch im Boden auf, Feuer lodert und der Leibhaftige erscheint. "Zo'or, die Taelons werden die Jaridians besiegen, den Widerstand ausmerzen und eine unerschöpfliche Quelle für Grundenergie finden", verspricht dieser, "Dafür müssen allerdings deine Eltern auf ewig Höllenqualen leiden!"<br />
Zo'or überlegt scharf: "Wo ist denn der Haken?"<br />
<br />
<br />
Liam Kincaid und Ronald Sandoval unterhalten sich.<br />
Liam: "Sie kennen sich doch mit den Gesetzen aus, Sandoval. Darf man zu einem FBI-Agent Rindvieh sagen?"<br />
Ronny: "Nein, natürlich nicht."<br />
Liam: "Aber zu einem Rindvieh Agent sagen, darf man das?"<br />
Ronny: "Das darf man."<br />
Liam: "Danke für die Information, AGENT!"<br />
<br />
<br />
Wie lange kann man einen Jaridianwitz erzählen? - Bis der erste Jaridian ihn hört.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es kann nie genug Witze geben. Viel Spass damit und, ich weiss, es ist ein perfider Plan, bitte lacht euch nicht tot! <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" /><br />
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Warum regenerieren Taelons anstatt zu schlafen? - Weil sie sich im Dunkeln fürchten.<br />
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Geht Ronald Sandoval am Kobe-Club vorbei ...<br />
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<br />
Warum haben Taelons das Gemeinwesen? - Weil sie sich alleine fürchten.<br />
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Da'an bestellt Liam zu sich und rügt ihn: "Ich möchte keine unanständigen Lieder mehr von Ihnen hören, Major."<br />
Liam ist verdutzt: "Aber ich singe doch gar keine unanständigen Lieder ..."<br />
Darauf Da'an: "Sie pfeifen sie!"<br />
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Kommt ein Taelon um die Ecke und fällt um ...<br />
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<br />
Warum tragen Taelons Plateauschuhe? - Damit niemand glaubt, sie hätten Höhenangst auch noch.<br />
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<br />
Zo'or sitzt auf der Brücke und plant seine nächste Schandtat, da tut sich ein Loch im Boden auf, Feuer lodert und der Leibhaftige erscheint. "Zo'or, die Taelons werden die Jaridians besiegen, den Widerstand ausmerzen und eine unerschöpfliche Quelle für Grundenergie finden", verspricht dieser, "Dafür müssen allerdings deine Eltern auf ewig Höllenqualen leiden!"<br />
Zo'or überlegt scharf: "Wo ist denn der Haken?"<br />
<br />
<br />
Liam Kincaid und Ronald Sandoval unterhalten sich.<br />
Liam: "Sie kennen sich doch mit den Gesetzen aus, Sandoval. Darf man zu einem FBI-Agent Rindvieh sagen?"<br />
Ronny: "Nein, natürlich nicht."<br />
Liam: "Aber zu einem Rindvieh Agent sagen, darf man das?"<br />
Ronny: "Das darf man."<br />
Liam: "Danke für die Information, AGENT!"<br />
<br />
<br />
Wie lange kann man einen Jaridianwitz erzählen? - Bis der erste Jaridian ihn hört.<br />
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<br />
<br />
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Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[20. Türchen: Am Pausenhof]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224165.html</link>
			<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 18:31:59 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224165.html</guid>
			<description><![CDATA[Noch eine Unterbrechung, weil es sich wiedermal anbietet <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" />.<br />
Viel Spass!<br />
<br />
<br />
<br />
"Warum muss ich ein Taelon sein? Ich will gar kein Taelon sein!" Jenny stampfte fest auf und starrte böse in die Runde.<br />
"Du hast eh menschliche Gene gekriegt, damit bist du gar kein richtiger Taelon mehr", erklärte Dan irgendwie teilnahmslos und fuchtelte komisch in der Luft herum.<br />
"Ich will aber GAR KEIN Taelon sein!" Sie stampfte wieder.<br />
Rory legte ihr eine Hand auf die Schulter und schlug vor: "Du kannst den Taelon ja sterben lassen, er ist ja eh kein richtiger Taelon mehr, damit will die Synode ihn bestimmt nicht mehr haben. Und dann bist du ein Mensch und kannst Mike und mir beim Beschützen helfen, ja?"<br />
"Genau!", nickte Laura heftig, "Genau! Angeordneter Selbstmord, hach, das wird so Drama ..."<br />
"Was, du hast doch für dich schon den angeordneten Selbstmord, weil du ja nach Wisconsin ziehst",  protestierte Mike, "und mir wolltest du auch einen anhängen, weil ich nach Australien ziehe. Australien, ätsch!"<br />
"Du mit deinem bösen Alien, der erwacht und dich erschiesst ..."<br />
"Ich find den cool ...", wandte Jenny ein, "und wir finden schon jemanden, der den spielt. Liam will ja mitspielen."<br />
Mike schüttelte sehr heftig den Kopf. "Deeer spielt keinen bösen Alien, deeer spielt immer nur fehlerlose Helden und Namen ausdenken tut er sich auch nie einen. Wollen wir den wirklich mitspielen lassen?"<br />
"Nur wenn er keine Superkräfte hat!"<br />
"Genau!"<br />
"Ja!"<br />
"Darf ich auch mitspielen? Ich bin Edward Cullen!"<br />
"NEIN!"<br />
"Und ein anderer Vampir?"<br />
"Nnnn ..."<br />
Stanley begann zu heulen.<br />
"Nnnnächstes Jahr, okay? Aber ein Alienvampir!"<br />
Stanley strahlte. "Okay!"<br />
"Wer spielt denn jetzt den bösen Alien?", fragte Jenny, "Ich find den ja cool, sag ich, ... der ist bestimmt gar nicht so böse, der ist bestimmt nur verfolgt und hat Angst und so. Darf ich den mal treffen? Wer spielt ihn? Liam?"<br />
"Liam macht bloss einen Schutzengel aus meinem bösen Alien ...", schauderte Mike.<br />
"Ich könnte", meldete sich schliesslich Rory.<br />
"Aber du spielst doch schon meinen Beschützer", wandte Mary-Alice ein.<br />
"Der böse Alien könnte ja Formwandler sein, ja?", schlug Dan vor, "Und Alienroboter könnte er haben!"<br />
Laura stapfte einen kleinen Kreis und schüttelte ganz fest den Kopf. "Nein, nein, nein, die Alienroboter sind nicht von ihm. Alienroboter hatten wir ja schon mal und Liz könnte ja so ein Roboter sein. Wurde immerhin mal gefressen und nachgebaut."<br />
"Yeah", grinste Liz und zielte mit dem Finger auf Laura: "BAM, BAM!"<br />
"Hey, das ist cool!", strahlte Laura, "Du könntest mich erschiessen, das ist viel besser als angeordneter Selbstmord! Mir ist eh noch kein Grund eingefallen."<br />
"Dann darf mich aber mein böser Formwandler-Alien auch erschiessen!", wandte Mike ein.<br />
Laura nickte gönnerhaft, aber zufrieden: "Okay. Und ich werde dann auf deinem Begräbnis erschossen, hach, das wird so Drama ..."<br />
<br />
<br />
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Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Noch eine Unterbrechung, weil es sich wiedermal anbietet <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" />.<br />
Viel Spass!<br />
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"Warum muss ich ein Taelon sein? Ich will gar kein Taelon sein!" Jenny stampfte fest auf und starrte böse in die Runde.<br />
"Du hast eh menschliche Gene gekriegt, damit bist du gar kein richtiger Taelon mehr", erklärte Dan irgendwie teilnahmslos und fuchtelte komisch in der Luft herum.<br />
"Ich will aber GAR KEIN Taelon sein!" Sie stampfte wieder.<br />
Rory legte ihr eine Hand auf die Schulter und schlug vor: "Du kannst den Taelon ja sterben lassen, er ist ja eh kein richtiger Taelon mehr, damit will die Synode ihn bestimmt nicht mehr haben. Und dann bist du ein Mensch und kannst Mike und mir beim Beschützen helfen, ja?"<br />
"Genau!", nickte Laura heftig, "Genau! Angeordneter Selbstmord, hach, das wird so Drama ..."<br />
"Was, du hast doch für dich schon den angeordneten Selbstmord, weil du ja nach Wisconsin ziehst",  protestierte Mike, "und mir wolltest du auch einen anhängen, weil ich nach Australien ziehe. Australien, ätsch!"<br />
"Du mit deinem bösen Alien, der erwacht und dich erschiesst ..."<br />
"Ich find den cool ...", wandte Jenny ein, "und wir finden schon jemanden, der den spielt. Liam will ja mitspielen."<br />
Mike schüttelte sehr heftig den Kopf. "Deeer spielt keinen bösen Alien, deeer spielt immer nur fehlerlose Helden und Namen ausdenken tut er sich auch nie einen. Wollen wir den wirklich mitspielen lassen?"<br />
"Nur wenn er keine Superkräfte hat!"<br />
"Genau!"<br />
"Ja!"<br />
"Darf ich auch mitspielen? Ich bin Edward Cullen!"<br />
"NEIN!"<br />
"Und ein anderer Vampir?"<br />
"Nnnn ..."<br />
Stanley begann zu heulen.<br />
"Nnnnächstes Jahr, okay? Aber ein Alienvampir!"<br />
Stanley strahlte. "Okay!"<br />
"Wer spielt denn jetzt den bösen Alien?", fragte Jenny, "Ich find den ja cool, sag ich, ... der ist bestimmt gar nicht so böse, der ist bestimmt nur verfolgt und hat Angst und so. Darf ich den mal treffen? Wer spielt ihn? Liam?"<br />
"Liam macht bloss einen Schutzengel aus meinem bösen Alien ...", schauderte Mike.<br />
"Ich könnte", meldete sich schliesslich Rory.<br />
"Aber du spielst doch schon meinen Beschützer", wandte Mary-Alice ein.<br />
"Der böse Alien könnte ja Formwandler sein, ja?", schlug Dan vor, "Und Alienroboter könnte er haben!"<br />
Laura stapfte einen kleinen Kreis und schüttelte ganz fest den Kopf. "Nein, nein, nein, die Alienroboter sind nicht von ihm. Alienroboter hatten wir ja schon mal und Liz könnte ja so ein Roboter sein. Wurde immerhin mal gefressen und nachgebaut."<br />
"Yeah", grinste Liz und zielte mit dem Finger auf Laura: "BAM, BAM!"<br />
"Hey, das ist cool!", strahlte Laura, "Du könntest mich erschiessen, das ist viel besser als angeordneter Selbstmord! Mir ist eh noch kein Grund eingefallen."<br />
"Dann darf mich aber mein böser Formwandler-Alien auch erschiessen!", wandte Mike ein.<br />
Laura nickte gönnerhaft, aber zufrieden: "Okay. Und ich werde dann auf deinem Begräbnis erschossen, hach, das wird so Drama ..."<br />
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			<title><![CDATA[19. Türchen: Der Blick zum Horizont XVI]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224164.html</link>
			<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 19:57:56 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224164.html</guid>
			<description><![CDATA["Agent Sandoval!", grüsste der Nachtwächter geschreckt, "Die Leute sind alle schon zuhause, nur die Putzkolonne ist da. Ist es sehr dringend?"<br />
"Nein, wir kommen nur so zum Spass mitten in der Nacht hier her", gab Liam zurück.<br />
"Wir brauchen niemanden, wir finden uns selbst zurecht", ergänzte Sandoval kühl, tauchte unter der Schranke durch und sah den Nachtwächter von der Türe aus sehr auffordernd an. Der Riegel klickte kurz, dann betraten Agent und Major das Gebäude.<br />
Sie hielten sich nicht mit der Suche im Bürotrakt auf, sondern begaben sich gleich in den Nordflügel und in den dritten Stock. Den Mangel an schrubbender Aktivität auf dem Weg kannten sie bereits, ebenso die gefährlichere Aktivität vor dem Raum 21.<br />
Liam warf sich zu Boden, eine Kugel zwitscherte über ihn hinweg und blieb in einer Brandschutztüre hinter ihm stecken, Sandoval schoss seinen Skrill ab und der Schütze vom Institutswachdienst sackte getroffen zusammen. Die beiden weiteren Mitglieder des Institutswachdienstes lieferten diesmal gleich zwei blutige Nasenabdrücke an der Wand und einige Momente später lagen noch zwei Wachleute bewusstlos am Boden.<br />
Dann betrat Kincaid Raum 21, packte sofort Doors am Kragen und entwand ihm die Waffe, Sandoval eilte weiter in den Nebenraum und wich gerade noch einer Kugel aus Renee Palmers Waffe aus, dann schoss er selbst und fing die Bewusstlose freundlicherweise auch auf.<br />
"Kincaid?"<br />
"Ich lebe noch", kam zurück, "und Sie?"<br />
"Ebenfalls", sagte Sandoval, legte Renee auf dem Sofa ab und nahm ihre Waffe an sich, dann kehrte er in Raum 21 zurück, wo Rose Maulaffen feilbot und Doors mit den Zähnen knirschte.<br />
Kincaid drückte dem Agent seine erbeutete Waffensammlung in die Hände: "Hier, entsorgen Sie die bitte."<br />
"Sie also, Kincaid!", fauchte Doors, "Ich habe Ihnen nie getraut und jetzt habe ich den Beweis, dass Sie den Widerstand infiltriert haben!"<br />
"Und Sie würden mich liebend gerne erschiessen, ja, das ist mir klar." Damit scheuchte der Major seinen Gefangenen in den Nebenraum, wo er ihn wie angekündigt mittels zweier Paar Handschellen auf einem Klappstuhl befestigte.<br />
Sandoval unterdessen reihte die Waffen an der Wand auf und machte sie eine nach der anderen per Skrill unbrauchbar, bevor er die Wachleute ebenfalls mit Handschellen bedachte und sie zu einem Kreis durch das Zeitportal hindurch fesselte.<br />
"Ähh ...", fand Rose ihre Sprache zurück und setzte an, Richtung Korridor zu schleichen, doch ein böser Blick des Implantanten stoppte dieses Vorhaben sofort.<br />
"So", sagte Kincaid, "Übersetzen wir ein paar Alientexte. Wo waren wir?"<br />
"Halbseite 78, fünfter Block." Sandoval griff nach Roses Handgelenk und zog sie mit in den Nebenraum, wo sie sich ohne Widerrede setzte, dann fegte er das meiste Papier vom Tisch und holte einen anderen Stapel aus einem gesamt recht druckfrischen Regal. "Hier, bitte, Major", reichte er Kincaid die obersten zwei Blätter.<br />
"Danke, Agent."<br />
"Kincaid!", knurrte Doors.<br />
"Wir hängen in einer Zeitschleife, Sie haben uns mal erschossen, darauf hatten wir nicht nochmal Lust, Zo'or wird in nicht einmal 18 Stunden hier auftauchen und alles aufmischen, bis dahin möchten wir möglichst was über das Zeitportal herausgefunden haben, also bitte nicht über Gebühr stören, danke."<br />
Der Multimilliardär fügte sich und störte nicht zu sehr, Rose störte ebenfalls nicht, die Wachmänner nur akustisch, als sie nebenan aus der Bewusstlosigkeit erwachten. Renee hingegen versuchte, grösseren Ärger zu machen, obwohl Kincaid auch sie gefesselt hatte, und wenig später sass sie wie Doors gezwungenermassen auf einem Klappstuhl.<br />
"Ähm ...", sagte Rose schliesslich, "Ich meine ..." Sie sah unsicher zu Doors und Renee. "Major Kincaid, was haben Sie mit uns vor?"<br />
"Nichts. In 17 Stunden beginnt die Schleife von vorne und Sie wissen das alles nicht mehr."<br />
"Und was machen Sie dann?"<br />
"Wieder herkommen, alle fesseln und weiterübersetzen, vermute ich", zuckte Liam mit den Schultern, "Erklärungen brauchen einfach zu lange und funktionieren bei Doors leider nicht."<br />
"Versuchen Sie es bei mir", bat sie, "Ich halte Sie nicht für einen üblen Kerl, aber warum Sie Sandoval mitbringen verstehe ich auch nicht."<br />
Kincaid zog eine Grimasse. "Weil ich ihm traue und weiss, dass er gegen die Taelons ist", sagte er, "und das kann ich erklären, so viel ich will, das verstehen Sie dann doch nicht."<br />
"Meinen Sie wirklich?" Rose klang überaus enttäuscht, wie sie das sagte.<br />
Liam warf seinen Bleistift auf den Tisch und lehnte sich zurück. "Schön. Ich durfte ihn recht gut kennenlernen, schon bevor wir die Teilnehmer der Schleife von Zo'or und mir zu ihm und mir geändert haben. Er erinnert sich an zwei Durchgänge, ich an zehn."<br />
Das machte in dieser Kürze allerdings keinen besonderen Eindruck, was Kincaid auch nicht störte. Er war ohnehin genug mit seinem Teil der Alientexte beschäftigt und Sandoval ging es genauso. Es war auch gut nachvollziehbar, dass der Kimera sich die Erklärung auf den letzten Durchgang aufsparte. Der Aufwand reichte einmal wirklich.<br />
Sandoval warf eine übersetzte Seite einfach auf den Boden und blätterte auch auf seinem Notizblock um. Liam brachte zwei Tassen Kaffee und verursachte eine kleine Überschwemmung, der Agent zückte ein Taschentuch, hob die Tasse an und wischte darunter sauber. Es war fast hypnotisch, wie das Tuch den Kaffee aufsog und dann unter der Tasse wieder sauber und Platz war, dass Ronald sie abstellen konnte.<br />
Er runzelte die Stirn und versuchte, den Gedanken zu fassen zu bekommen. Und dann hatte er ihn.<br />
"Kincaid! Die Lösung ist ganz einfach!", platzte er schliesslich heraus.<br />
"Was? Wie bitte?"<br />
"Was passiert, wenn Zo'or in allem Erfolg hat?"<br />
"Das wäre eine Katastrophe", sagte der Alien.<br />
"Denken Sie nach, Major!", beharrte Sandoval, "Er wäre zufrieden, er würde seine Schleife beenden - aber unsere würde noch bestehen! Er würde sich nicht einmal daran erinnern, weswegen er so zufrieden war."<br />
Liam richtete sich auf und liess seinen Stift auf den Block fallen. "Sie ... haben Recht", murmelte er, "Es ist tatsächlich so einfach, jedenfalls ... solange man es als einfach bezeichnen kann, sich bewusst erschiessen zu lassen."<br />
"Nein ..." Ronald zog die Stirn in tiefe Runzeln, es war eine dumme Idee, alle sterben zu lassen, denn dann könnte Zo'or sich womöglich doch wieder einen Vorteil verschaffen. "Sie werden nicht erschossen!", sagte der Agent fest, "Wir brauchen ein gutes Versteck für Sie, damit Sie falls notwendig Zo'or aufhalten können, wenn er versucht, eine neue Schleife einzurichten, eine weitere Schleife in der Schleife."<br />
Der Major hob den Blick und musterte das Lüftungsgitter. "Ich bezweifle, dass Zo'or und die Freiwilligen die Lüftung überprüfen", stellte er fest, "Also sehen wir uns einmal an, ob ich da hineinpassen würde." Er stand auf und ging in Raum 21, Sandoval folgte ihm und half ihm auf das Metallregal, dann machte er sich auf die Suche nach einem Schraubenzieher. Schliesslich war das Werkzeug gefunden und das Lüftungsgitter entfernt. "Eng, aber möglich", stellte Liam fest, "Die Frage ist dann nur, wie ich wieder herauskomme, ohne Kopf voran herunterzufallen."<br />
"Müssen Sie es?"<br />
Der Alien stutzte sichtlich, dann grinste er. "Sie haben Recht, Sandoval. Zo'or wird sich daran nicht erinnern können, ich kann ihn also problemlos wirksam aus der Ferne bedrohen."<br />
"Ich wünschte", schmunzelte Sandoval, "ich könnte dann sein Gesicht sehen, aber ich werde zu dem Zeitpunkt wohl gerade tot sein."<br />
Liam seufzte leise und sprang vom Regal. "Da wäre noch ein Problem", sagte er, "Sie akzeptieren es, dabei draufzugehen, aber die anderen wohl kaum."<br />
"Es wird also nicht funktionieren. Um Zo'or zu täuschen muss es echt sein, also erst im nächsten Durchgang."<br />
"Oder nur Sie erinnern sich."<br />
"Mit welcher Begründung?"<br />
"Mit welcher Begründung ich?", gab Kincaid zurück, "Für Zo'or ist es ein Rätsel, wie sich irgendjemand ausser ihm erinnern kann." Er grinste breit. "Versuchen wir es. Wenn es nicht klappt, haben wir ja noch ein paar Durchgänge."<br />
<br />
<br />
Der modifizierte Plan war wirklich nicht schlecht. Sandoval hockte mit feuerbereitem Skrill und zusätzlich einer geladenen Waffe in der anderen Hand hinter dem Sofa, Kincaid lag mit reichlich Kunstblut übergossen und angemessen verbrannt riechend neben dem Kopierer, Papier war im ganzen Raum keines mehr zu finden und die Laptops waren ebenfalls entfernt. Sie warteten nicht lange, bis wie einige Durchgänge zuvor vier Freiwillige in den Raum stürmten.<br />
"Zo'or, Sir, hier ebenso!", meldete der Corporal.<br />
Zo'or trat ein und nickte knapp. "Das war zu erwarten." Er sah sich um. "Die Texte wurden gestohlen", stellte er fest, er trat an den Tisch und fragte Doors: "Wer war es?"<br />
Der Multimilliardär knirschte nur mit den Zähnen, also wandte der Taelon sich Rose zu, die sich sehr klein machte und die Frage beantwortete: "Sandoval."<br />
"Was ist mit Kincaid?"<br />
"Sandoval ... einfach ... einfach ..." Sie schrumpfte ängstlich in ihrem Klappstuhl zusammen.<br />
"Corporal, bringen Sie eine Antwort aus ihr heraus", befahl Zo'or, "Sergeants, schaffen Sie die Leiche fort."<br />
Die Freiwilligen sagten im Chor: "Ja, Sir!", und machten sich an die Arbeit.<br />
Zwei Freiwillige trugen Liam weg, ein weiterer trug Rose samt Klappstuhl durch die Türe, blieben noch ein Freiwilliger und Zo'or, der seine Gefangenen einige sehr sehr lange Momente sehr sehr zufrieden musterte.<br />
"So, Mr. Doors", setzte der Taelon schliesslich ein überaus freundliches Lächeln auf, "Sie haben mir ja bereits vom Widerstandsforschungszentrum in Chicago erzählt ... bitte erzählen Sie mir mehr darüber. Corporal Carey wird sicher bald Zeit für Sie haben, um Sie nach Ihrem geheimnisvollen Top-Spion auszufragen, aber bis dahin werden wir uns eben einfach unterhalten, nicht wahr?" Er setzte sich Doors gegenüber auf einen Klappstuhl und sah ihn beinahe erwartungsvoll an.<br />
Genau diesen Augenblick wählte Sandoval, um den letzten Freiwilligen zu erschiessen, worauf Zo'ors Gesichtsausdruck sich beachtlich wandelte.<br />
"Beenden Sie die Schleife!", verlangte der Agent.<br />
"Sie können mir nicht drohen", gab Zo'or zurück, "Ich werde die Schleife nicht beenden, und Sie können es nicht."<br />
Ronald grinste verhalten. "Sie weigern sich also. Nun, ich habe alle nötigen Dinge für eine mentale Sondierung beschafft. Folgen Sie mir bitte, bevor Ihre Hampelmänner zurückkommen." Er packte den Taelon am Arm, schob ihn in Raum 21 und schoss bei der Gelegenheit auch gleich den Corporal bewusstlos. Rose auf ihrem Klappstuhl machte grosse Augen.<br />
Draussen auf dem Korridor folgte Sandoval den Kunstblutspuren, und schon nach zwei Biegungen und knapp hundert Metern kamen ihm die beiden Freiwilligen entgegen. Zo'or wehrte sich jetzt plötzlich energisch, der Implantant verlor beinahe das Gleichgewicht, schaffte es aber, einen der Freiwilligen zu erschiessen.<br />
Der andere allerdings traf.<br />
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Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA["Agent Sandoval!", grüsste der Nachtwächter geschreckt, "Die Leute sind alle schon zuhause, nur die Putzkolonne ist da. Ist es sehr dringend?"<br />
"Nein, wir kommen nur so zum Spass mitten in der Nacht hier her", gab Liam zurück.<br />
"Wir brauchen niemanden, wir finden uns selbst zurecht", ergänzte Sandoval kühl, tauchte unter der Schranke durch und sah den Nachtwächter von der Türe aus sehr auffordernd an. Der Riegel klickte kurz, dann betraten Agent und Major das Gebäude.<br />
Sie hielten sich nicht mit der Suche im Bürotrakt auf, sondern begaben sich gleich in den Nordflügel und in den dritten Stock. Den Mangel an schrubbender Aktivität auf dem Weg kannten sie bereits, ebenso die gefährlichere Aktivität vor dem Raum 21.<br />
Liam warf sich zu Boden, eine Kugel zwitscherte über ihn hinweg und blieb in einer Brandschutztüre hinter ihm stecken, Sandoval schoss seinen Skrill ab und der Schütze vom Institutswachdienst sackte getroffen zusammen. Die beiden weiteren Mitglieder des Institutswachdienstes lieferten diesmal gleich zwei blutige Nasenabdrücke an der Wand und einige Momente später lagen noch zwei Wachleute bewusstlos am Boden.<br />
Dann betrat Kincaid Raum 21, packte sofort Doors am Kragen und entwand ihm die Waffe, Sandoval eilte weiter in den Nebenraum und wich gerade noch einer Kugel aus Renee Palmers Waffe aus, dann schoss er selbst und fing die Bewusstlose freundlicherweise auch auf.<br />
"Kincaid?"<br />
"Ich lebe noch", kam zurück, "und Sie?"<br />
"Ebenfalls", sagte Sandoval, legte Renee auf dem Sofa ab und nahm ihre Waffe an sich, dann kehrte er in Raum 21 zurück, wo Rose Maulaffen feilbot und Doors mit den Zähnen knirschte.<br />
Kincaid drückte dem Agent seine erbeutete Waffensammlung in die Hände: "Hier, entsorgen Sie die bitte."<br />
"Sie also, Kincaid!", fauchte Doors, "Ich habe Ihnen nie getraut und jetzt habe ich den Beweis, dass Sie den Widerstand infiltriert haben!"<br />
"Und Sie würden mich liebend gerne erschiessen, ja, das ist mir klar." Damit scheuchte der Major seinen Gefangenen in den Nebenraum, wo er ihn wie angekündigt mittels zweier Paar Handschellen auf einem Klappstuhl befestigte.<br />
Sandoval unterdessen reihte die Waffen an der Wand auf und machte sie eine nach der anderen per Skrill unbrauchbar, bevor er die Wachleute ebenfalls mit Handschellen bedachte und sie zu einem Kreis durch das Zeitportal hindurch fesselte.<br />
"Ähh ...", fand Rose ihre Sprache zurück und setzte an, Richtung Korridor zu schleichen, doch ein böser Blick des Implantanten stoppte dieses Vorhaben sofort.<br />
"So", sagte Kincaid, "Übersetzen wir ein paar Alientexte. Wo waren wir?"<br />
"Halbseite 78, fünfter Block." Sandoval griff nach Roses Handgelenk und zog sie mit in den Nebenraum, wo sie sich ohne Widerrede setzte, dann fegte er das meiste Papier vom Tisch und holte einen anderen Stapel aus einem gesamt recht druckfrischen Regal. "Hier, bitte, Major", reichte er Kincaid die obersten zwei Blätter.<br />
"Danke, Agent."<br />
"Kincaid!", knurrte Doors.<br />
"Wir hängen in einer Zeitschleife, Sie haben uns mal erschossen, darauf hatten wir nicht nochmal Lust, Zo'or wird in nicht einmal 18 Stunden hier auftauchen und alles aufmischen, bis dahin möchten wir möglichst was über das Zeitportal herausgefunden haben, also bitte nicht über Gebühr stören, danke."<br />
Der Multimilliardär fügte sich und störte nicht zu sehr, Rose störte ebenfalls nicht, die Wachmänner nur akustisch, als sie nebenan aus der Bewusstlosigkeit erwachten. Renee hingegen versuchte, grösseren Ärger zu machen, obwohl Kincaid auch sie gefesselt hatte, und wenig später sass sie wie Doors gezwungenermassen auf einem Klappstuhl.<br />
"Ähm ...", sagte Rose schliesslich, "Ich meine ..." Sie sah unsicher zu Doors und Renee. "Major Kincaid, was haben Sie mit uns vor?"<br />
"Nichts. In 17 Stunden beginnt die Schleife von vorne und Sie wissen das alles nicht mehr."<br />
"Und was machen Sie dann?"<br />
"Wieder herkommen, alle fesseln und weiterübersetzen, vermute ich", zuckte Liam mit den Schultern, "Erklärungen brauchen einfach zu lange und funktionieren bei Doors leider nicht."<br />
"Versuchen Sie es bei mir", bat sie, "Ich halte Sie nicht für einen üblen Kerl, aber warum Sie Sandoval mitbringen verstehe ich auch nicht."<br />
Kincaid zog eine Grimasse. "Weil ich ihm traue und weiss, dass er gegen die Taelons ist", sagte er, "und das kann ich erklären, so viel ich will, das verstehen Sie dann doch nicht."<br />
"Meinen Sie wirklich?" Rose klang überaus enttäuscht, wie sie das sagte.<br />
Liam warf seinen Bleistift auf den Tisch und lehnte sich zurück. "Schön. Ich durfte ihn recht gut kennenlernen, schon bevor wir die Teilnehmer der Schleife von Zo'or und mir zu ihm und mir geändert haben. Er erinnert sich an zwei Durchgänge, ich an zehn."<br />
Das machte in dieser Kürze allerdings keinen besonderen Eindruck, was Kincaid auch nicht störte. Er war ohnehin genug mit seinem Teil der Alientexte beschäftigt und Sandoval ging es genauso. Es war auch gut nachvollziehbar, dass der Kimera sich die Erklärung auf den letzten Durchgang aufsparte. Der Aufwand reichte einmal wirklich.<br />
Sandoval warf eine übersetzte Seite einfach auf den Boden und blätterte auch auf seinem Notizblock um. Liam brachte zwei Tassen Kaffee und verursachte eine kleine Überschwemmung, der Agent zückte ein Taschentuch, hob die Tasse an und wischte darunter sauber. Es war fast hypnotisch, wie das Tuch den Kaffee aufsog und dann unter der Tasse wieder sauber und Platz war, dass Ronald sie abstellen konnte.<br />
Er runzelte die Stirn und versuchte, den Gedanken zu fassen zu bekommen. Und dann hatte er ihn.<br />
"Kincaid! Die Lösung ist ganz einfach!", platzte er schliesslich heraus.<br />
"Was? Wie bitte?"<br />
"Was passiert, wenn Zo'or in allem Erfolg hat?"<br />
"Das wäre eine Katastrophe", sagte der Alien.<br />
"Denken Sie nach, Major!", beharrte Sandoval, "Er wäre zufrieden, er würde seine Schleife beenden - aber unsere würde noch bestehen! Er würde sich nicht einmal daran erinnern, weswegen er so zufrieden war."<br />
Liam richtete sich auf und liess seinen Stift auf den Block fallen. "Sie ... haben Recht", murmelte er, "Es ist tatsächlich so einfach, jedenfalls ... solange man es als einfach bezeichnen kann, sich bewusst erschiessen zu lassen."<br />
"Nein ..." Ronald zog die Stirn in tiefe Runzeln, es war eine dumme Idee, alle sterben zu lassen, denn dann könnte Zo'or sich womöglich doch wieder einen Vorteil verschaffen. "Sie werden nicht erschossen!", sagte der Agent fest, "Wir brauchen ein gutes Versteck für Sie, damit Sie falls notwendig Zo'or aufhalten können, wenn er versucht, eine neue Schleife einzurichten, eine weitere Schleife in der Schleife."<br />
Der Major hob den Blick und musterte das Lüftungsgitter. "Ich bezweifle, dass Zo'or und die Freiwilligen die Lüftung überprüfen", stellte er fest, "Also sehen wir uns einmal an, ob ich da hineinpassen würde." Er stand auf und ging in Raum 21, Sandoval folgte ihm und half ihm auf das Metallregal, dann machte er sich auf die Suche nach einem Schraubenzieher. Schliesslich war das Werkzeug gefunden und das Lüftungsgitter entfernt. "Eng, aber möglich", stellte Liam fest, "Die Frage ist dann nur, wie ich wieder herauskomme, ohne Kopf voran herunterzufallen."<br />
"Müssen Sie es?"<br />
Der Alien stutzte sichtlich, dann grinste er. "Sie haben Recht, Sandoval. Zo'or wird sich daran nicht erinnern können, ich kann ihn also problemlos wirksam aus der Ferne bedrohen."<br />
"Ich wünschte", schmunzelte Sandoval, "ich könnte dann sein Gesicht sehen, aber ich werde zu dem Zeitpunkt wohl gerade tot sein."<br />
Liam seufzte leise und sprang vom Regal. "Da wäre noch ein Problem", sagte er, "Sie akzeptieren es, dabei draufzugehen, aber die anderen wohl kaum."<br />
"Es wird also nicht funktionieren. Um Zo'or zu täuschen muss es echt sein, also erst im nächsten Durchgang."<br />
"Oder nur Sie erinnern sich."<br />
"Mit welcher Begründung?"<br />
"Mit welcher Begründung ich?", gab Kincaid zurück, "Für Zo'or ist es ein Rätsel, wie sich irgendjemand ausser ihm erinnern kann." Er grinste breit. "Versuchen wir es. Wenn es nicht klappt, haben wir ja noch ein paar Durchgänge."<br />
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<br />
Der modifizierte Plan war wirklich nicht schlecht. Sandoval hockte mit feuerbereitem Skrill und zusätzlich einer geladenen Waffe in der anderen Hand hinter dem Sofa, Kincaid lag mit reichlich Kunstblut übergossen und angemessen verbrannt riechend neben dem Kopierer, Papier war im ganzen Raum keines mehr zu finden und die Laptops waren ebenfalls entfernt. Sie warteten nicht lange, bis wie einige Durchgänge zuvor vier Freiwillige in den Raum stürmten.<br />
"Zo'or, Sir, hier ebenso!", meldete der Corporal.<br />
Zo'or trat ein und nickte knapp. "Das war zu erwarten." Er sah sich um. "Die Texte wurden gestohlen", stellte er fest, er trat an den Tisch und fragte Doors: "Wer war es?"<br />
Der Multimilliardär knirschte nur mit den Zähnen, also wandte der Taelon sich Rose zu, die sich sehr klein machte und die Frage beantwortete: "Sandoval."<br />
"Was ist mit Kincaid?"<br />
"Sandoval ... einfach ... einfach ..." Sie schrumpfte ängstlich in ihrem Klappstuhl zusammen.<br />
"Corporal, bringen Sie eine Antwort aus ihr heraus", befahl Zo'or, "Sergeants, schaffen Sie die Leiche fort."<br />
Die Freiwilligen sagten im Chor: "Ja, Sir!", und machten sich an die Arbeit.<br />
Zwei Freiwillige trugen Liam weg, ein weiterer trug Rose samt Klappstuhl durch die Türe, blieben noch ein Freiwilliger und Zo'or, der seine Gefangenen einige sehr sehr lange Momente sehr sehr zufrieden musterte.<br />
"So, Mr. Doors", setzte der Taelon schliesslich ein überaus freundliches Lächeln auf, "Sie haben mir ja bereits vom Widerstandsforschungszentrum in Chicago erzählt ... bitte erzählen Sie mir mehr darüber. Corporal Carey wird sicher bald Zeit für Sie haben, um Sie nach Ihrem geheimnisvollen Top-Spion auszufragen, aber bis dahin werden wir uns eben einfach unterhalten, nicht wahr?" Er setzte sich Doors gegenüber auf einen Klappstuhl und sah ihn beinahe erwartungsvoll an.<br />
Genau diesen Augenblick wählte Sandoval, um den letzten Freiwilligen zu erschiessen, worauf Zo'ors Gesichtsausdruck sich beachtlich wandelte.<br />
"Beenden Sie die Schleife!", verlangte der Agent.<br />
"Sie können mir nicht drohen", gab Zo'or zurück, "Ich werde die Schleife nicht beenden, und Sie können es nicht."<br />
Ronald grinste verhalten. "Sie weigern sich also. Nun, ich habe alle nötigen Dinge für eine mentale Sondierung beschafft. Folgen Sie mir bitte, bevor Ihre Hampelmänner zurückkommen." Er packte den Taelon am Arm, schob ihn in Raum 21 und schoss bei der Gelegenheit auch gleich den Corporal bewusstlos. Rose auf ihrem Klappstuhl machte grosse Augen.<br />
Draussen auf dem Korridor folgte Sandoval den Kunstblutspuren, und schon nach zwei Biegungen und knapp hundert Metern kamen ihm die beiden Freiwilligen entgegen. Zo'or wehrte sich jetzt plötzlich energisch, der Implantant verlor beinahe das Gleichgewicht, schaffte es aber, einen der Freiwilligen zu erschiessen.<br />
Der andere allerdings traf.<br />
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			<title><![CDATA[18. Türchen: Der Blick zum Horizont XV]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224163.html</link>
			<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 10:05:55 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224163.html</guid>
			<description><![CDATA[Schönen vierten Adventsonntag und viel Spass!<br />
<br />
<br />
<br />
Ronald Sandoval lag mit weit ausgebreiteten Armen auf seinem Liegestuhl, die Sonne briet seine Vorderseite, die Sonnenbrille sorgte zweifellos dafür, dass er richtig cool aussah, und die blau-weiss-schwarz gemusterte Schutzschiene an seinem rechten Unterarm machte aus ihm geradezu einen wagemutigen Sportler. Ab und zu schlürfte er an seiner mit Ananassaft gefüllten Kokosnuss, ebenso ab und zu hörte er vom Liegestuhl nebenan ein ähnliches Schlürfen. Die Monstereistüten waren schnell vernichtet gewesen, der Ananassaft allerdings zunächst auch zu schnell warm geworden, aber die zwei ordentlichen Kühlakkus, die nun in den beiden Kokosnüssen schwammen, lösten dieses Problem.<br />
"Hey!"<br />
Ein Schatten zog über Sandoval, er öffnete die Augen und betrachtete die Besitzerin. Beine, die am Boden nur sehr widerstrebend aufhörten, die Taille einer Wespe, eine beachtliche Oberweite, ein fröhliches Lächeln im dunklen Gesicht und ein Krauskopf mit rotem Haarband, dazu passend ein roter Bikini.<br />
"Ja?", fragte Ronald.<br />
"Sie sehen so aus, als könnten Sie jemanden brauchen, der Ihnen erzählt, dass es hier auch Wasser gibt. Seit Stunden liegen Sie nur hier rum."<br />
"Seit vier Stunden", kam genuschelt von Kincaid, "Wir haben noch genug Zeit fürs Meer ..."<br />
"Liam!", tadelte Ronald ihn - auf den Nachnamen reagierte der Kimera nicht mehr, seit er den Urlaubstag beschlossen hatte.<br />
"Gehen Sie nur schwimmen", schlug Liam vor, "Ich trinke derweil eben Ihre Kokosnuss aus."<br />
Warum auch nicht? Kokosnüsse gab es an der Bar viele. Sandoval stand auf und nickte der Dame freundlich zu. "Ron", sagte er.<br />
"Ava", stellte sie sich vor und wies auf das strahlend blaue Meer, "und das wollen Sie wirklich nicht verpassen."<br />
Sie war äusserst sportlich, wie sich herausstellte, sobald er deutlich machte, dass er auch kein Schleichplanscher war. Zunächst schwammen sie und warfen sich gelegentlich mit vollem Körpereinsatz gegen die Brandung, dann borgten sie zwei Surfbretter aus, kreuzten hart am Wind hinaus ins Meer und kamen später ganz bequem vor dem Wind wieder zurück und holten sich zwei mit Ananassaft gefüllte Kokosnüsse.<br />
Liams Liegestuhl war leer, einige Meter weiter stand eine beeindruckende Sandburg, die von einem zehnjährigen blonden Wuschelkopf und dem fraglichen Alien soeben um einen fünften Wehrturm ergänzt wurde.<br />
"Für Sie hätte es ein grosser Sandkasten also auch getan", stellte Sandoval fest.<br />
"Keine Sorge, Niki und ich werden noch nass genug", grinste Kincaid, "aber wenn wir nicht hier sind, wenn Nikis Eltern von der Bar zurück sind, werde ich noch der Entführung bezichtigt."<br />
"Das wäre natürlich suboptimal", bestätigte Ronald, "Ich wünsche viel Spass, Liam, Niki." Er kehrte zu den Liegestühlen zurück und bot Ava kurzerhand einen an - Liam würde ihn so bald nicht wieder brauchen.<br />
"Wie ist das eigentlich passiert?", fragte sie, "Ein Sturz?"<br />
"Ich bin nicht verletzt", sagte Ron und streckte ihr den rechten Arm samt Schutzschiene hin, er öffnete eines der Klettbänder, sodass der Skrill erahnt werden konnte.<br />
"Oh", machte Ava, und dann noch einmal: "Oh!"<br />
"Und was machen Sie so beruflich?"<br />
"Äh ... äh ... ich ... naja, ich ... putze ..."<br />
Jetzt musste Ronald sie noch einmal ganz genau ansehen. Ihr Aussehen implizierte allerdings nach wie vor ein Sportmodel.<br />
"Also, ich putze Hotelzimmer", erklärte sie genauer und wies auf die unzähligen Touristenschlafkästen oberhalb des Strandes, "Wo wohnen Sie?"<br />
"Wir haben keine Zimmer genommen."<br />
"Ah, ja, klar, die Portale kosten Sie nichts."<br />
Er schlürfte ausgiebigst an seiner Kokosnuss, bevor er zugab: "Wir sind mit dem Shuttle hier."<br />
"Ah", sagte sie nur und widmete sich ebenfalls ihrem Getränk.<br />
Gerechtfertigt. In diesen Kokosnüssen waren keine Hochleistungskühlakkus, sie wurden leider schnell warm. Sandoval schlürfte ebenfalls und schielte zu den Sandburgbaumeistern. Ja, der Alien wirkte ganz menschlich, nur in diesem Augenblick sehr kindlich. Kindlich, das war es!<br />
Es war unwahrscheinlich, dass sich weitere Kimera auf der Erde aufhielten, sie wären doch zweifellos Ha'gel zur Hilfe geeilt. Das war nicht geschehen, er war der einzige gewesen - und Kincaid war ein Hybrid, Ha'gels Kind.<br />
"Haben Sie am Abend schon was vor?", fragte Ava.<br />
"Hm? Nein, bisher nicht. Wir haben nur überlegt, ob wir der Sonne nachfliegen und in der Karibik wo weiterbraten ... aber Sie wissen hier bestimmt ein gutes Lokal."<br />
Sie grinste. "Kann schon sein ..."<br />
"Bestens."<br />
Sie liessen sich von der Sonne braten, tranken ihre Kokosnüsse leer und holten sich neue. Liam und Niki waren draussen im Wasser, auf den ersten Blick als Schleichplanscher, aber wenn man genauer hinsah, war klar, dass sie sich genauso anstrengten wie richtige Sportler. Es war nicht ohne, ein zehnjähriges Kind hochzuheben und zu werfen, und das tat der Alien ziemlich oft, und Niki prustete und lachte.<br />
Als Ronald sich wieder genügend gebraten fühlte, schlug er Ava weitere Aktivitäten vor und sie vertrieben sich die Zeit zunächst mit Beachball, später mit Frisbeewerfen. Liam und Niki hatten zwei weitere Spielkameraden gefunden und spielten Wasserball. Als Nikis Eltern angemessen sicher waren, dass ihr Kind nicht versehentlich ertrinken würde, gesellten sie sich zu Ava und Ronald und fragten, ob ein Frisbee auch zu viert noch Spass machte.<br />
Natürlich tat er das, und so verging der Rest des Tages geradezu wie im Flug.<br />
Und der Abend erst ... Ava wusste ein gutes Lokal abseits der Touristenzone. Ein Lokal, das von den Einheimischen besucht wurde, ein gemütliches kleines Gastzimmer, der Koch kam persönlich an den Tisch und liess sich zunächst von Ava beraten, wie er einen Knopf wieder annähen musste, bevor er fragte, was er kochen sollte. Und was er kochte, war köstlich, wenngleich eher lieblos angerichtet. Ronalds Teigtaschen, die Samosas, sahen so aus, als würden sie jeden Moment aufspringen, auch sahen keine zwei gleich aus, und Avas Fischsuppe hatte von Anfang an einen Ableger auf dem Unterteller. Den Wein schenkte Sandoval also lieber selbst ein, um dem Tischtuch einen Gefallen zu tun.<br />
Der Abend war angenehm und verging schnell, viel zu schnell. Kurz vor zwölf, also kurz vor vier nach washingtoner Zeit, bezahlte Sandoval und begleitete Ava noch durch die dunklen Strassen zu ihr nach Hause.<br />
"Sind Sie morgen wieder am Strand?", fragte sie, als sie in ihrer Haustüre stand.<br />
Er blickte auf die Uhr. Vier Uhr acht. "Ich werde mich bemühen", sagte er, "Mein Beruf ist manchmal sehr plötzlich sehr zeitraubend."<br />
"So plötzlich, dass Sie es jetzt eilig haben?", schmunzelte sie, dann beugte sie sich zu ihm und gab ihm einen Kuss auf die linke Wange.<br />
"So gesehen, nein, ich habe es nicht eilig", seufzte er, "Es ist nur trotzdem gleich soweit ..."<br />
Und dann war es soweit.<br />
<br />
<br />
"So", sagte Kincaid, "Frisch an die Arbeit, Doors kann was erleben."<br />
"Und was?", fragte Sandoval, "Wollen Sie ihn erschiessen?"<br />
Der Major sprang ins Shuttle und initialisierte den Antrieb. "Nein. Ich dachte mehr daran, ihn an einen Klappstuhl zu fesseln." Der Agent folgte ihm und setzte sich. "Dafür müssen wir ihn natürlich überraschen. Er stand zwei Schritte rechts, als ich eintrat, Miss Palmer war im Nebenraum, Professor Plunkett war am Zeitportal beschäftigt." Liam hob ab und sprang in die Interdimension. "Sie übernehmen Miss Palmer, ich Doors", bestimmte er, "Professor Plunkett ist keine Gefahr."<br />
"Die Wachleute?"<br />
"Fünf, alle kommen heraus."<br />
"Na dann ..."<br />
<br />
<br />
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Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Schönen vierten Adventsonntag und viel Spass!<br />
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Ronald Sandoval lag mit weit ausgebreiteten Armen auf seinem Liegestuhl, die Sonne briet seine Vorderseite, die Sonnenbrille sorgte zweifellos dafür, dass er richtig cool aussah, und die blau-weiss-schwarz gemusterte Schutzschiene an seinem rechten Unterarm machte aus ihm geradezu einen wagemutigen Sportler. Ab und zu schlürfte er an seiner mit Ananassaft gefüllten Kokosnuss, ebenso ab und zu hörte er vom Liegestuhl nebenan ein ähnliches Schlürfen. Die Monstereistüten waren schnell vernichtet gewesen, der Ananassaft allerdings zunächst auch zu schnell warm geworden, aber die zwei ordentlichen Kühlakkus, die nun in den beiden Kokosnüssen schwammen, lösten dieses Problem.<br />
"Hey!"<br />
Ein Schatten zog über Sandoval, er öffnete die Augen und betrachtete die Besitzerin. Beine, die am Boden nur sehr widerstrebend aufhörten, die Taille einer Wespe, eine beachtliche Oberweite, ein fröhliches Lächeln im dunklen Gesicht und ein Krauskopf mit rotem Haarband, dazu passend ein roter Bikini.<br />
"Ja?", fragte Ronald.<br />
"Sie sehen so aus, als könnten Sie jemanden brauchen, der Ihnen erzählt, dass es hier auch Wasser gibt. Seit Stunden liegen Sie nur hier rum."<br />
"Seit vier Stunden", kam genuschelt von Kincaid, "Wir haben noch genug Zeit fürs Meer ..."<br />
"Liam!", tadelte Ronald ihn - auf den Nachnamen reagierte der Kimera nicht mehr, seit er den Urlaubstag beschlossen hatte.<br />
"Gehen Sie nur schwimmen", schlug Liam vor, "Ich trinke derweil eben Ihre Kokosnuss aus."<br />
Warum auch nicht? Kokosnüsse gab es an der Bar viele. Sandoval stand auf und nickte der Dame freundlich zu. "Ron", sagte er.<br />
"Ava", stellte sie sich vor und wies auf das strahlend blaue Meer, "und das wollen Sie wirklich nicht verpassen."<br />
Sie war äusserst sportlich, wie sich herausstellte, sobald er deutlich machte, dass er auch kein Schleichplanscher war. Zunächst schwammen sie und warfen sich gelegentlich mit vollem Körpereinsatz gegen die Brandung, dann borgten sie zwei Surfbretter aus, kreuzten hart am Wind hinaus ins Meer und kamen später ganz bequem vor dem Wind wieder zurück und holten sich zwei mit Ananassaft gefüllte Kokosnüsse.<br />
Liams Liegestuhl war leer, einige Meter weiter stand eine beeindruckende Sandburg, die von einem zehnjährigen blonden Wuschelkopf und dem fraglichen Alien soeben um einen fünften Wehrturm ergänzt wurde.<br />
"Für Sie hätte es ein grosser Sandkasten also auch getan", stellte Sandoval fest.<br />
"Keine Sorge, Niki und ich werden noch nass genug", grinste Kincaid, "aber wenn wir nicht hier sind, wenn Nikis Eltern von der Bar zurück sind, werde ich noch der Entführung bezichtigt."<br />
"Das wäre natürlich suboptimal", bestätigte Ronald, "Ich wünsche viel Spass, Liam, Niki." Er kehrte zu den Liegestühlen zurück und bot Ava kurzerhand einen an - Liam würde ihn so bald nicht wieder brauchen.<br />
"Wie ist das eigentlich passiert?", fragte sie, "Ein Sturz?"<br />
"Ich bin nicht verletzt", sagte Ron und streckte ihr den rechten Arm samt Schutzschiene hin, er öffnete eines der Klettbänder, sodass der Skrill erahnt werden konnte.<br />
"Oh", machte Ava, und dann noch einmal: "Oh!"<br />
"Und was machen Sie so beruflich?"<br />
"Äh ... äh ... ich ... naja, ich ... putze ..."<br />
Jetzt musste Ronald sie noch einmal ganz genau ansehen. Ihr Aussehen implizierte allerdings nach wie vor ein Sportmodel.<br />
"Also, ich putze Hotelzimmer", erklärte sie genauer und wies auf die unzähligen Touristenschlafkästen oberhalb des Strandes, "Wo wohnen Sie?"<br />
"Wir haben keine Zimmer genommen."<br />
"Ah, ja, klar, die Portale kosten Sie nichts."<br />
Er schlürfte ausgiebigst an seiner Kokosnuss, bevor er zugab: "Wir sind mit dem Shuttle hier."<br />
"Ah", sagte sie nur und widmete sich ebenfalls ihrem Getränk.<br />
Gerechtfertigt. In diesen Kokosnüssen waren keine Hochleistungskühlakkus, sie wurden leider schnell warm. Sandoval schlürfte ebenfalls und schielte zu den Sandburgbaumeistern. Ja, der Alien wirkte ganz menschlich, nur in diesem Augenblick sehr kindlich. Kindlich, das war es!<br />
Es war unwahrscheinlich, dass sich weitere Kimera auf der Erde aufhielten, sie wären doch zweifellos Ha'gel zur Hilfe geeilt. Das war nicht geschehen, er war der einzige gewesen - und Kincaid war ein Hybrid, Ha'gels Kind.<br />
"Haben Sie am Abend schon was vor?", fragte Ava.<br />
"Hm? Nein, bisher nicht. Wir haben nur überlegt, ob wir der Sonne nachfliegen und in der Karibik wo weiterbraten ... aber Sie wissen hier bestimmt ein gutes Lokal."<br />
Sie grinste. "Kann schon sein ..."<br />
"Bestens."<br />
Sie liessen sich von der Sonne braten, tranken ihre Kokosnüsse leer und holten sich neue. Liam und Niki waren draussen im Wasser, auf den ersten Blick als Schleichplanscher, aber wenn man genauer hinsah, war klar, dass sie sich genauso anstrengten wie richtige Sportler. Es war nicht ohne, ein zehnjähriges Kind hochzuheben und zu werfen, und das tat der Alien ziemlich oft, und Niki prustete und lachte.<br />
Als Ronald sich wieder genügend gebraten fühlte, schlug er Ava weitere Aktivitäten vor und sie vertrieben sich die Zeit zunächst mit Beachball, später mit Frisbeewerfen. Liam und Niki hatten zwei weitere Spielkameraden gefunden und spielten Wasserball. Als Nikis Eltern angemessen sicher waren, dass ihr Kind nicht versehentlich ertrinken würde, gesellten sie sich zu Ava und Ronald und fragten, ob ein Frisbee auch zu viert noch Spass machte.<br />
Natürlich tat er das, und so verging der Rest des Tages geradezu wie im Flug.<br />
Und der Abend erst ... Ava wusste ein gutes Lokal abseits der Touristenzone. Ein Lokal, das von den Einheimischen besucht wurde, ein gemütliches kleines Gastzimmer, der Koch kam persönlich an den Tisch und liess sich zunächst von Ava beraten, wie er einen Knopf wieder annähen musste, bevor er fragte, was er kochen sollte. Und was er kochte, war köstlich, wenngleich eher lieblos angerichtet. Ronalds Teigtaschen, die Samosas, sahen so aus, als würden sie jeden Moment aufspringen, auch sahen keine zwei gleich aus, und Avas Fischsuppe hatte von Anfang an einen Ableger auf dem Unterteller. Den Wein schenkte Sandoval also lieber selbst ein, um dem Tischtuch einen Gefallen zu tun.<br />
Der Abend war angenehm und verging schnell, viel zu schnell. Kurz vor zwölf, also kurz vor vier nach washingtoner Zeit, bezahlte Sandoval und begleitete Ava noch durch die dunklen Strassen zu ihr nach Hause.<br />
"Sind Sie morgen wieder am Strand?", fragte sie, als sie in ihrer Haustüre stand.<br />
Er blickte auf die Uhr. Vier Uhr acht. "Ich werde mich bemühen", sagte er, "Mein Beruf ist manchmal sehr plötzlich sehr zeitraubend."<br />
"So plötzlich, dass Sie es jetzt eilig haben?", schmunzelte sie, dann beugte sie sich zu ihm und gab ihm einen Kuss auf die linke Wange.<br />
"So gesehen, nein, ich habe es nicht eilig", seufzte er, "Es ist nur trotzdem gleich soweit ..."<br />
Und dann war es soweit.<br />
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"So", sagte Kincaid, "Frisch an die Arbeit, Doors kann was erleben."<br />
"Und was?", fragte Sandoval, "Wollen Sie ihn erschiessen?"<br />
Der Major sprang ins Shuttle und initialisierte den Antrieb. "Nein. Ich dachte mehr daran, ihn an einen Klappstuhl zu fesseln." Der Agent folgte ihm und setzte sich. "Dafür müssen wir ihn natürlich überraschen. Er stand zwei Schritte rechts, als ich eintrat, Miss Palmer war im Nebenraum, Professor Plunkett war am Zeitportal beschäftigt." Liam hob ab und sprang in die Interdimension. "Sie übernehmen Miss Palmer, ich Doors", bestimmte er, "Professor Plunkett ist keine Gefahr."<br />
"Die Wachleute?"<br />
"Fünf, alle kommen heraus."<br />
"Na dann ..."<br />
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Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[17. Türchen: Der Blick zum Horizont XIV]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224162.html</link>
			<pubDate>Sat, 17 Dec 2011 16:03:28 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224162.html</guid>
			<description><![CDATA[So, da bin ich wieder. Viel Spass beim Lesen!<br />
<br />
<br />
<br />
"Kommen Sie jetzt oder nicht?"<br />
Sandoval runzelte die Stirn und sah sich kurz zwischen Lift und Shuttleparkbalkon um, dann folgte er Kincaid ins Shuttle und setzte sich. "Detroit!", sagte er, "Dort ist das Zeitportal." Der Major hielt mitten in der Initialisierung des Antriebs inne und wandte sich um. "Eine Schleife in der Schleife", erklärte der Agent, "und das gerade noch mit viel Glück. Sie wurden erschossen."<br />
"Ja, das war unangenehm."<br />
"Sie erinnern sich?"<br />
Kincaid grinste und bemerkte: "Ich wollte sehen, wie lange es dauert, bis Sie es sagen."<br />
"Sie trauen mir nicht, nachdem ich Zeuge war, wie sehr Sie mit dem Widerstand zu tun haben."<br />
"Das ist nicht das Problem." Er setzte an, den Kurs einzugeben, liess es aber doch  zunächst bleiben.<br />
"Sie sind kein Mensch", sagte Sandoval, "Sie haben sich einfach aufgelöst, von Ihnen ist nichts übriggeblieben."<br />
Der Major atmete tief durch und wandte sich wieder um. "Das habe ich befürchtet. Ich hätte gehofft, wie jeder andere einfach blutüberströmt umzufallen."<br />
"Nun, Doors hat Sie einen Alien genannt ... auch das war ein Indiz."<br />
"Sie schlafen also nie."<br />
"Nicht in Doors' Gegenwart", schmunzelte Sandoval, "In Zo'ors übrigens auch nicht."<br />
Kincaid liess seine Hände sinken und neigte den Kopf. "Ich traue Ihnen", sagte er, "Es gab einen Durchgang, in dem Sie mir gestanden haben, mit dem Widerstand zu sympathisieren."<br />
"Gestanden im Sinne von ...?"<br />
"Sie waren festgeschnallt", gab der Major sichtlich ungern zu und widmete sich wieder den holographischen Kontrollen des Shuttles. Der Agent beobachtete ihn dabei, den Kurs nach Detroit einzugeben. "Ich hätte Zo'or erschossen", sagte Liam plötzlich.<br />
"Bitte?"<br />
"Er befahl mir einmal, Sie umzubringen, und ich hatte die Waffe schon in der Hand, als der Rücksprung passierte. Ich hätte Zo'or erschossen, nicht Sie."<br />
"Obwohl Sie wussten, dass ich nicht tot geblieben wäre und zudem Zo'or gewusst hätte, wo Sie stehen?"<br />
"Definitiv." Kincaid hob das Shuttle ab und sprang in die Interdimension.<br />
Sandoval lehnte sich in seinen Sessel zurück und starrte mit gerunzelter Stirn ins blaue Lichtspiel, einige Momente später sagte er dann: "Bisher hielt ich Sie ..."<br />
"Für einen skrupellosen Taelonschergen, der jede Leiche wegräumt, ja, haben Sie mir schon mal gesagt."<br />
"Weiter?", fragte der Agent.<br />
"Sie finden den Widerstand nicht so übel", ergänzte Kincaid, "Ich bin übrigens der Anführer, Doors wurde abgesägt, auch wenn er es noch nicht recht wahrhaben will."<br />
"Sie ... sind der Anführer!", wiederholte Sandoval perplex, "Sie, ein Alien, führen die menschliche Verteidigung gegen Aliens an. Das nenne ich intergalaktische Ironie."<br />
"Ich wurde hier geboren und weiter als bis zum Mutterschiff bin ich auch noch nicht gekommen."<br />
"Ein entkommenes, untergetauchtes Experiment?", fragte Sandoval. Kincaid antwortete nicht. "Hybridexperiment?", fuhr der Asiate fort und stützte die Ellbogen auf den Armlehnen auf, vom Alien vor ihm auf dem Pilotensessel gab es wieder keine Reaktion. "Nachfahre der Roswell-Aliens?"<br />
Jetzt musste der Major lachen und schüttelte den Kopf. "Nein."<br />
"Sie machen einen absolut menschlichen Eindruck, Kincaid."<br />
"Fein!", wandte er sich energisch um, "Ich bin ein Hybrid, nicht komplett Alien. Aber kein Experiment! Die Taelons haben nichts damit zu tun!"<br />
"Und was ist Ihre Alienhälfte?", fragte Sandoval, "Das können Sie mir ruhig sagen, ich kann damit ja vermutlich ohnehin nichts anfangen."<br />
Kincaid zog ein mühsames Grinsen und rollte mit den Augen, dann sagte er tatsächlich: "Kimera."<br />
Damit konnte der Agent nun doch etwas anfangen. Er hatte Ha'gels Fähigkeiten schliesslich am eigenen Leib zu spüren bekommen. Und es war wirklich sehr kalt gewesen, als er sich nackt im Müllcontainer wiedergefunden hatte.<br />
Er schwieg, unterdessen sprang der Major aus der Interdimension und setzte zur Landung an. "Ich sollte besser alleine gehen", bemerkte Kincaid, "Doors traut mir zwar auch nicht so recht, aber wenn ich Sie mitbringe, packt er nur wieder die Handschellen aus."<br />
"Alle weiteren Durchgänge nur im Shuttle zu sitzen ist nicht gerade mein Wunsch, Major."<br />
"Dann kommen Sie eben doch mit und wir sehen, was passiert."<br />
<br />
<br />
"Agent Sandoval!", grüsste der Nachtwächter geschreckt, "Die Leute sind alle schon zuhause, nur die Putzkolonne ist da. Ist es sehr dringend?"<br />
"Nein, wir kommen nur so zum Spass mitten in der Nacht hier her", gab Liam zurück.<br />
"Wir brauchen niemanden, wir finden uns selbst zurecht", ergänzte Sandoval kühl, tauchte unter der Schranke durch und sah den Nachtwächter von der Türe aus sehr auffordernd an. Der Riegel klickte kurz, dann betraten Agent und Major das Gebäude.<br />
Sie hielten sich nicht mit der Suche im Bürotrakt auf, sondern begaben sich gleich in den Nordflügel und in den dritten Stock. Den Mangel an schrubbender Aktivität auf dem Weg kannten sie bereits, ebenso die gefährlichere Aktivität vor dem Raum 21.<br />
Liam warf sich zu Boden, eine Kugel zwitscherte über ihn hinweg und blieb in einer Brandschutztüre hinter ihm stecken, Sandoval schoss seinen Skrill ab und der Schütze vom Institutswachdienst sackte getroffen zusammen. Die beiden weiteren Mitglieder des Institutswachdienstes lieferten diesmal gleich zwei blutige Nasenabdrücke an der Wand und einige Momente später lagen noch zwei Wachleute bewusstlos am Boden.<br />
Dann betrat Kincaid Raum 21 und grüsste höflich: "Schön, Sie zu sehen, Mr. Doors. War es Ihre Idee, dass auf mich geschossen werden soll? Ich dachte, Sie hätten die sizilianische Methode für mich angedacht."<br />
"Kincaid! Was tun Sie hier?"<br />
"Ich stecke in einer Zeitschleife, das ist Durchgang Nummer neun. Zo'or weiss übrigens, dass Sie hier sind, und in nicht einmal 18 Stunden wird seine Freiwilligenarmee hier alles aufmischen und Sie erschiessen." Pause. "Zugegeben, das beantwortet Ihre Frage eigentlich nicht ... also, ich bin hier, weil ich das Zeitportal dafür brauche, die Zeitschleife zu beenden. Dummerweise weiss ich noch nicht, wie das gehen soll."<br />
"Ach ..."<br />
"Wir könnten Alientexte übersetzen, hmm? Ich habe sogar einen Kollegen mit, der uns dabei gerne hilft."<br />
Sandoval sah das als sein Stichwort, betrat mit brav gesenktem Skrill den Raum und sah sich einem sehr sauren Multimilliardär gegenüber, der soeben abdrückte.<br />
<br />
<br />
"Kommen Sie jetzt oder nicht?"<br />
Sandoval runzelte die Stirn und sah sich kurz zwischen Lift und Shuttleparkbalkon um, dann hob er die linke Faust und rammte sie in Kincaids Schulter. "Sie hätten mich warnen können, dass er mich erschiessen will."<br />
"Sehen Sie es nicht so eng, ich habe ihn zur Verteidigung angeleuchtet, dann habe ich aber auch nicht nennenswert länger gelebt als Sie. Ich hatte aber irgendwie schon gedacht, wir fahren mit Doors besser als mit Zo'or."<br />
Sandoval rollte mit den Augen. "Der ach so hehre Widerstand. Detroit?"<br />
Kincaid seufzte leise und schüttelte langsam den Kopf. "Bloss nicht! Ich bin seit etwa 140 Stunden pausenlos auf Achse, ich brauche Urlaub." Plötzlich zog er die Mundwinkel hoch, dann sprintete er zum Shuttle und rief: "Auf die Seychellen! Ich besorge die Badehosen und Badetücher, Sie holen die Monstereistüten und besetzen die Liegestühle!"<br />
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Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[So, da bin ich wieder. Viel Spass beim Lesen!<br />
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"Kommen Sie jetzt oder nicht?"<br />
Sandoval runzelte die Stirn und sah sich kurz zwischen Lift und Shuttleparkbalkon um, dann folgte er Kincaid ins Shuttle und setzte sich. "Detroit!", sagte er, "Dort ist das Zeitportal." Der Major hielt mitten in der Initialisierung des Antriebs inne und wandte sich um. "Eine Schleife in der Schleife", erklärte der Agent, "und das gerade noch mit viel Glück. Sie wurden erschossen."<br />
"Ja, das war unangenehm."<br />
"Sie erinnern sich?"<br />
Kincaid grinste und bemerkte: "Ich wollte sehen, wie lange es dauert, bis Sie es sagen."<br />
"Sie trauen mir nicht, nachdem ich Zeuge war, wie sehr Sie mit dem Widerstand zu tun haben."<br />
"Das ist nicht das Problem." Er setzte an, den Kurs einzugeben, liess es aber doch  zunächst bleiben.<br />
"Sie sind kein Mensch", sagte Sandoval, "Sie haben sich einfach aufgelöst, von Ihnen ist nichts übriggeblieben."<br />
Der Major atmete tief durch und wandte sich wieder um. "Das habe ich befürchtet. Ich hätte gehofft, wie jeder andere einfach blutüberströmt umzufallen."<br />
"Nun, Doors hat Sie einen Alien genannt ... auch das war ein Indiz."<br />
"Sie schlafen also nie."<br />
"Nicht in Doors' Gegenwart", schmunzelte Sandoval, "In Zo'ors übrigens auch nicht."<br />
Kincaid liess seine Hände sinken und neigte den Kopf. "Ich traue Ihnen", sagte er, "Es gab einen Durchgang, in dem Sie mir gestanden haben, mit dem Widerstand zu sympathisieren."<br />
"Gestanden im Sinne von ...?"<br />
"Sie waren festgeschnallt", gab der Major sichtlich ungern zu und widmete sich wieder den holographischen Kontrollen des Shuttles. Der Agent beobachtete ihn dabei, den Kurs nach Detroit einzugeben. "Ich hätte Zo'or erschossen", sagte Liam plötzlich.<br />
"Bitte?"<br />
"Er befahl mir einmal, Sie umzubringen, und ich hatte die Waffe schon in der Hand, als der Rücksprung passierte. Ich hätte Zo'or erschossen, nicht Sie."<br />
"Obwohl Sie wussten, dass ich nicht tot geblieben wäre und zudem Zo'or gewusst hätte, wo Sie stehen?"<br />
"Definitiv." Kincaid hob das Shuttle ab und sprang in die Interdimension.<br />
Sandoval lehnte sich in seinen Sessel zurück und starrte mit gerunzelter Stirn ins blaue Lichtspiel, einige Momente später sagte er dann: "Bisher hielt ich Sie ..."<br />
"Für einen skrupellosen Taelonschergen, der jede Leiche wegräumt, ja, haben Sie mir schon mal gesagt."<br />
"Weiter?", fragte der Agent.<br />
"Sie finden den Widerstand nicht so übel", ergänzte Kincaid, "Ich bin übrigens der Anführer, Doors wurde abgesägt, auch wenn er es noch nicht recht wahrhaben will."<br />
"Sie ... sind der Anführer!", wiederholte Sandoval perplex, "Sie, ein Alien, führen die menschliche Verteidigung gegen Aliens an. Das nenne ich intergalaktische Ironie."<br />
"Ich wurde hier geboren und weiter als bis zum Mutterschiff bin ich auch noch nicht gekommen."<br />
"Ein entkommenes, untergetauchtes Experiment?", fragte Sandoval. Kincaid antwortete nicht. "Hybridexperiment?", fuhr der Asiate fort und stützte die Ellbogen auf den Armlehnen auf, vom Alien vor ihm auf dem Pilotensessel gab es wieder keine Reaktion. "Nachfahre der Roswell-Aliens?"<br />
Jetzt musste der Major lachen und schüttelte den Kopf. "Nein."<br />
"Sie machen einen absolut menschlichen Eindruck, Kincaid."<br />
"Fein!", wandte er sich energisch um, "Ich bin ein Hybrid, nicht komplett Alien. Aber kein Experiment! Die Taelons haben nichts damit zu tun!"<br />
"Und was ist Ihre Alienhälfte?", fragte Sandoval, "Das können Sie mir ruhig sagen, ich kann damit ja vermutlich ohnehin nichts anfangen."<br />
Kincaid zog ein mühsames Grinsen und rollte mit den Augen, dann sagte er tatsächlich: "Kimera."<br />
Damit konnte der Agent nun doch etwas anfangen. Er hatte Ha'gels Fähigkeiten schliesslich am eigenen Leib zu spüren bekommen. Und es war wirklich sehr kalt gewesen, als er sich nackt im Müllcontainer wiedergefunden hatte.<br />
Er schwieg, unterdessen sprang der Major aus der Interdimension und setzte zur Landung an. "Ich sollte besser alleine gehen", bemerkte Kincaid, "Doors traut mir zwar auch nicht so recht, aber wenn ich Sie mitbringe, packt er nur wieder die Handschellen aus."<br />
"Alle weiteren Durchgänge nur im Shuttle zu sitzen ist nicht gerade mein Wunsch, Major."<br />
"Dann kommen Sie eben doch mit und wir sehen, was passiert."<br />
<br />
<br />
"Agent Sandoval!", grüsste der Nachtwächter geschreckt, "Die Leute sind alle schon zuhause, nur die Putzkolonne ist da. Ist es sehr dringend?"<br />
"Nein, wir kommen nur so zum Spass mitten in der Nacht hier her", gab Liam zurück.<br />
"Wir brauchen niemanden, wir finden uns selbst zurecht", ergänzte Sandoval kühl, tauchte unter der Schranke durch und sah den Nachtwächter von der Türe aus sehr auffordernd an. Der Riegel klickte kurz, dann betraten Agent und Major das Gebäude.<br />
Sie hielten sich nicht mit der Suche im Bürotrakt auf, sondern begaben sich gleich in den Nordflügel und in den dritten Stock. Den Mangel an schrubbender Aktivität auf dem Weg kannten sie bereits, ebenso die gefährlichere Aktivität vor dem Raum 21.<br />
Liam warf sich zu Boden, eine Kugel zwitscherte über ihn hinweg und blieb in einer Brandschutztüre hinter ihm stecken, Sandoval schoss seinen Skrill ab und der Schütze vom Institutswachdienst sackte getroffen zusammen. Die beiden weiteren Mitglieder des Institutswachdienstes lieferten diesmal gleich zwei blutige Nasenabdrücke an der Wand und einige Momente später lagen noch zwei Wachleute bewusstlos am Boden.<br />
Dann betrat Kincaid Raum 21 und grüsste höflich: "Schön, Sie zu sehen, Mr. Doors. War es Ihre Idee, dass auf mich geschossen werden soll? Ich dachte, Sie hätten die sizilianische Methode für mich angedacht."<br />
"Kincaid! Was tun Sie hier?"<br />
"Ich stecke in einer Zeitschleife, das ist Durchgang Nummer neun. Zo'or weiss übrigens, dass Sie hier sind, und in nicht einmal 18 Stunden wird seine Freiwilligenarmee hier alles aufmischen und Sie erschiessen." Pause. "Zugegeben, das beantwortet Ihre Frage eigentlich nicht ... also, ich bin hier, weil ich das Zeitportal dafür brauche, die Zeitschleife zu beenden. Dummerweise weiss ich noch nicht, wie das gehen soll."<br />
"Ach ..."<br />
"Wir könnten Alientexte übersetzen, hmm? Ich habe sogar einen Kollegen mit, der uns dabei gerne hilft."<br />
Sandoval sah das als sein Stichwort, betrat mit brav gesenktem Skrill den Raum und sah sich einem sehr sauren Multimilliardär gegenüber, der soeben abdrückte.<br />
<br />
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"Kommen Sie jetzt oder nicht?"<br />
Sandoval runzelte die Stirn und sah sich kurz zwischen Lift und Shuttleparkbalkon um, dann hob er die linke Faust und rammte sie in Kincaids Schulter. "Sie hätten mich warnen können, dass er mich erschiessen will."<br />
"Sehen Sie es nicht so eng, ich habe ihn zur Verteidigung angeleuchtet, dann habe ich aber auch nicht nennenswert länger gelebt als Sie. Ich hatte aber irgendwie schon gedacht, wir fahren mit Doors besser als mit Zo'or."<br />
Sandoval rollte mit den Augen. "Der ach so hehre Widerstand. Detroit?"<br />
Kincaid seufzte leise und schüttelte langsam den Kopf. "Bloss nicht! Ich bin seit etwa 140 Stunden pausenlos auf Achse, ich brauche Urlaub." Plötzlich zog er die Mundwinkel hoch, dann sprintete er zum Shuttle und rief: "Auf die Seychellen! Ich besorge die Badehosen und Badetücher, Sie holen die Monstereistüten und besetzen die Liegestühle!"<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[16. Türchen: Der Handel seines Lebens 3/3]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224161.html</link>
			<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 16:29:09 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224161.html</guid>
			<description><![CDATA[Da kommt auch schon das Ende meiner Kalendergeschichte.<br />
Viel Spaß beim Lesen und ein schönes Wochenende, ihr Lieben. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/smiley.gif" border="0" alt="Lächeln" title="Lächeln" /><br />
_________________________________________________<br />
<br />
<br />
Nur noch einmal. Der Agent schluckte noch schwerer als zuvor. Jetzt war es gleich vorbei mit ihm. Er ging mithilfe seines CVIs ein weiteres Mal sämtliche Namen des Teufels durch und überlegte. Er war ein Herrscher, ein Fürst. <span style="font-style: italic;">Oh, er würde gleich sterben.</span> Es blieb Ronald nichts anderes übrig, als noch einmal zu antworten, dabei stellte er sich auf seinen letzten Atemzug ein. »Hoheit?«<br />
Luzifers Lachen klang wie das Zischen einer Schlange. »Da ist uns der Herr noch lieber.« Und die letzte Flamme erlosch.<br />
Jetzt war es soweit. Sandoval krallte sich mit einer Hand an sein Hemd und atmete ein letztes Mal tief durch. Dachte er. Nichts geschah. Er blickte dem breitgrinsenden Luzifer verwirrt in die glühenden Augen. Dieser schlang seinen langen Schwanz um den Körper des Agenten und zog ihn zu sich. Jetzt. Jetzt war es eindeutig soweit. Sandoval war wie versteinert.<br />
»Jetzt fragt er sich“, sagte Luzifer und ließ ein paar Sekunden voller Ungewissheit vergehen bevor er fortfuhr, „und wir sagen ihm, er kommt ohnehin noch früh genug zu uns.« Daraufhin ließ er den Agenten los und wandte sich an Zo’or.<br />
»Und welche Anrede ist es dann?«, wollte Liam nun aber noch wissen.<br />
Luzifer fühlte sich gestört und fauchte ihn böse an. »Das erfährt er dann, wenn es soweit ist!« Liam schreckte zurück und befand, dass er besser eine Weile wartete, bevor er das nächste Mal den Mund aufmachte.<br />
<br />
Mit den Augen auf dem Weg zu Zo’or, streifte Luzifer nun kurz T’than mit seinem Blick und knurrte ihn an, dann bewegte er seinen Körper gemächlich auf den Synodenführer zu. Seine schwarzen Zehenkrallen kratzten dabei hörbar über den Boden des Mutterschiffes.<br />
<br />
Sandoval schwitzte – nicht nur im Gesicht. So unauffällig wie möglich ließ er sein schwarzes Sakko über seine Schultern und dann abwärts rutschen und beobachtete mit größter Vorsicht Luzifer aus dem Augenwinkel. <span style="font-style: italic;">Gut, der schien jetzt keine Notiz von ihm zu nehmen.</span> Beinahe geräuschlos sank das Sakko zu Boden, doch Ronald war es immer noch zu heiß.<br />
<br />
Zo’or sagte nichts, als Luzifers Nüstern ihm heiße Luft ins Gesicht schnaubten, auch nicht, als er ihm seine blanken scharfen Zähne zeigte und ihn anknurrte. Der Taelon war sich sicher, dass gleich jemand diesen Störenfried zur Strecke bringen würde.<br />
Da nun niemand klüger geworden war und demnach auch Da’an nicht wusste, wie er den Teufel ansprechen sollte, ließ er die Anrede einfach weg. <span style="font-style: italic;">Hoffentlich würde er ihm das nicht allzu übel nehmen.</span> »Zo’or ist also angeklagt«, wiederholte Da’an eine Tatsache, »Von den Toten?«<br />
Knurrend wandte Luzifer seinen Kopf dem Taelon zu der gesprochen hatte. »Mindestens«, fauchte er seine knappe Antwort.<br />
Da’an sparte sich die Frage nach dem Warum. Zo’or hatte wohl mehr Menschen auf dem Gewissen als jeder andere. Als einziger schien Da‘an im Moment keine Angst zu haben und damit war er auch als einziger fähig, sich mit dem Teufel zu unterhalten. »Und Sie sind der Richter«, stellte Da’an fest.<br />
»So kann er es nennen«, bestätigte ihn Luzifer und sprach mit ruhiger rauchiger Stimme. »Er muss bezahlen, oder gehen.«<br />
Fragend sah der Botschafter ihn an. »Wohin gehen?«<br />
Luzifer lachte. »Natürlich zu uns.« Bei diesen Worten wurde sein böses Grinsen immer breiter.<br />
T’than hatte aufgehorcht. Zo’or war also schon so gut wie weg. Vom Teufel geholt. Er konnte einen zufriedenen Gesichtsausdruck nicht unterdrücken.<br />
Langsam wachte der Synodenführer aus seinem Schock-ähnlichen Zustand auf. »Womit bezahlen?«, fragte er irritiert.<br />
Luzifer peitschte mit seinem Schwanz auf den Boden und fuhr den unwissenden Taelon harsch an. »Gold!«<br />
Hätte ein Taelon Farbe im Gesicht, wäre diese nun aus selbigem von Zo’or gewichen. Jemand wollte ihm nehmen, was so unglaublich viel an Geldwert besaß, womit er doch so viele Menschen bestechen konnte. Nein, ihnen helfen. Die Wirtschaft steuern, um noch mehr Profit für sich selbst… nein, nur um den Menschen zu helfen. Vielleicht den ein oder anderen Staat kauf… nein… Menschen helfen. Zo’ors eigene Gedanken begannen ihn mehr und mehr zu verwirren und er wurde das ungute Gefühl nicht los, dass der Teufel ganz genau wusste, was er dachte und vielleicht sogar versuchte ihn zu steuern.<br />
Zo’or sah dem dunkelroten Wesen in die glühend weißen Augen, die direkt in ihn hinein zu starren schienen.<br />
<br />
Mit einem bedrohlichen Brüllen brachte Luzifer den Taelon wieder ins Hier und Jetzt. Der schien nun wirklich und endgültig begriffen zu haben und reagierte beinahe trotzig. »Woher wissen Sie überhaupt davon?«<br />
Der Teufel knurrte. »Man hat es mir gesagt.« Er schnippte mit den Fingern und eine menschengroße Flamme erschien in der sich ein Körper zu formen begann.<br />
Da’an erschrak. »Ku’don?«<br />
»RUHE!«, brüllte Luzifer.<br />
Entgeistert starrten die Anwesenden den Taelon in der Flamme an, bis es Luzifer schon wieder zu lange dauerte. »Nun, was ist? Bezahlt er jetzt?«, fauchte er.<br />
Zo’or war verwirrt, doch nicht genug, um seine Verlustängste zu überwinden. »Können Sie nicht etwas anderes nehmen?«<br />
Er brachte den Teufel zum seufzen, doch dieser war auch durchaus bereit zu verhandeln. »Was kann er mir besseres anbieten als Gold?«<br />
»Da’an hat doch genauso Schuld an allem! Warum soll nur ich bestraft werden?«, kam es wie aus der Pistole geschossen.<br />
Sein Elter wollte seinen Ohren nicht trauen. Zo’or verkaufte ihn! Natürlich, so war Zo’or, aber trotzdem! Er verschenkte einfach jemanden an den Teufel, als wäre es nichts!<br />
»Ein falscher Hund ist er«, fauchte Luzifer den Synodenführer an und wischte wütend Ku’dons Flamme fort, »und ein feiger noch dazu!«<br />
Zo’or leuchtete beleidigt auf. Eine unerhörte Frechheit, wie man hier mit ihm sprach.<br />
<br />
Inzwischen hatte sich Sandoval etwas beruhigt. Er war ja sozusagen außer Gefahr. Sicher, irgendwann würde er in die Hölle hinab fahren, aber heute nicht mehr. Auch wenn er das nicht schriftlich hatte.<br />
Jetzt aber griff der Teufel seinen Companion an und erweckte damit wieder seinen programmierten Beschützerinstinkt. Der Agent fasste sich und streckte seinen rechten Arm aus. »Ziehen Sie sich auf der Stelle zurück!«, befahl er dem gut drei Meter großen Monstrum mit zwei spitzen Hörnern auf dem Kopf.<br />
Luzifer schlug ruckartig seine riesigen Flügel auf und wehte den Asiaten damit fast um. Wütend blickte er ihn mit seinen weißen Augen an und brüllte.<br />
Sandoval feuerte mit dem Skrill auf den kraftvollen Teufelskörper. Noch einmal. Und noch ein weiteres Mal. Dass sein Gegner nicht einmal knurrte, machte den Agenten dann doch stutzig. Er feuerte noch einmal, doch sämtliche Schüsse wandelten sich kurz vor Luzifer zu Feuerbällen, welche sein Körper einfach verschlang.<br />
Als Sandoval den Angriff stoppte, hörte man einen Moment lang nur ein entnervtes Schnauben, dann knurrte Luzifer leise, baute seinen Körper auf und schlang seinen langen Schwanz kurzerhand fest um den Synodenführer. »Wer will nun für ihn bezahlen?«, blickte der Teufel provokant in die Runde.<br />
Ein bedrückend ehrliches Schweigen trat augenblicklich ein. Zo’or war entsetzt! Nicht einmal Da’an, sein eigenes Elter, wollte sich offenbar melden. Er hätte vorhin wohl besser nachdenken sollen, bevor er den Mund aufgemacht und ihn dem Teufel angeboten hatte.<br />
»Sieh an, niemand«, höhnte Luzifer.<br />
<br />
Major Kincaid fasste sich ein Herz und trat vor den Teufel. Um ihn in seiner Macht zu bestätigen, verbeugte Liam sich sogar. »Darf ich etwas sagen?«<br />
Luzifer blickte verwundert drein. Bisher waren die Anwesenden sehr zurückhaltend mit Respekt gewesen. »Er soll sprechen«, nickte er Liam zu und wartete neugierig.<br />
»Sie können sich diesen Taelon selbstverständlich nehmen«, begann Liam, mit einem Blick auf das fassungslose Gesicht des Synodenführers, »aber er kommt nicht im Mindesten dem Wert des Goldes nahe.« <span style="font-style: italic;">Zo’or war jetzt nicht sicher, was ihn mehr traf.</span><br />
»Wo er recht hat«, hörte man Sandoval beipflichten.<br />
Einer war gerade nicht ganz so einverstanden mit der Entwicklung des Gesprächs: T’than. Es klang so, als würde sich sein Wunsch, vom aus dem Weg geräumten Zo’or, eventuell doch nicht erfüllen.<br />
»Und wenn ich beides nehme?«, grinste Luzifer.<br />
<span style="font-style: italic;">Dann hatte sich niemand überlegt, dass das auch ginge</span>, dachte Liam sofort. Er seufzte. Doch schon kurz danach löste sich die feste Klammer um Zo’or und der Taelon flüchtete sich einige Schritte zurück. »Heute ist nicht sein Tag«, brummte Luzifer. <span style="font-style: italic;">Damit hatte er Zo’or förmlich das Wort aus dem Mund genommen.</span> Dabei meinte der Teufel das natürlich ein bisschen anders als der Taelon dachte.<br />
»Können wir uns nicht irgendwie anders einig werden?«, bemühte Zo’or sich um Fassung, »Ein Tausch, oder eben etwas anderes? Aber das Gold brauche ich.«<br />
»Wir«, korrigierte Da’an. Zo’or blickte erschrocken zu ihm. »Ja. Wir.«<br />
Der Synodenführer rang sichtlich nach Worten. Seine Handbewegungen waren aufgeregt. »Was könnte ich für Sie tun?«, meinte er an Luzifer gerichtet.<br />
Dieser brummte leise. »Ein Dienst?«, war er überrascht.<br />
Zo’or neigte den Kopf. »Ganz genau.« Idee hatte er dazu leider noch keine, doch der Teufel grinste bereits. »Und dazu überlässt er mir seine Seele.«<br />
Die Augen des Taelons weiteten sich. <span style="font-style: italic;">So war das jetzt nicht geplant.</span> »Aber…« Doch Luzifer unterbrach ihn je. »Nein, nur… <span style="font-style: italic;">hinterlegen</span>. Macht er einen Fehler, kommt er auf der Stelle zu mir.«<br />
<br />
Gewissermaßen klang das fair, aber es war definitiv noch zu wenig Information. »Und welcher Dienst soll es nun sein?«, fragte Zo’or nach.<br />
Luzifer brummte zufrieden. »Er behält sein Gold. Er bleibt hier. Aber er liefert mir nicht mehr die, deren Namen noch nicht auf der Liste stehen.«<br />
Das war ein Deal! Zo’or entspannte sich langsam. Er könnte weitermachen wie immer, nur die Versuchsobjekte sollten ihm vorgegeben werden. Eine Flamme tauchte vor seinen Augen auf und verwandelte sich in ein Blatt gelblichen Pergaments auf dem in schwarzer schwungvoller Schrift geschrieben stand, wozu Zo’or sich verpflichtete. Direkt daneben erschien eine lange schwarze Schreibfeder.<br />
Da’an fühlte sich mehr als unwohl. Mit einem flehenden Blick suchte er Augenkontakt zu seinem Kind, welches im Begriff war, etwas sehr bedenkliches zu tun.<br />
T’than war erstarrt. Alle Hoffnungen auf die Position des Synodenführers waren ihm genommen worden, stattdessen drohte jetzt alles noch schlimmer zu werden.<br />
Liam und Ronald hielten sich diskret zurück. Ein besseres Angebot würde wohl nicht mehr kommen.<br />
»Einverstanden«, willigte Zo’or ein und setzte seinen Namen auf das Pergament, woraufhin es sich einrollte und von Luzifers schneller Hand gepackt wurde. »Es wird Ihnen genügen müssen. Jetzt ziehen wir uns zurück«, sagte er und lachte, »und er wird von uns hören.«<br />
<br />
Der dunkelrote Nebel tauchte wieder auf. Er kam wie aus dem Nichts und hüllte die Körper der Anwesenden vollständig ein. Die Feuerwände, welche die Gänge versperrt hatten, lösten sich in schwarzen Rauch auf und Luzifer selbst, mit dem Vertrag in der Hand, verwandelte sich in einen heißen Wirbel aus reinem Feuer, der den Nebel und den Rauch in sich verschlang und damit wieder in einem Nichts verschwand.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;">»Guten Morgen, Washington«</span>, grüßte ein gut gelaunter Moderator seine Zuschauer vor den Bildschirmen.<br />
<span style="font-style: italic;">Wie Ihnen allen bestimmt schon aufgefallen ist, ist es draußen auf den Straßen wieder ruhig geworden. Leider haben unsere lieben Freunde aus der Gruft nicht nur einen einmaligen Eindruck hinterlassen, sondern auch erheblichen Sachschaden in Höhe von geschätzten…</span><br />
Eine junge blonde Assistentin unterbrach plötzlich den Sprecher als sie mit einem Zettel ins Bild marschierte und diesen auf den Tisch klatschte.<br />
<span style="font-style: italic;">»Oh… Pergament? Naja, egal. Wie ich gerade sehe, muss sich selbst das ärmste Dorf keine Gedanken um die Finanzierung der Reparaturen machen. Was für eine Überraschung… die Taelons haben sich bereit erklärt, sämtliche Kosten dieser Art zu übernehmen.<br />
Da bleibt mir nur zu sagen: Danke, an die blauen Engel – und nun zum Wetter, mit der bezaubernden Anne…«</span><br />
<br />
Zo’or saß vor dem Bildschirm und wirkte mit einem Mal völlig entgeistert. Widererwarten war kein Ausdruck von Wut in seinem Gesicht, wie sein treuester menschlicher Begleiter, Sandoval, verwundert feststellte. Der Agent stand direkt daneben und schluckte schwer. »Soll ich …«<br />
»Ja!«, fauchte der Taelon leise, »Aber nur so viel umtauschen, wie wirklich nötig ist.« <span style="font-style: italic;">Was war er für ein blauäugiger Dummkopf gewesen, sich den Vertrag vorher nicht nochmal durchzulesen!</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Da kommt auch schon das Ende meiner Kalendergeschichte.<br />
Viel Spaß beim Lesen und ein schönes Wochenende, ihr Lieben. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/smiley.gif" border="0" alt="Lächeln" title="Lächeln" /><br />
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Nur noch einmal. Der Agent schluckte noch schwerer als zuvor. Jetzt war es gleich vorbei mit ihm. Er ging mithilfe seines CVIs ein weiteres Mal sämtliche Namen des Teufels durch und überlegte. Er war ein Herrscher, ein Fürst. <span style="font-style: italic;">Oh, er würde gleich sterben.</span> Es blieb Ronald nichts anderes übrig, als noch einmal zu antworten, dabei stellte er sich auf seinen letzten Atemzug ein. »Hoheit?«<br />
Luzifers Lachen klang wie das Zischen einer Schlange. »Da ist uns der Herr noch lieber.« Und die letzte Flamme erlosch.<br />
Jetzt war es soweit. Sandoval krallte sich mit einer Hand an sein Hemd und atmete ein letztes Mal tief durch. Dachte er. Nichts geschah. Er blickte dem breitgrinsenden Luzifer verwirrt in die glühenden Augen. Dieser schlang seinen langen Schwanz um den Körper des Agenten und zog ihn zu sich. Jetzt. Jetzt war es eindeutig soweit. Sandoval war wie versteinert.<br />
»Jetzt fragt er sich“, sagte Luzifer und ließ ein paar Sekunden voller Ungewissheit vergehen bevor er fortfuhr, „und wir sagen ihm, er kommt ohnehin noch früh genug zu uns.« Daraufhin ließ er den Agenten los und wandte sich an Zo’or.<br />
»Und welche Anrede ist es dann?«, wollte Liam nun aber noch wissen.<br />
Luzifer fühlte sich gestört und fauchte ihn böse an. »Das erfährt er dann, wenn es soweit ist!« Liam schreckte zurück und befand, dass er besser eine Weile wartete, bevor er das nächste Mal den Mund aufmachte.<br />
<br />
Mit den Augen auf dem Weg zu Zo’or, streifte Luzifer nun kurz T’than mit seinem Blick und knurrte ihn an, dann bewegte er seinen Körper gemächlich auf den Synodenführer zu. Seine schwarzen Zehenkrallen kratzten dabei hörbar über den Boden des Mutterschiffes.<br />
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Sandoval schwitzte – nicht nur im Gesicht. So unauffällig wie möglich ließ er sein schwarzes Sakko über seine Schultern und dann abwärts rutschen und beobachtete mit größter Vorsicht Luzifer aus dem Augenwinkel. <span style="font-style: italic;">Gut, der schien jetzt keine Notiz von ihm zu nehmen.</span> Beinahe geräuschlos sank das Sakko zu Boden, doch Ronald war es immer noch zu heiß.<br />
<br />
Zo’or sagte nichts, als Luzifers Nüstern ihm heiße Luft ins Gesicht schnaubten, auch nicht, als er ihm seine blanken scharfen Zähne zeigte und ihn anknurrte. Der Taelon war sich sicher, dass gleich jemand diesen Störenfried zur Strecke bringen würde.<br />
Da nun niemand klüger geworden war und demnach auch Da’an nicht wusste, wie er den Teufel ansprechen sollte, ließ er die Anrede einfach weg. <span style="font-style: italic;">Hoffentlich würde er ihm das nicht allzu übel nehmen.</span> »Zo’or ist also angeklagt«, wiederholte Da’an eine Tatsache, »Von den Toten?«<br />
Knurrend wandte Luzifer seinen Kopf dem Taelon zu der gesprochen hatte. »Mindestens«, fauchte er seine knappe Antwort.<br />
Da’an sparte sich die Frage nach dem Warum. Zo’or hatte wohl mehr Menschen auf dem Gewissen als jeder andere. Als einziger schien Da‘an im Moment keine Angst zu haben und damit war er auch als einziger fähig, sich mit dem Teufel zu unterhalten. »Und Sie sind der Richter«, stellte Da’an fest.<br />
»So kann er es nennen«, bestätigte ihn Luzifer und sprach mit ruhiger rauchiger Stimme. »Er muss bezahlen, oder gehen.«<br />
Fragend sah der Botschafter ihn an. »Wohin gehen?«<br />
Luzifer lachte. »Natürlich zu uns.« Bei diesen Worten wurde sein böses Grinsen immer breiter.<br />
T’than hatte aufgehorcht. Zo’or war also schon so gut wie weg. Vom Teufel geholt. Er konnte einen zufriedenen Gesichtsausdruck nicht unterdrücken.<br />
Langsam wachte der Synodenführer aus seinem Schock-ähnlichen Zustand auf. »Womit bezahlen?«, fragte er irritiert.<br />
Luzifer peitschte mit seinem Schwanz auf den Boden und fuhr den unwissenden Taelon harsch an. »Gold!«<br />
Hätte ein Taelon Farbe im Gesicht, wäre diese nun aus selbigem von Zo’or gewichen. Jemand wollte ihm nehmen, was so unglaublich viel an Geldwert besaß, womit er doch so viele Menschen bestechen konnte. Nein, ihnen helfen. Die Wirtschaft steuern, um noch mehr Profit für sich selbst… nein, nur um den Menschen zu helfen. Vielleicht den ein oder anderen Staat kauf… nein… Menschen helfen. Zo’ors eigene Gedanken begannen ihn mehr und mehr zu verwirren und er wurde das ungute Gefühl nicht los, dass der Teufel ganz genau wusste, was er dachte und vielleicht sogar versuchte ihn zu steuern.<br />
Zo’or sah dem dunkelroten Wesen in die glühend weißen Augen, die direkt in ihn hinein zu starren schienen.<br />
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Mit einem bedrohlichen Brüllen brachte Luzifer den Taelon wieder ins Hier und Jetzt. Der schien nun wirklich und endgültig begriffen zu haben und reagierte beinahe trotzig. »Woher wissen Sie überhaupt davon?«<br />
Der Teufel knurrte. »Man hat es mir gesagt.« Er schnippte mit den Fingern und eine menschengroße Flamme erschien in der sich ein Körper zu formen begann.<br />
Da’an erschrak. »Ku’don?«<br />
»RUHE!«, brüllte Luzifer.<br />
Entgeistert starrten die Anwesenden den Taelon in der Flamme an, bis es Luzifer schon wieder zu lange dauerte. »Nun, was ist? Bezahlt er jetzt?«, fauchte er.<br />
Zo’or war verwirrt, doch nicht genug, um seine Verlustängste zu überwinden. »Können Sie nicht etwas anderes nehmen?«<br />
Er brachte den Teufel zum seufzen, doch dieser war auch durchaus bereit zu verhandeln. »Was kann er mir besseres anbieten als Gold?«<br />
»Da’an hat doch genauso Schuld an allem! Warum soll nur ich bestraft werden?«, kam es wie aus der Pistole geschossen.<br />
Sein Elter wollte seinen Ohren nicht trauen. Zo’or verkaufte ihn! Natürlich, so war Zo’or, aber trotzdem! Er verschenkte einfach jemanden an den Teufel, als wäre es nichts!<br />
»Ein falscher Hund ist er«, fauchte Luzifer den Synodenführer an und wischte wütend Ku’dons Flamme fort, »und ein feiger noch dazu!«<br />
Zo’or leuchtete beleidigt auf. Eine unerhörte Frechheit, wie man hier mit ihm sprach.<br />
<br />
Inzwischen hatte sich Sandoval etwas beruhigt. Er war ja sozusagen außer Gefahr. Sicher, irgendwann würde er in die Hölle hinab fahren, aber heute nicht mehr. Auch wenn er das nicht schriftlich hatte.<br />
Jetzt aber griff der Teufel seinen Companion an und erweckte damit wieder seinen programmierten Beschützerinstinkt. Der Agent fasste sich und streckte seinen rechten Arm aus. »Ziehen Sie sich auf der Stelle zurück!«, befahl er dem gut drei Meter großen Monstrum mit zwei spitzen Hörnern auf dem Kopf.<br />
Luzifer schlug ruckartig seine riesigen Flügel auf und wehte den Asiaten damit fast um. Wütend blickte er ihn mit seinen weißen Augen an und brüllte.<br />
Sandoval feuerte mit dem Skrill auf den kraftvollen Teufelskörper. Noch einmal. Und noch ein weiteres Mal. Dass sein Gegner nicht einmal knurrte, machte den Agenten dann doch stutzig. Er feuerte noch einmal, doch sämtliche Schüsse wandelten sich kurz vor Luzifer zu Feuerbällen, welche sein Körper einfach verschlang.<br />
Als Sandoval den Angriff stoppte, hörte man einen Moment lang nur ein entnervtes Schnauben, dann knurrte Luzifer leise, baute seinen Körper auf und schlang seinen langen Schwanz kurzerhand fest um den Synodenführer. »Wer will nun für ihn bezahlen?«, blickte der Teufel provokant in die Runde.<br />
Ein bedrückend ehrliches Schweigen trat augenblicklich ein. Zo’or war entsetzt! Nicht einmal Da’an, sein eigenes Elter, wollte sich offenbar melden. Er hätte vorhin wohl besser nachdenken sollen, bevor er den Mund aufgemacht und ihn dem Teufel angeboten hatte.<br />
»Sieh an, niemand«, höhnte Luzifer.<br />
<br />
Major Kincaid fasste sich ein Herz und trat vor den Teufel. Um ihn in seiner Macht zu bestätigen, verbeugte Liam sich sogar. »Darf ich etwas sagen?«<br />
Luzifer blickte verwundert drein. Bisher waren die Anwesenden sehr zurückhaltend mit Respekt gewesen. »Er soll sprechen«, nickte er Liam zu und wartete neugierig.<br />
»Sie können sich diesen Taelon selbstverständlich nehmen«, begann Liam, mit einem Blick auf das fassungslose Gesicht des Synodenführers, »aber er kommt nicht im Mindesten dem Wert des Goldes nahe.« <span style="font-style: italic;">Zo’or war jetzt nicht sicher, was ihn mehr traf.</span><br />
»Wo er recht hat«, hörte man Sandoval beipflichten.<br />
Einer war gerade nicht ganz so einverstanden mit der Entwicklung des Gesprächs: T’than. Es klang so, als würde sich sein Wunsch, vom aus dem Weg geräumten Zo’or, eventuell doch nicht erfüllen.<br />
»Und wenn ich beides nehme?«, grinste Luzifer.<br />
<span style="font-style: italic;">Dann hatte sich niemand überlegt, dass das auch ginge</span>, dachte Liam sofort. Er seufzte. Doch schon kurz danach löste sich die feste Klammer um Zo’or und der Taelon flüchtete sich einige Schritte zurück. »Heute ist nicht sein Tag«, brummte Luzifer. <span style="font-style: italic;">Damit hatte er Zo’or förmlich das Wort aus dem Mund genommen.</span> Dabei meinte der Teufel das natürlich ein bisschen anders als der Taelon dachte.<br />
»Können wir uns nicht irgendwie anders einig werden?«, bemühte Zo’or sich um Fassung, »Ein Tausch, oder eben etwas anderes? Aber das Gold brauche ich.«<br />
»Wir«, korrigierte Da’an. Zo’or blickte erschrocken zu ihm. »Ja. Wir.«<br />
Der Synodenführer rang sichtlich nach Worten. Seine Handbewegungen waren aufgeregt. »Was könnte ich für Sie tun?«, meinte er an Luzifer gerichtet.<br />
Dieser brummte leise. »Ein Dienst?«, war er überrascht.<br />
Zo’or neigte den Kopf. »Ganz genau.« Idee hatte er dazu leider noch keine, doch der Teufel grinste bereits. »Und dazu überlässt er mir seine Seele.«<br />
Die Augen des Taelons weiteten sich. <span style="font-style: italic;">So war das jetzt nicht geplant.</span> »Aber…« Doch Luzifer unterbrach ihn je. »Nein, nur… <span style="font-style: italic;">hinterlegen</span>. Macht er einen Fehler, kommt er auf der Stelle zu mir.«<br />
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Gewissermaßen klang das fair, aber es war definitiv noch zu wenig Information. »Und welcher Dienst soll es nun sein?«, fragte Zo’or nach.<br />
Luzifer brummte zufrieden. »Er behält sein Gold. Er bleibt hier. Aber er liefert mir nicht mehr die, deren Namen noch nicht auf der Liste stehen.«<br />
Das war ein Deal! Zo’or entspannte sich langsam. Er könnte weitermachen wie immer, nur die Versuchsobjekte sollten ihm vorgegeben werden. Eine Flamme tauchte vor seinen Augen auf und verwandelte sich in ein Blatt gelblichen Pergaments auf dem in schwarzer schwungvoller Schrift geschrieben stand, wozu Zo’or sich verpflichtete. Direkt daneben erschien eine lange schwarze Schreibfeder.<br />
Da’an fühlte sich mehr als unwohl. Mit einem flehenden Blick suchte er Augenkontakt zu seinem Kind, welches im Begriff war, etwas sehr bedenkliches zu tun.<br />
T’than war erstarrt. Alle Hoffnungen auf die Position des Synodenführers waren ihm genommen worden, stattdessen drohte jetzt alles noch schlimmer zu werden.<br />
Liam und Ronald hielten sich diskret zurück. Ein besseres Angebot würde wohl nicht mehr kommen.<br />
»Einverstanden«, willigte Zo’or ein und setzte seinen Namen auf das Pergament, woraufhin es sich einrollte und von Luzifers schneller Hand gepackt wurde. »Es wird Ihnen genügen müssen. Jetzt ziehen wir uns zurück«, sagte er und lachte, »und er wird von uns hören.«<br />
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Der dunkelrote Nebel tauchte wieder auf. Er kam wie aus dem Nichts und hüllte die Körper der Anwesenden vollständig ein. Die Feuerwände, welche die Gänge versperrt hatten, lösten sich in schwarzen Rauch auf und Luzifer selbst, mit dem Vertrag in der Hand, verwandelte sich in einen heißen Wirbel aus reinem Feuer, der den Nebel und den Rauch in sich verschlang und damit wieder in einem Nichts verschwand.<br />
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<span style="font-style: italic;">»Guten Morgen, Washington«</span>, grüßte ein gut gelaunter Moderator seine Zuschauer vor den Bildschirmen.<br />
<span style="font-style: italic;">Wie Ihnen allen bestimmt schon aufgefallen ist, ist es draußen auf den Straßen wieder ruhig geworden. Leider haben unsere lieben Freunde aus der Gruft nicht nur einen einmaligen Eindruck hinterlassen, sondern auch erheblichen Sachschaden in Höhe von geschätzten…</span><br />
Eine junge blonde Assistentin unterbrach plötzlich den Sprecher als sie mit einem Zettel ins Bild marschierte und diesen auf den Tisch klatschte.<br />
<span style="font-style: italic;">»Oh… Pergament? Naja, egal. Wie ich gerade sehe, muss sich selbst das ärmste Dorf keine Gedanken um die Finanzierung der Reparaturen machen. Was für eine Überraschung… die Taelons haben sich bereit erklärt, sämtliche Kosten dieser Art zu übernehmen.<br />
Da bleibt mir nur zu sagen: Danke, an die blauen Engel – und nun zum Wetter, mit der bezaubernden Anne…«</span><br />
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Zo’or saß vor dem Bildschirm und wirkte mit einem Mal völlig entgeistert. Widererwarten war kein Ausdruck von Wut in seinem Gesicht, wie sein treuester menschlicher Begleiter, Sandoval, verwundert feststellte. Der Agent stand direkt daneben und schluckte schwer. »Soll ich …«<br />
»Ja!«, fauchte der Taelon leise, »Aber nur so viel umtauschen, wie wirklich nötig ist.« <span style="font-style: italic;">Was war er für ein blauäugiger Dummkopf gewesen, sich den Vertrag vorher nicht nochmal durchzulesen!</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[15. Türchen: Der Handel seines Lebens 2/3]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224160.html</link>
			<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 11:29:59 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224160.html</guid>
			<description><![CDATA[Besten Dank für eure Kommentare zum ersten Abschnitt und einen angenehmen 15. Dezember. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/cheesy.gif" border="0" alt="Freuen" title="Freuen" /><br />
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<br />
<br />
Plötzlich knackte es.<br />
»Ein Riss!«, schrie Sandoval alarmierend. Oh nein, jetzt gleich wäre es so weit. Er wollte noch nicht sterben. Hoffentlich würde er wenigstens noch schnell an dem Rauch ersticken. Kincaid hustete bereits.<br />
Es knackte unangenehm weiter und der Riss hatte sich schnell im Zick-Zack durch die Brücke gezogen. Das Beben hatte sich plötzlich spürbar vermindert. Der Riss öffnete sich und zog den Rauch langsam in sich hinein. Der Boden wurde ruhig. Aber da bewegte sich doch etwas!<br />
<br />
Sowohl Liam und Ronald, als auch die beiden Taelons starrten auf etwas, das offenbar aus dem entstanden Spalt langsam versuchte heraus zu kriechen, während der stickige dunkelrote Schwaden stattdessen weiter darin verschwand.<br />
Eine Hand krallte sich mit den Nägeln tief in den Boden der Brücke. Eine sehr seltsame Hand, wie alle rasch festgestellt hatten. So dunkel wie der Rauch, groß, sehnig und mit kräftigen pechschwarzen Krallen. Dann erschien die Gestalt recht schnell, nachdem sich zwei riesige, leicht gebogene, spitze Hörner hervor getan hatten und direkt vor den Augen der Erschrockenen breiteten sich zwei überdimensionale, federlose Flügel aus. <br />
Sandoval bekam die Kinnlade nicht wieder hoch. Was zum…? Ja, genau: Teufel. Genauso sah es nämlich aus. Er glaubte doch gar nicht an sowas!<br />
Nachdem das letzte bisschen Rauch verschwunden war, schloss sich unter lautem Knarren der Riss im Boden und zurück blieb gedämpftes Licht und dieses Monstrum. Mit seinen Hörnern bestimmt drei Meter groß. Das Ende seines langen spitzen Schwanzes streifte Sandoval, der daraufhin zusammenzuckte und einen Meter mehr Abstand suchte.<br />
<br />
»Was hat das zu bedeuten?«, fauchte Zo’or auf einmal und erhob sich vom Boden, »Wer sind Sie?« Er setzte sein überheblichstes Gesicht auf, während das Wesen gemächlich seine Flügel anlegte und sich umdrehte. Nun starrten zwei glühend weiße Augen den Synodenführer förmlich auf den Boden zurück.<br />
Zo’or hatte wohl wirklich nicht die geringste Ahnung, aber Sandoval hütete sich davor, jetzt irgendjemandem etwas zu erklären. Er wollte einfach nur weg. Oder aufwachen.<br />
Ein verärgertes Knurren hallte durch den Raum. »Das fragt er mich.« Die Stimme war tief und rau, bei jedem Atemzug hörte man ein leises Knurren. »Er weiß es schon«, bemerkte das Wesen mit einem Blick auf Liam, der, wie Da’an und der Agent, noch auf dem Boden kniete. Es fletschte seine scharfen Zähne.<br />
»Teufel…«, hauchte Liam und wollte sich dabei nicht ganz sicher sein. Das nun breitere Zähnefletschen sollte aber vermutlich andeuten, dass Liam doch sehr richtig lag. „Luzifer“, ergänzte der Teufel.<br />
Ronald fasste seinen ganzen Mut zusammen, erhob sich vom Boden und stellte sich an Zo’ors Seite. »Was wollen Sie?«, fragte er <span style="font-style: italic;">den Teufel</span>.<br />
Jetzt standen auch Liam und Da’an langsam wieder auf.<br />
Luzifer knurrte und beäugte dabei einen nach dem anderen sehr genau. »Wir werden es sehen«, setzte er ein hämisches Grinsen in sein knochiges Gesicht. Wieder breitete er seine Flügel aus und streckte seinen kräftigen Körper, wobei er nur mit den Zehen auf dem Boden aufstand – wie bei einem Tier – dort war er ebenso im Besitz von sehr scharf aussehenden schwarzen Krallen. Das einzige Kleidungsstück an seinem Körper war ein dunkler Lendenschurz. Wenigstens etwas.<br />
Er beugte sich und sah Zo’or in die Augen. »Er…«, fauchte Luzifer den Taelon an, »Er ist angeklagt.«<br />
<br />
Verblüfft starrte Sandoval dem Teufel in seine glühend weißen Augen. Er wollte immer noch nicht daran glauben.<br />
»Von wem?«, ergriff Da’an plötzlich erschüttert das Wort.<br />
Luzifer lachte spöttisch, so als müsste der Taelon die Antwort eigentlich kennen. »Von allen…« Er wurde je in seinem Satz unterbrochen, als ein weiterer Taelon die Brücke betrat. Rasch legte er die Flügel an und wandte sich um. Sein langer Schwanz schwang aufgeregt durch die Luft, dann brüllte er, was dem Brüllen eines Löwen nahe kam.<br />
»NICHT!«, stieß Ronald sofort aus, »Sir… Luzifer… « Er wusste nicht weiter. Bereits jetzt hatte er das Gefühl, dass er besser gar nichts gesagt hätte. Schon starrten ihn die Augen des Teufels nieder. »Wie nennt er uns? Sir?« Er knurrte unzufrieden und wandte sich nun voll und ganz dem Asiaten zu, der vielleicht gerade einmal halb so groß war wie er.<br />
Der Taelon, der Luzifer unerlaubterweise unterbrochen hatte, war kein geringerer als der Kriegsminister, T’than. Er war selbst erschrocken über den Anblick der sich ihm bot und wollte am liebsten wieder abziehen, doch der Teufel war schneller gewesen. Mit einer schwungvollen Handbewegung hatte er die Ausgänge mit Feuerwänden blockiert. »Es kommt zu uns, was zu uns gehört«, fügte er dem hinzu.<br />
<br />
Sandoval schluckte. Solche Angst hatte er schon lange nicht mehr. Er zögerte eine Antwort hinaus, aber je länger er wartete, desto größer wurde seine Angst. Dann fiel ihm ein, dass die umherirrenden Toten jetzt doch einen Sinn machten. Zo’or war angeklagt. Von allen, denen für deren Tod der Synodenführer verantwortlich war – und die spazierten jetzt auf der Erde herum.<br />
Der Teufel knurrte ihn laut an und riss ihn aus seinen Gedanken. Ronald fasste sich. »Wie soll ich Sie denn nennen?«, fragte er schließlich vorsichtig.<br />
Daraufhin grinste Luzifer wieder. »Er hat drei Möglichkeiten es heraus zu finden.« Da erschienen drei kleine Flammen vor Ronalds Gesicht.<br />
»Das ist nicht fair!«, rief Liam dazwischen, der ahnte, was mit dem Agenten passieren würde, wenn er es nicht erriet.<br />
»Nein?« Luzifer sah den blonden jungen Mann erhaben an. »Seine Zeit wäre ohnehin schon längst um, aber wer rechnete denn mit denen.« Damit schwenkte er seinen Arm durch den Raum und deutete auf die Außerirdischen, die offenbar dafür verantwortlich waren, dass Luzifer einen Termin nicht hatte einhalten können. »Und jetzt soll er raten!«<br />
Der Agent war mehr als verstört und Liam nicht zufrieden. »Darf er sich wenigstens helfen lassen?«, fragte er energisch.<br />
»Wenn er sich eine Chance von einem anderen nehmen lassen möchte, gerne«, brummte Luzifer.<br />
»Keine Hilfe!«, erhob Sandoval rasch eine Hand. Der Teufel wurde allmählich ungeduldig und peitschte mit seinem Schwanz hart auf den Boden, woraufhin die Anwesenden erschrocken zusammenzuckten. »Dann rate er jetzt!«<br />
Welche Anrede würde auf den Teufel denn passen? Sandoval ging in Gedanken alle Namen durch die er für ihn kannte. Es half ihm nicht weiter. Mit irgendetwas musste er jetzt beginnen, also riet er einfach: »Meister?«<br />
Luzifer lachte höhnisch und eine Flamme erlosch. »Zwei Möglichkeiten hat er noch.«<br />
Sandoval war schwer verunsichert. Er konnte förmlich fühlen wie die Schlinge um seinen Hals enger wurde, dennoch versuchte er den dicken Angstkloß hinunterzuschlucken und riet erneut. Dieses Mal noch vorsichtiger. »Vielleicht… Herr?«<br />
Eine weitere Flamme erlosch – so schnell, als hätte der Teufel keine Zeit zu verlieren – und Luzifer trat dicht an den Menschen heran. »Wenn er es jetzt errät, bekommt er später einen Ehrenplatz.« Was wohl ein verlockendes Angebot des Teufels sein sollte, aber derzeit nicht im Geringsten beruhigend klang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Besten Dank für eure Kommentare zum ersten Abschnitt und einen angenehmen 15. Dezember. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/cheesy.gif" border="0" alt="Freuen" title="Freuen" /><br />
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<br />
<br />
Plötzlich knackte es.<br />
»Ein Riss!«, schrie Sandoval alarmierend. Oh nein, jetzt gleich wäre es so weit. Er wollte noch nicht sterben. Hoffentlich würde er wenigstens noch schnell an dem Rauch ersticken. Kincaid hustete bereits.<br />
Es knackte unangenehm weiter und der Riss hatte sich schnell im Zick-Zack durch die Brücke gezogen. Das Beben hatte sich plötzlich spürbar vermindert. Der Riss öffnete sich und zog den Rauch langsam in sich hinein. Der Boden wurde ruhig. Aber da bewegte sich doch etwas!<br />
<br />
Sowohl Liam und Ronald, als auch die beiden Taelons starrten auf etwas, das offenbar aus dem entstanden Spalt langsam versuchte heraus zu kriechen, während der stickige dunkelrote Schwaden stattdessen weiter darin verschwand.<br />
Eine Hand krallte sich mit den Nägeln tief in den Boden der Brücke. Eine sehr seltsame Hand, wie alle rasch festgestellt hatten. So dunkel wie der Rauch, groß, sehnig und mit kräftigen pechschwarzen Krallen. Dann erschien die Gestalt recht schnell, nachdem sich zwei riesige, leicht gebogene, spitze Hörner hervor getan hatten und direkt vor den Augen der Erschrockenen breiteten sich zwei überdimensionale, federlose Flügel aus. <br />
Sandoval bekam die Kinnlade nicht wieder hoch. Was zum…? Ja, genau: Teufel. Genauso sah es nämlich aus. Er glaubte doch gar nicht an sowas!<br />
Nachdem das letzte bisschen Rauch verschwunden war, schloss sich unter lautem Knarren der Riss im Boden und zurück blieb gedämpftes Licht und dieses Monstrum. Mit seinen Hörnern bestimmt drei Meter groß. Das Ende seines langen spitzen Schwanzes streifte Sandoval, der daraufhin zusammenzuckte und einen Meter mehr Abstand suchte.<br />
<br />
»Was hat das zu bedeuten?«, fauchte Zo’or auf einmal und erhob sich vom Boden, »Wer sind Sie?« Er setzte sein überheblichstes Gesicht auf, während das Wesen gemächlich seine Flügel anlegte und sich umdrehte. Nun starrten zwei glühend weiße Augen den Synodenführer förmlich auf den Boden zurück.<br />
Zo’or hatte wohl wirklich nicht die geringste Ahnung, aber Sandoval hütete sich davor, jetzt irgendjemandem etwas zu erklären. Er wollte einfach nur weg. Oder aufwachen.<br />
Ein verärgertes Knurren hallte durch den Raum. »Das fragt er mich.« Die Stimme war tief und rau, bei jedem Atemzug hörte man ein leises Knurren. »Er weiß es schon«, bemerkte das Wesen mit einem Blick auf Liam, der, wie Da’an und der Agent, noch auf dem Boden kniete. Es fletschte seine scharfen Zähne.<br />
»Teufel…«, hauchte Liam und wollte sich dabei nicht ganz sicher sein. Das nun breitere Zähnefletschen sollte aber vermutlich andeuten, dass Liam doch sehr richtig lag. „Luzifer“, ergänzte der Teufel.<br />
Ronald fasste seinen ganzen Mut zusammen, erhob sich vom Boden und stellte sich an Zo’ors Seite. »Was wollen Sie?«, fragte er <span style="font-style: italic;">den Teufel</span>.<br />
Jetzt standen auch Liam und Da’an langsam wieder auf.<br />
Luzifer knurrte und beäugte dabei einen nach dem anderen sehr genau. »Wir werden es sehen«, setzte er ein hämisches Grinsen in sein knochiges Gesicht. Wieder breitete er seine Flügel aus und streckte seinen kräftigen Körper, wobei er nur mit den Zehen auf dem Boden aufstand – wie bei einem Tier – dort war er ebenso im Besitz von sehr scharf aussehenden schwarzen Krallen. Das einzige Kleidungsstück an seinem Körper war ein dunkler Lendenschurz. Wenigstens etwas.<br />
Er beugte sich und sah Zo’or in die Augen. »Er…«, fauchte Luzifer den Taelon an, »Er ist angeklagt.«<br />
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Verblüfft starrte Sandoval dem Teufel in seine glühend weißen Augen. Er wollte immer noch nicht daran glauben.<br />
»Von wem?«, ergriff Da’an plötzlich erschüttert das Wort.<br />
Luzifer lachte spöttisch, so als müsste der Taelon die Antwort eigentlich kennen. »Von allen…« Er wurde je in seinem Satz unterbrochen, als ein weiterer Taelon die Brücke betrat. Rasch legte er die Flügel an und wandte sich um. Sein langer Schwanz schwang aufgeregt durch die Luft, dann brüllte er, was dem Brüllen eines Löwen nahe kam.<br />
»NICHT!«, stieß Ronald sofort aus, »Sir… Luzifer… « Er wusste nicht weiter. Bereits jetzt hatte er das Gefühl, dass er besser gar nichts gesagt hätte. Schon starrten ihn die Augen des Teufels nieder. »Wie nennt er uns? Sir?« Er knurrte unzufrieden und wandte sich nun voll und ganz dem Asiaten zu, der vielleicht gerade einmal halb so groß war wie er.<br />
Der Taelon, der Luzifer unerlaubterweise unterbrochen hatte, war kein geringerer als der Kriegsminister, T’than. Er war selbst erschrocken über den Anblick der sich ihm bot und wollte am liebsten wieder abziehen, doch der Teufel war schneller gewesen. Mit einer schwungvollen Handbewegung hatte er die Ausgänge mit Feuerwänden blockiert. »Es kommt zu uns, was zu uns gehört«, fügte er dem hinzu.<br />
<br />
Sandoval schluckte. Solche Angst hatte er schon lange nicht mehr. Er zögerte eine Antwort hinaus, aber je länger er wartete, desto größer wurde seine Angst. Dann fiel ihm ein, dass die umherirrenden Toten jetzt doch einen Sinn machten. Zo’or war angeklagt. Von allen, denen für deren Tod der Synodenführer verantwortlich war – und die spazierten jetzt auf der Erde herum.<br />
Der Teufel knurrte ihn laut an und riss ihn aus seinen Gedanken. Ronald fasste sich. »Wie soll ich Sie denn nennen?«, fragte er schließlich vorsichtig.<br />
Daraufhin grinste Luzifer wieder. »Er hat drei Möglichkeiten es heraus zu finden.« Da erschienen drei kleine Flammen vor Ronalds Gesicht.<br />
»Das ist nicht fair!«, rief Liam dazwischen, der ahnte, was mit dem Agenten passieren würde, wenn er es nicht erriet.<br />
»Nein?« Luzifer sah den blonden jungen Mann erhaben an. »Seine Zeit wäre ohnehin schon längst um, aber wer rechnete denn mit denen.« Damit schwenkte er seinen Arm durch den Raum und deutete auf die Außerirdischen, die offenbar dafür verantwortlich waren, dass Luzifer einen Termin nicht hatte einhalten können. »Und jetzt soll er raten!«<br />
Der Agent war mehr als verstört und Liam nicht zufrieden. »Darf er sich wenigstens helfen lassen?«, fragte er energisch.<br />
»Wenn er sich eine Chance von einem anderen nehmen lassen möchte, gerne«, brummte Luzifer.<br />
»Keine Hilfe!«, erhob Sandoval rasch eine Hand. Der Teufel wurde allmählich ungeduldig und peitschte mit seinem Schwanz hart auf den Boden, woraufhin die Anwesenden erschrocken zusammenzuckten. »Dann rate er jetzt!«<br />
Welche Anrede würde auf den Teufel denn passen? Sandoval ging in Gedanken alle Namen durch die er für ihn kannte. Es half ihm nicht weiter. Mit irgendetwas musste er jetzt beginnen, also riet er einfach: »Meister?«<br />
Luzifer lachte höhnisch und eine Flamme erlosch. »Zwei Möglichkeiten hat er noch.«<br />
Sandoval war schwer verunsichert. Er konnte förmlich fühlen wie die Schlinge um seinen Hals enger wurde, dennoch versuchte er den dicken Angstkloß hinunterzuschlucken und riet erneut. Dieses Mal noch vorsichtiger. »Vielleicht… Herr?«<br />
Eine weitere Flamme erlosch – so schnell, als hätte der Teufel keine Zeit zu verlieren – und Luzifer trat dicht an den Menschen heran. »Wenn er es jetzt errät, bekommt er später einen Ehrenplatz.« Was wohl ein verlockendes Angebot des Teufels sein sollte, aber derzeit nicht im Geringsten beruhigend klang.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[14. Türchen: Der Handel seines Lebens 1/3]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224159.html</link>
			<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 18:37:19 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224159.html</guid>
			<description><![CDATA[Sooo, und ich darf Verias Geschichte unterbrechen, da sie meinte, wegen Cliffhanger biete sich das an. Nicht böse sein. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" /><br />
<br />
Dann viel Spaß bei diesem und den nächsten beiden Türchen. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/smiley.gif" border="0" alt="Lächeln" title="Lächeln" /><br />
________________________________________<br />
<br />
<div style="text-align: center;"><span style="font-weight: bold;">Der Handel seines Lebens</span></div>
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;">»… und gerade bekommen wir die nächste Meldung herein. Ein Mann will in der Ortschaft Norrington seine verstorbenen Schwiegereltern dabei beobachtet haben, wie sie seinen Garten umgraben. Das ist inzwischen der achtundsiebzigste Fall dieser Art der uns gemeldet wurde– und das nur innerhalb der letzten halben Stunde…«</span><br />
<br />
Und während die Moderatorin des Lokalsenders das sagte, gingen im ganzen Land unter Garantie hunderte, vielleicht sogar tausende Anrufe bei den Notrufen ein. Ronald Sandoval starrte ratlos auf den Bildschirm. Das waren jetzt die Sechs Uhr Nachrichten und die liefen schon seit zwei Stunden. Insgesamt waren bereits weit über 6000 Fälle im Land bekannt und es hörte nicht auf mit diesen Meldungen. Das schlimmste war – man konnte nicht mehr sagen, da wäre nichts dran! Eindeutiges Bildmaterial gab es auch schon.<br />
<br />
Da’an kam gerade auf die Brücke und warf ebenfalls einen Blick auf die Nachrichten. »Wie werden Sie weiter vorgehen?«, fragte er den Agenten.<br />
Sandoval dachte wirklich nach, aber dabei brachte er nicht mehr viel zustande. »Wir haben alle Männer die uns zur Verfügung stehen ausgesandt. Wenn wir doppelt so viele hätten, wäre es genauso sinnlos.« Er drehte sich zu dem Taelon. „Diese Leute sind tot. Tot, Da’an.“<br />
Es veränderte Ronalds Weltbild komplett. Da stand kein Projekt der Taelons dahinter, nichts, man konnte es nicht zuordnen. Es gab keinen Auslöser. Doch, bestimmt gab es einen, aber keinen den er kannte.<br />
Der Botschafter vollführte ein paar nicht zu deutende Gesten und sagte: »Sie haben nicht auf meine Frage geantwortet.«<br />
»Weil ich es nicht weiß!«, kam es wie aus der Pistole geschossen, »Man kann niemanden töten, der schon tot ist und die Leute zu überreden, wieder in ihre Gräber zurückzusteigen funktioniert auch nicht.« Er regte sich auf und marschierte auf und ab. »Es gab bereits einigen Ärger für ein paar Soldaten da draußen. Das Militär hat hier auf der ganzen Linie versagt! Wenn man auf die schießt, verteilen sich deren Körper zwar, aber die setzen sich wieder zusammen!“ Fast hätte sich Ronald ein Büschel Haare ausgerissen.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;">»Nach allem was wir bisher wissen, wurden noch keine Menschen von Wiederauferstandenen verletzt… In sämtlichen betroffenen Ländern wurde der Notstand ausgerufen und der Bevölkerung wurde geraten, ihre Häuser nicht zu verlassen…«</span><br />
<br />
Zo’or kam herein. Er nahm auf seinem Thron Platz und würdigte den Fernsehbildschirm keines Blickes. Der Synodenführer wischte mit der Hand durch die Luft und plötzlich hörte man die Stimme des Präsidenten. Ronald drehte sich rasch um. Tatsächlich. Präsident Thompson, dem jegliche Farbe aus dem Gesicht gewichen war.<br />
Die beiden unterhielten sich über die anstehende Rede an das Volk. Zo’or gab dem Präsidenten gerade sein Wort darauf, dass die Taelons die Menschen in dieser plötzlichen Schreckensstunde mit allen Mitteln unterstützen würden – auch bot er ihm an, sich auf das Mutterschiff in Sicherheit zu flüchten, doch das lehnte Thompson strikt ab.<br />
»Es wurde noch niemand verletzt…« Der Präsident wirkte zwar äußerst verwirrt, klang aber dennoch so, als wäre er sich sehr sicher.<br />
Ron konnte nicht umhin. Er machte ein paar Schritte vorwärts und stand nun im Bild. »Sir, geht es Ihnen gut?«, fragte er ein wenig besorgt.<br />
Thompson starrte den Agenten an. Er schluckte. »Jaja… Entschuldigen Sie mich jetzt. Ich habe gleich zu meinem Volk zu sprechen und dann eine Verabredung mit Ex-Präsident Franklin D. Roosevelt.« Dann war die Verbindung weg. Es war wirklich alles sehr irritierend.<br />
<br />
Niemand sagte etwas. Nervosität lag in der Luft und Sandoval war sicher, selbst dafür verantwortlich zu sein. Roosevelt… Er schüttelte den Kopf.<br />
Zo’or drehte seinen Thron und schwieg den Agenten nun direkt an. Aber nur kurz. Er erwartete eine Lösung. »Welche Regionen sind betroffen?«, fragte er schließlich.<br />
Nach kurzem Zögern antwortete der Agent. »Alle in denen Menschen leben.«<br />
»…und sterben«, fügte Zo’or an.<br />
»Jedenfalls sollte es so sein«, nickte Ronald.<br />
»Dann sorgen Sie gefälligst dafür, dass sie dahin zurückgehen, wo sie hergekommen sind«, fauchte der Taelon.<br />
Also quasi an der Hand nehmen und ins Grab begleiten. Tolle Idee. Der Agent nickte dennoch ernst.<br />
Da’an hielt sich damit zurück, Zo’or verständlich zu machen, dass die Situation prekärer war, als er es sich vorstellen konnte. Es gäbe nur böses Blut, wie die Menschen sagen würden.<br />
In diesem Moment kam auch noch Kincaid. Der Blick des Majors sagte, dass er keine guten Nachrichten mitgebracht hatte. Das hätte Ronald auch schwer gewundert.<br />
»Wo ist Captain Marquette?«<br />
»Mit dem Shuttle überfliegt sie immer noch das Gebiet um Washington. Die Taelonbotschaft ist nach wie vor unberührt…«, erwähnte Kincaid sofort, »… Die Soldaten haben Schutzlinien eingerichtet und wehren diese Kreaturen ab, indem sie jedes Mal auf sie schießen, sobald sie wieder aufstehen.«<br />
<br />
Der Synodenführer erhob sich plötzlich energisch von seinem Thron. Es war nicht zu fassen. Diese unfähigen Menschen! Man musste ihnen aber auch wirklich alles sagen! »Sprengen Sie sie in die Luft!«, befahl er den Companion-Beschützern.<br />
In Ronald verabschiedete sich gerade ein weiterer Nerv. Ungewöhnlich gereizt reagierte er: »Haben wir bereits getan. Sie lösen sich nur leider nicht in dieser Luft auf!« Zo’or war sich der Problematik ganz offensichtlich nicht bewusst.<br />
Plötzlich spürte der Agent eine leichte Vibration unter seinen Füßen. Er sah sich um. Kincaid sah ihn fragend an und Zo’or sah aus, als würde er auf den Alarm warten.<br />
Die Vibration wurde stärker, was den Synodenführer dazu veranlasste sich an seinem Thron festzuhalten. Da’an wurde rasch von seinem Beschützer gestützt, nur Ronald stand alleine da und hatte keinen Plan.<br />
»Finden Sie sofort die Ursache!«, fauchte Zo’or. Doch dann wurde es dunkel und das Mutterschiff erzitterte weiter. Ein dunkelroter Nebel umfing langsam das gesamte Schiff, Sandoval beobachtete dieses Schauspiel durch das Taelonglasfenster genau. <span style="font-style: italic;">Was war das nur?</span><br />
Im Mutterschiff blieb es finster. Man hörte Zo’or irgendetwas auf Eunoia fluchen und dann ein anhaltendes tiefes Brummen, welches aus einem der Gänge in die Brücke strömte und sich seinen Weg durch die nächsten bahnte. Hoffentlich kein Anzeichen dafür, dass das Schiff gleich auseinanderbrechen würde!<br />
Es wurde immer lauter und veränderte sich langsam zu einem dumpfen Donnern. Der dunkelrote Nebel drang nun auch in das Schiff ein und sorgte auf irgend eine Weise dafür, dass man die Umgebung wieder erkennen konnte. Sandoval schwitzte und musste sich die Ohren zuhalten. Aber auch Liam standen massenhaft Schweißperlen auf der Stirn und zu laut war es ihm ebenso. Außerdem roch dieser Nebelschwaden stark nach Verbranntem.<br />
<br />
Den Synodenführer beschlich derweilen das Gefühl, dass das Mutterschiff in Flammen stand. Aber wieso hatte es keinen Alarm gegeben? Oder, nein, wie konnte es dazu kommen? Diese dunkelroten Nebelschwaden… Nein! Er würde sterben! Er, Zo’or, würde diesen Tag, diese Nacht, nicht mehr überleben.<br />
<br />
Das Mutterschiff bebte jetzt noch stärker und Sandoval ging auf die Knie, um wenigstens einen unglücklichen Sturz zu vermeiden. Liam nahm sich daran ein Beispiel und brachte erst Da’an in eine sturzsichere Position und kroch dann auf allen Vieren zu Zo’or, um ihn ebenfalls auf den Boden zu bringen.<br />
Es war ein Albtraum! Sie brachten sich hier in sichere Positionen, obwohl für sie wohl ohnehin schon das letzte Stündchen geschlagen hatte. Wie bizarr!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Sooo, und ich darf Verias Geschichte unterbrechen, da sie meinte, wegen Cliffhanger biete sich das an. Nicht böse sein. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/grin.gif" border="0" alt="Grinsen" title="Grinsen" /><br />
<br />
Dann viel Spaß bei diesem und den nächsten beiden Türchen. <img src="http://www.efc-baum.de/images/smilies/smiley.gif" border="0" alt="Lächeln" title="Lächeln" /><br />
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<div style="text-align: center;"><span style="font-weight: bold;">Der Handel seines Lebens</span></div>
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<span style="font-style: italic;">»… und gerade bekommen wir die nächste Meldung herein. Ein Mann will in der Ortschaft Norrington seine verstorbenen Schwiegereltern dabei beobachtet haben, wie sie seinen Garten umgraben. Das ist inzwischen der achtundsiebzigste Fall dieser Art der uns gemeldet wurde– und das nur innerhalb der letzten halben Stunde…«</span><br />
<br />
Und während die Moderatorin des Lokalsenders das sagte, gingen im ganzen Land unter Garantie hunderte, vielleicht sogar tausende Anrufe bei den Notrufen ein. Ronald Sandoval starrte ratlos auf den Bildschirm. Das waren jetzt die Sechs Uhr Nachrichten und die liefen schon seit zwei Stunden. Insgesamt waren bereits weit über 6000 Fälle im Land bekannt und es hörte nicht auf mit diesen Meldungen. Das schlimmste war – man konnte nicht mehr sagen, da wäre nichts dran! Eindeutiges Bildmaterial gab es auch schon.<br />
<br />
Da’an kam gerade auf die Brücke und warf ebenfalls einen Blick auf die Nachrichten. »Wie werden Sie weiter vorgehen?«, fragte er den Agenten.<br />
Sandoval dachte wirklich nach, aber dabei brachte er nicht mehr viel zustande. »Wir haben alle Männer die uns zur Verfügung stehen ausgesandt. Wenn wir doppelt so viele hätten, wäre es genauso sinnlos.« Er drehte sich zu dem Taelon. „Diese Leute sind tot. Tot, Da’an.“<br />
Es veränderte Ronalds Weltbild komplett. Da stand kein Projekt der Taelons dahinter, nichts, man konnte es nicht zuordnen. Es gab keinen Auslöser. Doch, bestimmt gab es einen, aber keinen den er kannte.<br />
Der Botschafter vollführte ein paar nicht zu deutende Gesten und sagte: »Sie haben nicht auf meine Frage geantwortet.«<br />
»Weil ich es nicht weiß!«, kam es wie aus der Pistole geschossen, »Man kann niemanden töten, der schon tot ist und die Leute zu überreden, wieder in ihre Gräber zurückzusteigen funktioniert auch nicht.« Er regte sich auf und marschierte auf und ab. »Es gab bereits einigen Ärger für ein paar Soldaten da draußen. Das Militär hat hier auf der ganzen Linie versagt! Wenn man auf die schießt, verteilen sich deren Körper zwar, aber die setzen sich wieder zusammen!“ Fast hätte sich Ronald ein Büschel Haare ausgerissen.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;">»Nach allem was wir bisher wissen, wurden noch keine Menschen von Wiederauferstandenen verletzt… In sämtlichen betroffenen Ländern wurde der Notstand ausgerufen und der Bevölkerung wurde geraten, ihre Häuser nicht zu verlassen…«</span><br />
<br />
Zo’or kam herein. Er nahm auf seinem Thron Platz und würdigte den Fernsehbildschirm keines Blickes. Der Synodenführer wischte mit der Hand durch die Luft und plötzlich hörte man die Stimme des Präsidenten. Ronald drehte sich rasch um. Tatsächlich. Präsident Thompson, dem jegliche Farbe aus dem Gesicht gewichen war.<br />
Die beiden unterhielten sich über die anstehende Rede an das Volk. Zo’or gab dem Präsidenten gerade sein Wort darauf, dass die Taelons die Menschen in dieser plötzlichen Schreckensstunde mit allen Mitteln unterstützen würden – auch bot er ihm an, sich auf das Mutterschiff in Sicherheit zu flüchten, doch das lehnte Thompson strikt ab.<br />
»Es wurde noch niemand verletzt…« Der Präsident wirkte zwar äußerst verwirrt, klang aber dennoch so, als wäre er sich sehr sicher.<br />
Ron konnte nicht umhin. Er machte ein paar Schritte vorwärts und stand nun im Bild. »Sir, geht es Ihnen gut?«, fragte er ein wenig besorgt.<br />
Thompson starrte den Agenten an. Er schluckte. »Jaja… Entschuldigen Sie mich jetzt. Ich habe gleich zu meinem Volk zu sprechen und dann eine Verabredung mit Ex-Präsident Franklin D. Roosevelt.« Dann war die Verbindung weg. Es war wirklich alles sehr irritierend.<br />
<br />
Niemand sagte etwas. Nervosität lag in der Luft und Sandoval war sicher, selbst dafür verantwortlich zu sein. Roosevelt… Er schüttelte den Kopf.<br />
Zo’or drehte seinen Thron und schwieg den Agenten nun direkt an. Aber nur kurz. Er erwartete eine Lösung. »Welche Regionen sind betroffen?«, fragte er schließlich.<br />
Nach kurzem Zögern antwortete der Agent. »Alle in denen Menschen leben.«<br />
»…und sterben«, fügte Zo’or an.<br />
»Jedenfalls sollte es so sein«, nickte Ronald.<br />
»Dann sorgen Sie gefälligst dafür, dass sie dahin zurückgehen, wo sie hergekommen sind«, fauchte der Taelon.<br />
Also quasi an der Hand nehmen und ins Grab begleiten. Tolle Idee. Der Agent nickte dennoch ernst.<br />
Da’an hielt sich damit zurück, Zo’or verständlich zu machen, dass die Situation prekärer war, als er es sich vorstellen konnte. Es gäbe nur böses Blut, wie die Menschen sagen würden.<br />
In diesem Moment kam auch noch Kincaid. Der Blick des Majors sagte, dass er keine guten Nachrichten mitgebracht hatte. Das hätte Ronald auch schwer gewundert.<br />
»Wo ist Captain Marquette?«<br />
»Mit dem Shuttle überfliegt sie immer noch das Gebiet um Washington. Die Taelonbotschaft ist nach wie vor unberührt…«, erwähnte Kincaid sofort, »… Die Soldaten haben Schutzlinien eingerichtet und wehren diese Kreaturen ab, indem sie jedes Mal auf sie schießen, sobald sie wieder aufstehen.«<br />
<br />
Der Synodenführer erhob sich plötzlich energisch von seinem Thron. Es war nicht zu fassen. Diese unfähigen Menschen! Man musste ihnen aber auch wirklich alles sagen! »Sprengen Sie sie in die Luft!«, befahl er den Companion-Beschützern.<br />
In Ronald verabschiedete sich gerade ein weiterer Nerv. Ungewöhnlich gereizt reagierte er: »Haben wir bereits getan. Sie lösen sich nur leider nicht in dieser Luft auf!« Zo’or war sich der Problematik ganz offensichtlich nicht bewusst.<br />
Plötzlich spürte der Agent eine leichte Vibration unter seinen Füßen. Er sah sich um. Kincaid sah ihn fragend an und Zo’or sah aus, als würde er auf den Alarm warten.<br />
Die Vibration wurde stärker, was den Synodenführer dazu veranlasste sich an seinem Thron festzuhalten. Da’an wurde rasch von seinem Beschützer gestützt, nur Ronald stand alleine da und hatte keinen Plan.<br />
»Finden Sie sofort die Ursache!«, fauchte Zo’or. Doch dann wurde es dunkel und das Mutterschiff erzitterte weiter. Ein dunkelroter Nebel umfing langsam das gesamte Schiff, Sandoval beobachtete dieses Schauspiel durch das Taelonglasfenster genau. <span style="font-style: italic;">Was war das nur?</span><br />
Im Mutterschiff blieb es finster. Man hörte Zo’or irgendetwas auf Eunoia fluchen und dann ein anhaltendes tiefes Brummen, welches aus einem der Gänge in die Brücke strömte und sich seinen Weg durch die nächsten bahnte. Hoffentlich kein Anzeichen dafür, dass das Schiff gleich auseinanderbrechen würde!<br />
Es wurde immer lauter und veränderte sich langsam zu einem dumpfen Donnern. Der dunkelrote Nebel drang nun auch in das Schiff ein und sorgte auf irgend eine Weise dafür, dass man die Umgebung wieder erkennen konnte. Sandoval schwitzte und musste sich die Ohren zuhalten. Aber auch Liam standen massenhaft Schweißperlen auf der Stirn und zu laut war es ihm ebenso. Außerdem roch dieser Nebelschwaden stark nach Verbranntem.<br />
<br />
Den Synodenführer beschlich derweilen das Gefühl, dass das Mutterschiff in Flammen stand. Aber wieso hatte es keinen Alarm gegeben? Oder, nein, wie konnte es dazu kommen? Diese dunkelroten Nebelschwaden… Nein! Er würde sterben! Er, Zo’or, würde diesen Tag, diese Nacht, nicht mehr überleben.<br />
<br />
Das Mutterschiff bebte jetzt noch stärker und Sandoval ging auf die Knie, um wenigstens einen unglücklichen Sturz zu vermeiden. Liam nahm sich daran ein Beispiel und brachte erst Da’an in eine sturzsichere Position und kroch dann auf allen Vieren zu Zo’or, um ihn ebenfalls auf den Boden zu bringen.<br />
Es war ein Albtraum! Sie brachten sich hier in sichere Positionen, obwohl für sie wohl ohnehin schon das letzte Stündchen geschlagen hatte. Wie bizarr!]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[13. Türchen: Der Blick zum Horizont XIII]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224158.html</link>
			<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 20:44:08 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224158.html</guid>
			<description><![CDATA["Agent Sandoval!", grüsste der Nachtwächter geschreckt, "Die Leute sind alle schon zuhause, nur die Putzkolonne ist da. Ist es sehr dringend?"<br />
"Nein, wir kommen nur so zum Spass mitten in der Nacht hier her", gab Liam zurück.<br />
"Wir brauchen niemanden, wir finden uns selbst zurecht", ergänzte Sandoval kühl, tauchte unter der Schranke durch und sah den Nachtwächter von der Türe aus sehr auffordernd an. Der Riegel klickte kurz, dann betraten Agent und Major das Gebäude.<br />
Sie folgten der Beschilderung in den Bürotrakt, Sandoval hielt jeder angetroffenen Reinigungsfachkraft seinen Ausweis vor die Nase, schliesslich zog Liam eine Mappe aus einem Regal, schlug sie auf und suchte die neuesten Einträge. "Soviel zum papierlosen Büro ... hier ..." Er zeigte auf eine Zeile. "Lieferung eines zweieinhalb Meter hohen und breiten Artefakts in Felsoptik mit mittigem Durchgang. Nordflügel, dritter Stock, Raum 21."<br />
Auch der Weg dorthin war ausgezeichnet beschildert, aber sie hätten auch einer anderen Spur folgen können. Sowie sie den Nordflügel betraten, fiel ihnen der Mangel an schrubbender Aktivität auf, und das blieb so, bis sie Raum 21 im dritten Stock erreichten.<br />
Dort gab es dann Aktivität, allerdings keine schrubbende.<br />
Liam fand sich auf den Boden geworfen wieder, eine Kugel zwitscherte über ihn hinweg und blieb in einer Brandschutztüre hinter ihm stecken, Sandoval schoss seinen Skrill ab und der Schütze vom Institutswachdienst sackte getroffen zusammen. "Danke", murmelte der Kimera und stemmte sich hoch, dann zückte er seine Waffe, als zwei weitere Mitglieder des Institutswachdienstes auftauchten.<br />
Patt, im Moment, denn die hatten da irgendwo ein Nest.<br />
"FBI!", streckte Sandoval seinen Ausweis vor sich.<br />
"Wissen wir", gab einer der Wachmänner zurück, ohne in irgendeiner Form kooperativer zu werden, dann kamen ein dritter und ein vierter dazu und die beiden Eindringlinge ergaben sich lieber.<br />
"Tja, Kincaid, das nächste Mal wissen Sie es dann ...", wisperte Sandoval.<br />
"Ich merke es mir", versicherte ihm Liam grimmig.<br />
<br />
<br />
Sie wurden entwaffnet, alle beide, was eine Betäubungsspritze für den Skrill mit einbezog, und dann mit Handschellen versehen in Raum 21 geführt, wo wie erwartet das Zeitportal stand. "Was sollen wir mit denen machen?", fragte einer der Wachmänner.<br />
Jonathan Doors starrte die Gefangenen verblüfft an. "Sandovals Gedächtnis können wir löschen, und was Kincaid angeht ..." Er war sichtlich unschlüssig. "Nun", sagte er dann, "da Sie ja schon hier sind, könnten Sie sich ja auch nützlich machen. Es sind reichlich Alientexte zu übersetzen."<br />
"Und danach?", fragte Liam.<br />
"Sie waren mir nie geheuer!"<br />
"Das weiss ich! Also was danach?"<br />
"Die sizilianische Art klingt verlockend", erklärte Doors.<br />
"Augur weiss, wo ich bin, und wird dem nachgehen."<br />
Der ehemalige Widerstandschef hob kurz seine Brauen und lächelte schmal. "Was für ein Glück, dass Zo'or diesen Raum hier gemietet hat und nicht ich. Mir gehört nur über etliche Umwege das gesamte Institut, aber das ist nur sehr schwer herauszufinden."<br />
Liam grinste. "Sie glauben, Augur kriegt das nicht raus? Aber wie Sie meinen, machen wir uns an die Arbeit, den Rest können wir danach noch diskutieren."<br />
<br />
<br />
Zu viert sassen sie im an Raum 21 angrenzenden Besprechungszimmer auf Klappstühlen um den riesigen schweren Tisch. Professor Rose Plunkett, eine dürre mit unzähligen Heilkristallketten behängte Rothaarige, hatte sich in Ausdrucke der kimerianischen Schrift förmlich eingegraben und kratzte energisch mit einer Feder über ihren bereits halbvollen Schreibblock. Die blonde, perfekt geschminkte Renee Palmer bevorzugte, jeweils nur ein Blatt zu bearbeiten, was bei ihr deutlich länger dauerte, und die Ergebnisse dann auch gleich in ihren Laptop zu klopfen. Sandoval, beide Handgelenke lose an die Stuhllehnen gefesselt und ein dickes Medikamentenpflaster auf dem Skrillrücken befestigt, schrieb von Hand, und das einiges schneller als Rose. Und Liam, genauso gefesselt, schrieb noch schneller.<br />
"Sie erfinden das, Kincaid!", knurrte Doors ihn an.<br />
"Geben Sie her!", kam von Rose, sie griff nach dem aktuellen kimerianischen Text und dessen Übersetzung und überflog beides. "Wenn er erfindet, dann erfindet er gut."<br />
"Glauben Sie mir, ich beherrsche das", schnappte Liam den Multimilliardär an, "Wie ein Muttersprachler."<br />
"Und ich nehme an, die wichtigsten Details behalten Sie für sich", sagte Doors eisig.<br />
"Lernen Sie es doch selbst, dann können Sie es überprüfen."<br />
Renee griff nun ebenfalls über den Tisch und verglich Text und Übersetzung mit zunehmend immer tiefer gerunzelter Stirn. "Was übersetzen Sie da eigentlich? Wo nehmen Sie den ganzen Subtext her?"<br />
"Subtext?", hob Rose den Kopf.<br />
"Er steht da!", sagte Liam fest, "Ich kann nichts dafür, dass Sie ähnlich oberflächlich vorgehen wie ein Computerübersetzer."<br />
"Wir kennen die Subtextregeln, sie treffen aber kaum zu, und wenn doch, kommt Unsinn heraus."<br />
"Sie haben taelonische Subtextregeln, Miss Palmer", erklärte er, "Das hier ist aber kein taelonisches Eunoia sondern kimerianisches."<br />
Sofort schlug Doors mit beiden Fäusten auf den Tisch. "Schön!", knurrte er, "Sie haben mich soweit. Sie kennen sich besser aus als wir. Miss Palmer, würden Sie ihm den aktuellen Stand erklären?"<br />
"Was ist mit Sandoval?"<br />
"Ich verlasse mich darauf, dass Sie sich um die Gedächtnislöschung kümmern."<br />
Renee nickte knapp und drehte ihren Laptop zu den beiden Gefangenen, dann wählte sie ein anderes Programm aus der Taskleiste. Acht verschiedenfarbige Kurven wanden sich von links nach rechts. "Das sind die Messwerte der Energiekerne. Sie sehen die grüne und die blaue? Die laden sich auf, die gespeicherte Energie ist jetzt schon gewaltig und wir haben keine Ahnung, woher sie kommt."<br />
"Die gelbe zählt runter", stellte Sandoval fest.<br />
"Ja. Um sechs heute Abend ist sie auf null. Wir wissen nicht, was das Gerät dann tut."<br />
"Ich schon", sagte Liam wie beiläufig, "Es verursacht eine Zeitschleife - und derzeit ist Durchgang Nummer acht. Aber Zo'or wird die Schleife bestimmt beenden, sobald das Ergebnis nach seinem Geschmack ist."<br />
"Zo'or!", war Renee entsetzt, "Keinesfalls darf das so enden."<br />
"Also lieber, wenn das Ergebnis nach meinem Geschmack ist?", grinste er, "Sehr gut. Haben Sie Angaben zum Kontrollfeld?"<br />
Kurz blickte die Blonde zu Doors, er nickte widerstrebend, dann sagte sie: "Es reagiert zwar auf Grundenergie, aber es sind offensichtlich keine Kontrollfunktionen verfügbar. Die Texte konnten wir extrahieren, das sind die hier." Sie wies auf das Zetteldurcheinander auf dem Tisch. "Der aktuelle Inhalt des Befehlsspeichers ist allerdings verschlüsselt, und für den Rechtespeicher gilt dasselbe."<br />
"Zeigen Sie her!", verlangte Sandoval. Sie wählte ein weiteres Programm auf ihrem Laptop aus, es erschienen Blöcke von achtzehn mal vier Symbolen. "Kincaid?", fragte der Agent gespannt.<br />
"Das ist nicht verschlüsselt", sagte Liam, "Es ist nur nicht Eunoia."<br />
"Was ist es?"<br />
"Atavanisch."<br />
"Und das verstehen Sie auch noch?", war Rose beeindruckt. Renee war, ebenso wie Sandoval, gebührend erstaunt, Doors eher besorgt.<br />
"Ja", sagte Liam, "aber was die Blöcke bedeuten, kann ich mir nur ausdenken. Geben Sie mir mein Global, ich rufe Augur an." Der Multimilliardär warf ihm das Gerät zu und der Kimera zog es auf und begann, die Symbolblöcke zu übersetzen. Glücklicherweise waren es nicht sehr viele, dass Liam dann auch gleich das Anrufziel auswählte.<br />
"Was?", schnappte der Hacker, "Zo'or macht mir reichlich Ärger und wenn du mich jetzt störst, ist er vom Mutterschiff gleich ausgebüchst."<br />
"Wir haben das Zeitportal gefunden, du musst uns mit dem Befehlsspeicher und dem Rechtespeicher helfen!"<br />
"Das heisst, Zo'or kann tun, was er will, im nächsten Durchgang lieferst du ihm sein blaues Wunder?"<br />
Liam grinste bis zu den Ohren und ergänzte: "Wenn du beim Speicher des Portals durchsteigst." Er schickte die Übersetzung.<br />
Kurz war es still, dann sagte Augur: "Wow!"<br />
"Du steigst durch?"<br />
"Es fehlen etliche Referenzblöcke, es ist eigentlich ein Wunder, dass die Befehle richtig interpretiert werden", sagte der Schwarze, "Ich bin ziemlich sicher, dass Zo'or die Befehle direkt in den Speicher geschrieben hat, ohne das Kontrollfeld zu benutzen."<br />
"Können wir die Befehle löschen?", fragte Doors.<br />
"Was? Sie sind auch da?", war Augur verdutzt, "Dann könnte ich ja Geld verlangen!"<br />
"Augur ...", rollte Liam mit den Augen.<br />
"Löschen also, nein, sieht nicht so aus, es ist gesperrt, ausser für eine spezifische Energiesignatur, vermutlich Zo'ors", kam der Schwarze zum Thema zurück, "aber es sind einige Leerblöcke drin, da könnten wir eigene Befehle einfügen."<br />
"Ein Zeitsprung in die Zukunft, ausserhalb der Schleife", schlug Renee vor.<br />
"Ich befürchte, diese Zeit ist aus der Schleife heraus überhaupt nicht erreichbar", mischte sich Sandoval ein, "Ein solcher Sprung hätte immense Paradoxa zur Folge."<br />
"Das ist klar. Also ein Sprung innerhalb der ... das ist klasse! Ich stricke einen Befehl zusammen, bis später."<br />
<br />
<br />
Es war bereits vier. Rose und Renee lagen auf einem Sofa und schliefen, Doors schlürfte einen Espresso nach dem anderen und starrte die beiden Gefangenen nieder, soweit er konnte, denn Sandoval lag mit dem Gesicht auf dem Tisch und schlief ebenfalls, oder zumindest tat der Agent so. Liam erwiderte den Blick des Multimilliardärs eisig. "Sie wollen also zeitreisen."<br />
"Ihnen überlasse ich das nicht, Kincaid."<br />
"So einfach ist es nicht", widersprach der Kimera, "Ich kenne mich mit dem Zeitportal besser aus als Sie."<br />
"Eben das befürchte ich."<br />
"Ich befürchte hingegen, dass es Ihnen nicht gelingt, die Schleife zu beenden."<br />
"Sie verdammter Alien!", fauchte Doors ihn an und fuchtelte mit seinem Espresso, dass die braune Flüssigkeit aus der Tasse schwappte. Der Wachmann neben der Türe machte grosse Augen, mass diesem Ausbruch aber nach einigen Momenten schon sichtlich keine besondere Bedeutung mehr bei. Doors war eben als leicht reizbar bekannt, umso mehr, je älter er wurde.<br />
Liam grinste nur und griff nach seinem piepsenden Global. "Ja, Augur?" Auch Rose, Renee und Sandoval, durch den schrillen Lärm erwacht, spitzten neugierig ihre Ohren.<br />
"Hab es!", strahlte der Hacker, "Einfach in die Leerblöcke einfügen, der Rechtespeicher weiss selbst, was er zu tun hat, wenn ... du weisst schon."<br />
"Hier", warf Doors Liam eine blaue abgeflachte Halbkugel zu.<br />
"Danke", sagte der Kimera und bewegte seine Hand so darüber hinweg, dass leuchtende Linien in der Halbkugel Symbole formten. Dann tippte er die Symbole an und gab auf diese Art die gesamten Befehlsblöcke ein.<br />
"Der Zielzeitpunkt ist so eingestellt, dass das Waffensystem schon gesperrt ist", erklärte Augur.<br />
"Sehr gut", sagte Doors, nahm das taelonische Gerät wieder an sich und öffnete die Türe zu Raum 21. Im nächsten Moment fiel er, genauso wie der Wachmann neben ihm, durchlöchert und verbrannt wie ein Sieb im Heizkessel nach hinten um.<br />
Liam stiess sich vom Tisch ab und kippte samt Stuhl nach hinten um, Sandoval tat es ihm gleich. Rose starrte erschrocken die Freiwilligen an und blieb wie versteinert stehen, bevor auch sie tot umfiel, Renee verschwand unterdessen hinter dem Sofa unter und hockte sich dort mit geladener Waffe in den Händen hin.<br />
Dann trat Zo'or ein und sah sich soweit zufrieden um, aber etwas störte ihn: "Corporal, sagte ich Ihnen nicht, Sie sollen sofort melden, wenn etwas anders ist, als ich es Ihnen angekündigt habe? Menschen sind einfach unzuverlässig ..."<br />
Renee sprang aus ihrem Versteck hervor und erschoss kurzerhand den gerügten Freiwilligen, bevor sie hinter einem Aktenschrank verschwand.<br />
Sandoval wechselte einen Blick mit Liam. Zo'or und die drei noch lebenden Freiwilligen hatten die Gefangenen tatsächlich übersehen, bisher, denn der Taelon hatte durchaus bemerkt, dass etwas anders war. Offenbar hatte er Doors in diesem Durchgang nicht das erste Mal erschiessen lassen.<br />
Liam hielt nach der Waffe des Wachmanns Ausschau, während Renee hinter ihm vorbeihuschte, zweimal ohne Effekt auf Zo'or schoss und dann doch lieber einen Freiwilligen niederstreckte, bevor sie selbst erschossen wurde und quer über Agent und Major niederfiel.<br />
Der Kimera griff nach ihrer Waffe, rollte die Tote von sich und schnellte klappstuhlbedingt unelegant hoch, um auf einen der verbliebenen beiden Freiwilligen zu schiessen. Sandoval tat es ihm soweit gleich, wie er konnte, aber sein Skrill schoss leider nicht.<br />
"Ich vermutete Sie, Sandoval", schmunzelte Zo'or, "und ich vermutete Sie, Kincaid. Aber Sie beide, nun, das ist überraschend. Ich sehe, Sie freuen sich nicht besonders darüber, dass ich Sie befreien komme ..."<br />
Sandoval verrenkte sich kurz, dann war der Klappstuhl zusammengeklappt und er hob ihn über den Kopf nach vorne. "Zo'or, wenn Sie es einfach hätten bleiben lassen, mich zu foltern ..."<br />
"Ich wusste ja nicht, dass Sie sich erinnern würden."<br />
"Das macht es nicht besser!"<br />
"Nun, ich bin mit der Situation erstaunlich zufrieden. Ich habe Sie angefordert, mir hier zu helfen, doch dummerweise wurden Sie im Kampf gegen den Widerstand getötet", erklärte der Taelon mit einem beeindruckend breiten Grinsen im Gesicht, "Sergeant, erschiessen Sie die beiden."<br />
Sandoval sprang aus der vermuteten Schussbahn und zudem möglichst in Richtung der blauen Halbkugel, doch der Freiwillige schoss gar nicht auf ihn und zudem schoss Kincaid erfolgreich zurück. Der dennoch unerfreulich durchschlagende Effekt auf den Major verursachte ein Leuchtfeuer - und dann ein Loch in der Landschaft.<br />
Kincaid war einfach verschwunden!<br />
Der Agent packte die blaue Halbkugel, holte dann kräftig aus und briet Zo'or den Klappstuhl über, bevor er durch die Türe lief und ein Schlachtfeld betrat. Es waren nur mehr er und Zo'or, alle anderen hier waren tot!<br />
"Sie können sich sparen, etwas am Programm ändern zu wollen", rief der Taelon ihm nach, "Nur ich kann das!"<br />
Sandoval schob die Halbkugel in die Vertiefung an der rechten Seite des Zeitportals und lachte Zo'or an. "Ich ändere nichts! Ich ergänze eine Schleife in der Schleife!" Damit, und unter Zo'ors mit einem Mal deutlich entsetztem Blick, berührte er die plötzlich erschienene weiss schimmernde Oberfläche im Inneren des Portals und trat hindurch.<br />
<br />
<br />
<br />
Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA["Agent Sandoval!", grüsste der Nachtwächter geschreckt, "Die Leute sind alle schon zuhause, nur die Putzkolonne ist da. Ist es sehr dringend?"<br />
"Nein, wir kommen nur so zum Spass mitten in der Nacht hier her", gab Liam zurück.<br />
"Wir brauchen niemanden, wir finden uns selbst zurecht", ergänzte Sandoval kühl, tauchte unter der Schranke durch und sah den Nachtwächter von der Türe aus sehr auffordernd an. Der Riegel klickte kurz, dann betraten Agent und Major das Gebäude.<br />
Sie folgten der Beschilderung in den Bürotrakt, Sandoval hielt jeder angetroffenen Reinigungsfachkraft seinen Ausweis vor die Nase, schliesslich zog Liam eine Mappe aus einem Regal, schlug sie auf und suchte die neuesten Einträge. "Soviel zum papierlosen Büro ... hier ..." Er zeigte auf eine Zeile. "Lieferung eines zweieinhalb Meter hohen und breiten Artefakts in Felsoptik mit mittigem Durchgang. Nordflügel, dritter Stock, Raum 21."<br />
Auch der Weg dorthin war ausgezeichnet beschildert, aber sie hätten auch einer anderen Spur folgen können. Sowie sie den Nordflügel betraten, fiel ihnen der Mangel an schrubbender Aktivität auf, und das blieb so, bis sie Raum 21 im dritten Stock erreichten.<br />
Dort gab es dann Aktivität, allerdings keine schrubbende.<br />
Liam fand sich auf den Boden geworfen wieder, eine Kugel zwitscherte über ihn hinweg und blieb in einer Brandschutztüre hinter ihm stecken, Sandoval schoss seinen Skrill ab und der Schütze vom Institutswachdienst sackte getroffen zusammen. "Danke", murmelte der Kimera und stemmte sich hoch, dann zückte er seine Waffe, als zwei weitere Mitglieder des Institutswachdienstes auftauchten.<br />
Patt, im Moment, denn die hatten da irgendwo ein Nest.<br />
"FBI!", streckte Sandoval seinen Ausweis vor sich.<br />
"Wissen wir", gab einer der Wachmänner zurück, ohne in irgendeiner Form kooperativer zu werden, dann kamen ein dritter und ein vierter dazu und die beiden Eindringlinge ergaben sich lieber.<br />
"Tja, Kincaid, das nächste Mal wissen Sie es dann ...", wisperte Sandoval.<br />
"Ich merke es mir", versicherte ihm Liam grimmig.<br />
<br />
<br />
Sie wurden entwaffnet, alle beide, was eine Betäubungsspritze für den Skrill mit einbezog, und dann mit Handschellen versehen in Raum 21 geführt, wo wie erwartet das Zeitportal stand. "Was sollen wir mit denen machen?", fragte einer der Wachmänner.<br />
Jonathan Doors starrte die Gefangenen verblüfft an. "Sandovals Gedächtnis können wir löschen, und was Kincaid angeht ..." Er war sichtlich unschlüssig. "Nun", sagte er dann, "da Sie ja schon hier sind, könnten Sie sich ja auch nützlich machen. Es sind reichlich Alientexte zu übersetzen."<br />
"Und danach?", fragte Liam.<br />
"Sie waren mir nie geheuer!"<br />
"Das weiss ich! Also was danach?"<br />
"Die sizilianische Art klingt verlockend", erklärte Doors.<br />
"Augur weiss, wo ich bin, und wird dem nachgehen."<br />
Der ehemalige Widerstandschef hob kurz seine Brauen und lächelte schmal. "Was für ein Glück, dass Zo'or diesen Raum hier gemietet hat und nicht ich. Mir gehört nur über etliche Umwege das gesamte Institut, aber das ist nur sehr schwer herauszufinden."<br />
Liam grinste. "Sie glauben, Augur kriegt das nicht raus? Aber wie Sie meinen, machen wir uns an die Arbeit, den Rest können wir danach noch diskutieren."<br />
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<br />
Zu viert sassen sie im an Raum 21 angrenzenden Besprechungszimmer auf Klappstühlen um den riesigen schweren Tisch. Professor Rose Plunkett, eine dürre mit unzähligen Heilkristallketten behängte Rothaarige, hatte sich in Ausdrucke der kimerianischen Schrift förmlich eingegraben und kratzte energisch mit einer Feder über ihren bereits halbvollen Schreibblock. Die blonde, perfekt geschminkte Renee Palmer bevorzugte, jeweils nur ein Blatt zu bearbeiten, was bei ihr deutlich länger dauerte, und die Ergebnisse dann auch gleich in ihren Laptop zu klopfen. Sandoval, beide Handgelenke lose an die Stuhllehnen gefesselt und ein dickes Medikamentenpflaster auf dem Skrillrücken befestigt, schrieb von Hand, und das einiges schneller als Rose. Und Liam, genauso gefesselt, schrieb noch schneller.<br />
"Sie erfinden das, Kincaid!", knurrte Doors ihn an.<br />
"Geben Sie her!", kam von Rose, sie griff nach dem aktuellen kimerianischen Text und dessen Übersetzung und überflog beides. "Wenn er erfindet, dann erfindet er gut."<br />
"Glauben Sie mir, ich beherrsche das", schnappte Liam den Multimilliardär an, "Wie ein Muttersprachler."<br />
"Und ich nehme an, die wichtigsten Details behalten Sie für sich", sagte Doors eisig.<br />
"Lernen Sie es doch selbst, dann können Sie es überprüfen."<br />
Renee griff nun ebenfalls über den Tisch und verglich Text und Übersetzung mit zunehmend immer tiefer gerunzelter Stirn. "Was übersetzen Sie da eigentlich? Wo nehmen Sie den ganzen Subtext her?"<br />
"Subtext?", hob Rose den Kopf.<br />
"Er steht da!", sagte Liam fest, "Ich kann nichts dafür, dass Sie ähnlich oberflächlich vorgehen wie ein Computerübersetzer."<br />
"Wir kennen die Subtextregeln, sie treffen aber kaum zu, und wenn doch, kommt Unsinn heraus."<br />
"Sie haben taelonische Subtextregeln, Miss Palmer", erklärte er, "Das hier ist aber kein taelonisches Eunoia sondern kimerianisches."<br />
Sofort schlug Doors mit beiden Fäusten auf den Tisch. "Schön!", knurrte er, "Sie haben mich soweit. Sie kennen sich besser aus als wir. Miss Palmer, würden Sie ihm den aktuellen Stand erklären?"<br />
"Was ist mit Sandoval?"<br />
"Ich verlasse mich darauf, dass Sie sich um die Gedächtnislöschung kümmern."<br />
Renee nickte knapp und drehte ihren Laptop zu den beiden Gefangenen, dann wählte sie ein anderes Programm aus der Taskleiste. Acht verschiedenfarbige Kurven wanden sich von links nach rechts. "Das sind die Messwerte der Energiekerne. Sie sehen die grüne und die blaue? Die laden sich auf, die gespeicherte Energie ist jetzt schon gewaltig und wir haben keine Ahnung, woher sie kommt."<br />
"Die gelbe zählt runter", stellte Sandoval fest.<br />
"Ja. Um sechs heute Abend ist sie auf null. Wir wissen nicht, was das Gerät dann tut."<br />
"Ich schon", sagte Liam wie beiläufig, "Es verursacht eine Zeitschleife - und derzeit ist Durchgang Nummer acht. Aber Zo'or wird die Schleife bestimmt beenden, sobald das Ergebnis nach seinem Geschmack ist."<br />
"Zo'or!", war Renee entsetzt, "Keinesfalls darf das so enden."<br />
"Also lieber, wenn das Ergebnis nach meinem Geschmack ist?", grinste er, "Sehr gut. Haben Sie Angaben zum Kontrollfeld?"<br />
Kurz blickte die Blonde zu Doors, er nickte widerstrebend, dann sagte sie: "Es reagiert zwar auf Grundenergie, aber es sind offensichtlich keine Kontrollfunktionen verfügbar. Die Texte konnten wir extrahieren, das sind die hier." Sie wies auf das Zetteldurcheinander auf dem Tisch. "Der aktuelle Inhalt des Befehlsspeichers ist allerdings verschlüsselt, und für den Rechtespeicher gilt dasselbe."<br />
"Zeigen Sie her!", verlangte Sandoval. Sie wählte ein weiteres Programm auf ihrem Laptop aus, es erschienen Blöcke von achtzehn mal vier Symbolen. "Kincaid?", fragte der Agent gespannt.<br />
"Das ist nicht verschlüsselt", sagte Liam, "Es ist nur nicht Eunoia."<br />
"Was ist es?"<br />
"Atavanisch."<br />
"Und das verstehen Sie auch noch?", war Rose beeindruckt. Renee war, ebenso wie Sandoval, gebührend erstaunt, Doors eher besorgt.<br />
"Ja", sagte Liam, "aber was die Blöcke bedeuten, kann ich mir nur ausdenken. Geben Sie mir mein Global, ich rufe Augur an." Der Multimilliardär warf ihm das Gerät zu und der Kimera zog es auf und begann, die Symbolblöcke zu übersetzen. Glücklicherweise waren es nicht sehr viele, dass Liam dann auch gleich das Anrufziel auswählte.<br />
"Was?", schnappte der Hacker, "Zo'or macht mir reichlich Ärger und wenn du mich jetzt störst, ist er vom Mutterschiff gleich ausgebüchst."<br />
"Wir haben das Zeitportal gefunden, du musst uns mit dem Befehlsspeicher und dem Rechtespeicher helfen!"<br />
"Das heisst, Zo'or kann tun, was er will, im nächsten Durchgang lieferst du ihm sein blaues Wunder?"<br />
Liam grinste bis zu den Ohren und ergänzte: "Wenn du beim Speicher des Portals durchsteigst." Er schickte die Übersetzung.<br />
Kurz war es still, dann sagte Augur: "Wow!"<br />
"Du steigst durch?"<br />
"Es fehlen etliche Referenzblöcke, es ist eigentlich ein Wunder, dass die Befehle richtig interpretiert werden", sagte der Schwarze, "Ich bin ziemlich sicher, dass Zo'or die Befehle direkt in den Speicher geschrieben hat, ohne das Kontrollfeld zu benutzen."<br />
"Können wir die Befehle löschen?", fragte Doors.<br />
"Was? Sie sind auch da?", war Augur verdutzt, "Dann könnte ich ja Geld verlangen!"<br />
"Augur ...", rollte Liam mit den Augen.<br />
"Löschen also, nein, sieht nicht so aus, es ist gesperrt, ausser für eine spezifische Energiesignatur, vermutlich Zo'ors", kam der Schwarze zum Thema zurück, "aber es sind einige Leerblöcke drin, da könnten wir eigene Befehle einfügen."<br />
"Ein Zeitsprung in die Zukunft, ausserhalb der Schleife", schlug Renee vor.<br />
"Ich befürchte, diese Zeit ist aus der Schleife heraus überhaupt nicht erreichbar", mischte sich Sandoval ein, "Ein solcher Sprung hätte immense Paradoxa zur Folge."<br />
"Das ist klar. Also ein Sprung innerhalb der ... das ist klasse! Ich stricke einen Befehl zusammen, bis später."<br />
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Es war bereits vier. Rose und Renee lagen auf einem Sofa und schliefen, Doors schlürfte einen Espresso nach dem anderen und starrte die beiden Gefangenen nieder, soweit er konnte, denn Sandoval lag mit dem Gesicht auf dem Tisch und schlief ebenfalls, oder zumindest tat der Agent so. Liam erwiderte den Blick des Multimilliardärs eisig. "Sie wollen also zeitreisen."<br />
"Ihnen überlasse ich das nicht, Kincaid."<br />
"So einfach ist es nicht", widersprach der Kimera, "Ich kenne mich mit dem Zeitportal besser aus als Sie."<br />
"Eben das befürchte ich."<br />
"Ich befürchte hingegen, dass es Ihnen nicht gelingt, die Schleife zu beenden."<br />
"Sie verdammter Alien!", fauchte Doors ihn an und fuchtelte mit seinem Espresso, dass die braune Flüssigkeit aus der Tasse schwappte. Der Wachmann neben der Türe machte grosse Augen, mass diesem Ausbruch aber nach einigen Momenten schon sichtlich keine besondere Bedeutung mehr bei. Doors war eben als leicht reizbar bekannt, umso mehr, je älter er wurde.<br />
Liam grinste nur und griff nach seinem piepsenden Global. "Ja, Augur?" Auch Rose, Renee und Sandoval, durch den schrillen Lärm erwacht, spitzten neugierig ihre Ohren.<br />
"Hab es!", strahlte der Hacker, "Einfach in die Leerblöcke einfügen, der Rechtespeicher weiss selbst, was er zu tun hat, wenn ... du weisst schon."<br />
"Hier", warf Doors Liam eine blaue abgeflachte Halbkugel zu.<br />
"Danke", sagte der Kimera und bewegte seine Hand so darüber hinweg, dass leuchtende Linien in der Halbkugel Symbole formten. Dann tippte er die Symbole an und gab auf diese Art die gesamten Befehlsblöcke ein.<br />
"Der Zielzeitpunkt ist so eingestellt, dass das Waffensystem schon gesperrt ist", erklärte Augur.<br />
"Sehr gut", sagte Doors, nahm das taelonische Gerät wieder an sich und öffnete die Türe zu Raum 21. Im nächsten Moment fiel er, genauso wie der Wachmann neben ihm, durchlöchert und verbrannt wie ein Sieb im Heizkessel nach hinten um.<br />
Liam stiess sich vom Tisch ab und kippte samt Stuhl nach hinten um, Sandoval tat es ihm gleich. Rose starrte erschrocken die Freiwilligen an und blieb wie versteinert stehen, bevor auch sie tot umfiel, Renee verschwand unterdessen hinter dem Sofa unter und hockte sich dort mit geladener Waffe in den Händen hin.<br />
Dann trat Zo'or ein und sah sich soweit zufrieden um, aber etwas störte ihn: "Corporal, sagte ich Ihnen nicht, Sie sollen sofort melden, wenn etwas anders ist, als ich es Ihnen angekündigt habe? Menschen sind einfach unzuverlässig ..."<br />
Renee sprang aus ihrem Versteck hervor und erschoss kurzerhand den gerügten Freiwilligen, bevor sie hinter einem Aktenschrank verschwand.<br />
Sandoval wechselte einen Blick mit Liam. Zo'or und die drei noch lebenden Freiwilligen hatten die Gefangenen tatsächlich übersehen, bisher, denn der Taelon hatte durchaus bemerkt, dass etwas anders war. Offenbar hatte er Doors in diesem Durchgang nicht das erste Mal erschiessen lassen.<br />
Liam hielt nach der Waffe des Wachmanns Ausschau, während Renee hinter ihm vorbeihuschte, zweimal ohne Effekt auf Zo'or schoss und dann doch lieber einen Freiwilligen niederstreckte, bevor sie selbst erschossen wurde und quer über Agent und Major niederfiel.<br />
Der Kimera griff nach ihrer Waffe, rollte die Tote von sich und schnellte klappstuhlbedingt unelegant hoch, um auf einen der verbliebenen beiden Freiwilligen zu schiessen. Sandoval tat es ihm soweit gleich, wie er konnte, aber sein Skrill schoss leider nicht.<br />
"Ich vermutete Sie, Sandoval", schmunzelte Zo'or, "und ich vermutete Sie, Kincaid. Aber Sie beide, nun, das ist überraschend. Ich sehe, Sie freuen sich nicht besonders darüber, dass ich Sie befreien komme ..."<br />
Sandoval verrenkte sich kurz, dann war der Klappstuhl zusammengeklappt und er hob ihn über den Kopf nach vorne. "Zo'or, wenn Sie es einfach hätten bleiben lassen, mich zu foltern ..."<br />
"Ich wusste ja nicht, dass Sie sich erinnern würden."<br />
"Das macht es nicht besser!"<br />
"Nun, ich bin mit der Situation erstaunlich zufrieden. Ich habe Sie angefordert, mir hier zu helfen, doch dummerweise wurden Sie im Kampf gegen den Widerstand getötet", erklärte der Taelon mit einem beeindruckend breiten Grinsen im Gesicht, "Sergeant, erschiessen Sie die beiden."<br />
Sandoval sprang aus der vermuteten Schussbahn und zudem möglichst in Richtung der blauen Halbkugel, doch der Freiwillige schoss gar nicht auf ihn und zudem schoss Kincaid erfolgreich zurück. Der dennoch unerfreulich durchschlagende Effekt auf den Major verursachte ein Leuchtfeuer - und dann ein Loch in der Landschaft.<br />
Kincaid war einfach verschwunden!<br />
Der Agent packte die blaue Halbkugel, holte dann kräftig aus und briet Zo'or den Klappstuhl über, bevor er durch die Türe lief und ein Schlachtfeld betrat. Es waren nur mehr er und Zo'or, alle anderen hier waren tot!<br />
"Sie können sich sparen, etwas am Programm ändern zu wollen", rief der Taelon ihm nach, "Nur ich kann das!"<br />
Sandoval schob die Halbkugel in die Vertiefung an der rechten Seite des Zeitportals und lachte Zo'or an. "Ich ändere nichts! Ich ergänze eine Schleife in der Schleife!" Damit, und unter Zo'ors mit einem Mal deutlich entsetztem Blick, berührte er die plötzlich erschienene weiss schimmernde Oberfläche im Inneren des Portals und trat hindurch.<br />
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Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[12. Türchen: Der Blick zum Horizont XII]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224157.html</link>
			<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 20:58:21 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224157.html</guid>
			<description><![CDATA[Tut mir leid, dass es so spät kommt. Viel Spass mit dem 12. Türchen.<br />
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"RÄBÄÄÄHHHH!"<br />
Liam starrte auf das Ecksofa in seinem Arbeitszimmer und griff eilig nach seinem Global. Er hatte nur achtzehn Sekunden Zeit, eine Verbindung zum Mutterschiff aufzubauen. Hektisch tippte er Da'ans Kennwort ein, dann war er drin. Blieben knapp zwei Minuten, Liam gab hochkonzentriert die nötigen Symbole in sein Global ein, während er ohne Jacke und mit nur notdürftig verknoteten Schuhbändeln Richtung Portal rannte. Wie unzählige Male geübt überlistete er das Authentifikationssystem und sperrte schliesslich mit den Berechtigungen zweier Taelons das Waffensystem, knapp bevor die funktechnische Abriegelung griff und ihn aus dem System warf.<br />
Sicherheitshalber rannte er weiter, schubste schliesslich ein altes Mütterchen zwischen die Streben, stellte das Ziel ein und spürte, wie er durch die Interdimension davongetragen wurde.<br />
In New York angekommen bekam er als erstes den Gehstock übergebraten und flüchtete lieber.<br />
Gespannt blickte er, zwischen einem Briefmarkenautomaten und einer Fotobox an die Wand gelehnt, auf das Satellitenbild auf seinem Global. Die Stadt war da, die Sekunden verstrichen, schliesslich war es zehn Uhr vierzehn und noch immer war nichts passiert. Liam hatte Washington gerettet.<br />
Er sah sich kurz um, ob jemand in Hörweite war, dann rief er Lili an. "Augur? Nimm mein Global aus der Ortung!", verlangte er sofort.<br />
"Wie kommen Sie darauf, dass ich bei Augur bin?", fragte sie verblüfft.<br />
"Ich hänge in einer Zeitschleife. Augur?"<br />
"Jajaja ... meine Güte", brummte der Schwarze, "Okay, ist raus. Sonst noch irgendwelche Wünsche, der Herr? Nein? Gut, dann lass uns in Ruhe."<br />
"Tut mir leid, ich habe noch Wünsche", grinste Liam, "Ebenfalls aus der Ortung zu nehmen sind dein Global, Lilis und Sandovals."<br />
"Wozu das denn?", wunderte sich Augur, "Gut, sind raus."<br />
"Sehr gut." Der Kimera schmunzelte kurz. "Lili, Sie fliegen aufs Mutterschiff, unbemerkt, ohne Dock, Interdimensionsaustritt direkt im Hangar, und schliessen ein Global an einen Nervenknoten an", bestimmte er, "Augur, ich schicke dir bis dahin Kennwörter und so Zeug, damit kannst du Zo'or dann problemlos festsetzen."<br />
"Was?"<br />
"Zeitschleife?"<br />
Einen Moment war es still, dann erklärte Augur begeistert: "Cool!"<br />
"Beeilt euch", sagte Liam noch, dann machte er sein Global kurz zu und rief Sandoval an.<br />
"Major Kincaid", grüsste der Agent nach kurzer Zeit, "Was gibt es?"<br />
"Wir treffen uns im Büro in New York", sagte der Kimera, "Es ist dringend."<br />
"Ich bin auf dem Weg."<br />
<br />
<br />
Sowie Sandoval das Büro betrat, beendete sein Kollege die hektische Beschäftigung mit seinem Global und schob ihn wieder hinaus. "Wir nehmen das Shuttle", erklärte Liam knapp.<br />
"Warum nicht das in der Botschaft?"<br />
"Das braucht Lili." Er zerrte den Agent mit in den Lift.<br />
"Major!", protestierte Sandoval energisch und riss sich los, "Worum geht es denn nun?"<br />
Liam steckte den Prioritätsschlüssel ins Bedienfeld und drückte die Taste fürs fünfte Stockwerk, der Lift setzte sich in Bewegung. "Ich stecke in einer Zeitschleife fest", sagte er, "Das ist der achte Durchgang und ich gedenke, möglichst keinen weiteren mehr zuzulassen."<br />
"Zeitschleife", wiederholte Sandoval kritisch.<br />
"Ich habe bereits die Zerstörung von Washington verhindert", fuhr der Kimera fort, "Ihren und Da'ans Tod beziehungsweise Folter ebenso. Dieser Durchgang ist bis jetzt der vielversprechendste, aber er hat gerade erst begonnen. Ich brauche Ihre Hilfe, Agent Sandoval." Der Asiate musterte ihn von Kopf bis Fuss und dann nochmal von Fuss bis Kopf, zweifellos auf der Suche nach Anzeichen für Wahnsinn oder Drogenkonsum. "Hmm", zog Liam ein schiefes Grinsen, "Es war Ihnen einfacher zu vermitteln, als die Katastrophen tatsächlich passiert sind." Er verliess den Lift, sowie sich die Türen öffneten, wies in Richtung des balkonartigen Shuttleparkplatzes und ging voraus.<br />
Sandoval zögerte einige Momente, dann folgte er ihm. "Ich nehme an, jemand, der eine gewisse Zeitspanne mehrfach erlebt, erwirbt gewisse Kenntnisse, die sich zur Überzeugung nutzen lassen."<br />
"Sie haben mir zwar gesagt, dass Ihr erster Schwarm Melany Corbett, eine andere Melany Corbett, war, aber bisher hat es nie etwas gebracht, Ihnen das zu sagen." Liam stieg in das Shuttle und nahm auf dem Pilotensessel Platz. "Sie vermuteten immer, irgendjemand hätte die Erinnerungen aus Ihrem CVI ausgelesen."<br />
"Tatsächlich!"<br />
"Kommen Sie jetzt oder nicht?"<br />
Sandoval runzelte kurz die Stirn, dann stieg er ein und setzte sich. "Wohin fliegen wir?"<br />
"Hamburg", sagte der Kimera, "Alle wahrscheinlicheren Orte für das Zeitportal wurden im letzten Durchgang schon überprüft. Und wenn es Hamburg nicht ist, bleiben Kolkata und Detroit - und wenn es dort auch nicht ist ... es gibt noch einige Transportflüge, die noch nicht berücksichtigt wurden."<br />
"Wo in Hamburg?", fragte der Agent.<br />
"Im Airbus-Werk." Liam löste den Sprung in die Interdimension aus und stellte den Kurs ein. "Waren Sie schon einmal dort?"<br />
"Nein", sagte Sandoval, "Major, wie oft haben sich die Ereignisse für Sie wiederholt?"<br />
"Das ist wie gesagt der achte Durchgang, viermal war Washington zerstört, einmal Da'an tot, einmal nur vermutlich, zweimal Sie, einmal ich. Da'an wurde einmal gefoltert, Sie zweimal. Kriegsminister T'than kam mindestens zweimal von der Front aufs Mutterschiff und das achte Mal schreit zu Beginn des Durchgangs meine vierzehnmonatige Nachbarin Terror."<br />
"Und wenn das alles vorbei ist, ziehen Sie um, vermute ich?", kam sarkastisch von Sandoval.<br />
"Wieso? Sie schreit immerhin seit Monaten, da macht das auch nichts weiter aus. Ich war ja immerhin nur einmal in all den Durchgängen die ganze Nacht zuhause."<br />
"Im ersten Durchgang?"<br />
"Im zweiten", korrigierte Liam, "Ich war in einem ... emotionalen Ausnahmezustand und nicht in der Lage, den Rücksprung zu bemerken." Er hob die Hände in die Steuerung und sprang aus der Interdimension, dann schickte er eine Landeanfrage an den Werksflughafen und folgte den Anweisungen und den Signalen des Lotsen.<br />
Eine junge Frau mit Klemmbrett kam auf sie zu und grüsste freundlich: "Willkommen, Major, Agent - Anja Müller. Sie wurden allerdings nicht angemeldet, also muss ich möglicherweise nachfragen. Worum geht es denn?"<br />
"Es gab möglicherweise einen Fehler mit der gestrigen Lieferung", erklärte der Kimera, "Können wir sie sehen, bitte?"<br />
"Ah, wenn es nur das ist. Kommen Sie, Major, Agent."<br />
Sie führte die beiden Männer durch einen hellen Korridor, durch eine Sicherheitsschleuse und schliesslich in ein Labor. Liam fror sogleich - obwohl ihn eine Glasscheibe vom Windkanal trennte, konnte er ausgezeichnet sehen, dass der Flügel aus aerodynamisch äusserst vorteilhaftem taelonischen Material mit unterkühltem Wasser beblasen wurde, ohne nennenswert zu überfrieren.<br />
"Das ist die gestrige Lieferung?", fragte Sandoval genauso unterkühlt nach.<br />
Anja sah ihn erschrocken an. "Also ist ein Fehler passiert? Aber es entspricht genau den Spezifikationen."<br />
"Das ist so schon richtig", mischte sich Liam ein - wenn diese Frau nicht komplett ruchlos war, war ihre Verunsicherung ein starkes Indiz dafür, dass das Zeitportal nicht hier war.<br />
"Ah, also stimmt es doch", war Anja erleichtert, "Warten Sie, ich gebe Ihnen noch die Lieferunterlagen, dann können Sie die zur Sicherheit auch noch prüfen."<br />
Das tat sie, und der Agent ging die kompletten vier Seiten penibel durch, bevor er die Unterlagen abnickte und sich, ebenso wie Liam, höflich verabschiedete.<br />
"Kolkata?", fragte Sandoval dann im Shuttle.<br />
"Der wahrscheinlichste verbleibende Ort", bestätigte Liam, "allerdings, bisher macht die Suche den Eindruck, als liefe sie nach dem Hosentaschenschema ab."<br />
"Bitte?"<br />
"Was man sucht, ist immer in der letzten Hosentasche." Der Kimera atmete kurz durch. "Detroit", beschloss er dann, "Sehen wir nach, ob wir in der letzten Hosentasche eher fündig werden." Er änderte den Kurs, statt nach Osten flog er nach Westen.<br />
"Das ist eine sehr abergläubische Sicht der Realität, Major."<br />
"Mag sein ..." Liam korrigierte den Kurs ein wenig und lehnte sich zurück. "Wir werden sehen, ob sie zutrifft."<br />
<br />
<br />
<br />
Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Tut mir leid, dass es so spät kommt. Viel Spass mit dem 12. Türchen.<br />
<br />
<br />
<br />
"RÄBÄÄÄHHHH!"<br />
Liam starrte auf das Ecksofa in seinem Arbeitszimmer und griff eilig nach seinem Global. Er hatte nur achtzehn Sekunden Zeit, eine Verbindung zum Mutterschiff aufzubauen. Hektisch tippte er Da'ans Kennwort ein, dann war er drin. Blieben knapp zwei Minuten, Liam gab hochkonzentriert die nötigen Symbole in sein Global ein, während er ohne Jacke und mit nur notdürftig verknoteten Schuhbändeln Richtung Portal rannte. Wie unzählige Male geübt überlistete er das Authentifikationssystem und sperrte schliesslich mit den Berechtigungen zweier Taelons das Waffensystem, knapp bevor die funktechnische Abriegelung griff und ihn aus dem System warf.<br />
Sicherheitshalber rannte er weiter, schubste schliesslich ein altes Mütterchen zwischen die Streben, stellte das Ziel ein und spürte, wie er durch die Interdimension davongetragen wurde.<br />
In New York angekommen bekam er als erstes den Gehstock übergebraten und flüchtete lieber.<br />
Gespannt blickte er, zwischen einem Briefmarkenautomaten und einer Fotobox an die Wand gelehnt, auf das Satellitenbild auf seinem Global. Die Stadt war da, die Sekunden verstrichen, schliesslich war es zehn Uhr vierzehn und noch immer war nichts passiert. Liam hatte Washington gerettet.<br />
Er sah sich kurz um, ob jemand in Hörweite war, dann rief er Lili an. "Augur? Nimm mein Global aus der Ortung!", verlangte er sofort.<br />
"Wie kommen Sie darauf, dass ich bei Augur bin?", fragte sie verblüfft.<br />
"Ich hänge in einer Zeitschleife. Augur?"<br />
"Jajaja ... meine Güte", brummte der Schwarze, "Okay, ist raus. Sonst noch irgendwelche Wünsche, der Herr? Nein? Gut, dann lass uns in Ruhe."<br />
"Tut mir leid, ich habe noch Wünsche", grinste Liam, "Ebenfalls aus der Ortung zu nehmen sind dein Global, Lilis und Sandovals."<br />
"Wozu das denn?", wunderte sich Augur, "Gut, sind raus."<br />
"Sehr gut." Der Kimera schmunzelte kurz. "Lili, Sie fliegen aufs Mutterschiff, unbemerkt, ohne Dock, Interdimensionsaustritt direkt im Hangar, und schliessen ein Global an einen Nervenknoten an", bestimmte er, "Augur, ich schicke dir bis dahin Kennwörter und so Zeug, damit kannst du Zo'or dann problemlos festsetzen."<br />
"Was?"<br />
"Zeitschleife?"<br />
Einen Moment war es still, dann erklärte Augur begeistert: "Cool!"<br />
"Beeilt euch", sagte Liam noch, dann machte er sein Global kurz zu und rief Sandoval an.<br />
"Major Kincaid", grüsste der Agent nach kurzer Zeit, "Was gibt es?"<br />
"Wir treffen uns im Büro in New York", sagte der Kimera, "Es ist dringend."<br />
"Ich bin auf dem Weg."<br />
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Sowie Sandoval das Büro betrat, beendete sein Kollege die hektische Beschäftigung mit seinem Global und schob ihn wieder hinaus. "Wir nehmen das Shuttle", erklärte Liam knapp.<br />
"Warum nicht das in der Botschaft?"<br />
"Das braucht Lili." Er zerrte den Agent mit in den Lift.<br />
"Major!", protestierte Sandoval energisch und riss sich los, "Worum geht es denn nun?"<br />
Liam steckte den Prioritätsschlüssel ins Bedienfeld und drückte die Taste fürs fünfte Stockwerk, der Lift setzte sich in Bewegung. "Ich stecke in einer Zeitschleife fest", sagte er, "Das ist der achte Durchgang und ich gedenke, möglichst keinen weiteren mehr zuzulassen."<br />
"Zeitschleife", wiederholte Sandoval kritisch.<br />
"Ich habe bereits die Zerstörung von Washington verhindert", fuhr der Kimera fort, "Ihren und Da'ans Tod beziehungsweise Folter ebenso. Dieser Durchgang ist bis jetzt der vielversprechendste, aber er hat gerade erst begonnen. Ich brauche Ihre Hilfe, Agent Sandoval." Der Asiate musterte ihn von Kopf bis Fuss und dann nochmal von Fuss bis Kopf, zweifellos auf der Suche nach Anzeichen für Wahnsinn oder Drogenkonsum. "Hmm", zog Liam ein schiefes Grinsen, "Es war Ihnen einfacher zu vermitteln, als die Katastrophen tatsächlich passiert sind." Er verliess den Lift, sowie sich die Türen öffneten, wies in Richtung des balkonartigen Shuttleparkplatzes und ging voraus.<br />
Sandoval zögerte einige Momente, dann folgte er ihm. "Ich nehme an, jemand, der eine gewisse Zeitspanne mehrfach erlebt, erwirbt gewisse Kenntnisse, die sich zur Überzeugung nutzen lassen."<br />
"Sie haben mir zwar gesagt, dass Ihr erster Schwarm Melany Corbett, eine andere Melany Corbett, war, aber bisher hat es nie etwas gebracht, Ihnen das zu sagen." Liam stieg in das Shuttle und nahm auf dem Pilotensessel Platz. "Sie vermuteten immer, irgendjemand hätte die Erinnerungen aus Ihrem CVI ausgelesen."<br />
"Tatsächlich!"<br />
"Kommen Sie jetzt oder nicht?"<br />
Sandoval runzelte kurz die Stirn, dann stieg er ein und setzte sich. "Wohin fliegen wir?"<br />
"Hamburg", sagte der Kimera, "Alle wahrscheinlicheren Orte für das Zeitportal wurden im letzten Durchgang schon überprüft. Und wenn es Hamburg nicht ist, bleiben Kolkata und Detroit - und wenn es dort auch nicht ist ... es gibt noch einige Transportflüge, die noch nicht berücksichtigt wurden."<br />
"Wo in Hamburg?", fragte der Agent.<br />
"Im Airbus-Werk." Liam löste den Sprung in die Interdimension aus und stellte den Kurs ein. "Waren Sie schon einmal dort?"<br />
"Nein", sagte Sandoval, "Major, wie oft haben sich die Ereignisse für Sie wiederholt?"<br />
"Das ist wie gesagt der achte Durchgang, viermal war Washington zerstört, einmal Da'an tot, einmal nur vermutlich, zweimal Sie, einmal ich. Da'an wurde einmal gefoltert, Sie zweimal. Kriegsminister T'than kam mindestens zweimal von der Front aufs Mutterschiff und das achte Mal schreit zu Beginn des Durchgangs meine vierzehnmonatige Nachbarin Terror."<br />
"Und wenn das alles vorbei ist, ziehen Sie um, vermute ich?", kam sarkastisch von Sandoval.<br />
"Wieso? Sie schreit immerhin seit Monaten, da macht das auch nichts weiter aus. Ich war ja immerhin nur einmal in all den Durchgängen die ganze Nacht zuhause."<br />
"Im ersten Durchgang?"<br />
"Im zweiten", korrigierte Liam, "Ich war in einem ... emotionalen Ausnahmezustand und nicht in der Lage, den Rücksprung zu bemerken." Er hob die Hände in die Steuerung und sprang aus der Interdimension, dann schickte er eine Landeanfrage an den Werksflughafen und folgte den Anweisungen und den Signalen des Lotsen.<br />
Eine junge Frau mit Klemmbrett kam auf sie zu und grüsste freundlich: "Willkommen, Major, Agent - Anja Müller. Sie wurden allerdings nicht angemeldet, also muss ich möglicherweise nachfragen. Worum geht es denn?"<br />
"Es gab möglicherweise einen Fehler mit der gestrigen Lieferung", erklärte der Kimera, "Können wir sie sehen, bitte?"<br />
"Ah, wenn es nur das ist. Kommen Sie, Major, Agent."<br />
Sie führte die beiden Männer durch einen hellen Korridor, durch eine Sicherheitsschleuse und schliesslich in ein Labor. Liam fror sogleich - obwohl ihn eine Glasscheibe vom Windkanal trennte, konnte er ausgezeichnet sehen, dass der Flügel aus aerodynamisch äusserst vorteilhaftem taelonischen Material mit unterkühltem Wasser beblasen wurde, ohne nennenswert zu überfrieren.<br />
"Das ist die gestrige Lieferung?", fragte Sandoval genauso unterkühlt nach.<br />
Anja sah ihn erschrocken an. "Also ist ein Fehler passiert? Aber es entspricht genau den Spezifikationen."<br />
"Das ist so schon richtig", mischte sich Liam ein - wenn diese Frau nicht komplett ruchlos war, war ihre Verunsicherung ein starkes Indiz dafür, dass das Zeitportal nicht hier war.<br />
"Ah, also stimmt es doch", war Anja erleichtert, "Warten Sie, ich gebe Ihnen noch die Lieferunterlagen, dann können Sie die zur Sicherheit auch noch prüfen."<br />
Das tat sie, und der Agent ging die kompletten vier Seiten penibel durch, bevor er die Unterlagen abnickte und sich, ebenso wie Liam, höflich verabschiedete.<br />
"Kolkata?", fragte Sandoval dann im Shuttle.<br />
"Der wahrscheinlichste verbleibende Ort", bestätigte Liam, "allerdings, bisher macht die Suche den Eindruck, als liefe sie nach dem Hosentaschenschema ab."<br />
"Bitte?"<br />
"Was man sucht, ist immer in der letzten Hosentasche." Der Kimera atmete kurz durch. "Detroit", beschloss er dann, "Sehen wir nach, ob wir in der letzten Hosentasche eher fündig werden." Er änderte den Kurs, statt nach Osten flog er nach Westen.<br />
"Das ist eine sehr abergläubische Sicht der Realität, Major."<br />
"Mag sein ..." Liam korrigierte den Kurs ein wenig und lehnte sich zurück. "Wir werden sehen, ob sie zutrifft."<br />
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Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[11. Türchen: Der Blick zum Horizont XI]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224156.html</link>
			<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 11:49:29 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224156.html</guid>
			<description><![CDATA["Nein, nein, nein!" Hailey stemmte ihre Fäuste in die Hüften und drehte sich mit einem stummen Fluch energisch einmal um sich selbst, dann wies sie auf Da'an und Sandoval. "Ein Taelon, verdammt, Liam! Den Implantanten und die Freiwilligen könnte ich Ihnen ja vielleicht noch verzeihen, aber Sie bringen mir einen Taelon hierher! Sind Sie noch bei Trost?"<br />
"Ja", antwortete Liam trocken, "Die lange Version oder die kurze?"<br />
Sie brauchte einen Moment, bis sie es schaffte, ihren Mund wieder zuzuklappen. "Die kurze?"<br />
"Ich hänge in einer Zeitschleife fest, Zo'or löst sie aus. Das ist Durchgang Nummer sieben, Washington ist das vierte Mal zerstört. Zo'or nutzt die Suche nach dem Täter als Ausrede, um die privaten Daten seiner Mittaelons zu lesen und allerlei Leute zu foltern, Taelons inklusive. Geschossen hat er selber."<br />
"Sie sind nicht bei Trost", beschloss Hailey und winkte Tony Ferrara, der voller Vorfreude mit seiner Waffe spielte, "Einsperren."<br />
<br />
<br />
"Was hat das zu bedeuten, Major?", fragte Sandoval, als sie zu fünft einen besseren Wandschrank im Untergeschoss belegten.<br />
"Sie haben es bestimmt schon geahnt - das ist der Widerstand."<br />
Der Agent zögerte einen Moment und musterte besorgt Da'an, der sich ungesund flackernd in eine Ecke gesetzt hatte. "Was haben Sie mit dem Widerstand zu tun, Kincaid?"<br />
"Bisher dachte ich, ich wäre der Anführer", grinste Liam schief, "Hailey ist allerdings offensichtlich nicht mehr einverstanden. Und, ja, nur einen Implantanten hierher zu bringen konnte sie mir verzeihen."<br />
"Ich war im letzten Durchgang also bereits hier?"<br />
"Im vorletzten. Der letzte war für uns beide nur zwölf Minuten und neun Sekunden lang."<br />
Der Agent schob die beiden noch immer gefesselten, reichlich verwirrten Freiwilligen beiseite und nahm in der zweiten Ecke des Raumes Platz. "So, Sie führen also den Widerstand an", bemerkte er, "Sie! Ausgerechnet!"<br />
"Ich, ausgerechnet", bestätigte Liam, "Und es bringt Ihnen nichts, mich zu erschiessen, weil ich den Durchgang dann doch nur wieder von vorne beginne und Sie nichts mehr von meinem Zweitjob wissen."<br />
Kurz knirschte Sandoval mit den Zähnen, dann gab er zu: "Wir stehen auf der selben Seite was Zo'or angeht. Ein Taelon der grundlos Washington zerstört und seinesgleichen foltert ..." Die Mundwinkel des Kimera zuckten einen Moment lang zu einem wissenden Lächeln. "Ich werde Sie nicht erschiessen, Kincaid", versicherte ihm der Asiate, "allerdings sind unsere Handlungsmöglichkeiten derzeit doch ... eingeschränkt."<br />
"Wir können nachdenken", widersprach Liam und wandte sich zu Da'an um, "Wie lange braucht Zo'or, um das Mutterschiff funktechnisch abzuriegeln?"<br />
"Achtzehn Sekunden, bis keine Verbindungen mehr angenommen werden, zwei Minuten und zwölf Sekunden, bis etablierte Verbindungen getrennt werden", antwortete der Taelon.<br />
"Ihr Systemkennwort genügt, um eine Verbindung aufzubauen?"<br />
"Ja, Major."<br />
"Das bedeutet", sagte der Kimera fest, "dass ich im nächsten Durchgang versuchen werde, das Waffensystem des Mutterschiffes zu sperren, bevor Zo'or auf Washington schiesst. Und mit einer genauen Anleitung von Augur wird mir das auch gelingen." Er blickte nach oben zur Kamera. Ja, das war eine Aufforderung, Augur, also komm schon!<br />
Es dauerte auch nicht lange, bis der Hacker unter Haileys energischem aber vergeblichem Protest die Türe öffnete. "Sie glaubt dir die Zeitschleife nicht", sagte er, "Kannst du es ihr beweisen?"<br />
"Tut mir leid, von ihr weiss ich kein dafür taugliches Geheimnis."<br />
"Egal. Mir hast du es ja schon bewiesen." Das genügte Augur definitiv, er zog erst Liam und nach einem Augenblick Nachdenken auch Sandoval am Ärmel aus dem kleinen Gefängnis.<br />
"Hi", sagte Lili.<br />
"Schneller ging es nicht?", rollte Liam mit den Augen.<br />
"Wir haben sicherheitshalber gewartet, bis Ferrara seine Kanone nicht mehr hatte", sagte Augur und winkte kurz mit der genannten Waffe.<br />
Der Kimera grinste breit und ging dann voran die Treppe hoch und in den Hauptraum, wo er auf den entwaffneten Tony Ferrara und dessen nachtfinsteren Blick traf. Er ignorierte ihn einfach und setzte sich, Lili, Augur und Sandoval taten es ihm gleich, Hailey blieb stehen. "Also, Augur, wie sperre ich das Waffensystem?"<br />
"Probier es aus." Der Schwarze reichte ihm ein Global. "Die Verbindung zum Mutterschiff steht, dieses Global hat nur Da'ans Berechtigung. Noch." Er grinste. "Wähle den erweiterten Systemlogin, schalte auf Stream-Sicht." Der Kimera hatte keine Mühe damit, jetzt sah er unzählige taelonische Symbole. "Such nach der Symbolgruppe, die am häufigsten vorkommt - kopieren und mit Zo'ors Kennworthash multiplizieren."<br />
"So einfach?"<br />
"Ja. Welcher Depp hat das entworfen?", schmunzelte Augur, "Die Symbolgruppe ersetzt du für die Antwort durch lauter Qiyin'sha-Symbole, das gibt einen schönen Pufferüberlauf, und das Produkt schickst du als Kennwort."<br />
Liam rotierte etwas mit all den Ersetzungen und der Multiplikation von Symbolen, aber schliesslich war er drin - mit Zo'ors Kennwort. "Okay?"<br />
"Jetzt Synodenlogin, und mit Da'ans und Zo'ors bist du problemlos drin."<br />
"Gut ... und jetzt hier ..." Der Kimera grinste bis über beide Ohren, als das Mutterschiff ihm meldete, dass das Waffensystem soeben gesperrt wurde.<br />
Sandoval blickte auf die Uhr. "Drei Minuten, 48 Sekunden, Major, Sie müssen schneller sein."<br />
Augur zückte sein Global, tippte dreimal auf den Bildschirm und verkündete dann: "Liam, du hängst jetzt an einem Simulationsserver, du kannst üben, bis es sitzt."<br />
"Einverstanden", nickte der Kimera, "Ihr seht euch derweil an, wo das Zeitportal möglicherweise ist - und spiel die Zwischenergebnisse hier drauf, die muss ich auch lernen!" Er winkte kurz mit dem Global.<br />
"Klar", grinste Augur, "Lili? Würden Sie uns nach London fliegen?" Und damit meinte er tatsächlich Sandoval und ihn.<br />
<br />
<br />
"Sandoval wieder gehen zu lassen war ein Fehler", brummte Hailey und stapfte einer Wand entlang hin und her, "Er wird uns so was von verpfeifen!" Der Kimera, der es inzwischen innerhalb von nur eineinhalb Minuten schaffte, das Waffensystem zu sperren, und daher nun wieder Kennwörter und Zwischenergebnisse auswendig lernte, rollte nur mit den Augen. "Sie können nicht sicher wissen, dass es noch einen Durchgang gibt!", fuhr sie ihn an, "Ausserdem, was ist, wenn es keine richtige Schleife ist, sondern Sie nur immer zurückspringen und ein neues Universum gründen?"<br />
"Dann können Sie sich insofern beruhigen, dass Sie Zo'or bald los sind", bemerkte er trocken, "Er springt dann ja auch zurück."<br />
"Wie überaus beruhigend ... wir haben trotzdem immer noch Da'an am Hals!"<br />
"Päppeln Sie ihn auf, klauen Sie ein bisschen Grundenergie für ihn", schlug Liam vor, "Er hält immerhin recht viel von der Menschheit und will sie nicht versklavt oder vernichtet sehen. Zo'or schon." Hailey blieb einen Sekundenbruchteil lang stehen, dann stapfte sie umso energischer weiter. "Ach kommen Sie schon", seufzte Liam, "Er hat mich nicht verraten, dabei weiss er es schon die ganze Zeit. Er war auch mal unter der Kirche, wobei das ja jetzt keine Rolle mehr spielt."<br />
"Und dann schleppen Sie ihn gleich ins nächste Widerstandsversteck, Sie sind echt nicht mehr bei Trost, Liam."<br />
"Schön! In zukünftigen Durchgängen lade ich Da'an bei Bedarf im Krankenhaus ab. Versprochen."<br />
"Und Sandoval?", knurrte sie.<br />
"Der ist nicht so übel", sagte der Kimera, "Er versucht, es nicht zugeben zu müssen, aber eigentlich ist er ein Widerstandssympathisant."<br />
"Ach ... und die Freiwilligen?"<br />
"Hypno-Kur, wie die anderen gefangenen Freiwilligen auch. Die Implantate sind nicht so stark wie ein CVI, das wissen Sie."<br />
Hailey seufzte laut auf, kam zum Tisch und setzte sich. "In solchen Situationen frage ich mich, wieso ich für Sie als neuen Anführer war", erklärte sie, "Ein solcher Optimist, wie Sie sind ..."<br />
"Und Doors ein ausserordentlicher Pessimist", sagte Liam, "Gibt es etwas Wichtiges, was Sie mir sagen möchten? Ich sollte hier noch lernen ..." Hailey lehnte sich zurück, verschränkte die Arme und schwieg. "Danke", murmelte er knapp und widmete sich wieder den neuesten Zwischenergebnissen, die ihm Augur erst vor einer Stunde geschickt hatte.<br />
<br />
<br />
"Da wären wir wieder", grüsste Lili und liess sich auf einen Stuhl fallen, Augur und Sandoval setzten sich ebenfalls.<br />
"Na endlich!", war Liam erleichtert, "Ich fürchtete schon, ihr würdet es nicht rechtzeitig schaffen. Was gefunden?"<br />
"Ein Reinfall nach dem anderen", schüttelte sie den Kopf, "London, Moskau, Vancouver, Nizza, nirgendwo ein Zeitportal. Und das obwohl Sandovals Ausweis uns Türen zu etlichen reichlich unmenschlichen Experimenten geöffnet hat." Der Asiate verzog kaum merklich das Gesicht.<br />
"Nicht London, nicht Moskau, nicht Vancouver, nicht Nizza", wiederholte der Kimera und zog die Stirn in tiefe Runzeln, "Das waren die wahrscheinlichsten Orte. Die nächsten wären Hamburg, Kolkata und Detroit." Er legte das Global auf den Tisch und atmete tief durch. "Ich werde selbst zum Portal rennen", sagte er, "aber niemanden warnen. Wenn es schiefgeht, seid ihr für den nächsten Durchgang tot."<br />
"Solange das dann nicht der letzte Durchgang ist, habe ich damit kein Problem", brachte sich Sandoval ein, "Ich bin überzeugt davon, dass Sie es schaffen, Major."<br />
"Danke." Liam blickte auf seine Uhr und sah dem Sekundenzeiger zu. "Es ist soweit."<br />
<br />
<br />
<br />
Veria]]></description>
			<content:encoded><![CDATA["Nein, nein, nein!" Hailey stemmte ihre Fäuste in die Hüften und drehte sich mit einem stummen Fluch energisch einmal um sich selbst, dann wies sie auf Da'an und Sandoval. "Ein Taelon, verdammt, Liam! Den Implantanten und die Freiwilligen könnte ich Ihnen ja vielleicht noch verzeihen, aber Sie bringen mir einen Taelon hierher! Sind Sie noch bei Trost?"<br />
"Ja", antwortete Liam trocken, "Die lange Version oder die kurze?"<br />
Sie brauchte einen Moment, bis sie es schaffte, ihren Mund wieder zuzuklappen. "Die kurze?"<br />
"Ich hänge in einer Zeitschleife fest, Zo'or löst sie aus. Das ist Durchgang Nummer sieben, Washington ist das vierte Mal zerstört. Zo'or nutzt die Suche nach dem Täter als Ausrede, um die privaten Daten seiner Mittaelons zu lesen und allerlei Leute zu foltern, Taelons inklusive. Geschossen hat er selber."<br />
"Sie sind nicht bei Trost", beschloss Hailey und winkte Tony Ferrara, der voller Vorfreude mit seiner Waffe spielte, "Einsperren."<br />
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<br />
"Was hat das zu bedeuten, Major?", fragte Sandoval, als sie zu fünft einen besseren Wandschrank im Untergeschoss belegten.<br />
"Sie haben es bestimmt schon geahnt - das ist der Widerstand."<br />
Der Agent zögerte einen Moment und musterte besorgt Da'an, der sich ungesund flackernd in eine Ecke gesetzt hatte. "Was haben Sie mit dem Widerstand zu tun, Kincaid?"<br />
"Bisher dachte ich, ich wäre der Anführer", grinste Liam schief, "Hailey ist allerdings offensichtlich nicht mehr einverstanden. Und, ja, nur einen Implantanten hierher zu bringen konnte sie mir verzeihen."<br />
"Ich war im letzten Durchgang also bereits hier?"<br />
"Im vorletzten. Der letzte war für uns beide nur zwölf Minuten und neun Sekunden lang."<br />
Der Agent schob die beiden noch immer gefesselten, reichlich verwirrten Freiwilligen beiseite und nahm in der zweiten Ecke des Raumes Platz. "So, Sie führen also den Widerstand an", bemerkte er, "Sie! Ausgerechnet!"<br />
"Ich, ausgerechnet", bestätigte Liam, "Und es bringt Ihnen nichts, mich zu erschiessen, weil ich den Durchgang dann doch nur wieder von vorne beginne und Sie nichts mehr von meinem Zweitjob wissen."<br />
Kurz knirschte Sandoval mit den Zähnen, dann gab er zu: "Wir stehen auf der selben Seite was Zo'or angeht. Ein Taelon der grundlos Washington zerstört und seinesgleichen foltert ..." Die Mundwinkel des Kimera zuckten einen Moment lang zu einem wissenden Lächeln. "Ich werde Sie nicht erschiessen, Kincaid", versicherte ihm der Asiate, "allerdings sind unsere Handlungsmöglichkeiten derzeit doch ... eingeschränkt."<br />
"Wir können nachdenken", widersprach Liam und wandte sich zu Da'an um, "Wie lange braucht Zo'or, um das Mutterschiff funktechnisch abzuriegeln?"<br />
"Achtzehn Sekunden, bis keine Verbindungen mehr angenommen werden, zwei Minuten und zwölf Sekunden, bis etablierte Verbindungen getrennt werden", antwortete der Taelon.<br />
"Ihr Systemkennwort genügt, um eine Verbindung aufzubauen?"<br />
"Ja, Major."<br />
"Das bedeutet", sagte der Kimera fest, "dass ich im nächsten Durchgang versuchen werde, das Waffensystem des Mutterschiffes zu sperren, bevor Zo'or auf Washington schiesst. Und mit einer genauen Anleitung von Augur wird mir das auch gelingen." Er blickte nach oben zur Kamera. Ja, das war eine Aufforderung, Augur, also komm schon!<br />
Es dauerte auch nicht lange, bis der Hacker unter Haileys energischem aber vergeblichem Protest die Türe öffnete. "Sie glaubt dir die Zeitschleife nicht", sagte er, "Kannst du es ihr beweisen?"<br />
"Tut mir leid, von ihr weiss ich kein dafür taugliches Geheimnis."<br />
"Egal. Mir hast du es ja schon bewiesen." Das genügte Augur definitiv, er zog erst Liam und nach einem Augenblick Nachdenken auch Sandoval am Ärmel aus dem kleinen Gefängnis.<br />
"Hi", sagte Lili.<br />
"Schneller ging es nicht?", rollte Liam mit den Augen.<br />
"Wir haben sicherheitshalber gewartet, bis Ferrara seine Kanone nicht mehr hatte", sagte Augur und winkte kurz mit der genannten Waffe.<br />
Der Kimera grinste breit und ging dann voran die Treppe hoch und in den Hauptraum, wo er auf den entwaffneten Tony Ferrara und dessen nachtfinsteren Blick traf. Er ignorierte ihn einfach und setzte sich, Lili, Augur und Sandoval taten es ihm gleich, Hailey blieb stehen. "Also, Augur, wie sperre ich das Waffensystem?"<br />
"Probier es aus." Der Schwarze reichte ihm ein Global. "Die Verbindung zum Mutterschiff steht, dieses Global hat nur Da'ans Berechtigung. Noch." Er grinste. "Wähle den erweiterten Systemlogin, schalte auf Stream-Sicht." Der Kimera hatte keine Mühe damit, jetzt sah er unzählige taelonische Symbole. "Such nach der Symbolgruppe, die am häufigsten vorkommt - kopieren und mit Zo'ors Kennworthash multiplizieren."<br />
"So einfach?"<br />
"Ja. Welcher Depp hat das entworfen?", schmunzelte Augur, "Die Symbolgruppe ersetzt du für die Antwort durch lauter Qiyin'sha-Symbole, das gibt einen schönen Pufferüberlauf, und das Produkt schickst du als Kennwort."<br />
Liam rotierte etwas mit all den Ersetzungen und der Multiplikation von Symbolen, aber schliesslich war er drin - mit Zo'ors Kennwort. "Okay?"<br />
"Jetzt Synodenlogin, und mit Da'ans und Zo'ors bist du problemlos drin."<br />
"Gut ... und jetzt hier ..." Der Kimera grinste bis über beide Ohren, als das Mutterschiff ihm meldete, dass das Waffensystem soeben gesperrt wurde.<br />
Sandoval blickte auf die Uhr. "Drei Minuten, 48 Sekunden, Major, Sie müssen schneller sein."<br />
Augur zückte sein Global, tippte dreimal auf den Bildschirm und verkündete dann: "Liam, du hängst jetzt an einem Simulationsserver, du kannst üben, bis es sitzt."<br />
"Einverstanden", nickte der Kimera, "Ihr seht euch derweil an, wo das Zeitportal möglicherweise ist - und spiel die Zwischenergebnisse hier drauf, die muss ich auch lernen!" Er winkte kurz mit dem Global.<br />
"Klar", grinste Augur, "Lili? Würden Sie uns nach London fliegen?" Und damit meinte er tatsächlich Sandoval und ihn.<br />
<br />
<br />
"Sandoval wieder gehen zu lassen war ein Fehler", brummte Hailey und stapfte einer Wand entlang hin und her, "Er wird uns so was von verpfeifen!" Der Kimera, der es inzwischen innerhalb von nur eineinhalb Minuten schaffte, das Waffensystem zu sperren, und daher nun wieder Kennwörter und Zwischenergebnisse auswendig lernte, rollte nur mit den Augen. "Sie können nicht sicher wissen, dass es noch einen Durchgang gibt!", fuhr sie ihn an, "Ausserdem, was ist, wenn es keine richtige Schleife ist, sondern Sie nur immer zurückspringen und ein neues Universum gründen?"<br />
"Dann können Sie sich insofern beruhigen, dass Sie Zo'or bald los sind", bemerkte er trocken, "Er springt dann ja auch zurück."<br />
"Wie überaus beruhigend ... wir haben trotzdem immer noch Da'an am Hals!"<br />
"Päppeln Sie ihn auf, klauen Sie ein bisschen Grundenergie für ihn", schlug Liam vor, "Er hält immerhin recht viel von der Menschheit und will sie nicht versklavt oder vernichtet sehen. Zo'or schon." Hailey blieb einen Sekundenbruchteil lang stehen, dann stapfte sie umso energischer weiter. "Ach kommen Sie schon", seufzte Liam, "Er hat mich nicht verraten, dabei weiss er es schon die ganze Zeit. Er war auch mal unter der Kirche, wobei das ja jetzt keine Rolle mehr spielt."<br />
"Und dann schleppen Sie ihn gleich ins nächste Widerstandsversteck, Sie sind echt nicht mehr bei Trost, Liam."<br />
"Schön! In zukünftigen Durchgängen lade ich Da'an bei Bedarf im Krankenhaus ab. Versprochen."<br />
"Und Sandoval?", knurrte sie.<br />
"Der ist nicht so übel", sagte der Kimera, "Er versucht, es nicht zugeben zu müssen, aber eigentlich ist er ein Widerstandssympathisant."<br />
"Ach ... und die Freiwilligen?"<br />
"Hypno-Kur, wie die anderen gefangenen Freiwilligen auch. Die Implantate sind nicht so stark wie ein CVI, das wissen Sie."<br />
Hailey seufzte laut auf, kam zum Tisch und setzte sich. "In solchen Situationen frage ich mich, wieso ich für Sie als neuen Anführer war", erklärte sie, "Ein solcher Optimist, wie Sie sind ..."<br />
"Und Doors ein ausserordentlicher Pessimist", sagte Liam, "Gibt es etwas Wichtiges, was Sie mir sagen möchten? Ich sollte hier noch lernen ..." Hailey lehnte sich zurück, verschränkte die Arme und schwieg. "Danke", murmelte er knapp und widmete sich wieder den neuesten Zwischenergebnissen, die ihm Augur erst vor einer Stunde geschickt hatte.<br />
<br />
<br />
"Da wären wir wieder", grüsste Lili und liess sich auf einen Stuhl fallen, Augur und Sandoval setzten sich ebenfalls.<br />
"Na endlich!", war Liam erleichtert, "Ich fürchtete schon, ihr würdet es nicht rechtzeitig schaffen. Was gefunden?"<br />
"Ein Reinfall nach dem anderen", schüttelte sie den Kopf, "London, Moskau, Vancouver, Nizza, nirgendwo ein Zeitportal. Und das obwohl Sandovals Ausweis uns Türen zu etlichen reichlich unmenschlichen Experimenten geöffnet hat." Der Asiate verzog kaum merklich das Gesicht.<br />
"Nicht London, nicht Moskau, nicht Vancouver, nicht Nizza", wiederholte der Kimera und zog die Stirn in tiefe Runzeln, "Das waren die wahrscheinlichsten Orte. Die nächsten wären Hamburg, Kolkata und Detroit." Er legte das Global auf den Tisch und atmete tief durch. "Ich werde selbst zum Portal rennen", sagte er, "aber niemanden warnen. Wenn es schiefgeht, seid ihr für den nächsten Durchgang tot."<br />
"Solange das dann nicht der letzte Durchgang ist, habe ich damit kein Problem", brachte sich Sandoval ein, "Ich bin überzeugt davon, dass Sie es schaffen, Major."<br />
"Danke." Liam blickte auf seine Uhr und sah dem Sekundenzeiger zu. "Es ist soweit."<br />
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Veria]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[10. Türchen: Der Blick zum Horizont X]]></title>
			<link>http://www.efc-baum.de/thread-3224155.html</link>
			<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 11:16:37 +0100</pubDate>
			<guid isPermaLink="false">http://www.efc-baum.de/thread-3224155.html</guid>
			<description><![CDATA[Heute etwas (viel) später als sonst. Viel Spass!<br />
<br />
<br />
<br />
Liam sass auf dem Pilotensessel eines Shuttles, das Augur freundlicherweise aus der Ortung genommen hatte, und starrte schweigend in die Interdimension. Sandoval hinter ihm hatte bisher ebenfalls geschwiegen, aber jetzt ergriff er das Wort: "Augur scheint gut informiert."<br />
"Er ist ein Genie."<br />
"Und einschlägig bekannt."<br />
"Und einschlägig bekannt", bestätigte Liam, "Nichtsdestotrotz ein Genie, auf das ich nicht verzichten möchte."<br />
"Ein Genie, das bereits an einer von Zo'ors Versuchsreihen teilgenommen hat und zudem als Schläfer ausgewählt wurde, als das Gemeinwesen Lücken bekam", ergänzte Sandoval, "und das sind noch nicht alle Vorkommnisse. Vermutlich hätte ich dem nachgehen sollen."<br />
"Wie gesagt, er ist ein Genie", wiederholte Liam nur wieder, "Lassen Sie mich jetzt bitte mich konzentrieren." Er zückte sein Global und überprüfte, ob alles bereit war, dann blickte er wieder auf die holographischen Kontrollen und atmete tief durch. "Dann los ..."<br />
Das Shuttle verliess die Interdimension, rammte beinahe eine violette Wand, warf einen Freiwilligen von den Füssen und prallte seitlich gegen ein anderes Shuttle, bevor es endlich stillstand. Liam schnallte sich eilig los und sprang hinaus, dotzte den zweiten anwesenden Freiwilligen mit der Nase gegen die Wand und drückte dann sein Global gegen eine Schnittstelle zum Mutterschiffcomputer.<br />
"So, kein Alarm, keine Aufzeichnung, wir sind nicht hier", erklärte er dann.<br />
"Beeindruckend, Major", sagte Sandoval kühl und verliess das Shuttle selbst, "Machen Sie das öfter, sich so unauffällig aufs Mutterschiff zu schleichen?"<br />
"Eher selten. Eigentlich nur, wenn ich herausfinden will, an wessen Gehirnwellen Zo'or gerade herumpfuschen lässt."<br />
Der Agent runzelte kurz die Stirn, dann machte er sich daran, die beiden Freiwilligen zu fesseln und ins Shuttle zu bringen. Liam sah ihm dabei zu, ohne einen Finger zu rühren. Schliesslich machten sie sich auf den Weg, um einen der Hauptnervenknoten des Schiffes zu erreichen.<br />
"Wissen Sie, Sandoval, aus Ihnen wird man nicht leicht schlau", stellte der Kimera schliesslich fest, "In den bisherigen Durchgängen haben Sie nicht nur einmal klargemacht, dass Sie mich für einen skrupellosen Taelonschergen halten, der jede Leiche wegräumt. Aber als Sie mich vorhin über Augur ausgefragt haben, klang das doch eher nach der Vermutung, ich wäre beim Widerstand."<br />
"Ich werde aus Ihnen nicht leicht schlau", gab Sandoval zu, "aber ich zweifle nicht daran, dass Sie taelontreu sind. Nur ... was wollen Sie noch?"<br />
"Nicht an meinen Gehirnwellen herumgepfuscht bekommen, jedenfalls", brummte Liam, "und es wäre mir auch recht, nicht mit einer untauglichen Waffe gegen einen übermächtigen Gegner geschickt zu werden. Ist das verständlich?" Er huschte in eine Abzweigung und drückte sich an die Wand, der Agent tat dasselbe, und sie warteten still, bis Lindsay vorbei war. "Ich hoffe, der geht nicht in den Hangar ...", murmelte der Kimera besorgt.<br />
"In dem Fall sollten wir uns beeilen", stellte Sandoval fest, "Dort ist schon der Knoten." Er lief voran und blickte in alle Abzweigungen auf dem Weg, schliesslich lehnte er sich neben der Schnittstelle des Nervenknotens mit dem Rücken gegen die Wand.<br />
Liam wischte mit einem Finger über die dunkelblaue Membrane, die daraufhin verschwand, dann riss er einen Lichtwellenleiter aus dem Gewirr dahinter und steckte ihn seitlich am Global ein. "Augur?", fragte er.<br />
"Einen anderen. Der gibt nur Daten zu Beleuchtung, Gravitation und Atmosphäre aus."<br />
Liam seufzte kurz, dann probierte er es mit dem nächsten Lichtwellenleiter.<br />
"Der hängt am Hauptsystem, ich habe die Verbindung", bestätigte der Hacker, "Ich mache das schon, stopf das Global rein, ich schicke die Zwischenergebnisse auf Sandovals."<br />
"Okay", nickte der Kimera, schob sein Global als ganzes in das Lichtwellenleitergewirr und liess die Membrane wieder erscheinen.<br />
"Sie halten ihn also für absolut vertrauenswürdig und taelontreu", stellte der Agent fest, "Ich käme nicht auf die Idee, einem einschlägig bekannten Kriminellen Zugriff auf das Mutterschiff zu ermöglichen."<br />
"Vertrauenswürdig, ja", schmunzelte Liam, "Taelontreu ... nun, für Zo'or hat er nicht sehr viel übrig. Wie ich hält er es eher mit Da'an. Sie verdanken ihm übrigens Ihr Leben."<br />
"Tatsächlich?"<br />
"Smerdyakov hat das virtuelle Glas sabotiert - Augur hat es wiederhergestellt."<br />
Sandoval stutzte kurz, dann schubste er Liam in einen Nebengang und hinter eine weiss leuchtende Strebe. Wenige Momente später rauschte verärgert Zo'or vorbei, hinter ihm ein merklich verunsicherter Mit'gai. Die beiden Taelons sprachen miteinander, leider auf Eunoia, was das Verstehen schwierig machte.<br />
Aber nicht unmöglich.<br />
"Das ist ... übel", murmelte Liam schliesslich.<br />
"Sie haben das verstanden?", war der Agent entsetzt, "Sie, ein gewöhnlicher Mensch? Wo ich schon Mühe damit hatte?"<br />
"Gehen wir!"<br />
Sandoval musterte den Kimera kurz und folgte ihm dann den Weg, den Zo'or und Mit'gai gekommen waren. Die schwierige Übersetzung bestätigte sich: In einem Verhörraum befand sich Da'an. Diesmal lebte er, diesmal hatte Zo'or ihn offensichtlich vor der Zerstörung der Stadt an Bord gerufen. Der Botschafter hatte seine Fassade fast völlig verloren, ein Energiefeld hielt ihn auf einer Liege fest und mehrere Auswüchse aus dem Schiff drangen in seine Hauptenergiebahnen.<br />
"Die Vorbereitung einer mentalen Sondierung", wusste der Kimera, öffnete den Datenstrom und befreite den Taelon mittels eines aus einem früheren Durchgang gemerkten Kennwortes.<br />
Da'an festigte seine Fassade sichtlich mit einiger Mühe, rappelte sich langsam auf und stützte sich auf einer Schulter je Beschützer auf. "Major Kincaid, Agent Sandoval", flüsterte er, "Ich kann Ihnen versichern, dass ich nicht für die Zerstörung Washingtons verantwortlich bin."<br />
"Ich weiss", sagte Liam, "Kommen Sie." Er legte ihm einen Arm um den Oberkörper und zog ihn  mit.<br />
"Zo'or hat Sie vor ..." Sandoval blickte auf seine Uhr. "... zwei Stunden an Bord gerufen, nehme ich an?"<br />
"Unmittelbar vor dem Schuss", fügte der Kimera hinzu, "und er hat später nicht mehr erwähnt, dass Sie auf seine Anweisung herkamen?"<br />
Da'an verlor kurzzeitig seine Fassade und nickte matt. "So ist es."<br />
Sandoval eilte voran aus dem Verhörraum und den Korridor entlang, den Skrill bereit. Liam zog den Taelon hinter ihm her. Nur einmal mussten sie einen Umweg machen, um drei Freiwilligen auszuweichen, dann aktivierte sich plötzlich ein Datenstrom in einer Nische, als sie vorbeikamen. "Hey, Liam! Ich habe Zo'or und den Taelon-Arzt im Labor festgesetzt, aber ich habe herausgefunden ... oh, ihr habt ihn schon befreit. Umso besser! Wie geht es ihm?"<br />
"Ich werde mich erholen", sagte Da'an schwach.<br />
"Was ist mit dem Zeitportal?", fragte Liam.<br />
"Die Liste der möglichen Transporte ist noch lang", erklärte Augur, "aber ein paar recht wahrscheinliche Orte sind schon gefunden. Kommt mal wieder runter, es könnte gefährlich werden, immerhin hat sich der Kriegsminister angekündigt."<br />
"T'than", sagte der Kimera, "Das dauert noch ein paar Stunden, bis der wirklich hier ist. Wir kommen trotzdem runter." Damit zog er Da'an energisch weiter, wenngleich dieser darüber ins Stolpern geriet, und griff auch nach Sandovals linkem Oberarm. "Kann ich mein Global mitnehmen oder brauchst du das noch, Augur?"<br />
"Brauche ich, Funk ist nach wie vor aus und über Portalsignale reicht die Übertragungsrate nicht."<br />
"Okay. Wir treffen uns in Bellamy Hall."<br />
Sie bogen links ab und waren damit ausser Reichweite dieses Datenstroms. Es erschien kein weiterer, auf dem gesamten Weg in den Hangar nicht. Schliesslich setzten die beiden Beschützer den schwachen Taelon in einen Passagiersessel, Sandoval überprüfte noch den Zustand der beiden gefesselten Freiwilligen, während Liam schon den Antrieb initialisierte. Dann setzte sich der Agent eilig, nur einen winzigen Moment, bevor sie losflogen.<br />
Nächster Halt: Bellamy Hall.<br />
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Veria]]></description>
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Liam sass auf dem Pilotensessel eines Shuttles, das Augur freundlicherweise aus der Ortung genommen hatte, und starrte schweigend in die Interdimension. Sandoval hinter ihm hatte bisher ebenfalls geschwiegen, aber jetzt ergriff er das Wort: "Augur scheint gut informiert."<br />
"Er ist ein Genie."<br />
"Und einschlägig bekannt."<br />
"Und einschlägig bekannt", bestätigte Liam, "Nichtsdestotrotz ein Genie, auf das ich nicht verzichten möchte."<br />
"Ein Genie, das bereits an einer von Zo'ors Versuchsreihen teilgenommen hat und zudem als Schläfer ausgewählt wurde, als das Gemeinwesen Lücken bekam", ergänzte Sandoval, "und das sind noch nicht alle Vorkommnisse. Vermutlich hätte ich dem nachgehen sollen."<br />
"Wie gesagt, er ist ein Genie", wiederholte Liam nur wieder, "Lassen Sie mich jetzt bitte mich konzentrieren." Er zückte sein Global und überprüfte, ob alles bereit war, dann blickte er wieder auf die holographischen Kontrollen und atmete tief durch. "Dann los ..."<br />
Das Shuttle verliess die Interdimension, rammte beinahe eine violette Wand, warf einen Freiwilligen von den Füssen und prallte seitlich gegen ein anderes Shuttle, bevor es endlich stillstand. Liam schnallte sich eilig los und sprang hinaus, dotzte den zweiten anwesenden Freiwilligen mit der Nase gegen die Wand und drückte dann sein Global gegen eine Schnittstelle zum Mutterschiffcomputer.<br />
"So, kein Alarm, keine Aufzeichnung, wir sind nicht hier", erklärte er dann.<br />
"Beeindruckend, Major", sagte Sandoval kühl und verliess das Shuttle selbst, "Machen Sie das öfter, sich so unauffällig aufs Mutterschiff zu schleichen?"<br />
"Eher selten. Eigentlich nur, wenn ich herausfinden will, an wessen Gehirnwellen Zo'or gerade herumpfuschen lässt."<br />
Der Agent runzelte kurz die Stirn, dann machte er sich daran, die beiden Freiwilligen zu fesseln und ins Shuttle zu bringen. Liam sah ihm dabei zu, ohne einen Finger zu rühren. Schliesslich machten sie sich auf den Weg, um einen der Hauptnervenknoten des Schiffes zu erreichen.<br />
"Wissen Sie, Sandoval, aus Ihnen wird man nicht leicht schlau", stellte der Kimera schliesslich fest, "In den bisherigen Durchgängen haben Sie nicht nur einmal klargemacht, dass Sie mich für einen skrupellosen Taelonschergen halten, der jede Leiche wegräumt. Aber als Sie mich vorhin über Augur ausgefragt haben, klang das doch eher nach der Vermutung, ich wäre beim Widerstand."<br />
"Ich werde aus Ihnen nicht leicht schlau", gab Sandoval zu, "aber ich zweifle nicht daran, dass Sie taelontreu sind. Nur ... was wollen Sie noch?"<br />
"Nicht an meinen Gehirnwellen herumgepfuscht bekommen, jedenfalls", brummte Liam, "und es wäre mir auch recht, nicht mit einer untauglichen Waffe gegen einen übermächtigen Gegner geschickt zu werden. Ist das verständlich?" Er huschte in eine Abzweigung und drückte sich an die Wand, der Agent tat dasselbe, und sie warteten still, bis Lindsay vorbei war. "Ich hoffe, der geht nicht in den Hangar ...", murmelte der Kimera besorgt.<br />
"In dem Fall sollten wir uns beeilen", stellte Sandoval fest, "Dort ist schon der Knoten." Er lief voran und blickte in alle Abzweigungen auf dem Weg, schliesslich lehnte er sich neben der Schnittstelle des Nervenknotens mit dem Rücken gegen die Wand.<br />
Liam wischte mit einem Finger über die dunkelblaue Membrane, die daraufhin verschwand, dann riss er einen Lichtwellenleiter aus dem Gewirr dahinter und steckte ihn seitlich am Global ein. "Augur?", fragte er.<br />
"Einen anderen. Der gibt nur Daten zu Beleuchtung, Gravitation und Atmosphäre aus."<br />
Liam seufzte kurz, dann probierte er es mit dem nächsten Lichtwellenleiter.<br />
"Der hängt am Hauptsystem, ich habe die Verbindung", bestätigte der Hacker, "Ich mache das schon, stopf das Global rein, ich schicke die Zwischenergebnisse auf Sandovals."<br />
"Okay", nickte der Kimera, schob sein Global als ganzes in das Lichtwellenleitergewirr und liess die Membrane wieder erscheinen.<br />
"Sie halten ihn also für absolut vertrauenswürdig und taelontreu", stellte der Agent fest, "Ich käme nicht auf die Idee, einem einschlägig bekannten Kriminellen Zugriff auf das Mutterschiff zu ermöglichen."<br />
"Vertrauenswürdig, ja", schmunzelte Liam, "Taelontreu ... nun, für Zo'or hat er nicht sehr viel übrig. Wie ich hält er es eher mit Da'an. Sie verdanken ihm übrigens Ihr Leben."<br />
"Tatsächlich?"<br />
"Smerdyakov hat das virtuelle Glas sabotiert - Augur hat es wiederhergestellt."<br />
Sandoval stutzte kurz, dann schubste er Liam in einen Nebengang und hinter eine weiss leuchtende Strebe. Wenige Momente später rauschte verärgert Zo'or vorbei, hinter ihm ein merklich verunsicherter Mit'gai. Die beiden Taelons sprachen miteinander, leider auf Eunoia, was das Verstehen schwierig machte.<br />
Aber nicht unmöglich.<br />
"Das ist ... übel", murmelte Liam schliesslich.<br />
"Sie haben das verstanden?", war der Agent entsetzt, "Sie, ein gewöhnlicher Mensch? Wo ich schon Mühe damit hatte?"<br />
"Gehen wir!"<br />
Sandoval musterte den Kimera kurz und folgte ihm dann den Weg, den Zo'or und Mit'gai gekommen waren. Die schwierige Übersetzung bestätigte sich: In einem Verhörraum befand sich Da'an. Diesmal lebte er, diesmal hatte Zo'or ihn offensichtlich vor der Zerstörung der Stadt an Bord gerufen. Der Botschafter hatte seine Fassade fast völlig verloren, ein Energiefeld hielt ihn auf einer Liege fest und mehrere Auswüchse aus dem Schiff drangen in seine Hauptenergiebahnen.<br />
"Die Vorbereitung einer mentalen Sondierung", wusste der Kimera, öffnete den Datenstrom und befreite den Taelon mittels eines aus einem früheren Durchgang gemerkten Kennwortes.<br />
Da'an festigte seine Fassade sichtlich mit einiger Mühe, rappelte sich langsam auf und stützte sich auf einer Schulter je Beschützer auf. "Major Kincaid, Agent Sandoval", flüsterte er, "Ich kann Ihnen versichern, dass ich nicht für die Zerstörung Washingtons verantwortlich bin."<br />
"Ich weiss", sagte Liam, "Kommen Sie." Er legte ihm einen Arm um den Oberkörper und zog ihn  mit.<br />
"Zo'or hat Sie vor ..." Sandoval blickte auf seine Uhr. "... zwei Stunden an Bord gerufen, nehme ich an?"<br />
"Unmittelbar vor dem Schuss", fügte der Kimera hinzu, "und er hat später nicht mehr erwähnt, dass Sie auf seine Anweisung herkamen?"<br />
Da'an verlor kurzzeitig seine Fassade und nickte matt. "So ist es."<br />
Sandoval eilte voran aus dem Verhörraum und den Korridor entlang, den Skrill bereit. Liam zog den Taelon hinter ihm her. Nur einmal mussten sie einen Umweg machen, um drei Freiwilligen auszuweichen, dann aktivierte sich plötzlich ein Datenstrom in einer Nische, als sie vorbeikamen. "Hey, Liam! Ich habe Zo'or und den Taelon-Arzt im Labor festgesetzt, aber ich habe herausgefunden ... oh, ihr habt ihn schon befreit. Umso besser! Wie geht es ihm?"<br />
"Ich werde mich erholen", sagte Da'an schwach.<br />
"Was ist mit dem Zeitportal?", fragte Liam.<br />
"Die Liste der möglichen Transporte ist noch lang", erklärte Augur, "aber ein paar recht wahrscheinliche Orte sind schon gefunden. Kommt mal wieder runter, es könnte gefährlich werden, immerhin hat sich der Kriegsminister angekündigt."<br />
"T'than", sagte der Kimera, "Das dauert noch ein paar Stunden, bis der wirklich hier ist. Wir kommen trotzdem runter." Damit zog er Da'an energisch weiter, wenngleich dieser darüber ins Stolpern geriet, und griff auch nach Sandovals linkem Oberarm. "Kann ich mein Global mitnehmen oder brauchst du das noch, Augur?"<br />
"Brauche ich, Funk ist nach wie vor aus und über Portalsignale reicht die Übertragungsrate nicht."<br />
"Okay. Wir treffen uns in Bellamy Hall."<br />
Sie bogen links ab und waren damit ausser Reichweite dieses Datenstroms. Es erschien kein weiterer, auf dem gesamten Weg in den Hangar nicht. Schliesslich setzten die beiden Beschützer den schwachen Taelon in einen Passagiersessel, Sandoval überprüfte noch den Zustand der beiden gefesselten Freiwilligen, während Liam schon den Antrieb initialisierte. Dann setzte sich der Agent eilig, nur einen winzigen Moment, bevor sie losflogen.<br />
Nächster Halt: Bellamy Hall.<br />
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